Games World
Login Registrieren
Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
als Startseite festgelegt.
    Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
    Mobile als Startseite festgelegt.
    Login Registrieren
  • Dune 2000: Angegraute Fortsetzung eines Klassikers - Leser-Test von scoopexx

    Dune 2 auf Amiga und PC kann man heute wohl als den Begründer der Echtzeitstrategie bezeichnen. Der Vorgänger war noch ein unzugängliches Adventure, das in mir zumindest keine Begeisterung wecken konnte, der Nachfolger, in dem man das Schlachtfeld aus der Vogelperspektive sah und die Kontrolle über eine Armee übernehmen musste, ist jedoch ein echter Klassiker. Das hier getestete Dune 2000 ist der Nachfolger der ursprünglichen Amiga- und PC-Spiele, der einige Jahre später für die Playstation 1 erschienen ist. Diese Spiele zu dem gleichnamigen Film drehen sich auch um den Wüstenplaneten Arrakis, auf dem der kostbare Rohstoff "Spice" abgebaut wird. Und man kennt das ja: wo es etwas zu holen gibt, da sind die Streithähne auch nicht weit. Namentlich sind das die einflussreichen Häuser Atreidis, Harkon und Ordos, die alle unterschiedliche Agendas und - im Spiel - auch unterschiedliche Strategien haben. Die Atreidis haben innovative Waffensysteme, mit denen sie strategisch vorgehen können, die Harkonnen die größte Feuerkraft und setzen also auf brachiale Gewalt, während die Ordos Meister der Tarnung sind und ungesehen über die Schlachtfelder ziehen können, um den Gegnern in den Rücken zu fallen. Als vierte Fraktion kommen die Fremen ins Spiel. Sie sind die natürlichen Einwohner des Planeten und sind nun zwischen die Fronten geraten.

    Bei Spielbeginn kann man sich für eines der drei Häuser entscheiden und kämpft fortan auf dessen Seite gegen die anderen beiden Mächte. Ausgangspunkt der Gefechte ist die Weltkarte. Atreides gehört der Westen, Harkon der Nordosten und Ordos der Südosten. Wer am Ende die gesamte Weltkarte eingenommen hat, hat das Spiel gewonnen. Nachdem man sich hier einen Überblick verschaffen konnte, geht es in die Einsatzbesprechung. Diese besteht aus einem kurzen Video im Stil der typischen Westwood-Trash-Zwischensequenz mit den bekannten, bekloppten Monologen. Nicht zu Unrecht erinnert das Spiel einen hier schon an die frühen Command & Conquer Spiele, die aus dem selben Hause stammen. Kurz darauf folgt noch ein kurzer Text, der einem eine sachlichere Einleitung in die Mission gibt und dann geht es auch schon mitten ins Schlachtgetümmel. Sind die ersten Missionen noch ziemlich einfach, so steigert sich der Schwierigkeitsgrad peu à peu. Man beginnt mit leichtem Kriegsgerät und steigert sich dann zunehmend zunächst zu den starken und dann zu den speziellen Einheiten. Wer Command & Conquer kennt, der wird sich im Spiel schnell zurecht finden. Sogar das Ingame-Menü ist dem von C&C sehr ähnlich.

    Einen dynamischen Fog of War gibt es bei Dune 2000 nicht. Einmal aufgedeckte Gebiete bleiben aufgedeckt und man kann sich die gegnerischen Bewegungen immer ansehen. Ich persönlich finde diese Version am besten, da Vorstöße mit den eigenen Truppen eher belohnt werden, als wenn das Gebiet nach einigen Sekunden wieder dunkel wird, wenn die eigenen Einheiten weiterziehen oder vernichtet werden. Die KI (künstliche Intelligenz) der eigenen Einheiten ist für dieses Spiel absolut ausreichend - selten führen sie einen Befehl nicht so aus, wie man möchte. Aufgrund der geringen Komplexität des Spiels ist das allerdings auch nicht weiter verwunderlich. Die KI des Gegners ist mäßig. Wie bei diesen Spielen üblich, wagt er auch aussichtslose Vorstöße, die nur seine Einheiten dezimieren und ihm sonst rein gar nichts bringen. Sonst schickt er immer einen bestimmten Teil seiner Streitmacht dorthin, wo gerade gekämpft wird, was hier und da Lücken in der Verteidigung der feindlichen Basis erzeugt. Das würde ich jetzt aber nicht als schlimm bezeichnen, sondern als Spielelement, um dem Spieler mehr taktisches Vorgehen zu ermöglichen. Alles in allem ist die KI also für dieses Spiel absolut in Ordnung.

    Dune 2000 ist in mehrere Level aufgeteilt, in denen man immer eine mehr oder weniger schwierige Aufgabe erfüllen muss. Beispielsweise ein Gebäude einnehmen, alle gegnerischen Einheiten auslöschen, Einheiten beschützen, etc. Meist dreht sich jedoch alles darum, die gegnerische Streitmacht komplett unschädlich zu machen. Ist dies gelungen, kommt man in einen Bildschirm, in den man speichern kann, was einen Block auf der Memorycard verbraucht. Leider kann man während des Spiels selbst nicht speichern. Das stört insofern, als dass man immer von Levelbeginn anfangen muss, wenn die eigene Taktik zu irgendeinem Zeitpunkt in die Hose geht - was schneller passiert, als man denkt. Dieses Speichersystem ist natürlich für die begrenzte Kapazität einer Playstation 1 Memory Card ausgelegt und anders wäre die Menge an Daten, die gespeichert werden müsste extrem viel höher gewesen, dies sei also entschuldigt - aus heutiger Sicht, in der es reihenweise Strategiespiele mit einem besseren Speichersystem gibt, ist dies jedoch dennoch unmotivierend.

