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Das Vermächtnis: Der Baum des Lebens (PC)

Release:
13.01.2011
Genre:
Rollenspiel
Publisher:
City Interactive sp. z o.o. (PL)
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Das Vermächtnis: Der Baum des Lebens: Sylvie wills noch mal wissen - Lesertest von Sly-Boots

08.09.2012 16:31 Uhr
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Neu
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Bei den unzähligen Point & Click-Adventures, die sich da draußen tummeln, sollte jeder neue Genrevertreter schon etwas besonderes bieten oder zumindest qualitativ hochwertig umgesetzt werden, um überzeugen zu können und somit seine Existenzberechtigung zu untermauern. Das nicht jeder dieser Ansicht ist, hat uns im Jahr 2008 das polnische Entwicklerstudio City Interactive gezeigt, denn ihr "Geheimakte Tunguska"-Abklatsch "Das Vermächtnis - Testament of Sin" war nicht gerade der Weisheit letzter Schluss (siehe auch mein Review zu diesem Spiel). Ca. ein Jahr später wurde dann auch gleich der Nachfolger nachgeschoben, der hoffentlich alles besser macht als sein Vorgänger. Ob sich unsere Nachbarn aus dem Osten dieses Mal mehr Mühe gegeben haben, könnt ihr im Folgenden Review nachlesen.

Entwickler: City Interactive
Publisher: City Interactive
System: PC
Genre: Adventure
Sprache: Deutsch
Altersfreigabe: 12
Systemanforderungen:
CPU: 2,0 GHz-Prozessor bzw. 1,6 Dual Core oder besser / Windows XP, Vista / 512 MB RAM / Grafikkarte 64 MB RAM DirectX 9 kompatibel / 4 GB Festplattenspeicher / DVD-Rom Laufwerk

Einleitung:
Bei den unzähligen Point & Click-Adventures, die sich da draußen tummeln, sollte jeder neue Genrevertreter schon etwas besonderes bieten oder zumindest qualitativ hochwertig umgesetzt werden, um überzeugen zu können und somit seine Existenzberechtigung zu untermauern. Das nicht jeder dieser Ansicht ist, hat uns im Jahr 2008 das polnische Entwicklerstudio City Interactive gezeigt, denn ihr "Geheimakte Tunguska"-Abklatsch "Das Vermächtnis – Testament of Sin" war nicht gerade der Weisheit letzter Schluss (siehe auch mein Review zu diesem Spiel). Ca. ein Jahr später wurde dann auch gleich der Nachfolger nachgeschoben, der hoffentlich alles besser macht als sein Vorgänger. Ob sich unsere Nachbarn aus dem Osten dieses Mal mehr Mühe gegeben haben, könnt ihr im Folgenden Review nachlesen.

Story: Willkommen in Kairo Willkommen in Kairo [Quelle: www.consol.at]
Auch dieses Mal dreht sich die Handlung um die Abenteuer der jungen Archäologin Sylvie Leroux. Nach den Ereignissen des ersten Teils, verarbeitete Sylvie ihre Erlebnisse in einem Buch, welches sie nun in Venedig promoten möchte. Abgesehen davon hat sie kürzlich eine Stelle in einem kleinen Museum in der Bretagne angetreten, wo sie den Auftrag erhält die antike Schatulle des Konquistador Ponce de Léon zu untersuchen. Natürlich beherbergt die Antiquität wesentlich mehr Geheimnisse als man zunächst annehmen möchte, außerdem steht sie im Zusammenhang mit einem tödlichen Unglück: Sylvies Vorgänger hatte nämlich einen "Unfall," nachdem er in Kontakt mit dem mysteriösen Grafen Saint Germain getreten war, der sich ebenfalls für das alte Kästchen interessiert. Als dann kurz vor ihrem Promo-Auftritt in Venedig auch noch der Mittelsmann des Grafen ermordet wird, steht endgültig fest, dass Sylvie in den nächsten tödlichen Schlamassel geraten ist. Wird es Sylvie und Graf Germain gelingen das Geheimnis der alten Schatulle zu lüften, ehe sie von den Mördern geschnappt werden? Und was hat es eigentlich mit dem unter Amnesie leidenden Saint Germain auf sich? Kann man ihm wirklich trauen? Diesen Fragen gilt es auf den Grund zu gehen, ehe das Geheimnis um den Baum des Lebens endgültig gelüftet wird.

