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  • Donkey Kong Jr. Math: Arithmetik für Affen - Leser-Test von Corlagon

    Videospiele sind nur gut, wenn sie pädagogisch wertvoll sind. Das weiß man nicht nur hier in Deutschland, auch in Japan bei Nintendo wußte man es zumindest mal und veröffentlichte bereits 1983 das Lernspiel Donkey Kong Jr. Math für seinen Famicom. Als die Konsole 1985 als Nintendo Entertainment System in die USA kam, war es sogar ein Launchtitel, und zwar derjenige mit den niedrigsten Verkaufszahlen. Trotzdem war das Spiel auch in Europa wieder direkt zum Start oder zumindest nicht viel später verfügbar, aber leider gab es den Deutschen Computerspielpreis damals noch nicht. Aufgrund des geringen Erfolgs blieb es dann auch das einzige Lernspiel in Nordamerika, wurde aber dennoch 2007, als man es für einen Klassiker halten konnte, als Wii-Download wiederveröffentlicht. Tja, und als ich mal Nintendo-Punkte übrig hatte, konnte ich dann doch nicht widerstehen. Laut einem Artikel in der CT müssen "Serious Games" immer noch Spaß machen, sonst haben sie keinen Sinn, was für mich eine willkommene Ausrede darstellt, um Math wie ein gewöhnliches Spiel zu beurteilen.

    Story? Gibt's nicht. Na ja, Donkey Kong stellt seinem Sohn halt Rechenaufgaben. Und einem nichtkanonischen Doppelgänger.

    Donkey Kong Jr. Math übernimmt die Engine des Arcade-Plattformspiels, eigentlich hätte man die Bewegung über das Spielfeld deutlich simpler haben können - so werden Leute, die von Plattformern keine Ahnung haben, gleich abgeschreckt. Davon abgesehen ist die Steuerung recht träge, ganz im Gegensatz zu späteren Plattformern; Geschicklichkeitsaufgaben gibt es zwar eigentlich nicht, aber man hat die Fähigkeit entfernt, sich an zwei Ketten gleichzeitig festzuhalten, ohne die Geschwindigkeiten anzupassen, so daß wir hier immer langsamer aufwärts klettern als abwärts. Als Geteiltzeichen wird der Doppelpunkt mit Mittenstrich verwendet, ich bezweifle, daß jeder Grundschüler das vom Plus unterscheiden kann, denn die Punkte sind weitaus größer als die Zwischenräume, aber ich bin ja Laie.

    Der erste Spielmodus nennt sich Calculate A. Hier hängen 18 einstellige Zahlen (die 0 fehlt übrigens) an Ketten herum (sollten das nicht Lianen sein?), darunter befinden sich Plattformen mit den Symbolen für die vier Grundrechenarten. Papa, der auch diesmal nicht freundlich gucken kann, hält nun eine zweistellige Zahl hoch, die Junior erreichen muß, indem er abwechselnd Zahlen und Operatoren einsammelt, bis er das vorgegebene Ergebnis erreicht hat, oder sein Doppelgänger ihm damit zuvorgekommen ist. Die Plazierungen sind zufällig, so daß neben Euren Rechenkünsten auch das Glück eine Rolle spielen dürfte, zumal Euer Konkurrent sie Euch wegschnappen kann. Die einzelnen Operationen werden übrigens sofort ausgeführt, hier gibt es also kein "Punktrechnung geht vor Strichrechnung". Versehentlich eingesammelte Objekte lassen sich nicht mehr wieder ablegen, die Formel kann aber komplett wieder verworfen werden. Bei Divisionen verfällt der Rest, man braucht sie aber fast nie.
    Wer als erster fünf Runden gewonnen hat, ist Gesamtsieger. Leider ist das Spiel zu alt, um Computergegner anzubieten, folglich gibt es, wenn man sich keinen menschlichen Spieler überredet hat, praktisch keine Herausforderung, und selbst jemand wie ich verliert ziemlich schnell die Lust.

