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  • Dracula 2: Des Blutsaugers letzte Zufluchtsstätte - Leser-Test von BigJim

    Die Geschichte vom transsylvanischen Vampir-Grafen Dracula nach einer Romanvorlage von Bram Stoker aus dem Jahre 1897 fand zahlreiche Umsetzungen. Bekannt geworden sind vor allem die Dracula-Verfilmungen mit Bela Lugosi und Christopher Lee. Mit Dracula: Resurrection sowie Dracula 2: Die letzte Zufluchtsstätte erschienen vor gut zehn Jahren zwei überaus erfolgreiche Videospiele für PC und PlayStation, von denen insgesamt über eine Million Exemplare verkauft wurden.

    Dracula 2: Die letzte Zufluchtsstätte beginnt dort, wo Dracula: Resurrection endete. Es kann daher nicht schaden, den ersten Teil bzw. Dracula: Resurrection zu kennen. Ein kurzer Rückblick mag zum weiteren Verständnis beitragen: Der englische Makler Jonathan Harker reist geschäftlich ins abgelegene Burgenland Transsylvanien, um dort auf Schloss Dracula mit dem gleichnamigen Grafen einen Immobilienkauf abzuschließen, denn dieser möchte sich in London niederlassen. Bereits Harkers Anreise wird von Warnungen, Vorahnungen und unheimlichen Geschehnissen begleitet, die der junge Geschäftsmann jedoch zunächst ignoriert. Das ändert sich, als er spät abends während seiner Übernachtung im Schloss von Vampir-Bräuten Draculas angegriffen wird. Nach Anbruch der Morgendämmerung ist der Spuk vorbei und Harker kann zurück nach England fliehen. Dracula folgt ihm bis nach London und macht sich blutsaugend an Jonathans hübsche Verlobte Mina ran. In einem Zweitkampf vernichtet Harker schließlich den beißwütigen Grafen. Hier endete der Roman. Und hier begann Dracula: Resurrection, also der unmittelbare Vorgänger von Dracula 2: Die letzte Zufluchtsstätte.

    Denn dummerweise existiert Graf Dracula noch und übt mittels Gedankenübertragung weiterhin Einfluss auf Harkers Freundin aus. Diese folgt seinem Ruf und macht sich auf zum transsylvanischen Schloss, wo einst der ganze Horror begann. Für ihren Ex hinterlässt sie lediglich einen Abschiedsbrief. Verständlich, dass Jonathan erneut in ernster Sorge um die Geliebte ist und sich ihr und dem Grafen eilends an die Fersen heftet. Tatsächlich gelingt es Harker, die Freundin den blutrünstigen Fängen des Grafen zu entreißen und mit ihr zu fliehen. So endete Dracula: Resurrection. Und hier wiederum beginnt Dracula 2: Die letzte Zufluchtsstätte.

    Nach der Schluss-Sequenz von Dracula: Resurrection, die am Anfang von Dracula 2 nochmals vorgeführt wird, erfährt die Handlung ihre eigentliche Fortsetzung. Schauplatz des Geschehens ist zunächst London. Jonathan Harker und ein gewisser Dr. Seward versuchen dort alles, um Mina von ihren schrecklichen Erlebnissen zu heilen. Doch viel Zeit zur Genesung bleibt nicht. Dracula hat nämlich noch längst nicht aufgegeben und treibt sich ebenfalls in London rum. Es gelingt dem Vampir-Grafen, Nina ein zweites Mal nach Transsylvanien zu entführen. Um seine Verfolger abzuschütteln verschanzt er sich an einem speziellen Zufluchtsort. Dieser gleicht einer Festung, denn er ist mit Fallen und Hindernissen rundum abgesichert. Des Spielers Aufgabe ist es natürlich, Zugang zu Draculas Versteck zu finden und den Grafen ein für allemal zu vernichten. Das funktioniert natürlich nur, wenn wir vorher besagte Hindernisse und Fallen überwinden, wobei es zahlreiche Rätsel zu lösen und unser Geschick unter Beweis zu stellen gilt.

    Ein wesentlicher Kritikpunkt bei Dracula: Resurrection war die kurze Spielzeit. Offenbar haben sich die Entwickler den Klagen von Fans angenommen. Denn in der Tat: Dracula 2 kann mit mindestens der doppelten Gesamtspielzeit aufwarten, und wir bekommen den Vampir-Fürsten und dessen Gesellen diesmal auch etwas häufiger zu Gesicht als noch in Resurrection. Draculas Kumpanen aus dem Reich der Untoten (übrigens gibt es ein Wiedersehen mit der Insidern hinlänglich bekannten Hexe Dorko) lassen sich dabei oftmals mit List, manchmal aber auch unter Anwendung roher Gewalt vernichten. So werden wir im späteren Spielverlauf zum Beispiel einen Blutsauger direkt auf dem Friedhof erledigen, indem wir ihn mit einem Grabstein erschlagen. Aber keine Sorge: Allzu brutal ist Dracula 2 nicht. Gewaltaktionen werden zumeist mit äußerster Eleganz ausgeführt und stellenweise nur angedeutet, weshalb es sich beim vorliegenden Produkt auch nicht um einen "ab 18"-Titel handelt.

