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  • Driv3r im Gamezone-Test

    Driv3r bietet uns nicht nur handfeste Gangster-Action sondern erhebt uns auch in den Stand eines Regisseurs.

    Fahren mit Stil

    Die Polizei von Miami bekommt Wind von einem Deal, bei dem über 40 der teuersten und selbstverständlich gestohlenen Luxuskarossen an einen unbekannten Käufer im Ausland geliefert werden sollen. Offensichtliche Drahtzieherin des Deals ist die berüchtigte Calita, die sich bereits einen zweifelhaften Namen im Untergrund gemacht hat, da sie kaltblütig ihre eigenen Leute opferte als eine Geiselnahme in die Hose zu gehen scheint. Seitdem traut sich keiner mehr sich mit ihr anzulegen, denn sie ist skrupellos und absolut zielstrebig, für das Geschäft geht sie auch über Leichen. Doch auch sie ist nicht ohne Fehler, weswegen sie in ihrem Blutrausch nicht bemerkt wie Tanner die Organisation infiltriert und bereits die Schlinge auslegt die sie zu Fall bringen wird.

    Denn wie in den beiden Vorgängern schlüpfen wir auch im dritten Teil von Driver wieder in die Rolle des unbeirrbaren Undercover-Agenten Tanner, der die Hintermänner des Deals auffliegen und die Verbrecher ihrer gerechten Strafe zuführen wird. Dafür bereisen wir ganze drei Städte, nämlich Miami, Nizza und Istanbul, wo es zum großen Showdown kommt. Dabei hat sich vom Gameplay her nicht viel geändert, nach wie vor sind wir viel mit diversen Gefährten unterwegs um an Orte zu gelangen wo es Gangster zu verprügeln, Bars zu zerlegen oder gleich ganze Baustellen in Schutt und Asche zu legen gilt. Dazu stehen uns im gesamten Spiel 70 Fahrzeuge zur Auswahl, von der wendigen Vespa über handliche Kleinwagen bis hin zu aufgemotzten Sportkarren mit viel zu viel PS. Wie wir es schon aus GTA kennen, ist Tenner in der Lage sich jedes Fahrzeugs zu bemächtigen, indem er den Fahrer einfach von seinem Sitz holt. Sodann kann man sich völlig frei in der jeweiligen Stadt bewegen, sie erkunden und versteckte Dinge finden. Im Spiel selbst hat man dazu aber kaum Gelegenheit, denn auf jede erfolgreich absolvierte Mission folgt direkt die nächste. Es ist also nicht möglich sich zwischen den Missionen etwas umzusehen oder ziellos umherzufahren, da auf jede beendete Mission sofort die nächste folgt. Die einzelnen Missionen aber bestehen meist aus mehreren Abschnitten in denen man verschiedene Punkte anfahren muss um dort etwas zu erledigen, so dass diese mit dem fortlaufendem Spiel immer anspruchsvoller werden. So kann man sich in der ersten Stadt Miami bei den meisten Aufträgen noch recht viel Zeit lassen und auch die Gegner sind nicht unbedingt die stärksten, in Nizza aber legt der Schwierigkeitsgrad dann schon etwas zu um uns schließlich in Istanbul so richtig zu fordern. Das ist auch gut so, denn mit den gebotenen 30 Missionen könnte man etwas am Umfang von Driv3r mäkeln, welches man schon an einem Wochenende durchspielen kann, wenn man es darauf anlegt. Dann aber hat sich einem erst die Hälfte des Spiels erschlossen, welches uns neben dem Spiel selbst noch den Filmregisseur anbietet, der mehr Spaß macht als man auf den ersten Blick meinen möchte. Denn nach dem erfolgreichen Absolvieren einer Mission kann man sich das rohe Replay auf die Festplatte/Memcard speichern um daraus einen actiongeladenen Film zusammenzuschneiden. Dafür stehen uns allerlei Werkzeuge zur Verfügung die ein schnelles erstellen des Filmes erlauben. Wir platzieren ganz einfach die Kameras an den gewünschten Punkten, wie neben der Strasse oder mitfahrend im Auto, bestimmen noch den Zoom oder legen ein Motion-Blur auf das Geschehen, machen noch einen heftigen Schwenk um den Spot dramatischer erscheinen zu lassen, und schon ist er fertig unser Film, denn man wieder auf die Memcard bzw. Festplatte speichern kann.

