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  • Dragon Age 2: Beim Blut des Drachen - Leser-Test von Yggdrasill16

    Bioware ist in der Videospielwelt eine feste Größe und versorgt den Spieler in regelmäßigen Abständen mit außerordentlich gelungenen Rollenspielen, die von Anhängern und Fachpresse gleichermaßen umfeiert werden.
    Einige Beispiele auf der Visitenkarte der RPG Schmiede wären: Jade Empire, Star Wars: KOTOR, Mass Effect I und II und nicht zuletzt Dragon Age: Origins.
    Gerade letzteres ist sehr gut angekommen und mit Preisen überhäuft worden, weil es in einer fast schon als Retro zu bezeichnenden Art und Weise ein klassisches Old School Rollenspiel darstellt. Vielseitige Charakterentwicklung, ausufernde und epische Story, taktisch angehauchte Kämpfe, ein ausgeprägtes Jäger und Sammler Spielelement mit zahlreichen Monstern, Waffen, Rüstungsteilen, Tränken, Zutaten, Truhen und nahezu unendlich vielen Quests. Die angestaubte Technik des Titels fiel auf, wurde aber angesichts des umwerfenden Spielerlebnisses verziehen.
    Wenn so ein Titel fortgesetzt wird, geht einem als Rollenspielfan das Herz weit auf, aber es sei schon im Vorfeld verraten: Dragon Age 2 lässt im Vergleich zu "Origins" richtig Federn. Das bedeutet zwar nicht die Katastrophe, lässt aber doch einen getrübten Eindruck zurück.

    Die Legende des Champions

    Dragon Age 2 beginnt mit dem mürrischen Zwerg Varric, der von der "Sucherin" der Kirche verhört wird und Informationen über einen "Champion", dessen Aufenthaltsort und Taten in der Vergangenheit preisgeben soll.
    Der Champion ist der Protagonist des Spiels in dessen Rolle der Spieler schlüpft und seine Geschichte anhand von Varrics Erzählungen rückwirkend erlebt.
    Zum besseren Verständnis, aber auch ohne zu viel vorweg zu nehmen, seien ein paar Worte zur Geschichte verloren.
    Die Verderbnis von Ferelden ist durch den "Helden", wie der Protagonist des Vorgängers in Dragon Age 2 stets genannt wird, abgewendet worden, aber dennoch sind ein Großteil der Landen stark in Mitleidenschaft gezogen worden und zahlreiche Flüchtlingswellen sind entstanden.
    Viele Bewohner ( so auch die Familie des Champions) machen sich auf den Weg nach Kirkwall, einer von der Verderbnis verschonten Großstadt, die in den Köpfen vieler Fereldener zum "El Dorado" wurde.
    Der Protagonist hat Verwandte in der Stadt und reist mit seiner Mutter und seiner Schwester ( je nach festgelegter Klasse auch Bruder) in die Stadt, um im Anwesen seines wohlhabenden Onkels zu leben und ein neues Leben zu beginnen.
    Wie es in Rollenspielen nun mal oft so ist, ist die Story natürlich nicht ganz so simpel, wie es zunächst den Anschein erweckt.
    Der reiche Onkel ist gar nicht reich, sondern ein Zechenpreller, dem das Wasser bis zum Hals steht und die Familie kurzerhand an Sklavenhändler verkauft hat. Also muss sich der Held mit kleineren Gefälligkeiten über Wasser halten.
    Über die Jahre macht man sich einen Namen und aus Gefälligkeiten werden kleine Reisen und später muss er dem Regent der Stadt bei seinen politischen Zwistigkeiten beistehen und dazu beitragen, die Welt zu einem besseren Ort zu machen.
    Obwohl das Geschehen niemals den Rahmen der Stadt Kirkwall und Umgebung sprengt, entwickelt sich mit der Zeit eine unterhaltsame Handlung, die mit offenem Ende den Release eines dritten Teils indirekt bestätigt.

