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Die Simpsons: Das Spiel (PSP)

Release:
01.11.2007
Genre:
Action
Publisher:
Electronic Arts
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Die Simpsons: Das Spiel im Gamezone-Test

12.11.2007 10:33 Uhr
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Neu
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Mit viel Humor, reihenweise Parodien und zahlreichen Gags unterhält die Portierung des PS2 Spiels auch die PSP Spieler.

Die erfolgreichste Comic-Familie der TV-Geschichte besucht auch die Playstation Portable und wird die Lachmuskeln ordentlich strapazieren. Wenn der fresssüchtige Homer einen Donat und Schokokarnickel nach dem anderen zwischen die Zähne schiebt, Meistergenie Lisa ihre klugen Sprüche klopft und die strenge Hausfrau Marge mit dem Megafon die komplette Stadt mobilisiert, bleibt einfach kein Auge mehr trocken. EA liefert mit "Die Simpsons: Das Spiel" die wohl bisher beste Videospielepisode der Gelblinge ab, was vor allem dem absolut genialen Humor und dem originalgetreuen Charme zu verdanken ist. Bei der PSP Version handelt es aber prinzipiell um eine Portierung der Playstation 2 Fassung, die aufgrund der Steuerung nicht ganz an das Original heran kommt.

Die Simpsons: Das Spiel Die Simpsons: Das Spiel [Quelle: ] Die beliebte Familie aus Springfield tummelte sich zwar in den Sommermonaten in den Lichtspielhäusern, Publisher EA bietet uns aber keine Umsetzung der filmischen Vorlage. Die Simpsons werden in einen virtuellen Kosmos verfrachtet und merken erst später, dass sie sich in einem Videospiel aufhalten. Zahlreiche Probleme mit zum Beispiel ausgeflippten Jugendlichen und geldgierigen Videospielproduzenten sowie unangenehmen Alien-Besuchern treiben Homer, Marge, Bart, Lisa und Maggie voran, die bedrohte Welt zu retten. Die Thematik bietet reichlich Zündstoff für zahlreiche Witze, aber vor allem auch unendlich vielen Parodien und Anspielungen auf bekannte Medieninhalte, Personen sowie allgemeingültige Klischees.

Wer hat noch nicht? Wer will noch mal?

Die Simpsons: Das Spiel Die Simpsons: Das Spiel [Quelle: ] Ganz klar, hauptsächlich bedienten sich die Geschichtsschreiber bei den Videospielen. Kein Genre und kaum ein bekannter Charakter wird nicht auf die Schippe genommen: Klempner Mario säubert mürrisch die Abwasserkanäle, Homer tritt in den Militärdienst von "Medal of Honor" ein, die Pokémons liefern sich wilde Arenenkeilereien und Flitzeigel Sonic gehört mit gebrochenem Rückgrat in die Klapsmühle. Ganz nebenbei hüpft man über grüne Röhren hinweg, bekämpft die Feuerball werfenden Straßenkämpfer Ryu und Ken und plündert riesige bunte Pinatas. Die Palette ist gigantisch und ein jeder bekommt sein Fett weg! Darüber hinaus lehnte man viele Levels an bekannte Spiele an und findet sich zum Beispiel in "NeverQuest" oder "Grand Theft Scratchy" wieder.

Die Simpsons: Das Spiel Die Simpsons: Das Spiel [Quelle: ] Doch nicht nur Videospiele dürfen leiden - man bedient sich auch etlicher anderer Klischees. Seien es nun einzelne Länder wie Deutschland mit ihren Dirndlweibern oder die USA, über die man sehr kritische Äußerungen bezüglich der Außenpolitik loswird - aber auch zahlreiche Filme, TV-Serien und Stars dürfen nicht fehlen. Der Klassiker "Matrix" und das Epos "Herr der Ringe" finden Einzug und zugleich darf sich Werbeikone Meister Propper freuen, gleichauf mit Elvis genannt zu werden. Wie schön, dass sowohl dem Publisher EA und deren Mitarbeitern, als auch den Entwicklern bei so viel Humor nicht der Spaß vergangen ist. Denn immerhin können sie sich auch selbst verulken. Werbeplakate von Snore (kleine Hilfestellung: Spore) begrüßen uns, Will Wright hat einen sehr dubiosen und verrückten Gastauftritt und selbst Simpsons Erfinder Matt Groening nimmt sich nicht allzu ernst. Diese Jungs und Mädels verstehen einfach Spaß und verwandeln Klischees und ein vorhandenes Personen- und Firmenimage in eine aberwitzige Parodie!

