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  • Duke Nukem Forever: Eat shit and die- Duke Nukem ist zurück! - Leser-Test von Blanca

    Wer ist blond, respektlos, großmäulig, schwer bewaffnet, trägt ne Sonnenbrille, hat ne Bierfahne und ließ unglaubliche 14 Jahre lang auf sich warten? Richtig! Duke Nukem, ein Pixelheld dessen Karriere Anfang der 90er Jahre ihren Lauf nahm. Dabei erblickte der "Über- Macho" mit den derben Sprüchen keineswegs im Genre der Ego- Shooter das Licht der Videospielwelt, nein auch Duke Nukem hüpfte sich zu Beginn seiner Geschichte in allerschönster Jump 'n' run- Manier durch bunte 2D- Welten. Geschaffen von der Spieleschmiede Apogee Software (heute auch bekannt unter dem Namen 3D Realms) formte sich bereits in den beiden ersten Teilen Duke Nukem I und II der besondere Charakter dieser Spielreihe: ein humorvoller Held mit sexistischen Zügen ballert sich mit einer Hand voll dicker Wummen durch die Levels, um ein paar Aliens mächtig den Arsch aufzureißen.

    Im 3. Ableger der Reihe "Duke Nukem 3D" avancierte der Duke 1996 schließlich zur Kultfigur. Das Spiel, das hier erstmals in Form eines Ego- Shooters daherkam, zeichnete sich vor allem durch seinen schrägen Humor und eine für die damalige Zeit große Interaktivität aus. So konnte man neben dem reinen Ballergeschehen auch hin und wieder bei einer Runde Billiard relaxen oder vollbusigen Schönheiten im nächsten Stripclub Geldscheine zustecken. Der markante Humor der Dukefigur tat sein übriges und so scharrte der gute Duke Nukem schließlich eine große Fangemeinde um sich. Eine Fortsetzung der Reihe wurde sehnsüchtig erwartet und bereits 1997 kündigte 3D Realms tatsächlich den Nachfolger "Duke Nukem Forever" an. Doch was passierte dann? Um es mit dem Duke zu sagen: Holy Shit!- eine laaaaange Zeit gar nichts. Neben unzähliger Portierungen von Duke Nukem 3D auf andere Systeme ließ Duke Nukem Forever eine halbe Ewigkeit auf sich warten und geisterte nur als guter Witz durch die Welt der Videospielbranche. Erst als 2009 Gearbox Software die Entwicklung von DNF übernahm wurde dem sprücheklopfenden Held 2011 ein weiteres Abenteuer vergönnt. Trotz der übermäßig langen Entwicklungszeit sind die Kritiken zu Duke Nukem Forever jedoch sehr gegensätzlich. Während einerseits von einer gelungenen Fortsetzung gesprochen wird, hört man andererseits auch immer wieder von einer misslungenen grafischen Präsentation und "altbackenem Gameplay".
    Im vorliegenden Review habe ich die Xbox 360- Version von DNF getestet, die mir Dank dem schönen Gewinnspiel von Gamezone zur Verfügung gestellt wurde. Dankeschön nochmals an dieser Stelle!!! :-) Ich gebe zu, ich gehöre der Duke- Fangemeinde an, aber ich habe versucht unvoreingenommen an das Spiel heranzugehen. Mein Ergebnis lest ihr in den nachfolgenden Zeilen.

