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  • DreamFall: The Longest Journey - Nur eine Vision? - Leser-Test von pineline

    Viele Jahre nach der Version für den PC erschien "Dreamfall, The Longest Journey" doch tatsächlich auch für eine Spielkonsole, ich machte die Erfahrung mit der Fassung für die X-Box. Des Öfteren hatte ich einen längeren, sehr nett anzuschauenden Trailer zu diesem Adventure gesehen, muss letztlich aber leider sagen, dass ich insgesamt etwas enttäuscht bin und das in vielerlei Hinsicht. Nein, ein richtig schlechtes Spiel ist es nicht, doch sowohl von der Präsentation als auch vom Spielverlauf her konnte dieses Abenteuer nicht das erfüllen, was ich mir ursprünglich gewünscht hatte. Gute Ansätze sind zweifelsohne vorhanden und phasenweise fühlte ich mich sogar richtig wohl, doch leider wurde ich kurz darauf schnell wieder aus dieser angenehmen Atmosphäre herausgerissen, was wir sowohl einigen Animationen als auch unnötigen Actionsequenzen zu "verdanken" haben.

    "Dreamfall" ist zumindest schon einmal ein Adventure, allein das ist doch positiv. Noch schöner ist, dass im Gegensatz zur Urfassung für den PC die Elemente eines Adventures mehr wiegt als die Action. Dies leider auch aus dem Grund, da die Actionpassagen hier richtig dämlich sind und vieles kaputt machen. Wie in einem schlechten Prügelspiel blocken wir und schlagen zurück und das total anspruchslos durch primitives Tastengehämmer. Außerdem ist die Steuerung zu allem Übel auch noch sehr unpräzise geraten, Mühe wurde sich hier definitiv nicht gegeben. Gut, dass diese Passagen mit "Action" nicht nur stupide, sondern auch simpel zu bewältigen sind, so hat die Quälerei zumindest schnell ein Ende. Auch in optischer Hinsicht kommen diese Szenen unterirdisch daher, wirklich kaum anzuschauen, wie steif die Animationen der hampelnden Figuren daherkommen. Das reißt gehörig aus der ansonsten sich so schön dicht entwickelnden Atmosphäre heraus und verhindert eine höhere Bewertung ganz eindeutig, sorgt es doch immer wieder zwischendurch für schlechte Laune.

    Das ist wirklich mehr als schade, denn grundsätzlich ist unsere Hauptfigur ganz offensichtlich wohlgeformt und wunderbar durchtrainiert. Zoe Castillo ist ihr Name, die aufgrund einer Vision quasi unfreiwillig einer dunklen Verschwörung auf die Schliche kommt. Angetrieben in erster Linie dadurch, dass ihr Freund verschwunden ist, macht sie sich auf die lange Reise durch drei größere Welten: die Hightech-Region "Stark", das Fantasy-Gebiet "Arcadia" und die Winter-Dimension "Kosmos". Damit etwas Abwechslung Einzug in die Handlung hält, übernehmen wir im weiteren Verlauf die Kontrolle der Hauptfigur des Vorgängerteils, nämlich April Ryan und zu guter letzt die des Mönches Kian. Angenehm ist, dass es vorkommt, dass wir dieselben Orte mit einer anderen Figur öfter einmal erneut aufsuchen, bei Tag und bei Nacht. Die Landschaftsoptik ist übrigens - im Gegensatz zu den steifen Hampelmann-Animationen- schön anzusehen, gerade die Fantasy-Welt "Arcadia" sieht richtig hübsch aus, dort fühlte ich mich wohl. Die dichte Spielatmosphäre gut unterstreichend zeigt sich die Sprachausgabe in lupenreinem deutsch, welche den Spannungsgehalt hoch hält und uns die komplexe Handlung wirkungsvoll näherbringt.

