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  • Deus Ex 2: Invisible War im Gamezone-Test

    Der zweite Teil von Deus Ex überzeugt durch seine enorme Handlungsfreiheit und eine packende Story.

    Novus Ordo Seclorum

    In "Deus Ex: Invisible War" schlüpft Ihr in die Rolle von Alex D., einem ganz besonders geförderten Studenten der Tarsus Academy. Euch wird die Ehre zuteil in einem speziellen Forschungszentrum namens "Security Operations Residency" an einer Eliteausbildung teilzunehmen um dort neben einer besonders intensiven körperlichen und geistigen Ausbildung auch noch die neuesten Bioimplantate verpasst zu bekommen. Allerdings wird schon bald die Idylle Eures Studentenlebens durch einen schrecklichen terroristischen Angriff auf Chicago getrübt, welcher die gesamte Stadt und fast alle Bewohner vernichtet. Alex macht sich kurz darauf auf den Weg um die Hintergründe dafür zu erkunden und bereist während seiner spannenden Aufträge die ganze Welt von Seattle über Kairo bis ins deutsche Trier. Die Welt von Deus Ex ist voll mit düsteren Verschwörungstheorien über die Illuminati, fanatischen und gewaltbereiten religiösen Führern, einem Netz aus komplexen politischen Strukturen deren Ziele nicht immer ganz klar sind und der neuartigen aber beängstigenden Bedrohung durch rücksichtslose Terroristen. Hört sich gar nicht mal so futuristisch an, oder? Für den Weg durch die sehr komplexe Story dieses Spiels können wir Euch nur diesen Tipp geben: Nichts ist so wie es scheint und Ihr werdet bis zum Schluss nicht wissen, ob Ihr nur eine willenlose Marionette in den Händen einer übermächtigen Organisation, oder doch der erhoffte Erretter der Menschheit seid.

    Wer den Vorgänger nicht gespielt haben sollte, könnte dieses Spiel fälschlicherweise als Egoshooter auslegen, doch Deus Ex 2 ist weitaus mehr als nur simples Geballere. Es ist vielmehr ein Rollenspiel als ein Shooter, die zahlreichen Haupt- und Nebenquests glänzen vor allem durch ihre enorme spielerische Freiheit: Für fast jede Aufgabe gibt es mehr als einen Lösungsweg und keiner davon ist wirklich falsch oder richtig. Ihr werdet ständig vor die Wahl gestellt ob Ihr das nächste Ziel auf die direkte und mit Gewaltanwendung verbundene Weise lösen oder eben lieber den Weg durch die sprichwörtliche Hintertür nehmen wollt. So könnt Ihr zum Beispiel an einer Wachposten vorbeikommen indem Ihr erst mal freundlich mit Ihm sprecht und überredet oder Ihn einfach ohne zu Fragen über den Haufen ballert. Alternativ bleibt Euch aber auch noch die Möglichkeit im Stil von "Splinter Cell" am Wachposten vorbeizuschleichen oder den völlig sicheren Weg durch die Lüftungsschächte eines benachbarten Gebäudes zu nehmen. Oftmals bekommt Ihr auch gleich mehrere Aufträge, welche sich gegenseitig widersprechen. Hier gilt es dann abzuwägen, welche der angebotenen Belohnungen für Euch interessanter oder lukrativer ist. Die Möglichkeiten sind wirklich erstaunlich vielfältig und genau deshalb fühlt man sich auch so enorm "frei" in der Welt von Deus Ex 2.

    In den Nebenquests ist diese große Freiheit dann leider oftmals auch ein Ärgernis: Da der Auftraggeber nicht selten an einem ganz anderen Ort herumsteht, müsst Ihr für Eure Belohung sehr lange Laufwege in Kauf nehmen. Da das Spiel an zahlreichen Stellen kleinere Ladepausen einlegt und der Spielfluss dadurch unangenehm gestört wird, überlegt man es sich eben zweimal ob der lange Marsch bis zum Auftraggeber die lächerlichen 200 Credits Belohung wirklich wert ist. Ein paar Teleporter oder ein besseres Level-Lade-System hätte das Spiel in dieser Hinsicht etwas ausgereifter wirken lassen.