    Wer braucht Taktik?

    In Sachen Gameplay hat die Dragon Age Saga mit dem zweiten Ableger eine ganz neue Richtung eingeschlagen.
    Angefangen mit den essenziellen Veränderungen im Kampfsystem, welches jetzt schnelle und fast schon arcadeartige Kämpfe bietet.
    Die mit einer Art 2 Tasten Steuerung geführten Gefechte gehen zwar wahnsinnig leicht von der Hand, die angestrebte Dynamik kommt jedoch nicht so richtig auf. Die Kämpfe wirken hektisch und sehr unübersichtlich, was auch nicht dadurch begünstigt wirkt, das es zu gelegentlichen Slowdowns und Rucklern kommen kann.
    Des weiteren ist der RPG- Anteil stark verloren gegangen und hält sich rudimentär im Hintergrund. Die "Skilltrees" sind vom Spiel in vorgefertigte kleine Happen zerlegt worden und lassen leider verhältnismäßig wenig Spielraum für Experimente.
    Will man das Bioware zu Gute halten, könnte man auch sagen, das übersichtliche Fähigkeitensystem verhindert, dass sich der Spieler verskillt und nimmt ihn bei der Charakterentwicklung bei der Hand. Ähnliches war ja auch beim Übergang von Mass Effect I auf II zu beobachten. Das gefällt mit Sicherheit nicht jedem, aber den Spielspaß reduzieren tut es eigentlich nicht und wirkt im Gesamtpaket marginal.
    Mehr aufstoßen dürfte da den meisten Anhängern des ersten Teils aber die Unnahbarkeit der Gefährten, die zumindest in den ersten 10-12 Spielstunden besonders auffällt. Sie geben kaum etwas über sich preis, kommentieren die Aktionen des Spielers verhältnismäßig kaum, und sind überhaupt nur an ganz bestimmten Dreh und Wendepunkten der Story ansprech- und vernünftig mit einbeziehbar.
    Das ist Schade, denn war doch das brillante Inszenieren verschiedenster Charaktertypen, die ihren individuellen Stempel je nach Spielweise unterschiedlich stark auf die Handlung drücken, eine der größten Stärken Biowares.
    Dadurch wirkt die Geschichte, die zwar wie erwähnt durchaus unterhalten kann, insgesamt leider etwas Seicht. Für ein Actionrollenspiel zwar angemessen, eines Rollenspielepos aber unwürdig.
    Beim Spieldesign an sich gibt es auch so einige ungeschliffene Kanten, die ein Wenig mehr Tunig hätten vertragen können.
    Die Spielewelt ist wie schon beim Vorgänger so unglaublich beschränkt, dass das ganze Spiel wie ein riesiges Schlauchlevel wirkt. Die Routen sind vorgegeben, es gibt kaum etwas zu entdecken, der Aufbau wirkt trotz unterschiedlicher Umgebungen immer wieder gleich und langweilt irgendwann.
    Konnte man in Origins viel Zeit mit der Suche nach Kräutern, Pilzen, Säuren Flaschen, Metallen und anderem Kleinkram für den Bau von Fallen und Runen oder das Brauen von Tränken verwenden, so findet man diese Möglichkeit in DA2 zwar wieder, sie ist jedoch in dieser Ausführung kaum der Rede Wert. Und Zutaten werden wenn überhaupt nur an vereinzelten Ortschaften gefunden, sodass das Spiel selber jeden Fund mit großer Einblendung würdigt, so als sei es ein halbes Gamescore Achievement eine Elfenwurzel zu finden.
    Die Interaktionsmöglichkeiten mit den NPCs waren in Origins auch schon nicht besonders hervorhebenswert, aber anstatt daran zu arbeiten, um dem Spieler die Illusion einer pulsierenden Rollenspielwelt zu verschaffen, wurde selbst dieses Feature deutlich zurückgeschraubt. Viele der Figuren wirken wie ein Schatten ihrer Selbst, die belanglose Ein-Satz-Fetzen von sich geben und als Statisten fungieren.
    Wenn wir schon vom Schatten ihrer Selbst sprechen...
    Grafisch reißt der Titel wirklich keine Bäume aus, das war schon beim Vorgänger so und wurde wie erwähnt auch gerne verziehen.
    Beim Nachfolger wirkt es aber zumindest gravierender. Nicht zuletzt deshalb, weil eine der ersten News bezüglich des Nachfolgers damals lautete, man wolle mit deutlich besserer Grafik aufwarten.
    Das ist nicht geschehen oder wenigstens kaum. Die Origins Engine zeigt ihr blasses und eher hässliches Gesicht an jeder Ecke, jeden Levels, jeder Questreise.
    Auch als Nicht- Grafikfetischist erwischt man sich dabei, dass man sich für die Fortsetzung der Reihe eine schickere Inszenierung der Welt, der Charaktere und der Kämpfe gewünscht hätte. Man schielt nach links und entdeckt Mass Effect 2, was, oh Wunder, aus der selben Schmiede stammt und fragt sich unweigerlich, was da los ist.
    Warum anscheinend nicht einmal der Versuch unternommen wurde, die Engine Ansatzweise anzupassen, sondern dem Spieler verwaschene, blasse und mitunter einfach unschöne und aufgewärmte Texturen vorgesetzt werden.

