Hüter des Lichts im Gamezone-Test: Fiel eher schattig aus
Die Hüter des Lichts [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Der Weihnachtsmann, der Sandmann, die Zahnfee, und der Osterhase sind wohl bei den meisten von uns mit einer Zeit des Lebens verbunden, in der wir uns noch Geschichten, Sagen und Märchen jeglicher Art mit einer aus heutiger Sicht beneidenswerten Unbekümmertheit umgeben konnten und den Gott einen lieben Mann sein ließen. Mit "Hüter des Lichts" rücken eben diese Helden vergangener Kindheitstage in einem Animationsfilm aus dem Hause Dreamworks wieder ins angestammte Rampenlicht für klein und groß. Wir unterzogen in unserem Privatkino derweil die Versoftung einer standesgemäßen Qualitätsprobe.
Gut, Böse, Standard
Die Hüter des Lichts (3) [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Die Hauptrolle gebührt wie auch schon im Film auch in der Videospiel-Umsetzung den Hütern rund um Weihnachtsmann alias Nord, Osterhase und Co. (Jack Frost ist im Spiel nicht anwählbar). Den Part des Gegenspielers übernimmt der schwarze Mann Pitch, welcher entgegen der beileibe etwas dürftigen Androhung im Kinderspiel diesmal wirklich kommt und den Kindern weglaufen auch nichts nützt – man erinnert sich bestimmt an das berühmte Kinderspiel. Mit im Gepäck hat Pitch auch gleich noch eine fette Armee aus diversen Schattenmonstern, die den Kindern nicht nur Angst machen sondern auch gleich noch dabei helfen sollen die Welt zu unterjochen. Um den, diesem Plan entgegen stehenden, Hütern eins auszuwischen, versucht Pitch mit aller Macht den Kindern den Glauben an die Figuren der Legenden zu nehmen und so die Helden selbst immens zu schwächen. Ein packender Kampf um das Wohl der Kinder entsteht...
Generisches Märchen ...
Die Hüter des Lichts (7) [Quelle: Siehe Bildergalerie]
...nicht so ganz. Das liegt zum Einen daran, dass der Titel die Geschichte viel zu schnell und zu leicht aus der Hand gibt und es sich mit vertonten Standbildern zu einfach macht. Statt also eine wirkliche Geschichte, welche für Kinder einen gewissen Erlebnisfaktor bietet, zu liefern, scheint sich die Entwicklerschmiede wenig darum zu scheren, dass ihr Endprodukt den Eindruck vermittelt lieblos dahinprogrammiertes Lizenzmachwerk zu sein. Zum Anderen ist das Gameplay auf die Dauer ebenfalls wenig überzeugend. Aus der Draufsicht-Perspektive widmen wir uns den ewig-gleichen Aufgaben. Mal muss hier ein Hüter-Portal aus feindlichen Belagerung befreit, dort ein Kind eine bestimmte Zeit beschützt oder aus einem Käfig befreit, oder einfach ein Gegnerlager zerstört werden. Kurzum hämmert ihr die ganze Zeit wie geisteskrank auf die Angriffstaste und schickt eine Gegnerhorde nach der nächsten ins Jenseits. Da helfen auch die sporadisch eingestreuten Treffen mit Pitch nicht mehr viel weiter. Ab und an stolpern wir über eine Schatzkiste, was bei entsprechender Einzeichnung von Beginn an nicht ganz verwunderlich ist, und greifen wichtige Charakterschätze ab. Die Abwechslung im Gameplay ist binnen einer halben Stunde Spielzeit dahin und durch Monotonie in jedem Aspekt des Spiels ersetzt. Mehr Fluch als Segen stellen hier also auch die insgesamt fünf übergroßen Welten in den Heimatorten der Protagonisten dar, da sie das Grauen nur unschön in die Länge ziehen. Für besiegte Feinde erhalten wir selbstredend Erfahrungspunkte sowie Kristalle in Hülle und Fülle, welche wir in die nicht besonders tiefgängige Charakterentwicklung investieren können. Die Entwicklung wird uns nur teilweise im Hinblick auf rudimentäre Elemente überlassen. Da hilft es auch nicht, dass man sich mit bis zu drei anderen Mitspielern die Aufgabe teilen kann, da hier geteiltes Leid noch immer volles Leid ist.
Bunt und nervig
Technisch reißen die Hüter des Lichts keine Bäume aus. Die Grafik ist zwar farblich stimmig und dank einigem Effektfeuerwerk zeitweise äußerst bunt, allerdings alles in allem zu durchschnittlich. Die Animationen der Hüter sind ebenfalls solide aber weitestgehend unauffällig. Negativ aufgefallen sind uns im Test die unbewegliche Kamera und eine fehlende Sprintfunktion. Äußerst nervig sind die diversen akustischen Ausgeburten der vier Protagonisten. Diese werden schon nach sehr kurzer Zeit so nervtötend, dass man am liebsten die komplette Soundanlage aus dem Fenster schmeißen möchte – Und das gilt für Erwachsene und Kinder gleichermaßen.
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