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  • Donkey Kong Classics: Mich laust der Affe, zwei Spiele auf einmal … - Leser-Test von Corlagon

    Bis Anfang der 80er waren die Videospielkonsolen noch so schwach, daß sie lediglich äußerst primitive Arcade-Spiele bieten konnten - noch primitiver als auf den (sich ständig fortentwickelnden) Automaten. Das 1983 erschienene NES (bzw. Famicom) stellte da einen großen Fortschritt dar, doch aus irgendeinem Grund konnte Nintendo zu Beginn nur Module mit immer noch recht wenig Speicherplatz produzieren, so daß auch das zu diesem Zeitpunkt bereits zwei Jahre alte Donkey Kong gekürzt werden mußte, was wirklich überrascht, wenn sich mal das 1988 veröffentlichte Super Mario Bros. 3 anschaut. Als das NES einige Jahre später in den Westen kam, veröffentlichte man auch dort nur die gekürzte Fassung. Schließlich nutzte Nintendo die größer gewordenen Module dann doch und brachte 1988 eines mit Namen Donkey Kong Classics, das sowohl Donkey Kong als auch seinen Nachfolger Donkey Kong Jr. enthielt - ärgerlicherweise aber immer noch gekürzt.

    Donkey Kong

    Donkey Kong ist einer der großen Pioniere unter den Videospielen (genauer gesagt, Arcade-Automaten) und war 1981 der erste Riesenerfolg für Nintendo. Das Spiel wurde gezielt für den nordamerikanischen Markt entwickelt und war das Erstwerk des späteren Stardesigners Shigeru Miyamoto, der auch gleich das erste Plattformspiel mit Sprüngen schuf, das zweite Spiel mit verschiedenen Stages und das wohl erste mit einer kompletten Story (die der Programmierung sogar vorausging). Ursprünglich war ein Popeye-Spiel geplant, Nintendo konnte sich aber nicht die Rechte sichern und erfand stattdessen eigene Figuren, die später wiederverwendet werden konnten (was im Falle des Helden dann auch in den folgenden 30 Jahren über 100 Mal geschehen ist). Bald darauf folgten (leider gekürzte) Umsetzungen für verschiedene Heimkonsolen und Computer; 1983 war Donkey Kong ein Launchtitel für Nintendos eigene Konsole Famicom, die einige Jahre später als NES in den Westen kam.

    Donkey Kong ist ein riesiger Affe (der Name sollte ihn als störrisch kennzeichnen) und das Haustier (wieso auch immer) eines Zimmermannes mit dem Namen Mr. Video oder Jumpman (wieso auch immer). Nintendo of America durfte dann noch Jumpman in Little Mario umbenennen (nach ihrem zeternden Vermieter) und seine Freundin, die "Lady", in Pauline. Jedenfalls ist Donkey Kong von Mario schlecht behandelt worden, also büxt er aus und verschleppt Pauline auf eine Baustelle. Als Spieler übernehmt Ihr jetzt natürlich Mario und müßt gegen Donkey kämpfen und die Maid in Not retten.

    In der Praxis lauft, klettert und hüpft Ihr dann herum und müßt Fässern ausweichen, die Donkey Kong von oben herabrollen läßt, lebenden Flammen und dergleichen. Anders als andere damalige Spiele unterteilt sich dieses hier gleich in vier verschiedene bildschirmgroße Stages, von denen in die Heimversionen aber leider nur drei übernommen wurden. Ziel ist es in der Regel, innerhalb eines Zeitlimits einfach ganz nach oben zu klettern, woraufhin Donkey Kong mit Pauline in den nächsten Abschnitt flieht. Läuft die Zeit vorher ab oder wird Mario getroffen oder stürzt zu tief, verliert er eines seiner drei Leben (bei Erreichen einer gewissen Punktzahl gibt's noch ein weiteres) und die aktuelle Stage beginnt wieder von vorne. An manchen Stellen könnt Ihr Hämmer finden, die Mario dann eine Zeit lang automatisch schwingt, um die Gegner zu vernichten - allerdings kann er sich solange nur noch eingeschränkt bewegen (weder springen noch klettern). Punkte gibt es für vernichtete oder auch nur übersprungene Fässer/Gegner, Einsammeln bestimmter Gegenstände und die verbleibende Zeit nach jedem Abschnitt.

