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  • Die Siedler: Das Erbe der Könige im Gamezone-Test

    Die Siedler - Das Erbe der Könige ist mehr als ein gelungenes Siedler-Spiel, es ist ein Kunstwerk digitaler Art.

    Im Juni 1993 war es, als die Siedler auf dem Amiga das Licht der Welt erblickten. Ziemlich genau ein Jahr später siedelte es dann auch auf dem PC, wo es eine Welle sogenannter Aufbauspiele lostrat. Was dann folgte darf man zurecht als einzigartige Erfolgsgeschichte bezeichnen, denn nicht weniger als drei weitere Siedler Teile folgten im kommenden Jahrzehnt, wobei sich die Serie in großen Schritten weiterentwickelte und mit manchem AddOn bereichert wurde. Nun, im Jahre 2004 ist es soweit, und mit "die Siedler - Das Erbe der Könige" steht uns das Fünfte Siedler-Spiel ins Haus, neuerdings komplett in 3D gehalten und in so modernem Gewand wie noch nie.

    Der Aquarium-Effekt

    Details bis zum Abwinken Details bis zum Abwinken Bei den Siedlern lag der Schwerpunkt schon immer beim Aufbau einer möglichst großen und mächtigen Siedlung, eben ganz so wie es uns der Titel suggeriert. Zwar gab es auch schon immer diverse Ritter und Kämpfer, ein Echtzeitstrategiegame der klassischen Machart aber war die Siedler noch nie. So auch in Das Erbe der Könige, welches uns zwar viele militärische Möglichkeiten bietet und auch nicht auf den offenen Kampf verzichtet, das Hauptaugenmerk aber liegt nach wie vor auf dem Bau und der Pflege der eigenen Siedlung.

    Völlig neu hingegen sind die Helden, die es in dieser Form noch in keinem Siedler-Spiel zu sehen gab. Ähnlich wie in manch anderem Spiel besitzen die Helden besondere Fähigkeiten, die sich mitunter auch auf die anderen Ritter auswirken. So kämpfen diese wesentlich verbissener wenn ihnen ein Held zur Seite steht. Doch auch das gesamte Mikromanagement um die Siedler selbst herum hat sich stark geändert, zum Positiven hin. Wir müssen uns beispielsweise nicht mehr um den Warentransport kümmern, auch keine Wege müssen mehr angelegt werden auf denen sich unsere Siedler bewegen können. Stattdessen sind die Bewohner unseres Dorfes schlau genug sich selbst einen Beruf und eine Schlafstädte zu suchen, ebenso wie einen Bauernhof für die Verpflegung. Sind sie dazu nicht in der Lage schlafen sie auch unter freiem Himmel oder ernähren sich aus dem Wald, was ihrer Arbeitskraft aber nicht besonders zuträglich ist. Als beherrschende Hand von Oben sorgen wir also nur für die entsprechende Infrastruktur, die Siedler wissen dann schon damit umzugehen.

    Unsere stolze Burg Unsere stolze Burg Anders verhält es sich mit den Militäreinheiten, die zum einen nicht mehr aus einzelnen Kämpfern sondern immer aus kleinen Grüppchen bestehen, was die Befehligung dieser recht vereinfacht, und die auch - neben den Leibeigenen - die einzigen Einheiten sind die wir direkt steuern. Auf unsere zivilen Siedler nämlich haben wir nur indirekten Einfluss, indem wir sie bei einem Angriff zum Beispiel alle in der Burg versammeln oder sie zu den Waffen rufen. Eine Ausnahme stellen die schon genannten Leibeigenen dar, die man sich gegen bare Münze kaufen und für alle möglichen Arbeiten einsetzen kann. Sie sind es, die man direkt zu einem Stein- oder Lehmvorkommen schicken kann, auf das sie sich einen Pickel schnappen und den Rohstoff abzubauen beginnen. Dies ist allerdings immer die mühseligste Art an die Rohstoffe zu kommen, besser funktionieren da schon die Bergwerke und Lehmgruben, welche erst errichtet und dann mit Fachleuten besetzt werden wollen. Gerade am Anfang eines Spiels aber kommt man nicht umhin sich der Leibeigenen zu bedienen. Im späteren Verlauf des Spiels setzt man sie eigentlich nur noch zum Fällen der Bäume und zum Errichten neuer Gebäude ein. Allerdings, so schwach der einzelne Leibeigene auch ist, in der Masse können sie innerhalb kürzester Zeit mehr Rohstoffe herankarren als ihre gelernten Kollegen. Dafür ist ein Bergwerk wesentlich ergiebiger als ein Block Granit in freier Wildbahn.