    "WIE SCHMECKT EUCH MEIN SCHWENGEL?"- STORY UND GAMEPLAY

    Wenn man sich berechtigterweise fragt, was der gute Duke Nukem in der langen Zeit nach seinem letzten Abenteuer so getrieben haben mag, findet man die Antwort in Dukes Penthouse in Las Vegas. Betrachtet man sich hier im ersten Level von DNF die Bilder an den Wänden etwas genauer, erkennt man den Duke ganz typisch in verschiedenen selbstverherrlichenden Posen. Mal als Astronaut, mal als Bezwinger des Mount Everest, als Casinobesitzer oder Poker Ass. Der blonde Sunnyboy hat sich also mitnichten auf die faule Haut gelegt, nur Bier gesoffen und sich einen Brauereitumor zugelegt. Nein, der Duke ist ein Star in Top- Form, muskelbepackt wie eh und je, Weiberheld der Nation und sowieso noch immer die coolste Sau auf Erden. Doch die beschaulichen Tage scheinen gezählt: Duke vergnügt sich gerade mit seinen Mädels, als doch tatsächlich wieder mal das schleimige Alienpack nichts besseres zu tun hat, als in der Stadt einzufallen, Dukes Bier leerzusaufen und die hübschesten Mädels der Stadt zu entführen. Die Entwendung seiner heißgeliebten "Sahneschnitten", wie er sie nennt, stößt dem Duke natürlich bitter auf und so zieht er los, um erneut seine Stiefel tief in ein paar Alienärschen zu versenken. Soviel erstmal zur Story, die oh Wunder, selbstverständlich auf leicht bekleideten Mädels, Aliengesindel und dem Duke als vor Testosteron strotzendes Alpha- Tier mittendrin aufbaut.

    Gemeinsam mit dem Duke zieht der Spieler nun los, um mit einem Arsenal mächtiger Schiesseisen der Alienbrut einzuheizen. Neben den üblichen Verdächtigen wie Schrotflinte, RPG oder Ripper gehören auch Minen und Rohrbomben zur Ausrüstung. Bereits aus DN 3D bekannt und spaßig ist vor allem auch die Shrink Ray, eine Waffe, mit der Gegner geschrumpft und anschließend vom Duke zertreten werden können. Man steht jedoch öfters vor der Qual der Wahl, denn der gute Duke kann trotz seiner Übermuckis nur zwei Handfeuerwaffen bei sich tragen. Die Steuerung zeigt sich anfangs etwas fummelig, geht nach einer gewissen Zeit jedoch gut von der Hand. An Gegnern laufen einem alte Bekannte über den Weg, wie etwa die Octabrains aus DN 3D oder die guten alten, hässlichen Pig Cops, die einen geradezu dazu einladen, ein feines Schweinegulasch herzurichten... Bei den Gefechten darf natürlich ein gewisses Maß an Splatter nicht fehlen und so fliegen einem eine Menge Aliengliedmaßen und Blut um die Ohren. Ganz klassisch steht man am Ende eines Levels einem bildschirmfüllenden, skurrilen Alienboss gegenüber, wie z.B. einer dreibrüstigen Alienmutter die im Untergrund von Vegas nistet. Anders als bei den übrigen Gegnern sind die Bosse nicht durch einfaches Draufballern zu erledigen, sondern erfordern die Anwendung verschiedener taktischer Vorgehensweisen. Begleitet wird das ganze Aliengemetzel natürlich von den berüchtigten Sprüchen des Duke: "Hier muss mal gestrichen werden- und zwar hirnfarben!" / "Nimm deine Tentakel und schieb sie dir in den Arsch!" / "Hör mit der Bluterei auf, Weichei!". Diese Duke- Weisheiten beschreiben gut den rauen Charme des Spiels und versüßen einem das Durchlaufen der Levels doch deutlich.

    Neben der Ballerei lockern allerlei Albernheiten den Spielfluss auf. Da können Fäkalien aus Toiletten entnommen werden, um sie nach Belieben an die Wände zu klatschen. Kopiergeräte laden dazu ein, seinen Hintern zu fotokopieren. Anrufbeantworter können abgehört werden, um gar seltsame Nachrichten entgegenzunehmen: so lässt uns der Anrufbeantworter in Dukes Büro des Titty- City Stripclubs etwa wissen, dass eins der Mädels nicht zur Arbeit erscheinen kann, aufgrund einer wirklich üblen Scheidenentzündung... Und im nächsten Moment ist man unterwegs, um einen Vibrator, ein Kondom und Popcorn für eine der Angestellten des Stripclubs zu besorgen. Da fragt man sich, wie um alles in der Welt der US- amerikanische Sender Fox News auf die Idee kommen kann, dieses Spiel sei sexistisch... :D Viele dieser eingebauten Blödeleien haben jedoch auch tatsächlich einen Zweck. So erhöht der Duke durch das Interagieren mit verschiedenen Objekten der Spielwelt seine Ego- Lebensleiste. Man ist also gut beraten, die Levels zu durchstöbern und an allem ein wenig herumzutüfteln, um sein Ego ordentlich aufzupolieren. Ein klein wenig Grips erfordern kleinere Rätseleinlagen, wie z.B. das Verladen von Fässern um einen Container zum kippen zu bringen, oder das Aufstöbern und Einsetzen von Batterien, um Systeme wieder in Gang zu setzen. Im Schrumpfmodus, in dem der Duke in der Größe einer kleinen Actionfigur mit Piepsstimme durch die Levels flitzt, werden bestimmte Levelbereiche betreten und Aufgaben gelöst, die der "große Duke" nicht meistern kann. Auch Fahreinlagen gehören hier dazu, in denen der Miniduke ein kleines RC- Auto steuern darf.