    Grafik:
    ======

    Welche Ansprüche kann man heute noch an die Grafik eines Spiels der PSX-Generation stellen? Gerade in diesem Fall leider nur sehr geringe. Der Vergleich zu modernen Konsolen lässt sich gar nicht erst ziehen, aber auch schon damals war das Spiel keine Grafikperle. Zudem sieht der niedrigauflösende Pixelbrei auf einem modernen Fernseher noch ein gutes Stück weit schlechter aus, weil sie die ohnehin schon wenigen Bildpunkte (etwa 320x240) auf eine noch größere Fläche verteilen. Das bedeutet zwar nicht, dass Dune 2000 unspielbar wäre, weil man nichts mehr erkennt, aber man darf ein ziemlich matschiges Bild erwarten. Leider ist die Grafik auch sehr wenig abwechslungsreich - es handelt sich ja um einen Wüstenplaneten, demnach spielen auch alle Missionen in ebendieser Wüste. Die Fahrzeuge und die Gebäude sind zwar dreidimensional, da sich die Kameraperspektive jedoch nicht ändern lässt, hat man davon aber nur bedingt etwas. Erstere sind sogar in den immer gleichen Farbtönen gehalten, die sich gut von der Wüste unterscheiden. Abwechslung ist also Mangelware.

    Sound:
    ======

    Die Vertonung von Dune 2000 ist hingegen ausgesprochen gut gelungen. Man hat deutsche Synchronsprecher angeheuert, die sehr lippensynchron sprechen können und auch zu den Figuren passen (was man bei den Trash-Zwischensequenzen nicht erwartet hätte) und die Musik während des Gefechts fügt sich nahtlos in den Hintergrund ein, ohne störend aufzufallen. Hört man dann doch einmal genauer rein, wissen die Stücke, die man sogar frei auswählen darf, meistens zu gefallen. Die SoundFX sind eher zweckmäßig und nicht besonders abwechslungsreich.

    Fazit:
    =====

    Leider konnte Dune 2000 weder an die Popularität noch an die Qualität von Dune 2 auf dem Amiga und dem PC anknüpfen. Schuld ist dabei nicht nur das Alter des Spiels, sondern auch die mangelnde Innovationsfreude. Während die Entwickler bei Dune 2 noch ein komplett neu entworfenes Spiel entwickelt haben, das sich super spielen lies, spielt sich Dune 2000 wie eine Mischung einer mittelmäßigen Kopie aus Dune 2 und Command & Conquer. Auf der Haben-Seite muss man dem Spiel lassen, dass es hervorragend an den deutschen Markt angepasst wurde. Die Synchronsprecher sind sehr gut und Einsatzbesprechungen lesen sich flüssig. Rechtschreibfehler sucht man vergebens (wenn man denn nach ihnen sucht ^^). Zudem ist die musikalische Untermalung sehr gut gelungen. Dem gegenüber stehen jedoch insbesondere eine Uralt-Grafik und was noch viel schlimmer ist, ein mittelmäßiges Gameplay.

    Meiner Meinung nach lohnt der Kauf dieses Spiels heute leider nicht mehr, auch wenn man mittlerweile gebraucht hinterhergeworfen bekommt. Wer einmal ein modernes Strategiespiel wie R.U.S.E. gespielt hat, der wird hieran leider keine Freude mehr haben und selbst wenn man bei der Playstation 1 bleiben möchte, bleiben einem bessere Alternativen, wie die Command & Conquer Reihe.

    Negative Aspekte:
    eingestaubte Grafik, mangelhaftes Gameplay

    Positive Aspekte:
    günstig zu erstehen, Fortsetzung eines Klassikers, gute Vertonung

    Infos zur Spielzeit:
    scoopexx hat sich 10-20 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Dune 2000

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: scoopexx
    6.0
    Multiplayer
    -
    Grafik
    5/10
    Steuerung
    6/10
    Sound
    8/10
    Gameplay
    6/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Dune 2000
    Dune 2000

    Aktuelles zu Dune 2000

    Aktuelle Strategie-Spiele Releases

    Cover Packshot von Rollercoaster Tycoon World Release: Rollercoaster Tycoon World Atari , Pipeworks Software
    Cover Packshot von Transport Fever Release: Transport Fever
    Cover Packshot von Civilization 6 Release: Civilization 6 2K Games , Firaxis Games
    • Es gibt 0 Kommentare zum Artikel

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 12/2016 PC Games Hardware 01/2017 PC Games MMore 01/2016 play³ 01/2017 Games Aktuell 12/2016 buffed 12/2016 XBG Games 11/2016 N-Zone 12/2016 WideScreen 12/2016 SpieleFilmeTechnik 11/2016
    PC Games 12/2016 PCGH Magazin 01/2017 PC Games MMORE Computec Kiosk On the Run! Birdies Run
article
1010740
Dune 2000
Dune 2000: Angegraute Fortsetzung eines Klassikers - Leser-Test von scoopexx
http://www.gamezone.de/Dune-2000-Spiel-22280/Lesertests/Dune-2000-Angegraute-Fortsetzung-eines-Klassikers-Leser-Test-von-scoopexx-1010740/
24.05.2011
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2001/02/dune_2000_a.jpg
lesertests