    Den besonderen Reiz von die Siedler, der durch das rege Herumwuseln unserer Bewohner entsteht, denen man bei jedem Handgriff ihrer Arbeit zusehen kann, hat man auch in diesem Teil wieder hervorragend eingefangen. Oft erwischt man sich dabei wie man eigentlich überhaupt nichts sinnvolles macht, sondern einfach nur den Figuren bei ihrem Tagwerk zusieht. Dies bereitet deswegen so viel Freude, weil uns die Entwickler ein wahres Detailfeuerwerk vorsetzen. Der Lehm verschwindet nicht einfach nur in der Lehmhütte und hinten kommen dann Ziegel 'raus, stattdessen kann man den gesamten Produktionsverlauf verfolgen. Dazu gesellen sich die diversen Funktionen der aufgerüsteten Häuser, die immer mehr Werkzeuge und Handlungsmöglichkeiten bieten. Zudem wandelt sich das Erscheinungsbild unserer Siedlung ständig, unser Schloss wächst und wird immer größer, so wie auch die Wohnhäuser, die Werkstätten werden immer moderner und sogar unsere Ritter gehen mit der Zeit. Wo sie Anfangs noch in Leder gekleidet sind, tragen sie später glänzende Rüstungen und reiten auf Pferden.

    Geglücktes Wirtschaftssystem

    Darions Falke Darions Falke Das zugrundeliegende Wirtschaftssystem ist sehr gelungen und glänzt mit seinen klaren Vorgaben. Man muss keinen Doktortitel besitzen um zu verstehen, dass der frisch gefällte Baum ins Sägewerk kommt, wo man passable Bretter aus ihm macht, und der Lehm in die Ziegelei, wo die Ziegel gebrannt werden. All die beteiligten Gebäude lassen sich wenigstens in einem, meist jedoch in zwei Schritten weiterentwickeln, was ihre Effizienz natürlich beträchtlich erhöht. So schaffen vier Holzfäller alleine nicht einmal die Hälfte der Arbeit die sie mit einer Sägemühle im Rücken auf die Beine stellen können. Ein Sägewerk steigert die Effizienz der Holfäller noch einmal. So verhält es sich praktisch mit allen Nutzgebäuden, mit unserem Schloss beginnend und noch nicht endend bei den Wohnhäusern.

    Trotzdem ist das zugrundeliegende System ein recht einfaches, denn Wirtschaftswege die aufeinander aufbauen gibt es praktisch nicht, stattdessen erweitern sich die Funktionen der Gebäude und Werkstätten kontinuierlich. So kann man aus einem Stamm lediglich Holzbretter machen, es gibt aber keine Möbelfabrik oder ähnliches. Stattdessen gehen die Bretter Anfangs in die Sägemühle, später in das Sägewerk. So verhält es sich auch mit dem Rohstoff Eisen, aus dem wir in der Schmiede Kettenlederrüstungen herstellen können. Rüsten wir die Schmiede auf, entsteht eine Grobschmiede, welche auch Kettenhemden herstellen kann, dafür aber auch einen Meisterschmied benötigt. Die letzte Ausbaustuffe stellt die Feinschmiede dar, welche Harnische und verstärktes Leder herstellen kann. Das Eisen wandert also grundsätzlich in die Schmiede, und die Ausbaustufe dieser bestimmt was wir alles daraus machen können.

    Um die Werkstätten ausbauen zu können muss man erst die benötigte Technologie erforschen, was in der Hochschule geschieht. Die entwickelt für die entsprechenden Rohstoffe so ziemlich alles, bis auf die Dinge des Glaubens, die sich in der Hand der Priester befinden. Die stellen zwar keine greifbaren Dinge her, stärken aber die Moral und den Mut unserer Einwohner, besonders wenn es ums Verteidigen der Heimatstadt geht. Denn sie sind in der Lage die Leute zu segnen, später sogar sie heilig zu sprechen, was sie zufriedener und Arbeitswilliger macht.

