Die Siedler 7 im Gamezone-Test

Test Peter Grubmair

Mit dem siebten Teil hat es Blue Byte geschafft die bekannten Siedler-Elemente gekonnt mit Neuem zu verbinden.

Man kann es sich kaum mehr vorstellen, das erste Siedler-Spiel erschien vor über fünfzehn Jahren, genauer gesagt im Juni 1993 für den Amiga. Die PC-Version folgte dann 1994, also vor mehr als einer gefühlten Ewigkeit. Trotzdem sind die Erinnerungen an dieses Spiel noch so klar als wäre es gestern gewesen, zumindest geht es mir so. Vielleicht auch deswegen halte ich Die Siedler II noch immer für das beste, weil ursprünglichste aller je programmierten Siedler-Spiele. Nie werde ich die Fähnchen und die sich daherum stapelnden Waren vergessen, die man mit Argusaugen verfolgte um die Transportwege und somit das Wirtschaftssystem zu optimieren. Oder das "Yippie" welches der Geologe ausstieß wenn er neue Rohstoffe im Gebirge fand sowie die immergrünen Wiesen in der Welt in der es keine Nacht gab. Doch lange ist es her und wir wollen nicht in Erinnerungen schwelgen sondern uns stattdessen dem inzwischen siebten Teil der Siedler zuwenden, die inzwischen manche Entwicklung durchmachte.

Die Siedler 7 Die Siedler 7 In Die Siedler 7 kommen gleich eine ganze Reihe neuer Spielmechaniken zum Einsatz, wie die Siegpunkte, das neue Kampfsystem, die Haupt- und Nebengebäude oder die Händler und Mönche, was wir alles im folgenden Text erklären werden. Gleichzeitig jedoch fanden auch alte Errungenschaften wieder zurück ins Spiel, wie die Lagerhäuser, derer man sich bereits entledigt hatte, oder der klassische Wegebau. Gleich zu Beginn möchten wir auch darauf hinweisen, dass sich dieser Text alleinig auf die Einzelspielerkomponente des Games bezieht, da wir den Mehrspieler-Part erst bewerten wollen wenn uns das fertige Verkaufsmuster vorliegt. Ebenfalls kurz erwähnen möchten wir, dass sich auch Die Siedler 7 des inzwischen berühmt berüchtigten gewordenen Ubisoft-Kopierschutzes bedient, der eine permanente Internetverbindung während des Spielens voraussetzt sowie einen gültigen Ubi-Account.

In den zwölf Missionen der Einzelspielerkampagne dreht sich alles um die Prinzessin Zoé, in deren Rolle wir schlüpfen während sie versucht sich das auseinanderbrechende Königreich Tandrien unter den Nagel zu reißen. Die Geschichte ist auch durchaus nett inszeniert, allerdings fand ich es mitunter schon komisch als männlicher Spieler permanent mit Prinzessin angeredet zu werden. In den Zwischensequenzen ist ja klar, wer damit gemeint ist, aber während des Spiels selber kommt es schon seltsam von seinem Berater mit einem weiblichen Titel belegt zu werden. Doch das nur am Rande.

Die Siedler 7 Die Siedler 7 Worüber man als alter Siedler zuerst stolpert, ist die neue Einteilung der Häuser in Haupt- und Nebengebäude. Intervention des Ganzen war die Menüs zu entschlacken und so für mehr Übersicht zu sorgen. Das bedingt aber, dass man erst einmal verinnerlichen muss welche Nebengebäude an welche Hauptgebäude gebaut werden und warum diese zusammengehören. Erst nach einiger Zeit erschließt sich einem die Logik hinter dem System, weshalb an das Hauptgebäude "Bauernhof" zwar das Getreidesilo und die Windmühle angebaut werden können, aber nicht die Bäckerei, welche den Kreislauf zur Produktion von Brot schließen würde. Denn diese gehört an das Wohnhaus, wovon es aber auch zwei Arten gibt, ein kleines und ein "gehobenes", welches wiederum extra mit einfacher Nahrung versorgt werden möchte etc ...

Die Siedler 7 Die Siedler 7 Im Detail nämlich ist das Wirtschaftssystem wieder herrlich komplex ausgefallen, wobei die Betonung auf "herrlich" liegt. Einzig die große Anzahl an Lagerhäusern die man zu Beginn noch braucht, solange man diese noch nicht aufwerten kann, empfand ich als etwas lästig. Denn nur 20 Stück von jedem Gut unterbringen zu können erfordert schnell den Bau neuer Warenlager. Aus verschiedenen Gründen auch ist die Siedler-Welt wieder in Sektoren unterteilt, wobei jeder Sektor auf bestimmte Rohstoffe spezialisiert ist, so dass man gezwungen wird sich weitere Sektoren anzueignen. Im einen Sektor gibt's beispielsweise Fisch und viel Grünfläche, im nächsten Kohle und Gold und so weiter. In den ersten Missionen der Kampagne kommt man an neue Sektoren ausschließlich mit militärischer Gewalt, denn jeder Abschnitt wird von einem General in seiner Befestigung bewacht. Der will mittels eigenem General und seiner Gefolgschaft geschlagen werden, woraufhin uns der Sektor zufällt. Später dann können wir ihn aber auch mittels unserer Händler mit Gold bestechen oder durch unsere Mönche bekehren.

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