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  • Day of Defeat: Zwischen Hausruinen und Bombenkratern - Leser-Test von BigJim

    Am Anfang stand ein Community-Projekt: Zu Beginn des Jahres 2001 bastelten "Half-Life"-Fans am WW2-Mod "Day of Defeat". Abgesehen von einigen Insidern wusste die Spielerschaft damals nur wenig davon. Valve erkannte das Potential und vermarktete den Titel, der 2003 fortan als Stand-Alone-Produkt erhältlich war.

    Wie Red Orchestra - Ostfront 41-45 ist auch Day of Defeat ein klassischer Multiplayer-Shooter, angesiedelt im WW2-Szenario. Nur führt uns der Titel diesmal nicht an die Russland-Front, sondern an andere wichtige Schauplätze in Europa, z.B. Italien. Schneebedeckte Schlachtfelder sind also selten und die einzelnen Areale weniger großflächig. Musste man bei Red Orchestra stellenweise noch weitere Strecken zurücklegen, um irgendwann mal Feindberührung aufnehmen zu können, so geht es bei Day of Defeat unmittelbar vom Startpunkt aus sofort munter ins Gefecht. Überlange Laufwege entfallen damit. Hier wird bereits deutlich, dass sich "Day of Defeat" stärker an "ungeduldige" Spieler richtet, die schnell loslegen wollen und auf vorangestellte Transport- bzw. Marschwegen liebend gern verzichten.

    Day of Defeat kennt nur zwei Fraktionen: Die Alliierten (hier: US-amerikanische Soldaten) und die Angehörigen der Deutschen Wehrmacht. Bei Erstveröffentlichung des Spiels enthielt der Online-Shooter lediglich wenige Karten. Dank der überaus regen DoD-Fangemeinde sind aber später etliche neue Maps hinzugetreten. Für regelmäßige Ortswechsel ist also hinreichend gesorgt. Die beiden verfeindeten Teams bestehen für gewöhnlich aus sechs bis acht Mann. Insgesamt gibt es sechs Soldaten-Klassen, die sich vor allem in ihrer Ausrüstung/Bewaffnung voneinander unterscheiden; als da sind: Schütze, Sturmsoldat, Unterstützungssoldat, Scharfschütze, Maschinengewehr-Schütze, Panzerabwehr-Schütze. Für welche Rolle sich der Spieler entscheidet, hängt nicht zuletzt von seinen Vorlieben ab. Wen es direkt in die Schlacht zieht und Nahkämpfe mag, der ist mit dem Sturmsoldaten (ausgestattet mit Maschinenpistole und Handgranaten) bestens bedient. Wer lieber aus dem Hintergrund agiert, wird vielleicht dem Sniper den Vorzug geben, da dieser seine Gegner für gewöhnlich nur aus weiterer Entfernung bekämpf. Auf den meisten (gut besuchten) Servern gilt eine Klassenbeschränkung. So darf jedes Team grundsätzlich nur jeweils über einen Scharf- und Panzerfaustschützen verfügen. Die Anzahl der Sturm-Soldaten hingegen ist innerhalb der maximal erlaubten Mannschaftsstärke (in der Regel 6-8 Mann pro Partei, das variiert aber nach Teilnehmerzahl etwas nach oben oder unten) nicht vorgeschrieben.

    Ziel des Spielers bzw. seines Teams ist die Eroberung und Sicherung möglichst vieler Flaggenpunkte innerhalb einer vorgegebenen Zeit. Dies geschieht dadurch, dass man sich einer Flagge nähert bzw. längere Zeit in deren Nähe verweilt. Dabei gibt es auch Flaggenpunkte, die nur durch zwei Spieler eingenommen und gehalten werden können. Besagte Punkte finden sich in einer Mini-Karte eingezeichnet, so dass man sich stets orientieren kann und nicht lange umherirren muss. Dort, wo es notwendig ist, lässt sich durch Zurufe Verstärkung anfordern. Die Fraktion, welche zum Ende eines Matches die meisten Fahnen erobert/gehalten hat, geht als Sieger vom Schlachtfeld. Eine Statistik am Ende der jeweiligen Partien führt die Spielergebnisse zahlenmäßig in einer Zusammenfassung auf.