    1981 war Donkey Kong eines der umfangreichsten Videospiele überhaupt - aus heutiger Sicht ist es allerdings extrem kurz. Nach dem vierten, bzw. in dieser Version schon nach dem dritten Abschnitt sind Mario und Pauline schon wieder vereint. Danach wechselt das Spiel (wie seit Space Invaders üblich) auf den nächsten "Level", soll heißen, es beginnt einfach wieder von vorne und ist lediglich etwas schwieriger - das typische Arcade-Game spielt man eben auf Punkte, solange, bis man sein letztes Leben verloren hat.
    Gerade für heutige Spieler dürfte auch die Steuerung gewöhnungsbedürftig sein: Trotz seines Namens kann der "Jumpman" nur sehr kleine Sprünge machen; man kann zwar aus dem Lauf heraus vorwärts springen, im Sprung und damit auch im Fall ist jedoch keine Steuerung mehr möglich. Noch dazu kann Mario nur eine ziemlich kurze Strecke fallen, ohne zu krepieren. Wer sich also einfach so von einer Ebene in die darunter fallenläßt, um Zeit zu sparen und nicht eine Leiter benutzen zu müssen, wird mit dem Tod bestraft. Der Sound ist auch noch sehr primitiv, die Hintergrundmusiken (falls man sie überhaupt als solche bezeichnen kann) wiederholen sich schon nach wenigen Takten - dafür, daß sie so monoton sind, sind sie aber irgendwie gar nicht so schlecht.

    Wie schon erwähnt ist Donkey Kong selbst auf dem NES nur gekürzt erhältlich, da man 1983 nur sehr kleine Module zur Verfügung hatte - in den Westen kam das Spiel ja aber erst drei Jahre später, als bereits das wesentlich umfangreichere Super Mario Bros. erschienen war. Wie gesagt fehlt eine der vier Stages (also 25 % des eigentlichen Spiels) komplett, aber auch sonst hat man ordentlich gespart: keine Totenkopffässer, der Hammer blinkt nicht, bevor er verschwindet, das Intro fehlt ebenso wie Donkeys Flucht am Ende einer Stage - da kann man schon froh sein, daß wenigstens die kurze Endsequenz noch existiert. Mit dem Gameplay hatten diese Schnittszenen zwar nichts zu tun, ärgerlich ist ihr Fehlen aber trotzdem, gerade weil Donkey Kong ein Pionier auch in Sachen Handlung war. Die (bei Arcade-Spielen ja eigentlich relativ wichtige) High-Score-Funktion ist in dieser Version ein Witz - während des Spiels wird die bisherige Höchstpunktzahl angezeigt und das war's. Eine Tabelle mit Namenseingabe oder gar permanente Speicherung sucht man hier vergebens.

    Ansonsten bietet die NES-Fassung immerhin noch zwei verschiedene Schwierigkeitsgrade an, auch wenn die Unterschiede nicht gerade auffällig sind (so fies wie mindestens eine Automatenversion sind sie jedenfalls beide nicht). Wahlweise sind auch Partien zu zweit möglich, aber da spielt Ihr nach wie vor unabhängig voreinander und wechselt Euch nur nach jedem Lebensverlust ab. Wie zu NES-Zeiten üblich werden auch zwei Joypads erwartet, obwohl Start/Pause nur mit dem ersten möglich ist.

    Donkey Kong Jr.

    Nach dem großen Erfolg von Donkey Kong folgte 1982 gleich ein Nachfolger namens Donkey Kong Jr., wieder zuerst als Arcade-Automat und dann für verschiedene Heimkonsolen und Computer, 1983 als Launchtitel für Famicom/NES. Diesmal sind die Rollen vertauscht: Mario hat Donkey Kong in einen Käfig gesperrt; Ihr als Spieler übernehmt nun die Rolle von Donkey Kong Jr., der seinen Vater wieder befreien will. Übrigens ist dieses Spiel auch nach 30 Jahren immer noch das einzige mit Mario als Antagonist.

    Spielerisch hat sich im Vergleich zum Vorgänger nur wenig geändert: Auch Donkey Kong Jr. ist ein relativ simpler Arcade-Plattformer, in dem Ihr lauft, hüpft und diesmal auch an zahlreichen Lianen und Ketten herumklettert und Gegnern wie Schnapp-Gebissen und Vögeln ausweicht. Unterwegs findet Ihr diverse Früchte, die Euch bei Berührung Punkte bringen und nach unten fallen; kollidieren sie dann mit einem Gegner, wird dieser vernichtet und es gibt noch mehr Punkte. Das Spiel umfaßt wieder vier verschiedene bildschirmgroße Stages, die diesmal auch in der NES-Version alle intaktgeblieben sind.