Sylvies zweites Abenteuer wurde wesentlich spannender umgesetzt, als ihre fade Urlaubsreise in "Testament of Sin." Vielleicht liegt dieser Eindruck ja in der neuen Musikuntermalung begründet, die nichts mehr mit der grauenhaften Gehörvergewaltigung des Vorgängers gemein hat? Oder es liegt an der besseren Synchronsprecherin Sylvies, die dafür sorgt, dass unsere Protagonistin nicht mehr wie eine unbedarfte Touristin wirkt? Schön ist weiterhin, dass man dieses Mal auf eine Pseudoromanze verzichtet hat. Stattdessen wird unserer Heldin der undurchsichtige Graf Saint Germain zur Seite gestellt, bei dem es sich meines Erachtens um den heimlichen Star von "Der Baum des Lebens" handelt. Da hat man sich endlich mal wieder die Mühe gemacht einen tiefgängigen Charakter für ein Adventure zu erschaffen. Im Ernst. Ich bedauere es, dass es nicht der Graf ist, den ich in diesem Spiel steuern darf!
Wirklich prägnant für dieses Adventure ist jedoch der, leider glaubhafte, Einblick in das Verhalten von Menschen, die die Möglichkeit erhalten die Ewige Jugend zu erlangen. In dieser Hinsicht könnte sich der Baum des Lebens eher als Fluch denn als Segen entpuppen - aber das müsst ihr schon selbst herausfinden. Nur soviel: Wer den Vorgänger zu Ende gespielt hat, wird wissen, dass es auch dieses mal kein Happy End im klassischen Sinne geben wird.

Gameplay: Landkartenpuzzle Landkartenpuzzle [Quelle: www.adventurecorner.de]
Mal abgesehen davon, dass sich jedes Point & Click-Adventure sowieso mehr oder weniger identisch spielt, hat sich seit dem Vorgänger in Sachen Gameplay nichts geändert (und ja, das ist ein latenter Hinweis an euch, an dieser Stelle einfach mein Review von "Testament of Sin" zu Rate zu ziehen ;)).

Doch halt! Da gibt es schon zwei Aspekte durch die sich das Spiel von seinem Vorgänger unterscheidet! Die Rede ist zum einem vom Schwierigkeitsgrad, welcher ein gutes Stück angehoben wurde. Konnte man "Testament of Sin" noch ohne weiteres für Einsteiger empfehlen, so werden nun schärfere Kaliber aufgefahren. Besonders prägnant waren da wohl das Schiebepuzzle in Venedig und das Wasserpumpenrätsel in Kairo. Wer solche Apparatur-Rätsel nicht ausstehen kann, wird durch dieses Spiel eventuell zwei, drei graue Haare mehr abbekommen.
Dennoch ist auch dieser Serienableger ohne Komplettlösung zu bezwingen, solange man bei den trickreicheren Stellen nicht gleich die Geduld verliert. Und anders als die Programmierer des großen Vorbildes "Geheimakte," legen die Polen erfreulicherweise wert auf Logik! Wirre Rätselkonstruktionen wie die Nummer mit dem Ferrari aus "Puritas Cordis," sind in diesem Spiel also nicht zu befürchten. Da können sich die Herren und Damen, die sich für "Geheimakte" verantwortlich zeichnen ruhig ein paar Scheiben von abschneiden!

Der andere Aspekt ist die Spieldauer, welche von den bisherigen 5-6 auf gute 8-10 Stunden angehoben wurde. Das ist zwar immer noch nicht die Welt, aber zumindest eine deutliche Steigerung zum Vorgänger!

Da ich mich ungern wiederhole, belasse ich es an dieser Stelle bei diesen Zeilen und empfehle den Titel nicht nur den Freunden des Vorgängers (solange sie keine blutigen Anfänger sind), sondern auch jedem P&C-Adventure-Fan im allgemeinen. Das Spiel gewinnt zwar sicherlich keinen Innovationspreis, macht aber Spaß und spielt sich gewohnt solide.

Grafik, Sound und Präsentation: Hier hat der Gärtner gepennt Hier hat der Gärtner gepennt [Quelle: www.adventurecorner.de]
Grafik: Auch in grafischer Hinsicht sind keine Neuerungen zu vermelden. Wieder einmal bekommen wir hübsche 2.5D-Grafiken vorgesetzt, deren Szenerien sich von der Bretagne über Venedig bis hin zu Kairo erstrecken.
Die Rendersequenzen wirken nun hochwertiger als im Vorgänger und wurden auch stimmiger ins Spiel eingebettet. Ferner sind mir dieses Mal keine technischen Schwächen aufgefallen, was aber sicherlich daran liegt, dass ich diesen Teil auf einem Dual Core statt einem Single Core gespielt habe.
Wirklich ärgerlich ist jetzt aber die geradezu lächerliche Begrenzung auf 1024x768 Bildpunkte! Und das bei einem Titel aus dem Jahr 2009! Wenn man schon in die Fußstapfen eines großen Vorläufers treten möchte, dann sollte man auch seine grafisch-technischen Optionen mit übernehmen - und ja, die Rede ist von Geheimakte 2! In Zukunft also bitte höhere Auflösungen zur Verfügung stellen, City Interactive!

