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  • Defenders of Oasis: Eine Fata Morgana. - Leser-Test von ...Azel

    Defenders of Oasis: Eine Fata Morgana. - Leser-Test von ...Azel Wenn wir einmal ganz ehrlich sind, spielen doch die meisten Rollenspiele in einer recht klassischen, schönen und vor allem friedlichen Fantasy-Welt. Die allerdings bedroht wird von einem unheimlich bösen Imperium, einem wahnsinnigen Individuum, dem ultimativen Bösen in Person, einer 15 Meter großen Riesenkartoffel oder gar einer Armee aufgedrehter tsungarischer Zwerghamster, die alle eines von drei Zielen verfolgen. Sie wollen die Welt a) vernichten, b) beherrschen oder c) in einen Longdrink mit Namen "Sex on the Beach" verwandeln. Während ein derartiges Setting wirklich nicht zwingend schlecht ist und gerade Einsteiger es ob seiner Einfachheit sehr zu schätzen wissen, wird es doch spätestens nach dem 25ten Rollenspiel mit einem derartigen Setting ausgesprochen eintönig und LANGWEILIG. Zum Glück gibt es immer mal wieder ein Rollenspiel, das eben genau diese klassische Storyline durchbricht, indem die Charaktere wesentlich mehr im Vordergrund stehen als das eigentliche Setting (z. B. Grandia), ein tiefsinniges und zum Nachdenken anregendes Setting gewählt wurde (z. B. Final Fantasy VII oder Valkyrie Profile) oder schlicht ein vollkommen ungewöhnliches und seltenes Szenario das Spiel bestimmt. Ein gutes Beispiel für diese dritte Option ist das Super Famicom-Spiel Arabian Nights, das im Orient oder vielmehr in 1001 Nacht spielt und dadurch einen großen Originalitätsbonus hat. Und man kann es kaum glauben, aber ja, auf Sega's altem Handheld GameGear gibt es ein Rollenspiel, das einen ähnlichen Ansatz verfolgt und von dem ich heute erzählen möchte.
    Es war einmal in 1001 Nacht...

    ... ein stetiger Krieg zwischen Licht und Dunkelheit tobte und die Menschen fürchteten den Magier der Finsternis, Ahriman. Schließlich konnte ein Krieger namens Jamseed den schrecklichen Ahriman bezwingen und mit drei vom Magier des Lichtes hergestellten Ringen versiegeln. Doch Ahriman gab nicht auf, sondern schickte seinen Untertan, den Schlangekönig Zahhark, in die Welt und dieser konnte zwar Jamseed töten, sich aber nicht der Ringe bemächtigen. Die Welt erlebte ein Zeitalter der Finsternis. Nach 1000 Jahren erschien ein weiterer vom Magier des Lichts auserwählter Krieger und tötete Zahhark im Zweikampf. Dieses Ereignis liegt so weit in der Vergangenheit, dass es langsam aus der Erinnerung der Menschen verschwindet.. .. und nun ist ein geheimnisvolles Imperium entstanden, das nach der Weltherrschaft strebt... Oder vielleicht sogar nach mehr?
    ... wie diese kleine Einleitung andeutet, ist es mit der Außergewöhnlichkeit der Geschichte von Defenders of Oasis nicht sonderlich weit her. Was man spätestens nach fünf Minuten feststellen wird, wenn man das erste Mal eine PRINZESSIN RETTEN muss. Ohne allzuviel von der Geschichte vorwegzunehmen, dieses ist nicht der einzige klischeehafte Teil in ihr. Wenn man es ganz gemein formulieren wollte, könnte man sagen, dass sie eine ganz normale Fantasy-Storyline genommen haben und sie in ein orientalisches Setting verpackt haben. Leider funktioniert dieser Trick nicht besonders gut, weil das in diesem Fall kein Wolf im Schafspelz ist, sondern bestenfalls ein Chihuahua. Aber geben wir dem Spiel noch eine Chance.
    Der Spieler übernimmt die Kontrolle über "Prince", den Prinzen von Shanadar, eines Königreiches, das der legendäre Jamseed vor seinem Tod gründete. Somit ist er sehr wahrscheinlich ein direkter Nachfahre von Jamseed und dies zeigt sich vor allem darin, dass er ein furchtloser und konkurrenzlos starker Kämpfer ist. Schnell wird er eine Magische Lampe finden, in der er einen (wer hätte das gedacht? ) Genie [Ich werde in diesem Text das englische Wort anstelle des deutschen "Dschinnie" verwenden. ] entdeckt, der das zweite Mitglied der Party wird und der einzige Charakter der Party ist, der Magie anwenden kann, dafür aber keinerlei Ausrüstung anlegen kann und nur durch spezielle, gefundene Items seine Fähigkeiten verbessern kann. Auch sind die Zaubersprüche nur auf Wandinschriften zu finden, die über alle Dungeons verteilt sind... Bald darauf schließt sich auch noch ein Seefahrer/Möchtegern-Seefahrer an, der zwar unheimlich flink ist, aber eine derart schwache Attacke hat, dass er bis kurz vor Ende des Spieles vor allem als Kanonenfutter und Heilitem-Anwender herhalten wird. Das vierte und finale Mitglied der Party ist ein berüchtigter Dieb, der nahezu so stark ist wie Prince und noch eine außerordentliche praktische, wenn auch verbugte Spezialattacke hat. Dazu später mehr.
    Das Spiel ist in insgesamt fünf Kapitel und jeweils eine größere Landschaft bestehend aus einer Stadt, einer outdoor area und einem Dungeon aufgeteilt. Während die ersten drei Kapitel noch eine recht vernünftige Länge haben und einer logischen Aufteilung folgen, scheinen die letzten zwei Kapitel recht willkürlich ausgewählt und eingeteilt worden zu sein. Aber gut, das ist annehmbar in einem Spiel von 1992. Der größte problematische Faktor beim Punkt Geschichte/Charakterdesign ist allerdings wirklich die verwendete, fast vollkommen Fantasy-Klischees entsprechende Geschichte. Wenn man dieses Spiel spielt und einem die Geschichte nicht extrem bekannt vorkommen wird, hat man entweder noch kein klassisches Fantasy-Rollenspiel gespielt oder achtet nicht sonderlich auf Story-Aspekte. Das zweite größere Problem ist das Charakterdesign. Während Prince der typische Abziehbild-"Ich bin ja soo gut"-Held ist, haben die drei anderen Charaktere im Spiel insgesamt vielleicht je zehn Zeilen Text. Das ist nichts anderes als lachhaft.

  • Defenders of Oasis
    Defenders of Oasis
    Publisher
    Sega
    Developer
    Sega
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Defenders of Oasis
Defenders of Oasis: Eine Fata Morgana. - Leser-Test von ...Azel
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27.12.2003
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