    Besitzer einer Xbox mit XBL-Account können ihre fertigen Filme der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen, die wiederum eine Wertung vergeben können. Denn die Online-Statistik richtet sich alleine nach den erhaltenen Bewertungen pro Regisseur, so dass man sich mit seinen Filmchen online einen richtigen Namen als guter Regisseur machen kann. Gleichzeitig kann man sich natürlich auch die Filme der anderen Teilnehmer ansehen und diese bewerten. Auf diese Art und Weise entsteht online ein richtiger Wettkampf, wer denn nun die besten Filme erstellt oder die lustigsten Ideen hat. Denn bereits jetzt lässt sich absehen, dass viele Spieler alles mögliche Verfilmen, aber nicht die vorgegebene Story. Man darf also gespannt sein was uns dieses Feature in Zukunft noch bieten wird. Denn eines ist klar: Während man andere Spiele erneut spielt um seinen Highscore zu verbessern, legt man Driv3r immer wieder ein, um noch eine filmreifere Vorstellung zu liefern, aus der man den noch besseren Film macht.

    Doch auch abseits des Filmregisseurs ist das Gameplay mehr als gelungen, was sicher auch an der gesamt coolen Präsentation liegt. Denn die einzelnen Missionen sind sehr abwechslungsreich ausgefallen und kaum eine gleicht der anderen. Wie bereits erwähnt setzen sich die Missionen meist aus mehreren Teilaufgaben zusammen. Dabei verbringen wir etwas mehr Zeit im Auto und auf der Strasse als mit der Waffe in der Hand. Doch auch die Kampfsequenzen kommen nicht zu kurz und stellen meist die größere Herausforderung dar. Denn hat man die verschiedenen Autos recht schnell im Griff, braucht es für die Steuerung von Tanner selbst schon etwas Eingewöhnungszeit, besonders weil Tanners Fadenkreuz etwas übernervös reagiert. So richtig hart wird es diesbezüglich aber erst in der letzten Stadt Istanbul, wo man es gleich mit ganzen Gegnerhorden aufnehmen muss, die noch dazu wesentlich besser bewaffnet sind als wir selbst. Trotzdem wird das Spiel kaum unfair, der Schwierigkeitsgrad steigert sich nur kontinuierlich.

    Neben dem eigentlichen Spiel und dem zugehörigen Filmregisseur bietet uns Driv3r noch die "freie Fahrt" in einem beliebigem Gefährt, einfach um die Zeit totzuschlagen oder die Stadt besser kennen zu lernen, sowie sechs verschiedene Fahrspiele. Diese nennen sich "Verfolgungsjagd", "Nichts wie weg", "Trail Blazer", "Überleben", "Checkpoint-Rennen" und "Tor-Rennen" und sollten sich selbst erklären. Leider hat man diesen Fahrspielen jegliche Highscore-Tabelle vorenthalten, lediglich das abspeichern des Clips ist möglich um ihn später zu "verfilmen". Was aber haben solche Spiele für einen Sinn, wenn die Bestleistung nicht gespeichert wird und man nicht einmal seine eigenen Leistung überbieten kann, weil man nirgendwo sieht wie gut man bereits war?

