El Shaddai: Ascension of the Metatron im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

Ein zum Spiel gewordenes, phantasievolles Kunstwerk. Biblisch schön, aber auch spielerisch gelungen?

Mit El Shaddai: Ascension of the Metatron präsentiert UTV Ignition Entertainment die einzigartige Vision eines gar biblischen, wenn auch schier vergessenen, Kapitels. Vor etwa drei Jahren wurden die Arbeiten für das Spiel aufgenommen, wobei kein geringerer als Takeyasu Sawaki, kreativer Kopf hinter Okami und Devil May Cry, ein fähiges Team um sich scharte. Ascension of the Metatron entführt euch in ein geradezu künstlerisch inszeniertes Abenteuer mit optischen Raffinessen, welche einfach nicht von der Hand zu weisen sind. Wir gingen aber auch der Frage nach, ob Konamis Kunstgemälde darüber hinaus weitere Qualitäten offenbart und gleichauf glanzvoll das Licht der Videospiel-Bühne betritt.

El Shaddai: Ascension of the Metatron El Shaddai: Ascension of the Metatron Bereits in der Präsentation auf der gamescom 2011 wurde betont, dass das Grundkonzept auf biblischen Inhalte und religiösen Texten basiert. Der Geschichte als Vorlage diente das "Buch des Enoch". Ebenso bringt uns diese den wortkargen, aber auch charismatischen Helden namens Enoch hervor. Bibelfeste Spieler erkennen einen ausgesonderten Kanon der heiligen Schrift, denn inhaltlich geht es um sieben gefallene Engel, welche der göttlichen Erden-Schöpfung Unheil bringen und somit nicht mehr im Einklang mit der christlichen Glaubens-Vorstellung stehen. Aber auch dem virtuellen Allmächtigen sind die Abtrünnigen geradezu ein Dorn im Auge. Doch bevor er dem unwirtlichen Treiben mit einer Springflut ein Ende bereitet und damit die Menschheit völlig vernichtet, darf der Erd-Gesandte Enoch sein Glück versuchen, den Turm zu Babel stürmen und die sieben Herrscher über das Chaos stürzen - so die Kurzfassung der 10-12 Stunden andauernden Vision.

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El Shaddai: Ascension of the Metatron El Shaddai: Ascension of the Metatron Enoch, zunächst noch ganz grün hinter den Ohren, obliegt die heikle Mission, welche uns durch elf aufwendig und ästhetisch gestaltete Welten jagt und uns das Leben schwer macht. Persönlich mit Rat und Tat steht uns Erzengel Lucifel zur Seite, der keck und adrett immer wieder das Spielgeschehen unterbricht, die Geschehnisse dadurch pausiert und seine wohlgemeinten Worte verliert. Alles schön und gut, doch das hochtrabende Gelaber hilft Enoch nicht weiter, er muss definitiv Taten sprechen lassen. Mit der heiligen "Rüstung", wohl eher ein Fetzen Stoff über dem gestählten Körper des blonden Recken, im Gepäck stürzt sich Enoch geradezu kopflos in die Gefahr, prügelt sich mit Abgasenten der Hölle und entdeckt seine Zuneigung zu einem jungen Mädchen - sie wird definitiv im Verlaufe der Story eine tragende Rolle spielen, doch was genau, soll an dieser Stelle noch ein gut gehütetes Geheimnis bleiben.

Ausflug ins Kunstmuseum

El Shaddai: Ascension of the Metatron El Shaddai: Ascension of the Metatron Die Welt wirkt wie eine Bleistiftzeichnung bzw. auch Aquarell eines Traums, welcher wie ein Comic daher kommt und doch dank bisweilen extremer Farbgebung wie ein LSD-Trip anmutet. Jeder Abschnitt wartet mit einem einzigartigen Thema auf. Aus der Demo kennen wir schon die skizzierten Wälder, mit flüssiger Farbe wabernde Blätter und schemenhafte Treppen, welche in eine fremde Welt entführen. Geschickte Farbwechsel erinnern wiederum an Tag und Nacht, während Filter das Geschehen wie gedruckt auf Papier oder gezeichnet auf Leder aussehen lassen. Gleisende Sonne behindert später die Sicht auf den Weg, während einige Abschnitte an Tron und die dort dargestellte digitale Welt erinnern.

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