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  • Der Goldene Kompass im Gamezone-Test

    Nicht alles ist Gold, was glänzt. Sega liefert leider eine eher schwache Umsetzung des diesjährigen Weihnachtfilms.

    Nach "Herr der Ringe" und "Narnia" folgt in diesem Jahr mit "Der Goldene Kompass" das nächste Fantasy-Epos, dass sich bildgewaltig auf den Leinwänden unserer Kinos breit macht. Unter der Regie von Chris Weitzs entstand eine aufwendige Inszenierung, die nicht nur mit atemberaubender Computertechnik begeistern kann, auch die Schauspielerriege mit unter anderem Nicole Kidman und Daniel "007" Craig ist durchaus erhaben. Leser des Originalromans von Philip Pullman werden wohl wieder geteilter Meinung sein, was die Kritik bezüglich des Filmes betrifft. Wie üblich hält man sich nicht konsequent an die schriftliche Vorlage. Wir dagegen tauchten nun in die spielerische Umsetzung ein, die uns Sega bescherte. Ob wir euch diesen Titel empfehlen können, oder doch wieder nur die Lizenz den Geldbeutel lockt, erfahrt ihr in unserem Review.

    Der Goldene Kompass Der Goldene Kompass Die Hintergrundgeschichte basiert wie beim Film auf der Romanvorlage von Philip Pullman. Man taucht in eine Welt ein, die unserer sehr ähnlich ist. Auf dem ersten Blick vermag der Betrachter kaum Unterschiede festzustellen, doch schnell offenbaren sich einige Besonderheiten. Jeder Mensch, aber auch jedes andere menschenähnliche Wesen wie zum Beispiel eine Hexe, ist an einen lebendigen Dæmon gebunden. Dabei ist zu beachten, dass hierbei keine Höllenkreatur oder Ausgeburt Satans gemeint ist. Daher wird der Begriff auch wie Daimon und nicht wie Dämon ausgesprochen. Ein Dæmon ist ein Tier, welches die Seele des Menschen verkörpert und somit das Wesen der Person offenbart. Matrosen haben als Dæmon häufig eine Möwe oder einen Fisch, habgierige Naturen werden zum Beispiel mit einem spitzbübischen Äffchen gesegnet.

    Die Suche nach dem Staub

    Der Goldene Kompass Der Goldene Kompass In der Geschichte dreht sich alles um die aufgeweckte und stets freche Göre Lyra Belacqua, die ihre Kindheit am Jodan Collage in Oxford verbracht hat. Ihr Dæmon Pantalaimon ist ein flinkes und wissbegieriges Kerlchen, welches aber die Gefahr häufig im Voraus riecht. Aber auch Pan konnte Lyra nicht vor ihrem Schicksal bewahren, welches sie vom trauten Heim in die kalten Schneewüsten des Nordens führen wird. Seit geraumer Zeit verschwinden immer mehr Kinder und werden nie wieder gesehen. Keiner weiß, wohin die Entführer - unter dem allgemeinen Volk als die Gobbler bekannt - ihre geliebten Jünglinge hinbringen und was mit ihnen geschieht. Lyra wird unvermittelt in den Verlauf hinein gezogen. Das Magisterium versucht mittels grober Versuche hinter das Geheimnis von "Staub" zu kommen und opfert unschuldige Kinderseelen, während ihr angeblicher Onkel Lord Asriel die Brücke in eine Parallelwelt finden möchte.

    Der Goldene Kompass Der Goldene Kompass Stets beteuerte der Schriftsteller, dass er ein Gegenwerk zum christlich angehauchten "Narnia" erschaffen wollte. Das Buch ist daher hin und wieder sehr düster gehalten und regt einen erwachsenen Leser zum Nachdenken an. Stellenweise kommt dieser Inhalt auf der Leinwand herüber, der Vorlage wird man aber dennoch nicht gerecht. Auch das Spiel kann die Gedankengänge von Philip Pullman nur schwerlich wiedergeben. Erfreulicherweise halten sich die Entwickler aber an das Original und versuchen zahlreiche Dinge der schriftlichen Vorlage im Verlaufe des Abenteuers unterzubringen, die im Film ausgelassen wurden. Für Kenner und Liebhaber bedeutet dies, dass man nicht nur zusätzliche Informationen bekommt und einige verwirrende filmische Änderungen des Handlungsstrangs wieder rückgängig gemacht hat, sondern vor allem auch vom fiesen Cliffhanger der Leinwandadaption verschont wird. Zahlreiche Videosequenzen aus dem Film begleiten das Spiel, wobei zum Schluss sogar Szenen zu sehen sind, die im Kino zu Gunsten einer Fortsetzung ausbleiben! Für Fans sicherlich ein Schmankerl am Rande.