    Der zweite Modus nennt sich Calculate B und ist - genau - eine schwierigere Version des ersten. Hier müßt Ihr fast immer eine dreistellige Zahl erreichen und bekommt auch schon eine Zahl zum Start vorgegeben, was die Sache verkompliziert. Außerdem wird nicht selten mit negativen Zahlen gearbeitet, was in der Praxis einfach bedeutet, daß Ihr Addition und Subtraktion vertauschen müßt. Also deutlich herausfordernder, was ohne Mitspieler aber immer noch nicht viel heißen will.

    Der dritte und letzte Modus, "Exercise", ist eigenständig und nur für einen Spieler. Hier bekommt Ihr ganz einfach simple Rechenaufgaben, die Ihr lösen müßt, wobei Ihr nicht nur mit den Aufgaben als solchen, sondern auch der fragwürdigen Plattform-Steuerung zu kämpfen habt. Zunächst müßt Ihr Junior ohne erkennbaren Sinn über den ganzen Bildschirm laufen oder sich von Kette zu Kette hangeln lassen, bis er diejenige Kette erreicht hat, die die als erstes einzugebende Stelle des Ergebnisses repräsentiert, was bei Addition und Subtraktion immer die hinterste ist. Laßt ihn dort in die richtige Höhe klettern, um die korrekte Ziffer einzustellen - aufgrund mangelnden Platzes sind hier bereits Eingabefehler möglich -, dann rückt eine Stelle vor; ärgerlicherweise müssen die Ziffern in einer vorgegebenen Reihenfolge eingegeben werden, und es ist nicht möglich, einzelne Ziffern wieder zurückzugehen, der Versuch wird wiederum als Bestätigung der aktuellen Stelle interpretiert. Führende Nullen werden von vornherein unterdrückt, was ich nicht für sinnvoll halte, da man ja lernen soll.
    Ihr könnt zwischen neun Arten von Aufgaben wählen; neben Addition und Subtraktion mit unterschiedlich vielen Stellen gibt es noch die Multiplikation einstelliger Zahlen, bei der man das Ergebnis verwirrenderweise von vorne eingeben soll, und schließlich Multiplikation und Division mit mehreren Stellen, bei denen ich längere Zeit gebraucht habe, um überhaupt die Eingabemasken zu enträtseln (weder Wii- noch US-NES-Anleitung erklären sie; im Prinzip wird schriftlich gerechnet, aber anders als ich das damals im Schulunterricht lernte). Aus der gewählten Kategorie werden zehn Aufgaben in Folge gestellt; je nachdem, wie lange Ihr jeweils braucht, erhaltet Ihr Punkte. Nein, eine gute High-Score-Funktion gibt es auch hier nicht.

    Fazit: Ich will nicht sagen, daß Donkey Kong Jr. Math eine schlechte Idee gewesen wäre, aber ein gutes Spiel ist es jedenfalls nicht. Wenn man grundsätzlich keine Probleme mit Arithmetik hat, kann man mit dem Calculate-Modus sicher einigen Spaß haben, wenn man denn einen Gegner findet - ohne einen solchen ist die Sache witzlos. Und im auf einen Spieler zugeschnittenen Exercise-Modus wird einem der etwaige Spaß am Rechnen durch die umständliche Steuerung und bei komplexeren Aufgaben die verwirrenden Eingabemasken verdorben. Nur für Sammler.

    Negative Aspekte:
    alles andere als optimale Steuerung/Eingabe, geringer Umfang, keine ordentliche High-Score-Funktion

    Positive Aspekte:
    die Grundrechenarten als Spiel

    Infos zur Spielzeit:
    Corlagon hat sich 2-10 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Donkey Kong Jr. Math

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: Corlagon
    3.8
    Multiplayer
    -
    Grafik
    5/10
    Steuerung
    3/10
    Sound
    5/10
    Gameplay
    4/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    -
    Leserwertung:
     
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1010725
Donkey Kong Jr. Math
Donkey Kong Jr. Math: Arithmetik für Affen - Leser-Test von Corlagon
http://www.gamezone.de/Donkey-Kong-Jr-Math-Classic-21883/Lesertests/Donkey-Kong-Jr-Math-Arithmetik-fuer-Affen-Leser-Test-von-Corlagon-1010725/
10.05.2011
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2007/12/donkykongjuniormath_1_.jpg
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