Die Sims 3 im Gamezone-Test

Test Jonas Küßner

Die Sims legen ein gelungenes und würdiges Debüt auf der aktuellen Konsolengeneration hin und lassen uns lächelnd die Toilette putzen.

Endlich mal die Toilette putzen, zur Arbeit gehen, Unkraut jäten oder gar Sport treiben - wer hat sich all das nicht schon vorgenommen, scheiterte aber stets an der Umsetzbarkeit. Dank Electronic Arts können nun auch Konsolen-Besitzer der aktuellen Generation in Die Sims 3 in die Haut der namensgebenden Bewohner schlüpfen und sich so richtig austoben. Ob sich das Spiel auch mit Gamepad erträglich steuern kann und ob Besitzer der PC-Version einen Blick auf den Ableger werfen sollten, erfahrt ihr beim Lesen der folgenden Zeilen.

Und täglich grüßt das Murmeltier...

Anders als im Großteil der Videospiele besucht man in Die Sims 3 keine fremden Planeten oder lehrt seinen Feinden als durchtrainierter Soldat das Fürchten, sondern man spielt den eigentlich so unspektakulären Alltag mitsamt all seinen schönen und unschönen Seiten nach. Dass das wirklich Spaß machen kann wissen wir bereits seitdem der erste Teil aus dem Hause Maxis vor rund 10 Jahren auf den Markt kam und auch heute hat das Spiel noch immer den Charme von damals inne.

Die Sims 3 Die Sims 3 Falls man nicht auf fertige Vorlagen zurückgreifen möchte, erstellt man zu Beginn des Spieles, wie gewohnt und ganz nach den eigenen Wünschen, einen oder mehrere Sims. Dabei wird ein Sim kaum dem anderen gleichen, stehen doch unzählige Wahlmöglichkeiten bei Aussehen, Kleidung und Charaktereigenschaften zur Verfügung. Gerade letzteres hat es in sich, da sich die gewählten Attribute stark auf das weitere Spielgeschehen auswirken. Jedoch sollte man mit Bedacht entscheiden, da diese Merkmale eigentlich das ganze Sim-Leben beibehalten werden und man diese nur über Umwege ändern kann. Soll es also der kontaktfreudige Charmeur sein, dessen Parties immer toll ankommen und der keinerlei Probleme mit dem Finden neuer Freunde hat? Oder die schüchterne Leseratte, die lieber im stillen Kämmerchen verweilt und nur im Notfall mal mit dem Pizzadienst redet? All das bleibt dem Spieler überlassen!

Die Sims 3 Die Sims 3 Insgesamt 11 Karrierewege mit jeweils unterschiedlichem Verlauf kann man einschlagen: vom Sportler, über den Polizisten oder den Dieb, bis hin zum Arzt oder Musiker. Will man in diesen Berufen aufsteigen, etwa als gefeierter Superstar die Massen im Stadion begeistern, muss man jeweils verschiedene Fähigkeiten erlernen, die essenziell wichtig sind, um eine Beförderung zu erhalten. Dazu zählen etwa das Schreiben und Malen, die Ahletik, das Kochen oder die Geschicklichkeit. Je nachdem wie weit man diese Fähigkeiten ausgebaut hat, zum Beispiel durch das Lesen von Büchern oder der Benutzung von bestimmten Objekten, gelingen einem bessere Gerichte, Reperaturen gehen schneller von der Hand oder die gemalten Bilder steigen im Wert.

Daneben haben die Sims natürlich weiterhin ihre tagtäglichen Bedürfnisse, die gestillt werden müssen. Ob er/sie auf's stille Örtchen muss, hungert oder eine Dusche vertragen könnte - all das sollte man zu jeder Zeit im Blick haben, um das Wohlbefinden der Figuren zu gewährleisten.

