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  • Echo Night Beyond: Horror auf dem Erdtrabanten - Leser-Test von scoopexx

    Wir schreiben den 13.08.2044, die Menschheit hat den nächsten Schritt in den Weltraum hinaus getan und den Mond kolonisiert, um dort wichtige Rohstoffe abzubauen. Das Spiel beginnt in einem abgestürzten Shuttle, das in eben eine dieser Kolonie hineingekracht ist und den Hauptcharakter des Spiels (Richard), dessen Perspektive wir einnehmen, von seiner Verlobten (Claudia) getrennt hat. Die Situation, in der sich der Protagonist befindet, den wir in der klassischen First-Person-Sicht steuern, ist dabei äußerst unklar. Man wacht in seinem Raumanzug auf und das Shuttle ist zunächst einmal weitestgehend zerstört und menschenleer. Wo sind die anderen Passagiere? Wurde man hier zurückgelassen? Solche Fragen stellt man sich als Spieler zu Beginn dieses Abenteuers. Auf eine Vorgeschichte verzichtet das Spiel einfach. Alles, was man an vermeintlichem Leben und damit auch potentiellen Informationsquellen zunächst vorfindet, ist ein Körper in blauer Uniform in einer Ecke des dunklen Passagierbereichs des Shuttles, der in regelmäßigen Aständen seinen Kopf hebt, um ihn kurz darauf wieder fallen zu lassen. Ein weiblicher Android, der wohl von der Betreibergesellschaft des Shuttles eingesetzt wurde, um eine Art Stewardessfunktion ausführen - beim Absturz jedoch so schwer beschädigt wurde, dass er neben seinen Zuckungen nur noch durch kaum nennenswerte Sprachfetzen auf sich aufmerksam machen kann. Über 384.000 Kilometer von der Erde entfernt, macht man sich also auf die Suche nach den Antworten auf die vielen Fragen, die sich dem Protagonisten stellen, der zu diesem Zeitpunkt ungefähr so schlau ist, wie der Spieler, und eigentlich nur eins möchte: Seine Verlobte finden, die eben noch neben ihm saß und die sich nun in den Äther verflüchtigt zu haben scheint.

    Es dauert nicht lange, da taucht auch schon der erste Geist des Spiels auf. Es handelt sich um einen weiteren Passagier des Shuttles. Prompt schießt die Pulsanzeige, die unten links auf dem Bildschirm ständig eingeblendet ist, auf 150, das Herz schlägt uns bis zum Hals und die Atmung verschnellert sich hörbar. Diese erste Begegnung mit den unbekannten Astralwesen verläuft jedoch glimpflich, er hat sogar noch eine gut gemeinte Warnung für uns: Wir sollen uns vor dem Nebel in Acht nehmen, der die anderen Geister verwirren und aggressiv machen würde - eine der typisch kryptischen Aussagen, die Geister bei Echo Night Beyond von sich geben, wie wir später immer wieder herausfinden werden - und bittet uns darum, seinen Flachmann aus dem Passagierraum zu holen und ihn ihm zu geben. Tut man ihm diesen Gefallen, dann löst er sich mehr oder weniger in Luft auf und ist nun dort, wo er hingehört - wo auch immer das sein mag. Im Verlauf des Spiels wird man immer wieder solche Begegnungen haben. Die ehemalige Besatzung des Shuttles und der Raumstation schwirren noch durch die Korridore und konnten nicht ins Reich der Toten verschwinden, da ihnen etwas Unbehagen bereitet oder sie noch nicht ganz mit der Welt abgeschlossen haben. Diese Wesen sind teils aggressiv, teils verzweifelt und sie alle brauchen Hilfe - ihnen den Weg ins Jenseits zu ebnen, ist daher ein wichtiges Element des Spiels. Alle von ihnen können noch mehr oder weniger deutlich artikulieren, was ihnen fehlt oder nicht behagt - löst man diese Probleme werden sie einem helfen, indem sie einem wichtige Items dalassen, die man zwingend zum Weiterkommen braucht.