    Erreichen wir ein Gebiet oder besser gesagt einen Raum, schauen wir uns akribisch um, eine bläuliche Anzeige, mit der wir die Umgebung quasi abtasten, hilft uns bei der sorgfältigen Suche nach Indizien und sonstigen wichtigen Infos. Einige Puzzle erwarten uns, die ganz klar eine Stärke von "Dreamfall" darstellen, in der Regel ist der Schwierigkeitsgrad angenehm moderat, oft gilt es, relativ unkomplizierte Schieberätsel zu lösen oder auch blockierte Eingänge gekonnt zu umgehen und den Zielort auf Umwegen zu erreichen. Sehr viel Gewicht haben die zahlreichen Dialoge, welche die Handlung vorantreiben und das ist ja auch gut so: die Personen, mit denen wir reden, haben uns meistens viel zu erzählen, sehr viel sogar. Ein bestimmter Begriff veranlasst den Gesprächspartner, eine weitere Information preiszugeben beziehungsweise uns mit dem nächsten Hinweis zu versorgen, um den Weg zu dem uns zunächst versperrten Ziel zu öffnen.

    Zusätzlich zu den (misslungenen) Actionsequenzen, den (gelungenen) Dialogen und dem Suchen nach Indizien in unterschiedlichen Gebieten in schön dichter Atmosphäre erleben wir Schleichpassagen: diese kommen erstaunlich häufig vor und wurden von mir gerne in Anspruch genommen, da sie es möglich machen, die unsäglichen Actionpassagen zu umgehen. Schleicht langsam an den Gegnern vorbei, möglichst mit großem Abstand. Seid Ihr ihnen nahe, achtet auf den Boden, damit Ihr bloß nicht auf etwas wie Scherben oder Äste tretet, welche verräterische Geräusche machen würden. Ich machte jedenfalls viel lieber einen großen Bogen um die Feinde (Mensch wie Tier), als das ich mich in einen eintönigen Kampf begab. Das Gefühl wurde ich dennoch dahingehend nicht los, dass genau diese Schleichpassagen das Spiel unnötig in die Länge ziehen sollten, Ähnliches gilt bezüglich des manchmal übertrieben langen Suchens nach dem nächsten Hinweis. Da wir es mit einem klar linearen Spielverlauf zu tun haben, geht es einfach nicht weiter, bevor eine bestimmte Aktion nicht die nächste auslöst. Immerhin brauchen wir keine lange Eingewöhnungsphase, denn die gute Menüführung lässt praktisch keine Fragen offen.

    "Dreamfall, The Longest Journey" hätte ein packendes und abwechslungsreiches Abenteuer für die X-Box werden können, wurde es aber nicht. Nervtötende Actionpassagen, in die Länge gezogene Schleichsequenzen, teilweise orientierungsloses Herumirren auf der Suche nach dem nächsten Hinweis, eine zu streng lineare Story, oftmals zu simple Schieberätsel und völlig missratene Animationen der Figuren katapultieren den Spielspaß insgesamt empfindlich nach unten. Die hübsche Zoe, das schöne Fantasy-Gebiet und die gute Menüführung sind da nur ein schwacher Trost. Immerhin registrieren wir eine richtig gute deutsche Sprachausgabe, eine phasenweise dichte Spielatmosphäre und eine angenehm undurchsichtige Story. Eine schwache Empfehlung noch von mir, auch weil wir es mit einem Adventure zu tun haben, einem eher sehr seltenen Genre auf der X-Box.

    Negative Aspekte:
    Peinlich steife Animationen, schlechte Actionsequenzen, zu häufige Schleichpassagen, nicht anspruchsvoll

    Positive Aspekte:
    Handlung, Landschaftsoptik, drei Spielfiguren, gute Menüführung, Sprachausgabe

    Infos zur Spielzeit:
    pineline hat sich 10-20 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Dreamfall: The Longest Journey

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: pineline
    6.9
    Multiplayer
    -
    Grafik
    7/10
    Steuerung
    7/10
    Sound
    8/10
    Gameplay
    6/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    9.0/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Dreamfall: The Longest Journey
    Dreamfall: The Longest Journey
    Publisher
    dtp
    Developer
    Funcom
    Release
    28.07.2006

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1010880
Dreamfall: The Longest Journey
DreamFall: The Longest Journey - Nur eine Vision? - Leser-Test von pineline
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21.10.2011
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