    Day of Defeat: Source spielt sich sehr realistisch. Gezielt wird über Kimme und Korn. Fadenkreuze oder ähnliche Hilfsmittel fehlen. Auch gibt es keine Medi-Packs und keinen Sanitäter. Werden wir schwer verwundet, sinkt unser Leistungsvermögen, insbesondere unsere Treffergenauigkeit, merklich. Teilweise reichen nur ein bis zwei schwerere Treffer - und wir reichen den Löffel. Ist aber nicht weiter tragisch. Der Computer setzt uns dann automatisch an den letzten Startpunkt zurück, von wo aus wir uns gleich wieder ins Gefecht stürzen können. Das Waffenverhalten fällt fast schon beängstigend echt aus. Ob Sturmgewehr, Gewehrgranaten, MP, Scharfschützengewehr oder Bazooka/Panzerschreck - die Waffen verziehen beim Feuern und physikalische Eigenschaften wie Rückschlag oder Streuung wurden von den Entwicklern bis ins Detail berücksichtigt. So ist das Schießen mit einem Maschinengewehr aus dem Stand heraus praktisch nicht möglich. Man sollte das ziemlich wuchtige Teil schon an einer passenden Stelle absetzen/positionieren, damit die MG-Salven ihre volle Wirkung entfalten können. Sonst reißt die Waffe so stark nach oben, dass wir mehr in die Wolken als auf feindliche Ziele ballern. In Nahkampfsituationen können wir unsere Gegner übrigens auch mit dem Messer oder mittels Spaten erledigen.

    Wie in Red Orchestra, so kreuzen auch in Day of Defeat: Source mitunter feindliche Panzerfahrzeuge unseren Weg. Bekämpfen sollte man sie schon, selbst steuern kann man sie dagegen nicht, was unseren Handlungsspielraum natürlich etwas einschränkt. Anders als bei "Battlefield" sind wir auf die Funktion eines gewöhnlichen Infanteristen reduziert. Kettenfahrzeuge, Artilleriegeschütze, Flugzeuge oder Boote lassen sich nicht bedienen bzw. kommen meist auch gar nicht vor. Das führt dazu, dass Day of Defeat: Source auf Dauer etwas eintönig wird. Langeweile kommt dennoch nicht auf, was nicht zuletzt mit dem rasanten Spieltempo zu tun hat. Tatsächlich präsentiert sich das Spielgeschehen extrem hektisch, alles geht unheimlich schnell. Und die relativ engen Level sorgen dafür, dass wir fast ständig Feindkontakt haben. Man sollte für "Day of Defeat" also neben guten Nerven ein schnelles Reaktionsvermögen und vor allem Übung mitbringen. Folglich wird es einige Zeit erfordern, bis man dieses Spiel wirklich genießen kann. Frustmomente bleiben zumindest für Gelegenheitsspieler am Anfang kaum aus. Vor allem dann nicht, wenn man häufig auf "trainierte" Gegner trifft, die schon über mehr Routine verfügen.

    Der fehlende Zusatz "Source" im Titel lässt es bereits erahnen: Day of Defeat ist insbesondere grafisch hoffnungslos überholt. Die Schlachtfelder, Häuser, Hausruinen, Bombenkrater und Panzerwracks lassen dennoch Weltkriegs-Feeling aufkommen. Der Sound - insbesondere der Klang der Waffen - dieses betagten Online-Shooters ist aber noch halbwegs akzeptabel. Auch die typische Ego-Shooter-Steuerung geht leicht von der Hand. Sechs bis sieben Tasten genügen, um alle wesentlichen Bewegungen und Aktionen durchzuführen.

    Wie nahezu alle Multiplayer-Shooter spielt sich Day of Defeat relativ taktiklastig, was naturgemäß mit dem Team-orientierten Gameplay zu tun hat. Als Einzelkämpfer ist man eigentlich ziemlich wertlos, nur in der Gruppe vermag man größere Erfolge zu erringen und sein Können nutzbringend anzuwenden. Day of Defeat verbindet auf diese Weise alle wichtige Elemente aus Schnelligkeit, Realismus, Action und Teamwork, obschon das Spielprinzip an sich - mangels Abwechselung - auf Dauer eher eintönig ist. Der extrem temporeiche Spielverlauf wird darüber hinaus auch nicht jedem Spieler liegen. Shooter-Fans sollten in jedem Fall der 2006 veröffentlichten Neuauflage Day of Defeat: Source den Vorzug geben. Denn diese bietet allein schon optisch (überarbeitete Grafik) erkennbar mehr.

    Negative Aspekte:
    Altbackene Grafik; auf Dauer etwas eintönig.

    Positive Aspekte:
    Sehr realistisch; temporeiche Action mit taktischem Anspruch.

    Infos zur Spielzeit:
    BigJim hat sich 20-100 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Day of Defeat

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: BigJim
    0.0
    Multiplayer
    9.0
    Grafik
    7/10
    Steuerung
    8/10
    Sound
    8/10
    Gameplay
    8/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Day of Defeat
    Day of Defeat
    Developer
    Valve Software
    Release
    10.11.2005

    Aktuelle Action-Spiele Releases

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1010955
Day of Defeat
Day of Defeat: Zwischen Hausruinen und Bombenkratern - Leser-Test von BigJim
http://www.gamezone.de/Day-of-Defeat-Spiel-20956/Lesertests/Day-of-Defeat-Zwischen-Hausruinen-und-Bombenkratern-Leser-Test-von-BigJim-1010955/
03.12.2011
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2003/04/Charlie.jpg
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