Eine große Wohngemeinschaft

Die Sims 3 Die Sims 3 Beheimatet sind die Sims im Städtchen Moonlight Bay, das in mehrere Abschnitte unterteilt ist. Dort gibt es Plätze, auf denen man sich mit seinem Hab und Gut niederlassen kann und öffentliche Einrichtungen wie einen Friedhof, mehrere Parks, Einkaufsgeschäften, den Arbeitsstätten oder ein Fitnessstudio. Leider sind nicht alle Gebäude frei begehbar, jedoch sind genügend Möglichkeiten gegeben, etwas mit anderen Bewohnern zu unternehmen. Ärgerlicher ist dahingegen, dass einem bei jedem Betreten eines anderen (jeweils nicht allzu großen) Abschnittes ein Ladefenster empfängt, dass man einige Sekunden über sich ergehen lassen muss. Ansonsten ist Moonlight Bay ein hübsches Plätzchen, dass aber auf Dauer ein wenig monoton werden, da man nicht wie in der PC-Version ganze Ortschaften erstellen kann, sondern auf diese eine Umgebung fixiert ist.

Hat man ein geeignetes Grundstück gefunden, kann man sich nach Lust und Laune als (Innen-)Architekt austoben. So zieht man Mauern, tapeziert, pflanzt ein paar Bäumchen an und so weiter. Für die Wohnungseinrichtung stehen einige, aber leider nicht sonderlich viele Gegenstände zur Verfügung. Von Fernseher bis Kühlschranken ist natürlich alles Wichtige dabei, oft sogar mit jeweils besseren Versionen, jedoch fehlt auf Dauer einfach die Abwechslung im eigenen Heim.

Die Sims 3 Die Sims 3 Im Mittelpunkt von Die Sims 3 steht natürlich weiterhin das zwischensimliche Zusammenleben - man selbst kann Geschichten über Liebe und Hass, Freundschaft und fiese Aktionen schreiben. Ist Roxy die große Liebe oder will man nur eine schnelle Nummer schieben? Ist Johnny wirklich so ein Arsch oder später gar der beste Freund? Jedes Gespräch, jede Aktion wirkt sich in irgendeiner Form auf die anderen Sims aus. Zur Interaktion stehen einige Wahlmöglichkeiten zur Verfügung, etwa ein lockeres Plauschen, ein fieses Beleidigen oder die ein oder andere romantische Aktion. Die Reaktionen fallen immer je nach Charaktereigenschaften des Gegenübers aus: ein Sim ohne Sinn für Humor wird auch über den zehnten Witz nicht lachen können, prüde Ausgaben werden von vorschnellen Küssen eher abgeschreckt. Durch diverse Gesprächsoptionen sollte man sich also zunächst einen Überblick über das Wesen des anderen verschaffen. Reden ist selbstredend nicht das einzige, was man mit den Anderen machen kann. So organisiert man Parties oder geht gemeinsam ins Kino, für Leute mit gefülltem Kalender können Plaudereien über das Handy oder das Internet abgehalten werden. Wahlweise kann man den Nachbarn auch gleich daheim einen Besuch abstatten, wenn man keine Lust auf das Aufräumen am nächsten Tag hat.

Die Sims 3 Die Sims 3 Hat man sich einen Partner fürs Leben ausgesucht, geht die Arbeit los. So muss man sich um diesen durch tiefgehendere Gespräche kümmern und bezirzen, was zu einer Klickorgie ausarten kann. Möchte sich das Gegenüber nach 100 leidenschaftlichen Küssen noch immer nicht für eine Verlobung entscheiden, kommt der Frust schnell hoch. War man aber erfolgreich, darf geheiratet, zusammengezogen und sich um die Beschaffung von Nachwuchs gekümmert werden. Letzteres ist sehr wichtig, denn nur so wird gewährleistet, dass man auch nach dem Ableben eines Sims noch Spielen darf. Wer es nicht so hektisch mag, kann die Lebenszeit jedoch verlängern oder das Altern gleich ganz ausschalten. Sehr ernüchternd ist, dass man keine Sims in die Nachbarschaft nachziehen lassen kann. Einmal ausgewählt, muss man sich mit vorhandenen Leuten begnügen, allenfalls durch Nachwuchs kommt neuer Schwung in die Bude.

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