    Gameplay
    ========

    Im Prinzip funktiioniert Echo Night: Beyond nach einfachen Spielprinzipien. Man läuft durch die Basis, auf der Suche nach Gegenständen, die einem entweder dabei helfen, Geister zu befreien oder neue Bereiche der Station erschließen zu können. Findet man ein nützliches Item, führt dies wieder zur Möglichkeit, neue Items und Bereiche zu erreichen. So spult man die Story voran und erfährt immer mehr über die mysteriösen Umstände, die auf dem Mond herrschen. Obwohl der Aufbau dieser Spielmechanik nichts weiter als Schema F ist, übt das Spiel dennoch einen großen Reiz aus, was insbesondere an der Athmosphäre liegt, die aufgebaut wird. Die verlassene Mondbasis wirkt mit ihren kalten Farben sowie den vielen metallischen und spiegelnden Bauteilen dennoch schmutzig. Nur wenige Lichter glimmen an den Wänden und kaum mehr als eine Handvoll Räume sind sind wirklich so hell beleuchtet, dass man die Taschenlampe gar nicht einschalten muss. In den restlichen Bereichen sieht man vor sich lediglich einen kleinen Lichtkegel, der über fremdartig wirkende Amaturen und Geräte schwenkt und jederzeit auf einen Geist treffen kann, der sich aus dem Nichts vor uns materialisiert. Brilliant unterstützt wird dies von den Soundeffekten, die absolut nicht an ein Dead Space herankommen - aber für dieses Spiel auf einer mittlerweile angegrauten Konsole perfekt passend ausgewählt wurden und das Gameplay noch ein Stück weiter in Richtung der Einsamkeit und Trostlosigkeit des Weltalls befördern. Auch der Verzicht auf Musik (außer in den Zwischensequenzen) war eine hervorragende Wahl der Entwickler. Alles was man hört, sind die eigenartig fremdartigen Geräusche, die die Basis von sich gibt und die allesamt leblos und metallisch klingen - sei es nun das Piepsen einer Zeitanzeige, eine Bank, die sich am Ende einer Gangway verklemmt hat und in kurzen Abständen immer wieder gegen das Metall schlägt oder die emotionslose Ansage einer weiblichen Stimme, die einem mitteilt, dass der Druckausgleich eines Airlocks stattfindet. Eine bessere Präsentation könnte sich ein Playstation 2 Spiel dieses Genres kaum wünschen.

    Ein großes Manko hat das Spiel allerdings: ohne Komplettlösung lässt es sich kaum durchspielen. Man erhält kaum Hinweise auf den Ort, an dem sich Gegenstände befinden, die man dringend für das Weiterkommen braucht. So lassen Geister z.B. manchmal einfach kommentarlos einen Gegenstand fallen, wenn man sie befreit hat. Läuft man über diesen hinweg und sucht dann die ganze Basis nach einem neuen Hinweis danach ab, wie es denn nun weitergehen könnte, dann entstehen schon deutliche Frustmomente. Was anfangs noch halb so wild ist, entpuppt sich später, wenn der erreichbare Teil der Basis immer grölßer wird, als richtiger Einschnitt in die Spielbarkeit des Games. Wenn man kurz vor Ende beispielsweise lediglich weiß, dass man "ein Dokument offiziell machen soll" und dann nach irgendetwas sucht, um das zu tun, dann kann es offensichtlich sehr, sehr, sehr lange dauern, bis man darauf kommt, dass an einem komplett anderen Ort der Basis ein Blatt Papier mit einem offiziellen Briefkopf oben in einem Schrank liegt, und zwar so, dass gerade noch die Kante des Papiers sichtbar ist, wenn man nach oben schaut. Natürlich bleibt es dem Spieler freigestellt, hiernach zu suchen, aber ohne eine Komplettlösung, die mir nach einer halben Stunde erfolglosen Suchens nicht den Ort und den Gegenstand verraten hat, hätte ich das Spiel längst wieder in den Schrank gestellt und nicht mehr angerührt.

