Dead Cells: Das 2D-Roguevania im Early-Access-Check
Special
Dead Cells im Early-Access-Check: Ein Schleimklumpen auf Abwegen. Das Entwickler- und Publisher-Team Motion Twin entführt euch mit seinem Roguevania-Projekt Dead Cells in die schaurigsten Winkel einer Gefangeneninsel. Dead Cells könnt ihr bereits jetzt in der Early-Access-Phase auf Steam für euren PC erwerben.
Videospiele lassen uns in die verschiedensten Rollen schlüpfen: Todesmutige Assassinen, kartfahrende Pilzköpfe oder quietschbunte Legofiguren. Denken wir aber, wir hätten in dieser Hinsicht schon alles gesehen, dann irren wir uns gewaltig! In Dead Cells sind wir ein grüner Batzen, der sich aus mehreren Schleimzellen zusammensetzt und in den Körper eines toten Kriegers kriecht. Als auf diese Weise zum Leben erweckter Soldat müssen wir uns im ersten Level durch einen Kerker mit zahlreichen Gefängniszellen schlagen. Danach geht es weiter durch dunkle Schlossgänge und faulige Abwasserkanäle, in denen ein Monster nach dem anderen lauert. Die Ausgangssituation des namenlosen Helden und die düstere Atmosphäre der Welt erinnern an Dark Souls.
Dead Cells im Early-Access-Test: Ein neues Genre
In Dead Cells verläuft Vieles so, wie wir es von klassischen Rogue-likes - als Beispiel wäre da Spelunky zu nennen - gewohnt sind. Die Entwickler bei Motion Twin bezeichnen ihr Werk als Roguevania - eine Art nostalgisch angehauchten Metroidvania-Plattformer mit sowohl Roguelike- als auch Roguelite-Charakter. Aus einer seitlichen Perspektive, die entsprechend an frühe Castlevania-Spiele aus den 1980ern erinnert, erkunden wir ein äußerst abwechslungsreiches Fantasy-Setting. Die zufallsgenerierten Levels schicken uns von Burgzinnen bis in Abwasserkanäle auf die Jagd nach Geheimnissen sowie Beute und lassen uns in Echtzeitkämpfen gegen zahlreiche Gegner von menschlichen Banditen bis zu gehörnten Dämonen oder Giftpilzen antreten. Dabei verdienen wir Gold, finden neue Waffen und erlernen Fähigkeiten. Wenn wir sterben, ist das meiste davon futsch - aber nicht alles. Ein mystisches Wesen namens Collector verwaltet zwischen den Levels unseren Fortschritt, ermöglicht Waffen-Upgrades und das Aufleveln unseres Schleimritters.
Quelle: Motion Twin
Eine der zahlreichen Nahkampfwaffen: The Twin Daggers.
Die Qual der Wahl
Schon im ersten Level müssen wir uns entscheiden, auf welche Weise wir den Gegnern die Stirn bieten wollen. Zu Beginn unserer Mission sind wir lediglich in Besitz eines rostigen Schwertes, weitere Gegenstände müssen wir im Laufe des Spiels erst einsammeln oder kaufen. Dabei ist die Zahl der Waffen, die wir mit uns führen dürfen, beschränkt: Zum Kämpfen stehen uns zwei Inventarplätze zur Verfügung, die wir mit einer Erst- und einer Zweitwaffe belegen. Unserem individuellen Kampfstil entsprechend besetzen wir diese Slots je nach Geschmack mit Offensiv- oder
Quelle: Motion Twin
Nützliche Gegenstände lassen sich überall in den Levels finden.
Defensivwaffen. Dazu finden wir in jedem Level unterschiedlichste Kampfgeräte - sowohl klassische Prügelwerkzeuge wie Wurfmesser, als auch magische Waffen, wie Eisbögen. Zwei weitere Slots stehen uns für Bomben und Granaten jeglicher Art zur Verfügung. Diese sind oft wahre Retter in der Not, wenn die Lage aussichtslos scheint. Während wir gut damit beraten sind, einige Monster aus sicherer Entfernung anzugreifen, müssen wir andere im Nahkampf bezwingen. Außerdem können wir durch Springen, Ducken und Rollen so mancher feindlichen Attacke ausweichen. Verletzt uns ein Gegner, so gibt es Punktabzug auf unserem Energiebalken. In höheren Levels kann unser Krieger auch von Feinden vergiftet und von Objekten in der Umgebung, wie zum Beispiel Stachelzäunen, verwundet werden. Wo aber findet man neue Ausrüstung, um sich gegen seine Widersacher zu wappnen? Immer da, wo man nicht so leicht hingelangt! Manche Türen werden von garstigen Gegnern belagert, die nur darauf warten, euch ins Jenseits zu befördern. Oft könnt ihr Waffen nach dem Besiegen der Biester aber auch einfach erbeuten. Schatztruhen bitten euch kläglich um Schläge und spucken dann bereitwillig wertvolle Items aus.
Farbenfroh aber gefährlich
Mit jedem Dungeon erwarten uns aber nicht nur neue Gegenstände, sondern auch neue Kontrahenten - glücklicherweise sind die aber farblich so auffällig, dass wir sie in jedem noch so dunklen Schacht gut erkennen können. Wir kennen es bereits aus der Tierwelt: Am giftigsten ist oft, wer in den kräftigsten Farben schillert. Dies ist in Dead Cells nicht anders. Die bunten Gegner greifen uns aus allen Richtungen auf verschiedenste Art und Weise an. Mal werden wir von den Pfeilen eines Bogenschützen gejagt, und mal verschlingt uns ein giftiger Wurm - spuckt er uns dann doch wieder aus, so werden wir zu allem Übel auch noch mit explodierenden Eiern malträtiert. Eines ist jedoch klar: Beim Gestalten der unzähligen Biester haben sich die Entwickler in Sachen Kreativität nicht zurückgehalten. Dabei ließen sie es sich auch nicht nehmen, das ein oder andere Späßchen in ihr Roguevania einzubauen, die uns ein unerwartetes Schmunzeln ins Gesicht zauberten - die wir hier jedoch nicht vorwegnehmen wollen. Nur so viel: Wer die Augen offen hält, entdeckt so manche versteckten Gags und Gimmicks.