Die Simpsons: Das Spiel Die Simpsons: Das Spiel [Quelle: ] Der Titel ist spielerisch nicht wirklich schlecht, hat aber auch seine Macken - doch der Humor ist ohne jeden Zweifel erhaben und überschattet gewusst die Palette an negativen Aspekten. Gekonnt hat man die Simpsons grafisch eingefangen und schafft es zum ersten mal, das Flair der TV-Serie auch wirklich in einem Videospiel abzubilden. Dazu tragen die zahlreichen, über 40 Minuten umfassenden Videosequenzen bei, welche direkt aus der Zeichentrick-Serie zu stammen scheinen. Aber auch die Präsentation innerhalb der 16 Welten passt dank einer hervorragend platzierten Cel-Shading Grafik perfekt in die Simpsons-Thematik. Man benötigt definitiv keinen Grafikblender wie "Gears of War", um dem Charme der Simpsons zu verfallen und träumerisch in die Zeichentrick-Ambiente einzutauchen. Zudem begrüßen uns die Bewohner weitestgehend mit ihren bekannten Stimmen sowie ihren typischen Verhaltensweisen, egal ob es sich nun um die Geschwister von Marge handelt, oder nur um Nachbar Flanders, der soeben sein Auto an einen jugendlichen Gangster losgeworden ist (immer diese Jugend, die ihre Videospiele auslebt!). Ganz klar, wer bisher nichts mit den verrückten gelben Bewohnern von Springfield anfangen konnte, wird auch bei diesem Spiel die Krätze bekommen.

Solide spielerische Unterhaltung

Die Simpsons: Das Spiel Die Simpsons: Das Spiel [Quelle: ] Humor ist schön und gut, spielerisch ist der Titel aber leider nicht immer auf der Höhe der Gags. Ihr bekommt es mit einem schlichten Plattformer zu tun, bei dem euch zahlreiche perfekt platzierte Sprünge ans Ziel bringen. Doch am Set herrscht nicht selten Chaos. Der Kameramann sorgt für einige schlechte Aufnahmen und lässt sich, vor allem da der PSP ein zweiter Stick fehlt, auch manuell nicht immer bändigen. Frust und Fehltritte sind also vorprogrammiert. Mehr denn je verpasst man dank der fummeligen Steuerung des Handheld den nächsten Felsvorsprung oder rutscht noch von der Kante ab in die Lava. Aber wir währen ja nicht bei den Simpsons, wenn selbst solche Macken nicht mit einem Gag honoriert werden. Stürzt man in den Abgrund, ins Wasser oder in die Lava, so sorgt ein dafür gesammeltes Klischee für herzhafte Lacher. Über 30 solcher typischer Videospielklischees gibt es zu sammeln, darunter auch das Auffinden von unsichtbaren Wänden, dem obligatorischen Doppelsprung oder explodierende Fässer. Angereichert wird das Abenteuer mit zahlreichen Auseinandersetzungen mit verrückten Nachbarn, einigen Videospielhelden wie Ken, fetten Sumoringern und zahlreichen weiteren Figuren. Diese werden in bester GTA Manier mit bloßer Faust niedergestreckt oder mit einigen Spezialattacken überrumpelt. Über wildes Buttonsmashing und einigen gezielten Aktionen hinaus reicht die wilde Hatz aber sicherlich nicht.

Die Simpsons: Das Spiel Die Simpsons: Das Spiel [Quelle: ] Weitaus trickreicher fallen da schon die vielen kleinen Rätsel aus. Hier kommen die stets zwei spielbaren Familienmitglieder der Simpsons voll zur Geltung. Fresssack Homer stopft sich die Wampe voll, um als kullernde Kugel nicht nur zahlreiche Feinde zu plätten, sondern ganze Mauern und Säulen umzunieten. Bart gibt sich dagegen gern als Bartman aus und kann mit seinem Umhang gleiten wie auch hilfreiche Gadgets nutzen. Lisa kann schwere Dinge anheben und so zum Beispiel Brücken bauen, während Marge mit dem Megafon eine ganze Scharr an Bewohnern mobilisiert und diese auf die feindliche Meute hetzt. All die Fähigkeiten müssen geschickt, oftmals aber auch kombiniert angewendet werden, um die zahlreichen Aufgaben zu bewältigen. Hinzu kommen simple Schalterrätsel, Kisten und weitere bekannte Elemente - die man sich frecherweise ebenfalls aus zahlreichen Videospielen geliehen hat. Die Künstliche Intelligenz des Partners erreicht aber keinen allzu hohen Wert, denn nicht selten stürzt sich dieser unvermittelt in Gefahr und geht auch ab und an zu Grunde. Ärgerlich ist es aber hauptsächlich, wenn diverse Partnerrätsel anstehen und die Familienbande nicht zusammenhält. Praktischerweise darf aber auch ein Freund den Part übernehmen und als zweiter Spieler euch tatkräftig unterstützen. Es macht dann nicht nur mehr Spaß, sondern verringert auch das Frustpotenzial.

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12.11.2007 10:33 Uhr
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