    Doch ist dies bei weitem der kleinste Glitch im System, wovon Driv3r noch eine ganze Menge für uns bereithält. Denn besonders die Grafik erlaubt sich jede Art von Ausreißer den man sich nur vorstellen kann. Fußgänger und Autos poppen in bester Shenmue-Manier erst einige Meter vor uns auf, ebenso ganze Häuserblöcke die ihre schmückende Fassade erst einige Meter vor uns spendiert bekommen während sich davor stehende Bäume aufbauen, beliebige Texturen beginnen großflächig zu flimmern während die Framerate an bestimmten Stellen schon mehr als nur einbricht und in der Nacht kann man zusätzlich beobachten wie sich die Lichtkegel zu den leuchtenden Straßenlaternen erst kurz vor uns einschalten und Büsche neben uns aufpoppen. Die Lichtkegel des Gegenverkehrs schalten sich ebenfalls erst einige Meter vor uns ein und sogar Klippingfehler tauchen hie und da auf.
    So muss man leider feststellen, dass die grafische Präsentation von Driv3r zwischen mehr als gut und grottig schwankt. So gibt es durchaus Stellen an denen man sich gerne den Sonnenuntergang anschaut, wie er sich über die Stadt legt während diese vom Leben erfüllt scheint, nur um uns dann wieder in Innenräume zu führen die nur aus vier Texturen zu bestehen scheinen, mit einfarbigen Wänden und null Schmuck. Doch wollen wir bei all der Kritik an der Grafik nicht vergessen welch gigantische Städte uns Driv3r bietet, die es locker mit GTAIII und Vice City aufnehmen können, so riesig sind sie ausgefallen. Kein Wunder also, dass man hier einen Kompromiss schließen musste.

    Dafür umso bombastischer und über jede Kritik erhaben fiel die Soundkulisse aus, die es hervorragend schafft die allgemeine Coolness die Tanner ausstrahlen soll zu unterstützen. Gerne glauben wir es den Entwicklern, dass sie Berge von Platten durchgehört haben um die passendsten Songs für Driv3r zu finden, was ihnen zweifellos gelungen ist. Doch auch die Umweltgeräusche müssen sich nicht verstecken, wobei besonders die verschiedenen Motor- und Hupenklänge gefallen. Denn jedes Auto und auch alle anderen Fahrzeuge besitzen einen ganz individuellen Motorklang sowie zugehörige Hupe.
    Ebenfalls recht gut gelungen ist die deutsche Synchronisation, die nur an der Qualität mancher Sprecher krankt. Denn auch wenn die meisten deutschen Sprecher ihren Job einwandfrei verrichten, tauchen immer wieder Personen auf die sich anhören als würden sie durch ein Telefon sprechen. Schaltet man stattdessen auf die englische Sprachausgabe, ist davon nichts mehr zu hören. Womit wir bei einer weiteren Besonderheit von Driv3r wären, welches eines der wenigen Xbox-Spiele ist bei denen man die gewünschte Sprache nicht im Dashboard sondern im Spiel selbst auswählt. Ob man dies nun gut oder schlecht findet liegt wohl an jedem persönlich.

    Die Steuerung begegnet uns in zwei Arten, nämlich für die Fahrzeuge sowie die direkte Steuerung von Tanner selbst. Die Fahrzeuge unterscheiden sich recht stark im Handling, so dass sich ein LKW natürlich ganz anders fährt als ein Sportwagen. Trotzdem lassen sich die Fahrzeuge gut kontrollieren und mit etwas Übung kann man sie um jede Kurve schleudern lassen ohne anzuecken. Etwas diffiziler gibt sich da schon die Steuerung von Tanner, welche den linken Analogstick benutzt um ihn zu Bewegen und den rechten für die Blickrichtung. Ab vom Standard aber hat man die Kamera an Tanners Rücken festgeklebt, Kamera und Tanner lassen sich also nur gemeinsam drehen, ein seitliches Gehen wie aus GTA bekannt ist so also nicht möglich, da die Kamera immer hinter Tanner bleibt und wir diese gleichzeitig mit ihm mit dem rechten Stick steuern. Wir sehen ihn also grundsätzlich von Hinten, ein seitlicher Blick ist nicht möglich. Daran gewöhnt man sich aber ziemlich schnell und kann sich dann dem Zielen widmen, was schon etwas Feingefühl benötigt. Denn selbst wenn man die Empfindlichkeit etwas herunterregelt, reagiert das Fadenkreuz doch recht nervös und es kommt immer wieder zu dem bekannten Syndrom, dass man exakt einen Pixel zu weit rechts und einen Pixel zu weit links schießt. Dies macht in entsprechenden Situationen auch den Schwierigkeitsgrad aus, wenn man beispielsweise möglichst schnell drei oder vier Gangster ausschalten muss, was nur gelingt wenn man das Fadenkreuz auf Anhieb richtig positioniert.
    Die Bedienung des Filmregisseurs viel erstaunlich gut aus und lässt uns in kürzester Zeit die gewünschten Einstellungen finden und den Film verwirklichen. Fast schon könnte man von einer WYSIWYG-Oberfläche sprechen, denn noch bevor eine Kamera gesetzt ist können wir uns den Film von besagter Position aus betrachten oder den Schnitt dem Auto-Regisseur überlassen, der seine Arbeit aber nie so gut macht als wenn wir selbst Hand anlegen.

