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  • El Shaddai: Ascension of the Metatron - Bibelstunde mal ganz anders! - Leser-Test von Celon

    Das wichtigste zuerst: El Shaddai macht nichts bahnbrechend neu, aber das, was es nicht neu macht, macht es so gekonnt. Die Präsentation des Titel steht über allem anderen. Das lässt uns Takeyasu Sawaki (Charakterdesigner der Spiele-Reihen Devil May Cry und Okami) eindeutig spüren, denn von der Hintergrundhandlung ist man anfangs recht verwirrt. Manche sind es bis zum Schluss. Aber das ist keine Schande, denn selbst der Einstieg scheint recht wirr und zu fantastisch. Alles was ihr zu Beginn wisst, ist, dass ihr die Rolle des Schreiberlings Enoch zugeteilt bekommt. Dieser recht unscheinbare Kerl sitz den lieben Langen Tag bei Gott im Himmel rum und schreibt was das Zeug hält - was er da auch immer schreibt. Doch eines Tages wird die literarische Ruhe je gestört. Gott ist verzweifelt, denn sieben seiner engsten Mitstreiter (natürlich Engel) haben sich abgewendet und auf der Erde niedergelassen. Dort haben die "Gefallen Engel" den Menschen durch Gottes Geschenke Wohlstand und Fortschritt gebracht. Allerdings war das vom Obermacker so nicht vorgesehen. Zu schnell ging die Evolution des Menschen voran. Und genau an dieser Stelle, verspricht der Titel sogar ein wenig tiefgründig zu werden. Tiefgründiger als das Amen in der Kirchen auf jeden Fall!
    Nichtsdestotrotz muss jemand die Engel zurückholen, und diese ehrenvolle "Drecksarbeit" bewältigen. Enoch, scheint genau der Richtige zu sein - warum auch immer?
    Schon der Einstieg des Spieles hinterlässt einen gespaltenen Eindruck. Nach dem Tutorial wo, die etwas zu simple Button-Smash-Steuerung erläutert wird, steigt ihr hinab, begleitet von den vier Erzengeln Michael, Uriel, Gabriel, Raphael (in der Erscheinung von anmutigen Schwänen). Am wichtigsten und auch am nützlichsten ist dabei allerdings der Superstar unter den Erzengeln Lucifel. An Lucifel mag auch am ehesten deutlich werden, dass ihr hier nicht mit trockenem Kirchenlatein abgespeist werdet. Wie der moderne Mensch gekleidet läuft Lucifel, in seiner Funktion als "laufender" Speicherpunkt, mit Handy herum, immer in Gespräch mit seinem Boss. Allerdings möchte ich hier mal bisschen Meckerei loswerden. Immer beschwert sich Gott über unserem Fortschritt und Lucifel muss sich dafür rechtfertigen - das alles aber scheinbar ohne jegliches Wissen über die Geschehnisse unserer Reise. Na ja, manchen kann man es eben nie recht machen.
    Ja ihr habt richtig gehört, wir bewegen uns im religiösen Gefilden. Man muss allerdings kein religiös interessierter Mensch sein (auch wenn dies bei der Geschichte um Enoch helfen könnte), um die Schönheit des Spieles zu schätzen. Schon zu Beginn des Start-Bildschirmes wird man daran erinnert, dass das Spiel von besagten biblisch angehauchten Geschichten inspiriert ist. Das Spiel kommt auch vielmehr mystisch daher, weniger Geschichtlich gesprägt. Dafür ist der Titel zu surreal. Religionsunterricht wird das hier auf jeden Fall nicht - so viel steht fest!

