Die vielen Bugs vermiesen den Spielspaß, welcher teilweise im Titel schlummern könnte!
Jupie! Ein neuer Dungeon-Crawler, dazu auch noch aus der Dungeons & Dragons Familie! Sehr lange haben die Heimkonsolen darauf verzichtet. Fans mussten die klobigen Kisten der alten Generation an die neumodischen TV-Geräte anschließen, um die modrige Luft der Labyrinthe wieder schnuppern zu können. Der Titel Daggerdale ist sogar kooperativ spielbar, gar online mit bis zu vier Teilnehmern! Doch glaubt uns, wer hoch fliegt, kann sehr tief fallen und die Abgründe in dieser schäbigen Höhle sind sehr, sehr tief! Was uns Atari und Entwickler Bedlam Games hier auftischen, kann nur noch als ein absolut schlampig programmiertes Desaster abgwatscht werden.
Dungeons & Dragons: Daggerdale
Dabei sieht Dungeons & Dragons: Daggerdale auf dem ersten Blick gar nicht so verkehrt aus. Das Grundgerüst bietet alles, was eine zünftige Schlacht im Fanatsy-Universum bekanntlich ausmacht. Wir dürfen aus vier auch spielerisch merklich unterschiedlichen Charakteren, mit variablen Fähigkeiten aussuchen und diesen anschließend durch Attribut-Manipulation noch einen Stups in die persönliche Richtung geben. Den klassischen Frontmann mit breiten Schwert und mächtig muskulösen Oberkörper gibt es genauso wie den verzaubernden Kleriker. Das Standardprogramm wird also herunter gebetet und bietet Kennern einen sofortigen Einstieg. Die zwar optisch triste, akustisch dank einer wirklich gelungenen englischen Sprachausgabe nett präsentierte Geschichte im Vorspann klingt wie aus einer RPG-Bibel. Ein Obermacker terrorisiert das Land und genau deshalb werden neue Helden gebraucht. Ihr seid die glücklich Auserkorenen, die im Angesicht des Todes nach Ruhm und Ehre giert.
Macht, Items und Gegnerhorden, braucht man mehr?
Dungeons & Dragons: Daggerdale
Im Alleingang, oder aber mit einem weiteren Spieler offline an einer Konsole bzw. gar drei Freunden via Xbox Live ackert ihr euch durch 5-6 mehr (oder eher weniger) faszinierende Spielstunden, um Zugang zum geheimnisvollen Turm zu erlangen, diesen zu besteigen und das Unheil abzuwenden. Wie gewohnt spucken die dunklen Höhlen unendliche Gegnerhorden an übellaunigen Gnomen und hirnlosen Skeletten, bisweilen aber auch andersartig garstigeren Biestern aus, während ihr mit Schwert, Axt und Feuerball um Aufmerksamkeit buhlt. Der Schwierigkeitsgrad hat es - vor allem im Mehrspielermodus - bisweilen in sich, leider im negativen Sinne. Seine wechselnde Laune vermittelte so manchen Helden dem Gevatter Tod. Mal ist die Meute mit nur wenigen Hieben zerstückeln, kurz darauf wird hilfesuchend in der Zwergenstadt ausgeharrt. Einerseits mag es an der undurchschaubaren Kollisionsabfrage liegen, andererseits aber auch an Gegnern, die teilweise weit über dem eigenen Spielerlevel liegen.
Dungeons & Dragons: Daggerdale
Da kann auch die Gier nach neuen Rüstungen und Waffen kaum den Nachteil überschatten, obwohl sich Dungeons & Dragons: Daggerdale durchaus Mühe gibt, den üblichen Genre-Konsens wiederzugeben. Fleißig lassen die ekeligen Biester Gold, Tränke und vor allem Rüstungsgegenstände wie auch Waffe fallen, die schnurstracks ins Inventar wandern. Auch wenn der Rucksack etwas unaufgeräumt wirkt, finden neue Items schnell ihren Platz und stärken den übermütigen Krieger oder die Kriegerin - sogar, oh welch Wunder, optischer Natur! Überflüssiges kann direkt zu Gold verarbeitet, oder über Umwege mit einem Partner getauscht werden. Ärgerlich, dass vor allem online kein passables System für die Verteilung vorhanden und somit Streit um die begehrten Gegenstände vorprogrammiert ist. Da freut man sich über das praktisch unmögliche Matchmaking, wo weder Spielerlevel noch Verbindungsqualität aufgezeigt wird und man eh mit Spielern zusammentrifft, die man weder versteht noch gemeinsam das Spiel meistern wird. Wie soll ein blutiger Anfänger den Boss umhauen? Ganz richtig, gar nicht! Danke, dass ich kurzzeitig Heldenluft schnuppern durfte!