    Je nach dem welche Entscheidungen Ihr auf Eurem Weg trefft, entwickelt sich auch die Story des Spiels völlig unterschiedlich und Ihr bekommt es mit anderen Missionen oder Gegnern zu tun. Ihr werdet ständig vor die Wahl gestellt Euch vollständig in den Dienst einer der verschiedenen Fraktionen zu stellen, oder doch lieber als Doppelagent oder unberechenbarer Söldner Euer Brot zu verdienen. In den weit verzweigten Arealen sind zudem auch etliche Bonuswaffen und Bonusmissionen versteckt, wer sich genügend Zeit beim Erforschen der Umgebung lässt, hat es an vielen Stellen einfacher oder eben an Ende mehr Geld in seinen Taschen. Außerdem hat Alex die Macht der Biomods, einer fragwürdigen technologischen Revolution, welche menschliche Fähigkeiten psychisch und physisch enorm verbessern kann. Im Laufe des Spiels findet Ihr immer wieder spezielle Biomod-Upgrades, welche neben gängigen Verbesserungen wie z.B. besserer Sprungkraft oder aktiver Selbstheilung auch so manches illegale Upgrade wie Roboterkontrolle oder das Hacken von Computern ermöglichen. Man entwickelt sich im Laufe des Spiels in eine selbst gewählte Richtung und wer sich zum Beispiel besonders auf das Hacken von Computern konzentriert, hat im späteren Verlauf kaum noch Probleme mit Überwachungskameras oder Wachrobotern. Wer hingegen seine physischen Fähigkeiten mit Biomods aufbessert, kann die feindlichen Roboter auch einfach über den Haufen ballern - es bleibt allein Euch überlassen welchen Weg Ihr wählt!

    In Eurem Inventar finden sich selbstverständlich auch etliche Schießprügel: Neben klassischen Pistolen oder der obligatorischen Shotgun stehen auch futuristische Waffen wie z.B. EMP-Gewehre oder Energieklingen zur Verfügung. Die Waffen können zusätzlich mit sogenannten "Weaponmods" in ihren Eigenschaften verändert werden, auf einem passenden Menübildschirm könnt Ihr die nötigen Modifikationen vornehmen. Besonders effektive und einzigartige Waffen gibt es auch: Diese sind zwar sehr gut versteckt, zahlen sich aber im späteren Spielverlauf durch enorme Schlag- und Feuerkraft aus. Weitere Gegenstände zur Aufbesserung Euerer Bioenergie und Lebenskraft finden sich ebenso im Inventar wie zahlreiche Granaten und spezielle Multitools, welche Ihr zum Knacken von Schlössern benötigt. Selbstverständlich trefft Ihr im Spiel auch auf so manchen Schwarzmarkthändler, welcher Euch für entsprechende Bezahlung ziemlich nützliche Gegenstände überlässt. So richtig schön und umfangreich wie in einem echten Rollenspiel sind diese Handel- und Ausrüstungsfeatures leider nicht ausgefallen, hier wäre noch einiges mehr drin gewesen. Die Verwaltung Eurer Besitztümer übernimmt ein praktisches Menü aus dem Ihr Zugriff auf alle wichtigen Informationen zu Waffen, Biomods und Quests habt.