    Im Grunde ist "El Shaddai" (übersetzt: Der Gott von Shaddai, eine ehemalige Stadt am Euphris) nichts weiter als ein besonderer Hack-and-Slay-Titel. Allerdings ist er nicht so stumpfbackig wie viele seiner Genre-Verwandten. Erstaunlicherweise ist trotz des Knopfgefuchtels viel Abwechslung im Kampfstil von Enoch zu bestaunen. Einige der göttlichen Waffen, an deren Zahl es leider nur drei gibt, lenken sich fast wie von selbst, und zaubern damit Moves und Combos auf den Bildschirm, die man selber wohl nur anschließender chiropraktischer Behandlung hinbekommen wurde. Ein klassisches Auto-Aiming gibt es in den Kämpfen, die aber nach einer Weil ermüdend wirken können, nicht.
    Dennoch muss man den Hut ziehen. Das Design der Gegner ist meist stimmig und vor allem abwechslungsreich. Abwechslungsreich gestalten sich auch die einzelnen Areale. Vor allem sympathisch sticht dabei der Wechsel von 2D zu 3D-Welten hervor. Diese sind zwar noch einfacher als die 3D-Welten, aber nicht weniger hübsch. Da kommt ein wenig Retro-Feeling auf. Obwohl, so retrospektivisch ist ja heute gar nicht mehr.
    Ach ja, eine kleine "Besonderheit" gibt es für Speicherbessesene. Die können, wie breites erwähnt bei dem freundlichen Reiseleiter Lucifel (gesprochen von Jason Issacs, den meisten wohl bekannt als Lucius Malfoy aus Harry Potter) im gut tarierten Abständen speichern oder das automatische Speichersystem nutzen. Beides arbeitet parallel und bietet somit die optimale Datensicherung.

    Wie ein Kunstwerk, so wurde die Optik von "El Shaddai: Ascension of the Metatron" nicht nur einmal beschrieben. Und das zurecht. Jede Stage, jeder Abschnitt hat einen eigenen grafischen Stil spendiert bekommen, der mal an futuristisches Gegenstandsdesign der 60/70er Jahre erinnert, dann wieder an fließende Gemäldestrukturen oder einfach Surrealismus schlecht hin. Genau hier liegt der besondere Reiz des Spieles. Auch wenn man den Titel keine besonders abwechslungsreiches Gameplay bescheinigen will - und sein wir ganz ehrlich, da wäre mehr drin gewesen - ist der Titel reines Augenzucker. Ein "schöneres" Spiel gab es so noch nicht. Wer schon bei Okami die Augen zu 100 Prozent aufreißen musste, wird diesmal nicht um 150 Prozent herumkommen.
    Hinzu kommt, dass die Sound Designer des Spieles mal genau das gemacht haben, was bei vielen Großproduktionen nicht mehr gang und geben ist. So haben die Kollegen es geschafft die Geräuschkulisse gut klingen zu lassen und dabei nicht zu aufdringlich zu sein. Niederfrequenzen werden bedient, aber nicht auf brachiale Art und Weise. Sparsam, aber gut eingesetzt. Und das alles, obwohl der eigentlich Hauptcharakter nicht spricht. Aber seit Gromit wissen wir, dass das für einen Hauptcharakter Möhre sein kann.

    Um nicht weiter auf Wolke Sieben zu schweben und mit den ach so knuffigen Nephilim zu knuddeln, bediene ich mich einfach des gute Alte Spruches "Gameplay leicht pfui, Präsentation superhui". Es gab noch kein Videospiel auf den diese Worte so eindeutig zutrafen.

    Negative Aspekte:
    Etwas stumpfes Leveldesign, anfangs verwirrende Story, Gameplay könnte etwas mehr Abwechslung vertragen, nur drei Waffen

    Positive Aspekte:
    Geniale außergewöhnliche Optik, super abgemischter Sound, Wechseln von 2D und 3D-Levels, einfach gelungene Präsentation, nettes Speichersystem

    Infos zur Spielzeit:
    Celon hat sich 2-10 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    El Shaddai: Ascension of the Metatron

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: Celon
    8.7
    Multiplayer
    -
    Grafik
    10/10
    Steuerung
    8/10
    Sound
    9/10
    Gameplay
    8/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    -
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • El Shaddai: Ascension of the Metatron
    El Shaddai: Ascension of the Metatron
    Publisher
    UTV Ignition
    Developer
    Ignition Entertainment
    Release
    08.09.2011
    • Es gibt 0 Kommentare zum Artikel

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El Shaddai: Ascension of the Metatron
El Shaddai: Ascension of the Metatron - Bibelstunde mal ganz anders! - Leser-Test von Celon
http://www.gamezone.de/El-Shaddai-Ascension-of-the-Metatron-Spiel-22546/Lesertests/El-Shaddai-Ascension-of-the-Metatron-Bibelstunde-mal-ganz-anders-Leser-Test-von-Celon-1010989/
17.12.2011
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2011/08/ElShaddaiAufmacher_120614153028.jpg
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