Endless Space 2: Vaulters - Die erste kostenpflichtige Erweiterung im Test
Test
Die Vaulters kehren zurück: Das erste kostenpflichtige Add-on zu Endless Space 2 bringt dank neuer Fraktion, Piraten-Diplomatie sowie reichlich Forschungen, Quests und Helden wieder frischen Wind in den 4X-Alltag. Genug für den stolzen Preis von 11 Euro? Die Antworten gibt's im Test zu Endless Space 2: Vaulters.
Auf dieser Seite
- 1 Endless Space 2: Vaulters im Test: Willkommen zurück!
- 2 Endless Space 2: Vaulters im Test: Blitzschnelles Expandieren
- 3 Endless Space 2: Vaulters im Test: Piraten - Freund oder Feind?
- 4 Endless Space 2: Vaulters im Test: Neue Knarren
- 5 Endless Space 2: Vaulters im Test: Je mehr, desto besser
- 6 Endless Space 2: Vaulters im Test: Wertung und Fazit
Wer derzeit Endless Space 2 spielt, braucht sich über einen Mangel an Nachschub nicht beklagen: Die Entwickler spendierten ihrem 4X-Brocken immerhin schon mehrere kostenlose Inhalts-Updates, darunter ein verbessertes Diplomatiesystem, Kampfschiffe und Bomber, zig neue Quests, Helden und Events. Guter Service, gutes Spiel! Doch nach den vielen Gratisinhalten möchte Amplitude Studios nun zur Abwechslung mal wieder Geld sehen: Mit Vaulters haben sie die erste kostenpflichtige Erweiterung zu Endless Space 2 veröffentlicht, der Preis liegt bei 11 Euro. Highlight des Add-ons sind die namensgebenden Vaulters als neues spielbares Volk. Außerdem fügt es ein zusätzliches Diplomatiesystem für Piraten, neue Waffen, Taten und Forschungen sowie ein paar frische Helden und Quests hinzu. Wir haben uns dutzende Stunden durch die neuen Inhalte geklickt und klären im Test zu Endless Space 2: Vaulters, ob die Neuerungen den Kaufpreis wert sind und ob das Hauptspiel damit einige seiner Schwächen ausbügeln kann. Wer das Originalspiel noch nicht kennt, dem sei unser Test zu Endless Space 2 ans Herz gelegt!
Endless Space 2: Vaulters im Test: Willkommen zurück!
Quelle: PC Games
Das Argosy-Mutterschiff kann kostenlos neue Planeten besiedeln, braucht danach aber mehrere Runden zum Aufladen.
Für Kenner der Endless-Reihe sind die Vaulters keine Unbekannten, mischten sie doch bereits in Endless Legend kräftig mit und wurden später auch per Patch ins erste Endless Space eingebaut. Auch im Add-on zu Endless Space 2 überzeugen sie mit ihrer markanten Spielweise, die sich angenehm von den anderen (ebenfalls sehr coolen) Völkern abhebt. Vaulters starten ohne Heimatplaneten, stattdessen verfügen sie über ein einziges, gigantisches Kolonieschiff, das unbegrenzt viele Welten besiedeln kann. Wir suchen uns also einfach ein vielversprechendes Sternensystem für unsere erste Heimat aus - und können direkt losbauen! Denn im Gegensatz zu anderen Rassen müssen die Vaulters keine Außenposten errichten, ihre Kolonien sind sofort einsatzbereit. Die Kehrseite der Medaille: Vaulters können keine zusätzlichen Kolonisierer bauen, sondern sind auf ihr Mutterschiff angewiesen, das sich nach jeder Besiedelung erst neu aufladen muss. Außerdem dauert es danach noch zehn wertvolle Runden, bis man eine weitere Kolonie gratis erzeugen kann - wer früher siedeln will, muss heftige Dust- und Rohstoffkosten in Kauf nehmen.
Endless Space 2: Vaulters im Test: Blitzschnelles Expandieren
Quelle: PC Games
Dank der Portale braucht unsere Flotte nur einen einzigen Zug, um die Nachbarkolonie zu erreichen - ganz ohne Starlane!
Eine der coolsten Eigenschaften der Vaulters steht schon von Anfang an zur Verfügung: Wir können in jedem besiedelten System günstige Sternentore errichten, die danach alle miteinander verbunden sind und die unsere Schiffe blitzschnell von einem Ort zum nächsten transportieren. Unsere Flotten erreichen selbst weit entfernte Kolonien in ein bis zwei Runden! Das bedeutet: Je weiter wir uns über die Karte ausbreiten, desto flexibler können wir erkunden und uns früh die besten Systeme unter den Nagel reißen. Ein weiter Vorteil: Falls wir angegriffen werden, können wir unsere stärksten Schiffe rasend schnell in das betroffene System schicken und direkt reagieren. Der Nachteil: Gegner können unsere Handelsrouten leicht blockieren, außerdem reagieren KI-Nachbarn schnell empfindlich, sollten wir zu flott expandieren.
Quelle: PC Games
Portale sollten stets zu den ersten Gebäuden zählen, die man auf neuen Kolonien errichtet.
