Ohne Frage, Deadly Premonition ist eines der meistdiskutierten Survival-Horror-Spiele der letzten Jahre, bis heute ist sich die Spielgemeinde nicht einig ob der Horror-Streifen eine ernstzunehmende Produktion ist oder ein minderwertiges Stück Software dessen Technik selbst vor 10 Jahren schon veraltet wäre. Für uns Grund genug uns den Titel einmal näher anzusehen.
2010 erschien Deadly Premonition bereits für die Xbox 360, auch PlayStation 3-User kamen in den Genuss des kontroversen Spieles, welches im asiatischen Raum unter dem Namen Red Seeds Profile veröffentlicht wurde. Da letztgenannte Version allerdings nur in Japan und Hong Kong erschien und die Import-Fassung bis heute sehr teuer ist, gab es kaum westliche Spieler die sich das Spiel importierten. Nicht nur deswegen entschied man sich bei Rising Star Games eine europäische Fassung zu veröffentlichen mit dem Beinamen "The Directors Cut" die mit verbesserter Technik aufwarten soll. Haben wir es nun mit einem ernstzunehmenden Genre-Vertreter zu tun oder bekommen wir einen billigen Silent Hill-Abklatsch?
Quelle: Rising Star Games
Deadly Premonition im PS3 Director's Cut (7)
Zu Beginn des Abenteuers kommt eine merkwürdige Zwischensequenz zu Augen aus welcher anfangs noch nicht klar ist um was es da denn eigentlich geht. Recht schnell aber schlüpft man in die Rolle des FBI-Agenten Francis "York" Morgan welchen man auch im weiteren Spielverlauf steuern wird. Genannte Person ist Raucher, führt Selbstgespräche mit einem Freund namens "Zach" und wirkt zunächst sehr unsympathisch. Klingt seltsam, passt aber sehr zum kuriosen Videospielwerk um Hidetaka Suehiro (Access Games). Das eigentliche Spiel beginnt mit einer Autofahrt welche in einem Unfall endet da eine seltsame, rote Gestalt auf einmal auf der Straße steht. Da das Fahrzeug hinüber ist macht sich York zu Fuß auf den Weg durch die Nacht. Schnell macht man Bekanntschaft mit der etwas hakeligen Steuerung und bekommt erste Kostproben der Umgebungsgrafik. Dass es sich bei Deadly Premonition um ein Survival-Horror-Spiel handelt erfährt man so gleich als die ersten zombieartigen Kreaturen antrifft die teilweise ihren kompletten Körper verdrehen und sehr seltsame Geräusche von sich geben.
Quelle: Rising Star Games
Deadly Premonition im PS3 Director's Cut (1)
Genannte Zombies werden mit Hilfe von Schusswaffen oder Gegenständen eliminiert. Letzte nutzen mit regelmäßiger Verwendung merklich ab. Hat man die ersten Gegnerwellen eliminiert und wieder zurück auf Straße gefunden, so macht man gleich Bekanntschaft mit Sheriff George Woodman mit dem es gleich zu einer verbalen Auseinandersetzung kommt. Dass beide genannte Personen Weihnachten wohl nicht zusammenfeiern wird einem auch im weiteren, frühen Spielverlauf klar. Dennoch ist der kauzige Sheriff dem FBI-Agenten untergeordnet und besorgt ihm sogleich eine Unterkunft in Form eines Hotels in welchem jedoch seit längerer Zeit keine Person eingecheckt hat. Dies liegt daran dass das Städtchen Greenvale demografisch auf dem absteigenden Ast ist; von einst 5000 Einwohnern sind gerade mal ein Zehntel verblieben, darüber hinaus wurde das Kleinstädchen von einem Mord überschattet aufgrund welchem York auch ermitteln soll. Genannter Mord an einer jungen Frau ist auch der Hauptangelpunkt von Deadly Premonition. Im Verlaufe der Story bringt man immer mehr über den mysteriösen Mord in Erfahrung und erfährt auch Details über York selbst und seinen imaginären Freund Zach. Oft ist einem dabei aber nicht klar ob Zach die Person selbst anspricht oder den Spieler hinter dem Bildschirm.
Quelle: Rising Star Games
Deadly Premonition im PS3 Director's Cut (3)
Greenvale selbst ist dabei frei begehbar, Deadly Premonition ist eines der ersten Survival-Horror-Spiele mit einem Open-World-Szenario. Am besten bewegt man sich natürlich in Fahrzeugen der örtlichen Polizei fort, gerade bei den Erkundungen durch die mysteriöse Spielwelt wird einem klar dass Deadly Premonition eigentlich für die erste Xbox entwickelt wurde; matschige Texturen, mäßige Umgebungsgrafiken und eine desaströse Framerate sorgen schon zu Beginn für Kopfschütteln. Massive Ruckler beim Laden sind in so manchen Kämpfen gegen die Zombies ein störender Faktor welche allem voran durch die ungenaue Steuerung beeinträchtigt werden. Hauptproblem bei der Steuerung ist die teilweise seltsame Kameraeinstellung die oft einfach an der falschen Stelle platziert ist. Einziger Wehrmutstropfen ist dass die Zwischensequenzen verbessert wurden; die Charaktere selbst sehen einigermaßen gut aus und sorgen bei den doch häufigen Zwischensequenzen für einen ordentlichen Eindruck der ansonsten doch grafischen Tristesse die wohl seit Jahren unerreicht bleibt. Soundtechnisch sieht es etwas besser aus, dennoch wiederholen sich die Geräusche der Zombies permanent und die Effekte selbst sind auch nur mittelmäßig und auch die Hintergrundmusik in sämtlichen Dialogen wirkt aufgesetzt und unangepasst. Die Titelmusik von Deadly Premonition weiß hingegen zu gefallen.
Quelle: Rising Star Games
Deadly Premonition im PS3 Director's Cut (2)
In Sachen Gameplay muss man auch so einiges an Abstrichen in Kauf nehmen. Löblicherweise hat man nun die PlayStation Move-Bewegungsteuerung eingebaut welche optional verwendet werden kann. Problem hier ist dass man nur zielen kann und die Kamera manövriert, nettes Feature, aber der schlechte Gesamteindruck der fummeligen Bedienung bleibt dennoch. Hauptproblem dürfte die Tatsache sein dass man nicht zugleich laufen und schießen kann, absolut unverständlich dass man die Steuerung derartig schlecht umgesetzt hat. Negativer Höhepunkt dürfte dabei die Fahrzeugphysik sein; die Dienstwagen haben gefühlt die Beweglichkeit eines Braunkohlebaggers und lassen sich kaum vernünftig um Kurven manövrieren. Auch die Motorensounds klingen fürchterlich. Aber man hat Liebe zum Detail an den Tag gelegt; an Regentagen muss man selbst den Scheibenwischer aktivieren und je nach Tageszeit kann man diversen Nebentätigkeiten abseits des eigentlichen Spielgeschehens nachgehen. Man kann die Ermittlungen also auch ab und an mal ruhen lassen und Greenvale erkunden. Das ist auch nötig, denn damit man nicht müde in die Ermittlungen geht, sollte man regelmäßig Nahrung zu sich nehmen und genug Schlaf bekommen, selbst die Körperhygiene sollte nicht gänzlich außen vor gelassen werden.