    Es regnet, Gebieter

    Es schneit... Es schneit... Neben dem neuerdings komplett in 3D gehaltenem Spiel selbst, welches uns eine Detailflut bietet wie man sie nur selten zu Gesicht bekommt, spielt auch das Wetter selbst neuerdings eine gewichtige Rolle. Denn egal ob die Sonne scheint, der Regen fällt oder der Nebel durch die Täler zieht, all das wirkt sich direkt auf unsere Siedler aus. Im Schnee kommen sie nur ziemlich langsam voran, können dafür aber zugefrorene Seen und Flüsse überqueren. Schneller geht es da schon im Sommer zu, wo sie auf trockenem Boden recht flugs vorankommen, dafür aber jeden See umgehen müssen.

    Auch der neueste Teil von Die Siedler bedient sich der Technik des Fog of War. Wir können also nur die Abschnitte des Landes sehen in denen sich auch unsere Mannen aufhalten. Umso praktischer ist darum der treue Begleiter unseres Helden Darius, nämlich sein Falke. Diesen können wir als Aufklärer benutzen und durch seine Augen sehen, was ein unschätzbarer Vorteil ist, da er auch in der Lage ist über Berge zu fliegen die das Fußvolk umgehen muss. Zwar ist seine Reichweite begrenzt, er ist also nicht in der Lage die gesamte Karte für uns zu erkunden, sie reicht aber völlig aus um ein recht großes Gebiet um unseren Helden herum zu sichten.

    Nichts lieber als das...

    Die Stadt wird angegriffen Die Stadt wird angegriffen Trotz der vielen Funktionen die uns die Siedler bieten ist die Bedienung mehr als einfach. Praktisch jede Funktion befindet sich auch dort wo wir sie vermuten. Helden, Soldaten und Leibeigene werden gesteuert wie in jedem vernünftigem Echtzeitstrategiespiel, in der Kaserne bestimmen wir die auszubildenden Einheiten und direkt in den Gebäuden selbst findet sich auch die Funktion diese aufzurüsten.

    Die weitergehenden Features, wie der Handel und die Diplomatie befinden sich sauber aufgeräumt in den dafür vorgesehenen Menüs und stellen einen ebenfalls vor keine Probleme.

    Mentor Kalkofe

    Wie ihr vielleicht schon wisst, begleitet uns während des Spiels ein Mentor, der uns im Tutorial noch erklärt wie alles funktioniert und uns auch später noch mit Rat und Tat zur Seite steht. Im Deutschen wird dieser Mentor von Oliver Kalkofe gesprochen, bekannt aus Kalkofes Mattscheibe (inzwischen auf Pro7). Der macht seine Arbeit wirklich gut und sorgt für die entsprechende Stimmung vor dem PC.

    Doch auch die restliche deutsche Sprachausgabe ist sehr gelungen und bietet uns vielerlei Dialekte. So gibt es den Ossi-Leibeigenen ebenso wie den mürrischen Bayer, die unsere Befehle mehr oder weniger lustlos kommentieren. Allerdings muss man anmerken, das die komplette deutsche Sprachausgabe sehr leise ausgefallen ist und mitunter in der Soundkulisse untergeht. Dagegen hilft nur den Musikregler etwas herunterzudrehen, damit uns keine Konversation verloren geht.

    Die Siedler: Das Erbe der Könige (PC)

    Singleplayer
    8,8 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    9/10
    Sound
    8/10
    Steuerung
    9/10
    Gameplay
    9/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    herrliche Grafik
    ebensolche Soundkulisse
    Kalkofe spricht den Mentor
    klares Wirtschaftssystem
    gelungenes Interface
    technisch einwandfrei
    im gesamten ein Kunstwerk
    sehr starke Änderungen im Vergleich zum Vorgänger
  • Die Siedler: Das Erbe der Könige
    Die Siedler: Das Erbe der Könige
    Publisher
    Ubisoft
    Developer
    Blue Byte
    Release
    15.02.2008

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Die Siedler: Das Erbe der Könige
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Die Siedler - Das Erbe der Könige ist mehr als ein gelungenes Siedler-Spiel, es ist ein Kunstwerk digitaler Art.
http://www.gamezone.de/Die-Siedler-Das-Erbe-der-Koenige-Spiel-21508/Tests/Die-Siedler-Das-Erbe-der-Koenige-im-Gamezone-Test-990085/
29.11.2004
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2004/11/battle_in_town_b2teaser_169.jpg
tests