Anders als manch anderes Volk spielt Einfluss für die Vaulters eine geringe Rolle. Dafür sind sie umso mehr auf ordentliche Dust-Einkommen, Handel und das Erwirtschaften von Ressourcen angewiesen. Sie sind militärisch orientiert, glänzen allerdings mehr in der Defensive, indem sie hohe Bevölkerungszahlen anstreben, wodurch sie ihre Systeme effektiver verteidigen können als manch andere Fraktion. Auch wenn ihre Teleporter enorme strategische Vorteile bringen, sollten die Vaulters erst einige Waffen- und Schildtechnologien erforschen, um erfolgreich in die Offensive zu gehen. Umso besser, dass die Vaulters ausgezeichnete Forscher sind! Außerdem haben sie die passive Eigenschaft "Material Expertise", dank der sie auch strategische Ressourcen für die Systementwicklung verwenden können - das sorgt zwar für dicke Boni, allerdings verschlingen die Stufe-3- und Stufe-4-Verbesserungen auch Unmengen Rohstoffe, so dass man sich den Einsatz seltenerer Materialien wie Quadrinix oder Antimaterie gut überlegen sollte.
Master of Orion: Die einsteigerfreundliche Alternative zu Endless Space 2
Ein Nachteil der Vaulters: Ihre verlangsamte Nahrungsproduktion muss frühzeitig ausgeglichen werden, außerdem sollte man sich beim Kolonisieren neuer Welten etwas zurückhalten - sonst sorgt die Überbevölkerung für ein kräftiges Minus in der Zufriedenheitsbilanz, die Leistungen der Siedler verschlechtern sich und es kommt im schlimmsten Fall zu einem Aufstand. Vaulters sind also gut damit beraten, zeitig eine Demokratie als Regierungsform zu wählen und Upgrades zu erfroschen, mit denen sich die Zufriedenheit der Plnaetenbewohner verbessert.
Endless Space 2: Vaulters im Test: Piraten - Freund oder Feind?
Piraten waren im Hauptspiel eher nervig als cool, weil sie keine richtige Funktion erfüllten. Das ist nun anders: In Vaulters funktionieren Piraten wie eine Art Mini-Fraktion. Sie besetzen von Zeit zu Zeit automatisch Systeme, die wir dann anklicken können, um ein neues Dialogmenü zu öffnen. Hier können wir beispielsweise unsere Stellung mit den Freibeutern verbessern oder eine Marke kaufen, mit der wir ein feindliches System diskret für einen Piratenangriff bestimmen. Sollten wir angegriffen werden, können wir die Piratenmarke mit Dust abbezahlen oder einen Nichtangriffspakt mit den Piraten eingehen. Alles in allem eine gute Ergänzung, die das Gameplay geringfügig aufwertet, ohne es zu verkomplizieren.
Quelle: PC Games
Dank Add-on können wir nun auch mit Piraten in Verhandlungen treten und sie zu unserem Vorteil nutzen.
Endless Space 2: Vaulters im Test: Neue Knarren
Quelle: PC Games
Dank Boarding Pods, die wie Raketen installiert werden, können wir nun auch feindliche Schiffe kapern.
Schon im Vorfeld hat Amplitude dem Spiel einige frische Forschungen spendiert, etwa Railguns oder Jäger und Bomber, die wir anstelle eines Geschützes in manche Schiffe einbauen können. Vaulters bringt nun einige weitere Waffentypen, etwa EMP-Raketen oder einen Beam, der feindliche Schilde ausschaltet. Der coolste Neuzugang sind die Boarding Pods, die wie normale Raketenwerfer funktionieren, dabei allerdings keinen Hüllenschaden verursachen. Stattdessen feuern sie Kapseln mit kleinen Entermannschaften ab, die in feindliche Schiffe eindringen und die Crew dezimieren - sinkt die Mannstärke auf Null, gehört das gegnerische Schiff uns und wird unserer Flotte hinzugefügt. Sehr nützlich! Allerdings lassen sich die Pods ähnlich wie Raketen leicht mit kinetischen Kurzwaffen kontern - sie sind also keine Allheilmittel.
Endless Space 2: Vaulters im Test: Je mehr, desto besser
Die übrigen Neuerungen beschränken sich auf Naheliegendes, etwa vier neue Erkundungsquests, eine zusätzliche Minor Faction und weitere Helden, darunter auch den aus Dungeon of the Endless bekannten Optbot. Inhalte dieser Art hat Amplitude auch schon per kostenlosem Patch mehrfach nachgereicht - sie machen das Spiel nicht wirklich besser, sorgen auf Dauer aber für mehr Abwechslung im 4X-Alltag. Deutlich gehaltvoller fallen da die Verbesserungen am Diplomatiesystem aus, die erst im November 2017 per Galactic Statecraft-Update ins Spiel kamen - denn zusammen mit der etwas schlaueren Gegner-KI sorgen die neuen Gesprächsoptionen und Allianzen tatsächlich für ein runderes Spielgefühl!
Eines ändert sich allerdings nie: Auch nach dem Add-on und zahlreichen Patches richtet sich Endless Space 2 nach wie vor eher an erfahrene 4X-Strategen. Ein nützliches Tutorial führt zwar durch die wichtigsten Funktionen und die Besonderheiten aller spielbaren Völker, doch wer mit dem Genre nicht vertraut ist, sollte zunächst einen leichteren Schwierigkeitsgrad und weniger KI-Gegner wählen. Und wer eine Alternative im Stil von Endless Space 2 sucht, bei der auch Einsteiger bequem ins Spiel kommen, wird bei Master of Orion (hier im Test) fündig.