    Entdeckertour über Dächer und Kisten hinweg

    Der Goldene Kompass Der Goldene Kompass Das Spiel bietet uns also genügend inhaltlichen Stoff, der aber leider spielerisch etwas lau zusammengeschustert wurde. Grundsätzlich teilt sich das Gameplay in zwei Bereiche auf. Zum einen durchpflügt die kleine Lyra auf dem Rücken des mächtigen Panserbjørne (Eisbär) Iorek Byrnison die Schneewüste des hohen Nordens, zum anderen ist sie oft auch auf sich alleine gestellt und muss zu Fuß die Gegenden des Jordan Collage, London oder Bolvangar erkunden. Der konträre Fußmarsch beinhaltet aber den eher mühseligen und trägeren Part, wo keinerlei Feinde mit Ohrfeigen gestraft werden und die Action viel zu kurz kommt. Dafür wird ein offenes Auge benötigt, damit ihr mit der aufgeweckten und meist munteren Lyra nicht in den teilweise stark verwinkelten Gassen verloren geht. Zahlreiche Objekte laden zur Erkundung ein, oder dienen dem Klettertrieb. Über Kisten hinweg und schwingend an den Balken, gelangt man an normalerweise unerreichbare Orte und findet dadurch nicht nur das eine oder andere Sammelextra, sondern auch einen versteckten Eingang.

    Der Goldene Kompass Der Goldene Kompass Den Kletterpartien sehr dienlich ist Lyras Dæmon Pantalaimon, der sich auf Knopfdruck in verschiedene Tiere verwandeln kann - der Vorteil eines Kindes, dessen Dæmon noch nicht die endgültige Form angenommen hat. Als Faultier mit langen Armen schwingt sich das zierliche Mädchen mitsamt Pan von einer Stange zum nächsten Balken. In der Gestalt des Adlers wiederum kann man fliegend größere Entfernungen zurücklegen und dadurch Abgründe überwinden. An vielen rauen Wände, Netzen oder Tüchern kann man wiederum als Wildkatze empor kraxeln und damit hoch gelegene Plattformen erreichen. Ebenfalls sehr hilfreich ist die Hermelinperspektive - einem steuerbaren Fadenkreuz. Dadurch kann Pantalaimon die meisten Gegenstände und Objekte genauer untersuchen. Hinweise auf dem Bildschirm zeigen auf, um was es sich handelt und ob Lyra damit interagieren kann. Ein blau-grüner Schimmer weist euch zum Beispiel den Weg, damit ein Level beendet und die Story weitergeführt wird.

    Auflockerung durch Minispiele?

    Der Goldene Kompass Der Goldene Kompass Häufig finden sich durch die Hermelinperspektive auch Deutungen einiger Objekte. Ein Schwert bedeutet zum Beispiel Stärke, der Greif steht für den Schutz, die Wachsamkeit und Courage, während der Apfel bekannt durch die Schöpfungsgeschichte die Sünde verkörpert. 36 solcher Bild-Objekte gibt es, die sich alle auf dem so genannten Alethiometer, auch bekannt als der Goldene Kompass, befinden. Dieses seltene und sehr komplexe Instrument verrät seinem Nutzer auf alle Fragen eine passende Antwort. Lyra bekommt das Alethiometer am Jordan Collage und erlernt im Laufe des Abenteuers die Wissenschaft, das Instrument nutzen und die Antworten deuten zu können. Immer wieder müsst ihr dem Kompass fragen stellen und in einer Art Minispiel die Antwort finden. Insgesamt ist der Titel ja eher für Kinder ausgelegt, die Eingabe der Fragen übersteigt aber nicht selten auch den Horizont eines Erwachsenen. Solange man die Deutungen nicht weiß und in dem Fall die Bilder einem Begriff blindlings selber zuordnen muss, werden die Nerven dank zahlreicher Fehleingaben übermäßig strapaziert. Die Suche nach den Objekten der Deutungen ist ebenfalls sehr mühselig und ärgerlich, da die Gegenstände häufig nicht offensichtlich sind und man daher daran vorbei spaziert. Vor allem für die Xbox 360 Spieler ärgerlich, da sie für Achievements die Level dann wiederholen müssen.

  • Der Goldene Kompass
    Der Goldene Kompass
    Developer
    Shiny Entertainment
    Release
    30.11.2007

    Aktuelles zu Der Goldene Kompass

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Der Goldene Kompass
Der Goldene Kompass im Gamezone-Test
Nicht alles ist Gold, was glänzt. Sega liefert leider eine eher schwache Umsetzung des diesjährigen Weihnachtfilms.
http://www.gamezone.de/Der-Goldene-Kompass-Spiel-21204/Tests/Der-Goldene-Kompass-im-Gamezone-Test-991618/
20.12.2007
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2007/12/screen1_large_26__120531150052.jpg
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