Quelle: Motion Twin
In den Abwasserkanälen der Insel kann man sich leicht Vergiftungen zuziehen.
Jede Menge Hürden
Neben vielen Gegnern gibt es auch weitere Hürden: Barrieren mit Zeitfenster und solche, die sich lediglich mit einer Bezahlung öffnen lassen. Die dafür benötigten Münzen lassen sich an allen erdenklichen Orten auflesen. Damit wir im Spiel nicht die Übersicht verlieren, befindet sich am rechten unteren Bildschirmrand eine Minimap. Diese ist jederzeit aufrufbar und zeigt an, welche Bereiche wir bereits besucht haben und welche nicht. Hier werden auch alle nicht eingesammelten Gegenstände angezeigt. Ein wichtiges Spielelement, das uns viel Laufarbeit erspart, sind Teleporter. Über jedes Level verteilt bringen sie uns an andere Stellen und ersparen uns somit das Zurücklegen langer Wege. Außerdem bieten uns kleine, versteckte Marktplätze allerhand Nützliches für unsere riskante Mission. Dort kaufen wir neben Waffen auch verschiedene Edelsteinamulette, die uns schützen. Gesammelte Gegenstände oder Waffen lassen sich dort jedoch nicht verkaufen.
Geheimnisvolle Runen
So vielfältig unsere Waffen sind, so abwechslungsreich sind auch die Gegner, die wir damit bezwingen müssen. Und auch wenn beim Erklimmen
Quelle: Motion Twin
Um spezielle Fähigkeiten zu erlernen, müssen wir uns Runen hart erkämpfen.
vertrackter Plattformen Kalkül und Feingefühl gefordert sind, verlangt uns ein plötzlich auftretendes Rudel von Gegnern genau das Gegenteil ab: Kommen wir an einem magischen Stein vorbei, beschwört dieser sofort eine kampflustige Horde von Elite-Gegnern aus dem Boden herauf. Gelingt uns in solchen Kämpfen der Sieg, so erhalten wir besondere Runen. Mit diesen erlernen wir essentiell wichtige Fähigkeiten. Diese Skills ermöglichen unserem Kämpfer, Objekte in den Dungeons zu seinem Vorteil zu nutzen. So kann er beispielsweise erlernen, an Schlingpflanzen emporzuklettern. Diese bringe uns an Orte, die wir zuvor nicht besuchen konnten. In den Levels finden wir aber auch viele weitere Runen, die kaum sichtbar in die dunklen Wände gemeißelt sind. Entdecken wir einen Stein mit dem geheimnisvollen Symbol, so können wir diesen herausschlagen und dafür Münzen erhalten. Auch im Boden sind hin und wieder Runen versteckt. Diese können wir herausziehen, um uns über ein Portal Zutritt zu geheimen Gebieten zu verschaffen.
Tauschen und berauschen
Nicht nur Runen belohnen uns für wachsame Augen und kämpferisches Geschick: Haben wir einen Kampf gegen eines der zahlreichen Biester gewonnen, erhalten wir neben Gegenständen und Münzen auch neue Zellen. Nach jedem gemeisterten Level - und wirklich nur dann - dürfen wir
Quelle: Motion Twin
Gesammelte Zellen können wir in Items unserer Wahl investieren, um deren Nutzen oder Schadenspotenzial zu steigern.
unsere aufgelesenen Gegenstände und Zellen zum Collector bringen. Dieses mystische Wesen wartet in allen Durchgängen, die zwei Levels miteinander verbinden. Der Collector hilft unserem Soldat dabei, die erbeuteten Zellen in die Steigerung seiner Leistung zu investieren. Zukünftig kann so beispielsweise ein Blutschwert mehr Schaden anrichten, oder unser Krieger darf nach dem Tod wenigstens ein paar lausige Münzen behalten. Gesammelte Entwürfe auf Papierrollen ermöglichen uns das Freischalten neuer Items, die wir vorher noch nicht benutzen konnten. Anschließend gelangen wir im Verbindungsgang zu einem großen Rundkolben, von dem wir uns Heiltrank für die Stärkung auf unserer Weiterreise abfüllen dürfen.
Neue Herausforderungen
Während der bereits weit fortgeschrittene aktuelle Stand von Dead Cells von jedem gespielt werden darf, der das nötige Kleingeld dafür übrig hat, arbeiten die Entwickler fleißig weiter. Motion Twin schätzt die Dauer der Early-Access-Phase auf etwa acht bis zwölf Monate. Das klingt erst einmal länger als wir es von Testphasen anderer Spiele dieses Genres gewohnt sind. "Wir werden versuchen, den Spielinhalt zu verdoppeln", erklären die Entwickler mit Sitz im französischen Bordeaux. Die Kerkertüren der Insel stehen also offen für noch mehr Biester, Waffen und Geheimnisse. Derzeit könnt ihr Dead Cells für 16,99€auf Steam erwerben. Zugegeben - ein Schnäppchen ist das Roguevania somit nicht. Dennoch bietet es, gemessen an der Anzahl der Level und Gegner, schon in der Testphase eine enorme Vielfalt. Erwähnenswert: Beim Testen sind mir keine Bugs aufgefallen.