    Vom Design her sind diese vier Stages meiner Meinung nach unterhaltsamer als die des Vorgängers. Die ziemlich miese Steuerung hat sich dagegen leider nicht verbessert und fällt jetzt sogar noch stärker ins Gewicht: Im ersten Abschnitt sind zwei Lianen ein bißchen weiter voneinander entfernt als sonst - vermutlich bin ich nicht der einzige, der versucht hat, von einer Liane zur anderen zu springen, und prompt in den Tod gestürzt ist. Die zweite Stage protzt dann mit einem Sprungbrett und sich bewegenden Plattformen, was die Sache noch schlimmer macht; in der dritten und vierten geht es zum Glück um andere Dinge. Hat man sich eingespielt und mit diesen Sachen vertraut gemacht, stellt die Steuerung zum Glück kein allzu großes Problem mehr dar, aber bis dahin müßt Ihr mit einigem Frust rechnen. Auch der Sound ist nach wie vor sehr primitiv und kommt qualitativ auch nicht an den ersten Teil heran.

    Das eigentliche Spiel ist diesmal zwar vollständiggeblieben, die Schnittszenen fehlen aber auch diesmal fast komplett. Nur die Endsequenz ist noch geblieben, wurde aber ebenfalls auf das Nötigste zurechtgestutzt und läßt Mario sogar scheinbar sterben. Ansonsten haben wir wie im Vorgänger keine ordentliche High-Score-Funktion, zwei verschiedene Schwierigkeitsgrade und Zweispielermodus.

    Fazit

    Insgesamt sind die Donkey Kong Classics eigentlich nur etwas für Arcade-Fans, die sich an der Steinzeittechnik, dem extrem geringen Umfang und der miesen Steuerung nicht weiter stören. Okay, die, die einfach mal den ultimativen Klassiker erleben wollen, können meinetwegen auch noch zugreifen - müssen sich aber bewußt sein, daß es sich hierbei eben nur um gekürzte Versionen und nicht um das Original handelt. Allerdings ist es auch nicht so, daß das Spiel keinerlei Spaß macht, nur wie viele Gamer von heute zahlen schon gerne den Normalpreis für ein Modul, bei dem sie nach vielleicht 25 Minuten alles gesehen haben? Übrigens sind die beiden Spiele auch als Wii-Downloads verfügbar, allerdings wieder getrennt, vermutlich um doppelt kassieren zu können. Hm, warum hat man eigentlich nicht auch noch Donkey Kong 3 auf das Classics-Modul gepackt?

    Negative Aspekte:
    extrem geringer Umfang, gegenüber den Automatenoriginalen noch weiter gekürzt, schlechte Steuerung, keine ordentliche High-Score-Funktion

    Positive Aspekte:
    große Arcade-Klassiker

    Infos zur Spielzeit:
    Corlagon hat sich 2-10 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Donkey Kong Classics

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: Corlagon
    5.8
    Multiplayer
    5.8
    Grafik
    6/10
    Steuerung
    4/10
    Sound
    5/10
    Gameplay
    6/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Donkey Kong Classics
    Donkey Kong Classics
    Publisher
    Nintendo
    Developer
    Nintendo
    Release
    1988

    Aktuelle Action-Spiele Releases

    Cover Packshot von Donkey Kong Jr. Math Release: Donkey Kong Jr. Math
    Cover Packshot von Ice Climber Release: Ice Climber
    Cover Packshot von Trog Release: Trog Acclaim Entertainment
    Cover Packshot von Solstice Release: Solstice Nintendo , CSG Imagesoft
    Cover Packshot von Mega Man 5 Release: Mega Man 5 Nintendo , Capcom
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1010730
Donkey Kong Classics
Donkey Kong Classics: Mich laust der Affe, zwei Spiele auf einmal … - Leser-Test von Corlagon
http://www.gamezone.de/Donkey-Kong-Classics-Classic-21873/Lesertests/Donkey-Kong-Classics-Mich-laust-der-Affe-zwei-Spiele-auf-einmal-Leser-Test-von-Corlagon-1010730/
18.05.2011
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2006/04/nes_donkey_kong_classics_cover_1_.jpg
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