    Womit wir beim letzten Absatz des Reviews angelangt sind, welches sich leider der technischen Mängel von Driv3r widmet, wofür die fünf Finger einer Hand nicht mehr ausreichen. Denn neben der bereits erwähnten grafischen Probleme die Driv3r plagen, haben auch noch einige andere Ungereimtheiten mit ins Spiel gefunden. So stürzte das Spiel regelmäßig auf verschiedenen Xboxen mitten im Game einfach ab, egal ob wir uns in einer Mission oder im Filmregisseur befanden, die Konsole friert ein und lässt sich nicht mehr zum Leben erwecken. Darauf konnte man sich fast verlassen, dass Driv3r einmal am Tag abschmiert. Doch der Filmregisseur wartet mit noch einer Überraschung auf, die wohl am nicht ganz ausgereiften System liegt. So passiert es, dass sich aufgezeichnete Gegebenheiten plötzlich ändern! Wir besitzen beispielsweise eine Aufzeichnung die zeigt wie wir einen Gangster niederstrecken. Diesen Augenblick haben wir mit dem Filmregisseur wunderbar in Szene gesetzt, indem wir zuerst zeigen wie Tanner den Schuss abgibt um dann auf den Gangster zu schwenken und in Zeitlupe zu zeigen wie er zu Boden fällt. Diese Aufzeichnung laden wir einen Tag später und stellen mit Entsetzen fest, dass Tanner im fertigen Filmchen zwar den Schuss abgibt, dieser aber nicht mehr trifft! Besagter Gangster schaut stattdessen gelangweilt auf die Uhr. Damit ist der Film natürlich im Eimer, ganz ohne dass der Spieler etwas dafür kann.

    Driver 3 (XB)

    Singleplayer
    8,5 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    7/10
    Sound
    9/10
    Steuerung
    8/10
    Gameplay
    9/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Cineastischer Eindruck
    hervorragend inszenierte Missionen
    "Was bisher geschah" Preview
    riesige Städte
    der einmalige Filmregisseur
    spitzen Soundtrack
    gute deutsche Synchronsprecher
    Praktisch alle Grafikfehler die man sich vorstellen kann
    Bug im Filmregisseur verändert den Filminhalt
    schmiert schon mal ab
    nicht immer optimal abgemischte Soundkulisse die Gespräche gerne übertönt
  • Driver 3
    Driver 3
    Developer
    Reflections Interactive
    Release
    18.06.2004
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Driver 3
Driv3r im Gamezone-Test
Driv3r bietet uns nicht nur handfeste Gangster-Action sondern erhebt uns auch in den Stand eines Regisseurs.
http://www.gamezone.de/Driver-3-Spiel-22177/Tests/Driv3r-im-Gamezone-Test-989918/
21.06.2004
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2004/08/27_1111108.jpg
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