Sound: Ihr erinnert euch vielleicht noch an meine berechtigt harsche Kritik an der Akustik von "Testament of Sin." Nun, ich habe eine gute Nachricht für euch: City Interactive hat sich erbarmt und einen wesentlich angenehmeren OST eingespielt. Auch bei den deutschen Synchronsprechern hat man endlich tiefer in die Tasche gegriffen.
Zwar wirkt der Soundtrack an manchen Stellen immer noch deplatziert (wobei aber zumindest der extreme Nervfaktor Vergangenheit ist) und auch die Synchro hat ihren hölzernen Klang nicht vollends abgelegt, aber gerade im Vergleich zum desaströsen Vorgänger wurde an dieser Stelle gewaltig nachgebessert! So spielt es sich doch schon wesentlich angenehmer - dennoch gibt es immer noch viel Raum nach oben.

Präsentation: Na bitte, geht doch! Beim zweiten Teil hat man sich deutlich mehr Mühe gegeben. Die teils groben Macken des Vorgängers wurden konsequent dezimiert und dementsprechend positiv präsentiert sich dann auch das Endprodukt. Vor allem die Story wird sehr spannend erzählt und motiviert zum weiterspielen. Schön auch, dass mein Gehör nicht mehr so leiden muss. Wenn man jetzt noch konsequent genug gewesen wäre und höhere Auflösungsstufen angeboten hätte, damit das Abenteuer auch optisch ansprechender ausgefallen wäre, dann wäre vielleicht sogar ein Hit drinnen gewesen. Aber trotzdem eine sehr positive Steigerung zum ersten Teil! Weiter so City Interactive! Vielleicht gelingt mit dem dritten Teil dann auch endlich der große Wurf!

Pro und Kontra:

Pro:
- spannende Story
- schicke Renderbilder
- gewohnt solides Gameplay und Steuerungsschema
- einige wirklich knifflige, aber faire und nachvollziehbare Rätsel

Kontra:
- lächerlich niedrige Auflösung von 1024x768 Bildpunkten
- OST und Synchro immer noch nicht ideal (aber weitaus besser als im Vorgänger)

Fazit:
"Der Baum des Lebens" war nach dem relativ faden wenn auch kurzweiligen Vorgänger eine wirklich positive Überraschung!
Hauptmotivation ist die recht spannend erzählte Story um den Namen gebenden Baum des Lebens, die mich dazu veranlasste, dieses Point & Click-Adventure in zwei "PC-Sitzungen" durchzuspielen. Trotzdem hat sich die Spieldauer seit dem ersten Teil verlängert, gute 10 Stunden sitzt man schon dran, dies liegt auch am etwas höheren Schwierigkeitsgrad als im Vorgänger - dennoch kann man das Spiel ohne Lösungshilfe meistern.
Störende Elemente des ersten Teils wie seeehr hölzerne Dialoge und ultra-nervige Hintergrundmelodien wurden größtenteils ausgemerzt, was den Gesamteindruck zusätzlich verbessert (perfekt ist die Serie in dieser Hinsicht aber immer noch nicht).
Wirklich negativ zu erwähnen ist nur die Tatsache, dass man mit einer, im Jahre 2009 gnadenlos veralteten, Standardauflösung von 1024x768 Bildpunkten abgespeist wird - hier hätte man sich mal besser an Geheimakte 2 orientiert, wo man aus einer breiten Palette auswählen kann.
Alles in allem ein sehr empfehlenswertes P&C-Adventure, welches zu einem geringen Preis zu haben ist (5 € als Neuware).

Hier noch eine kleine Warnung für diejenigen, die die Serie liebgewonnen haben: Bei den beiden Ablegern "Die Legende des heiligen Schatzes" und "Das Geheimnis des verschollenen Königreiches" handelt es sich nicht um P&C-Adventures, sondern um sogenannte Wimmelbild-Casual-Games. Diese beiden Spiele also bitte nicht als die Teile Nr. 3 und 4 interpretieren und somit einen Fehlkauf tätigen!

Spielspaß Singleplayer

Wertung von:
Sly Boots

8.3
Gamezone
Spielspaß-Wertung
-
Spielspaß Multiplayer
-
Grafik
8/10
Steuerung
9/10
Sound
7/10
Gameplay
8/10
Erfahrener Benutzer
Moderation
08.09.2012 16:31 Uhr
Jetzt ist eure Meinung gefragt: Hier könnt ihr euren Kommentar zum Artikel veröffentlichen und mit anderen Lesern darüber diskutieren.
Dein Kommentar
Erfahrener Benutzer
Bewertung: -1
06.04.2013 23:34 Uhr
Sylvie? van der Vaart? 
Moderator
Bewertung: -1
06.04.2013 22:35 Uhr
Auf Adventurespiele.de gibt es eine Komplettlösung in Bildern.
Das Verm
Neuer Benutzer
Bewertung: -1
06.04.2013 21:05 Uhr
also ich bin ein spielanfänger und komm in dem spiel einfach nimmer weiter. sylvie ist gerade in der szene als sie ihr buch vorstellen wollte habe inzwischen auch zu der gondel können jedoch finde ich keine möglichkeit die fackel zu aktivieren vielleicht kann mir jemand helfen? egal in welchen bereich ich…

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08.09.2012
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