    Grusel-Faktor: Gore oder Suspense?
    =============================

    Da es sich bei Echo Night: Beyond um ein Horrorspiel handelt, dürfen natürlich auch die altbewährten Gruseleinlagen nicht fehlen. Um es vorweg zu nehmen: Diese werden sicherlich viele Spieler enttäuschen - nicht weil sie so schlecht wären, sondern weil das Spiel einfach nicht dem Mainstream folgt und versucht, den Spieler über übertriebene Gewaltdarstellung oder fiese Schockeffekte zu begeistern. Selbst mit Kopfhörern und im Dunkeln sollten die meisten Leute nicht zu viel Herzrasen bekommen, während sich die Disc in der Konsole dreht. Auf Gewaltdarstellung wurde komplett verzichtet, Gegner im eigentlichen Sinne gibt es auch keine, da Geister, die einen attackieren, lediglich durch den Nebel verwirrt und aggressiv gemacht werden, der in vielen Bereichen der Anlage wie ein Schleier über dem Boden liegt. Beseitig man ihn, indem man das Ventilationssystem der Räume einschaltet, ist der Geist wieder friedlich und gesprächsbereit. Leichte Schockmomente gibt es, diese erfolgen aber nur durch Geisterangriffe oder dadurch, dass ein Geist plötzlich vor einem auftaucht, den man zuvor nicht sehen konnte. Echo Night: Beyond arbeitet daher viel mit Athmosphöre, die insbesondere durch die bereits erwähnte visuelle und klangliche Ausarbeitung des Spiels entsteht. Dem einen mag es zu wenig sein - ein Silent Hill fährt ganz andere Kanonen auf - aber man hat bei Echo Night: Beyond nie das Gefühl, dass irgendwelche Gruseleinlagen nur dazu da sind, als Entschuldigung für die Story herzuhalten. Vielmehr gehen die Hintergrundgeschichte und das aktive Geschehen auf dem Schirm eine gut funktionierende Symbiose ein, die dem Gameplay sehr zugute kommt.

    Fazit:
    =====

    Echo Night: Beyond hat einige wirklich sehr gelungene Ansätze. Vor allem zu nennen ist die 1st-Person-Perspektive, die den Spieler direkt in den Hauptcharakter des Spiels hineinversetzt. Man hört durchgehend seine Atmung, die in Paniksituationen immer schneller und unregelmäßiger wird. Gleichzeitig schießt der Puls in die Höhe und wummert über die Boxen oder (noch besser) durch den Kopfhörer in die Ohren des Spielers. Das in-dem-Spiel-sein-Gefühl, das hier erzeugt wird, findet man nur sehr selten - vielleicht z.B. noch bei den Appartmentszenen aus Silent Hill 4 oder bei Cthulu - Dark Corners of the Earth, ansonsten ist es aber den wenigsten Entwicklern gelungen, den Spieler derart in das Geschehen eintauchen zu lassen.

    Schade, dass man für Echo Night: Beyond eigentlich zwingend ein Walkthrough braucht. Dieses ist zwar z.B. auf Gamefaqs.com kostenlos verfügbar (auf Englisch), aber es ist doch ein wenig demotivierend, nicht eigenständig durch das Spiel spielen zu können oder nur mit sehr sehr hohem Aufwand. Zudem ist es nur das richtige Ende wert, als wirklich würdiges Ende für dieses Spiel bezeichnet zu werden. Da man dafür aber jeden Geist im Spiel befreien muss, ist auch hier ein Walkthrough angebracht. Man kann zwar nichts in dem Spiel verpassen, weil man immer wieder in bereits besuchte Bereiche zurückgehen kann, aber der Aufwand zum Durchspielen wird nicht einfacher, wenn man wirklich 100% schaffen und das bessere Ende sehen möchte.

    Mir hat das Spiel trotz der teils kleinen, teils größeren Mängel sehr viel Spaß gemacht und ich würde gerne mehr Games dieser Art auf Konsolen sehen, die weniger auf richtigem Horror und mehr auf Mystery/Suspense aufbauen. Echo Night: Beyond findet zumindest den richtigen Weg zwischen Gruseligkeit und interessanter Story und zeigt, dass gute Gruselspiele auch ohne Gewalt und Gore auskommen können. Fans des Genres sollten diesen Titel durchaus für einen Kauf ins Auge fassen.

    Negative Aspekte:
    Komplettlösung zwingend erforderlich, wenn man lange Frustmomente vermeiden möchte

    Positive Aspekte:
    hervorragende Athmosphäre durch gelungene visuelle und klangliche Darstellung

    Infos zur Spielzeit:
    scoopexx hat sich 10-20 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Echo Night Beyond

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: scoopexx
    8.0
    Multiplayer
    -
    Grafik
    8/10
    Steuerung
    7/10
    Sound
    9/10
    Gameplay
    8/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Echo Night Beyond
    Echo Night Beyond
    Publisher
    Nobilis
    Release
    27.10.2005

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Echo Night Beyond
Echo Night Beyond: Horror auf dem Erdtrabanten - Leser-Test von scoopexx
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26.03.2011
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2007/08/echo_night_beyond_1_.jpg
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