    Insgesamt kommt das Gameplay von Duke Nukem Forever recht klassisch daher und erinnert stark an die Shooter der 90er Jahre. Ein sehr linearer Levelaufbau zeichnet das Spiel aus, bei dem man bei Abschluss eines Levels ganz typisch einem Endboss gegenübergestellt wird. Auch das altbekannte "Schlüssel- Tür"- Prinzip wurde eingebaut, bei dem man erst bestimmte Aktionen ausführen, bzw. Gegenstände im Level aufstöbern muss, um eine verschlossene Tür zu öffnen und den nächsten Bereich betreten zu können. Den einen mag dieses Spielprinzip mittlerweile recht trist vorkommen und der Begriff "altbackenes Gameplay" trifft hier sicher den Nagel auf den Kopf. Die anderen mögen sich an diesem "Back to the roots"- Prinzip erfreuen und in nostalgischen Gefühlen schwelgend mit dem Duke den Aliens ihre linearen Ärsche aufreißen. Hier muss ein jeder Spieler selbst entscheiden, ob man sich mit dem angestaubten Spielprinzip anfreunden kann und dem mittlerweile in die Jahre gekommenen Duke seine "Oldschool"- Ballerei zugesteht. Leider überhaupt gar keine Geschmackssache sind die enorm langen Ladezeiten, die den Spielfluss erheblich unterbrechen. Segnet man etwa bei einem Bosskampf einige Male das zeitliche, möchte man am liebsten den Controller in die Ecke feuern, wenn man zum dritten Mal vor dem Ladebild hockt und man würde dem Duke gerne mal selbst ordentlich in den Hintern treten, damit er schneller in die Pötte kommt. Auch hier fühlt man sich zurückversetzt in vergangene Zeiten in denen Ladebalken noch zum Videospielalltag gehörten- aber muss so etwas heute wirklich noch sein? Holy shit!

    "THIS REALLY PISSES ME OFF!"- ZUR TECHNISCHEN SEITE

    Was kann man technisch von einem Spiel erwarten, dass 14 Jahre Entwicklungszeit hinter sich hat und mehrere Grafik- Engine- Wechsel über sich ergehen ließ? Nun ja, ich bin keine Grafikfetischistin, aber eine gute Figur macht der Duke auf der Xbox 360 grafisch nicht wirklich. Die Gesichtsanimationen wirken plump und starr und man meint man ist von zum Leben erwachten Schaufensterpuppen umgeben. Geht man näher an Objekte heran wirken die Texturen doch sehr matschig und Bilder an den Wänden erscheinen beim Heranzoomen gar grob pixelig. Den ein oder anderen Clippingfehler trifft man ebenso an, wie hin und wieder einige Ruckler. Während die Grafik also kein wirklicher Hingucker ist, sind Sound und Synchronisation durchaus als sehr gelungen zu bezeichnen. Die englische Originalstimme von St. John verleiht dem Duke diesen unwiderstehlichen, rauen Charme. Aber- und das ist besonders löbliche hervorzuheben- auch bei der deutschen Synchro hat man sich wirklich Mühe gegeben! Der Duke wird hier von Manfred Lehmann gesprochen, besser bekannt als die deutsche Stimme von Bruce Willis. Und auch hier kommen die derben Sprüche des Duke wirklich sehr authentisch und gelungen rüber! Fast meint man, man zieht mit dem guten alten John McClane selbst um die Blocks. Die oft hervorgebrachte Kritik, dass die Sprüche des Duke bei der deutschen Synchro im Gewummer des Gefechts untergehen kann ich so nicht ganz stehen lassen. Durch die richtige Einstellung der Soundoptionen lassen sich Sprach- und Geräuscheffekte aufeinander abstimmen, so dass auch die pfundigen Sprüche des Duke nicht mehr untergehen sollten. Insgesamt lässt sich festhalten: Sound "hui", Grafik eher "pfui".