    Technisch stellt Deus Ex 2 zwar nicht den erwarteten Quantensprung in Sachen Grafik dar, besticht aber durch einige interessante Details die man so noch nicht gesehen hat: So wurde das ganze Spiel mit einem schmucken Unschärfeeffekt überzogen, welcher das Spiel wesentlich realistischer aussehen lässt und jegliche Kanten komplett verschwinden lässt. Für Puristen oder Leute mit älteren Rechnern kann diese Funktion auch im Optionsmenü deaktiviert werden. Außerdem fallen bei diesem Spiel die wunderschönen und sehr realistischen Licht- und Schattenspielereien auf, selten haben brennende Tonnen so schön in einem Computerspiel ausgesehen. Die Entwickler haben sich hier einiges einfallen lassen und die Effekte an den passenden Stellen sehr effektiv eingesetzt. Die mittlerweile zum Standard avancierte "Havok-Physikengine" kommt auch bei diesem Spiel zum Einsatz und alle aufnehmbaren Gegenstände fliegen wunderschön realistisch und physikalisch korrekt durch die Gegend. Die gelegentlich ausgelösten Kettenreaktionen von umgeworfenen Kisten sind immer noch ein Augenschmaus, obwohl man mit solchen Spielereien im Vergleich zu "Max Payne 2" etwas gespart hat. Weniger schön ist allerdings die Darstellung der Gesichter einiger Darsteller und der etwas unausgereift wirkende Comiclook war nicht so ganz nach unserem Geschmack. Wenn man an dieser Stelle etwas mehr auf Realismus gesetzt hätte, wäre die Atmosphäre des Spiels noch dichter und fesselnder ausgefallen. Trotz dieser Sparmaßnahmen in Sachen Charakter- und Modeldesign ist das Spiel immer noch ein echter Hardwarefresser und selbst auf unserem starken Testrechner waren Auflösungen größer als 800x600 eine Ruckelpartie. Trotzdem solltet Ihr einen topaktuellen Rechner unter dem Tisch stehen haben, sonst ist nicht nur die Optik, sondern auch der Spielspaß etwas gebremst. Besonders stark kritisieren wollen wir diesen Hardwarehunger allerdings nicht, schließlich braucht die Branche mal endlich wieder ein paar Titel die vorhandene Hardware bis zum Limit ausreizen.

    In Sachen Sound werdet Ihr mit einem packenden Soundtrack beglückt und auch die gesprochenen Dialoge können sich wirklich hören lassen. Für die deutsche Version hat man keine Kosten und Mühen gescheut: Die deutschen Synchronstimmen von Carrie-Anne Moss und Brat Pit haben den beiden Protagonisten ihre Stimme geliehen, außerdem sind noch viele weitere bekannte Hollywood-Stimmen mit dabei, wie zum Beispiel die von Agent Smith aus "The Matrix" oder Julia Roberts. Aber nicht nur bei der Sprachausgabe hat man auf höchste Qualität geachtet, auch sonst wurde das Spiel sehr liebevoll lokalisiert um der fesselnden Atmosphäre des englischen Originals gerecht zu werden.

    Deus Ex 2: Invisible War (PC)

    Singleplayer
    8,7 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    8/10
    Sound
    8/10
    Steuerung
    8/10
    Gameplay
    9/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    extrem große spielerische Freiheit
    komplexe Story
    schöne Grafik und sehr guter Soundtrack
    viele verstecke Nebenquests
    packende Atmosphäre
    auch beim zweiten Durchgang noch spannend
    hervorragende deutsche Lokalisierung
    durchschnittliche Charakterdesigns
    lange und häufige Ladepausen
    zu kleines Inventar
    lange Laufwege für Nebenquests
    vergleichsweise kurze Spielzeit
  • Deus Ex 2: Invisible War
    Deus Ex 2: Invisible War
    Publisher
    Eidos
    Developer
    Ion Storm
    Release
    05.03.2004

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989732
Deus Ex 2: Invisible War
Deus Ex 2: Invisible War im Gamezone-Test
Der zweite Teil von Deus Ex überzeugt durch seine enorme Handlungsfreiheit und eine packende Story.
http://www.gamezone.de/Deus-Ex-2-Invisible-War-Spiel-21329/Tests/Deus-Ex-2-Invisible-War-im-Gamezone-Test-989732/
04.03.2004
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2004/03/PCG_DX2_action09.jpg
tests