Konamis Offread-Interpretation bringt ordentliche Mehrspielergaudi vor dem Schirm und ins heimische Wohnzimmer.
Rennspiele mit minikleinen Flitzern sind mittlerweile etwas aus der Mode gekommen. Die traditionellen "Micro Machines" kommen nicht mehr in die Gänge und auch so manch andere Konkurrenz lässt ungeniert auf sich warten. Wer die Tage aber mal in den WiiWare Channel schaut, findet von Konami eine witzige Hommage auf einen uralten Klassiker vor. Ihr "Driift Mania" lädt zu rasanten Pistenrennen mit Hosentaschenfahrzeugen auf Strecken ein, die gerade einmal einen HD-Screen füllen können. Offroad-Liebhaber der alten Schule werden nun eventuell schon ganz glasige Augen haben. Wir setzten uns hinter das Steuer zahlreicher kleiner bunter Flitzer und wirbelten ordentlich Staub auf, um für euch den Driftableger auf Herz und Niere zu prüfen.
Driift Mania
Ergraute Videospieler erinnern sich sicherlich noch an das gute alte "Super Off Road", welches vor genau zwanzig Jahren die Arcade-Hallen und im Anschluss diverse Konsolen wie auch die Heimcomputer unsicher machte. Konamis "Driift Mania" zeigt zwar keine Namensähnlichkeiten auf, erinnert aber frappierend an diesen alten Klassiker. Dies liegt vor allem an der vogelperspektivenartigen Darstellung der zwölf abwechslungsreichen Rennpisten, die gerade einmal einen einzigen Bildschirm füllen. Dennoch sorgen sie mit verschlungenen Führungen, Steilkurven, zahlreichen Hindernissen und nicht zu unterschätzenden Abkürzungen für motivierende Rundenrennen, die es mit der Zeit ganz schön in sich haben.
Driift Mania
Hauptproblem von "Driift Mania" wie auch seinerzeit bei "Super Off Road" stellt die Übersicht dar. Dank Cel-Shadding Grafik wirken einige Streckenabschnitte zwar eher schlicht und überzeugen nicht sonderlich mit üppigen Details, dafür kann der Streckenverlauf aber recht gut ausgemacht werden. Die, zumindest nach getaner Arbeit, über dreißig vorhandenen Rennboliden schrumpfen dagegen auf das Niveau von winzigen Spielzeugautos. Minikleine und vor allem knallbunte Flitzer rasen über den Asphalt der Stadt, den schwammigen Matsch über Stock und Stein sowie den Eisschollen hinweg bzw. durch den aufwirbelnden Sand der Wüste. Wer keine große HD-Glotze sein eigen nennt und sich nach wie vor mit kleinen Röhrengeräten zufrieden gibt, wird mit "Driift Mania" definitiv keine Freude mehr haben. Die Microautos verlieren sich gewaltig im Gewusel (vor allem bei bis zu acht Rennteilnehmern), welches sich dank schmächtiger Motorengeräusche wie ein Schwarm Hummeln anhört.
Auf die Plätze, fertig, los!
Driift Mania
Der Solomodus bietet zahlreiche Streckenrennen basierend auf kleinen Karrieren, die in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden ausgetragen werden. Zunächst gilt es aber ein Gefühl für die Flitzer zu bekommen, denn "Driift Mania" lädt zu arcadelastigem Spielspaß ein, sorgt aber aufgrund spürbar unterschiedlicher Bodenbeschaffenheiten und anfänglich sehr schwammiger Steuerung für kniffliges Fahrverhalten. Die Spielzeugautos neigen zu übersteuern und drehen sich gern mal im Kreise, oder bleiben auch häufig dank einiger Spielfehler an Streckenführungen wie Banden oder Bäumen hängen. Schnell liegt man uneinholbar hinter den CPU-Kollegen zurück und quält sich zermürbend irgendwie noch über die Ziellinie.
Driift Mania
Jedes Fahrzeug, so unscheinbar diese Miniflitzer auch wirken, spielt sich dabei auch tatsächlich minimal anders. Zudem reagieren die Boliden extrem auf Veränderungen der Strecken. Tiefer Matsch verlangsamt den Schlitten, während sandige Kursabschnitte dazu neigen, hektisch reagierende Fahrer von der Piste zu schleudern. Bei einem heftigen Zusammenstoß mit den Rennkollegen, verlieren die bunten Autos zudem ordentlich Öl und sorgen somit für rutschige Partien. Es gibt also viel zu lernen und als Pilot hinter dem Steuer kann ziemlich viel schief gehen. Leider gibt es keinerlei Items wie Nitro oder ähnliches, um verlorene Zeit wieder gut zu machen. Es bleibt einzig allein die Hoffnung, dass die KI ebenfalls solche Fehler begeht und somit wieder eine Chance auf den Sieg besteht.