    FAZIT

    Duke Nukem Forever ist ein Spiel über das sich vorzüglich streiten lässt und das mit einigen Schönheitsfehlern daherkommt, die auch der größte Dukefan nicht leugnen kann. Größter Knackpunkt sind vor allem die langen Ladezeiten zwischendrin und die schlampige grafische Umsetzung. Die Spielwelt ist dabei jedoch insgesamt nicht lieblos gestaltet, im Gegenteil es finden sich viele kleine witzige, detailverliebte Ideen im typischen "Duke- Stil": griechische Vasenmalereien- selbstverständlich mit dem Duke drauf- gibt es zu belächeln, herumliegende Pornoheftchen und witzige Plakate, die die kommende "Tampon- Nacht" im Titty- City- Club anpreisen. Alles kleine Schmankerl, die entdeckt werden wollen, auch wenn sie beim genaueren betrachten nicht gerade eine Augenweide darstellen, sie treiben einem aber doch immer wieder das Schmunzeln ins Gesicht. Und genau davon lebt Duke Nukem Forever- nicht von einer bombastischen Grafik, sondern von seiner humorvollen Ader, von Seitenhieben auf bekannte Spieleserien und Filme, von sexistischen Anspielungen und derber Machoaction. Sicher, wer mit einer solchen Art von Humor absolut nichts anfangen kann, für den ist Duke Nukem Forever ein spielerisch altbackener, sehr linearer Shooter, mit einer angestaubten Grafik und man tut gut daran, das Spiel erstmal anzuzocken. Dukefans hingegen werden sicherlich auf ihre Kosten kommen, denn der Duke liefert was der Duke versprochen hat: Bier und Anabolika, ressourcenschonend bekleidete Mädels, dumme testosterongeladene Sprüche am laufenden Band und das große Alienschlachtfest. Mir persönlich hat der Duke eine Menge Spaß gemacht, trotz gurkiger Grafik, die ich verschmerzen konnte und ärgerlicher Ladezeiten, die mich manchmal zur Weißglut getrieben haben. Vor allem der wie gewohnt humoristische Umgang mit Klischees und das "durch den Kakao ziehen" sämtlicher Tabus sind großartig gelungen. Zur Hölle der Duke ist zurück- und ich freu mich drüber! :-)

    Negative Aspekte:
    lange Ladezeiten, schlampige grafische Umsetzung, sehr lineares Leveldesign und ein "altmodischer" Gameplayaufbau nicht jedermanns Geschmack

    Positive Aspekte:
    gesalzene Duke- Sprüche, humorvolle Tabubrüche ohne Ende, Alienschlachtfest, gelungene Synchronisation

    Infos zur Spielzeit:
    Blanca hat sich 10-20 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Duke Nukem Forever

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: Blanca
    7.5
    Multiplayer
    -
    Grafik
    4/10
    Steuerung
    9/10
    Sound
    9/10
    Gameplay
    8/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Duke Nukem Forever
    Duke Nukem Forever
    Publisher
    2K Games
    Developer
    3D Realms
    Release
    10.06.2011

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1010806
Duke Nukem Forever
Duke Nukem Forever: Eat shit and die- Duke Nukem ist zurück! - Leser-Test von Blanca
http://www.gamezone.de/Duke-Nukem-Forever-Spiel-22269/Lesertests/Duke-Nukem-Forever-Eat-shit-and-die-Duke-Nukem-ist-zurueck-Leser-Test-von-Blanca-1010806/
01.08.2011
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