    Nach soviel Kritik sollte man wenigstens die behaltene große Stärke lobend erwähnen, die Dialoge und den Soundtrack
    Diese sind mal wieder hervorragend gelungen, die Sprecher kennt man aus Film und Fernsehen und sie sind mit viel Herzblut dabei und Hauchen den hässlichen Charakteren wenigstens so Menschlichkeit ein. Wie immer habt ihr viele Antwortmöglichkeiten, die die Story und euer Verhältnis zu euren Gefährten nachhaltig verändern können, wenn auch nicht in einem so großen Rahmen geschieht, wie man es sich gewünscht hätte.

    Liebes Biowareteam...

    Als Fazit kann man sagen, Dragon Age 2 ist ein mehr als passables Action RPG, mit netter Story und unkomplizierten Kämpfen, was insgesamt zu überzeugen weiß. Als Einzelstück.
    Ordnet man es allerdings in die Reihe von Dragon Origins und Mass Effect 2, den beiden vorherigen Biowarerollenspielen, wirkt der Titel eher schlicht und eher zweitklassig. Aber man jammert auf hohem Niveau.
    Umso trauriger, den Potenzial für einen oder zwei weitere Blockbuster gibt der Dragon Age Stoff nun wirklich her.
    Also, Jungs und Mädels von Bioware lasst euch beim nächsten mal etwas mehr Zeit und beschert uns mit Dragon Age 3 wieder eine richtige Perle, vielleicht sogar das Rollenspiel des Jahres- sagen wir 2014?!

    Negative Aspekte:
    Optisch eher betagt, schlechtes Leveldesign, langsam in Fahrt kommende Geschichte, etwas zu simple und hektische Kämpfe,

    Positive Aspekte:
    Sehr lobenswerte Vertonung mit motivierten Sprechern, biowaretypische Dialoge, "übersichtliche" Charakterentwicklung, gelungene Atmosphäre, viele Nebenquest und eine ordentliche Spielzeit (inklusive Wiederspielwert), interessante Erzählweise

    Infos zur Spielzeit:
    Yggdrasill16 hat sich 20-100 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

  • Dragon Age 2
    Dragon Age 2
    Publisher
    Electronic Arts
    Developer
    Bioware
    Release
    10.03.2011

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Dragon Age 2
Dragon Age 2: Beim Blut des Drachen - Leser-Test von Yggdrasill16
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20.03.2011
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