    Denn um dem Vampir-Grafen den Garaus zu machen, benötigt man - wie stets in einem Point & Click-Adventure - vor allem Köpfchen. So müssen wir unter anderem Zahlenschlösser knacken, Kombinationsaufgaben lösen, ein tödliches Schachbrett bezwingen oder einfach nur auf den richtigen Gedanken kommen, wenn es beispielsweise darum geht, den Verschluss eines Deckels mit Hilfe einer Pistole aufzuschießen. Einige Aufgaben sind zudem unter Zeitdruck zu lösen. Das bringt eine gewisse Dynamik ins Rätseldesign, könnte von insbesondere von Genre-Anfängern, also Spielern, die mit Adventures bislang wenig bis keine Erfahrungen gemacht haben, aber auch als störend, weil nervig empfunden werden. Außerdem sollte man ständig auf der Hut sein. Unser Hauptcharakter ist nämlich sterblich. Doch glücklicherweise ist dies nur ein Spiel. Wenn wir virtuell abkratzen, starten wir eben ab dem letzten Speicherpunkt neu.

    Rein atmosphärisch kann Dracula 2 - ähnlich wie bereits sein Vorgänger - überzeugen. Die ganze Szenerie wirkt unheimlich und gespenstisch. Man fühlt sich nur in den seltensten Momenten wirklich wohl in seiner Haut. Schon beim Anblick von Draculas Schloss aus der Ferne bekommt der Spieler eine leichte Gänsehaut. Und viele einzelne Schauplätze, z.B. der Friedhof, Gruften und düstere Kellerabschnitte, sind nicht weniger furchteinflößend, jedenfalls, wenn man Dracula 2 in den späten Abendstunden zockt. Wir steuern Jonathan Harker auch diesmal wieder aus der Ego-Perspektive mit 360°-Rundumsicht. Die Fortbewegung erfolgt naturgemäß dadurch, dass man sich durch die jeweiligen Bildabschnitte von A nach B klickt. Etwas gewöhnungsbedürftig ist das kreisförmig angelegte Inventar, in welchem wir Objekte sammeln und näher betrachten können. Außerdem: Da selbst größere Objekte nur über verhältnismäßig kleine Hotspots verfügen, muss der Spieler die Bilder mit dem Mauszeiger gründlich absuchen, um wichtige Gegenstände aufzunehmen oder an Ort und Stelle benutzen zu können.

    Grafisch macht Dracula 2 für damalige Verhältnisse einen wenn auch nicht überragenden, so doch zumindest einigermaßen soliden Eindruck. Die Figuren sind dabei besser gelungen als die Spielwelt allgemein, denn die erscheint recht statisch. Lediglich die ordentlich gemachten Zwischensequenzen bringen ausreichend Bewegung ins Spiel. Die Rätsel sind mitunter fordernd, aber für ältere Adventure-Hasen nicht zu schwer und insgesamt fair. Die Akustik kann allgemein als gelungen angesehen werden. Das Heulen des Windes oder das Knarren auf alten Holzböden trägt nicht unwesentlich zur gruseligen Stimmung bei. Bei der (deutschen) Synchronisation haben die Verantwortlichen allerdings nicht immer eine glückliche Auswahl getroffen. So klingen einige Sprecher/innen etwas gekünstelt, weil bestimmte Sätze falsch betont werden und die Stimmen gelegentlich etwas unmotiviert klingen.

    Hartgesottene Dracula-Fans unter den Knobelfreunden greifen am besten zur im Oktober 2009 für den PC veröffentlichten Sammel-Trilogie (Preis: ca. 30 €). Diese enthält neben Dracula: Resurrection und dem hier behandelten Dracula 2: Die letzte Zufluchtsstätte auch das 2008 erschienene Grusel-Abenteuer Dracula 3: Der Pfad des Drachens.

    Negative Aspekte:
    Technisch (insbesondere die deutsche Synchronisation betreffend) nur durchschnittlich.

    Positive Aspekte:
    Abwechselungsreiche Rätsel; gruselige Atmosphäre.

    Infos zur Spielzeit:
    BigJim hat sich 10-20 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Dracula 2

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: BigJim
    7.5
    Multiplayer
    -
    Grafik
    7/10
    Steuerung
    7/10
    Sound
    7/10
    Gameplay
    8/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Dracula 2
    Dracula 2
    Developer
    Wanadoo
    Release
    21.10.2000

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Dracula 2
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17.09.2011
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