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  • Enter The Matrix im Gamezone-Test

    Das Spiel bietet zwar extrem coole Kampf- animationen, leidet aber unter mehreren spielerischen Mängeln.

    They took the blue pill!

    Dieses Jahr wird sicherlich wieder voll im Zeichen von Matrix stehen, genauer gesagt der Fortsetzung des Action-Knallers, welche ab dem 22.05 bei uns in den Kinos unter dem Titel "Matrix Reloaded" zu sehen sein wird. Der mittlerweile zum Kultstreifen avancierte Film, mit dem die Brüder Larry und Andy Wachowski im Jahr 1999 Kinogeschichte geschrieben haben, begeisterte vor allem durch bisher nie dagewesene Spezialeffekte. Die lang erwartete Fortsetzung wird dem Ganzen mit Sicherheit in nichts nachstehen.

    Das Spiel zum Film, welches bereits seit über zwei Jahren in Entwicklung ist, geht ebenfalls völlig neue Wege: Es handelt sich nämlich dabei nicht um eine gewohnte Filmumsetzung, in der der Spieler die Handlung des Films in mehr oder weniger guten Szenen nachspielt - es ist vielmehr eine Ergänzung zum Film, welche die Originalstory aufgreift, an diversen Stellen weitererzählt, oder sich sogar an völlig neuen Orten im Matrix-Universum abspielt. So werden dem Spieler Fragen beantwortet, die im Film offen geblieben sind. Das dies alles nur in ganz enger Zusammenarbeit mit den Filmproduzenten funktioniert ist klar - das aber die beiden Regisseure höchstpersönlich das Script zum Spiel neben dem echten Filmscript mitentwickelt haben ist eine echte Neuheit in der Spielebranche. Man ging sogar so weit und hat über eine Stunde exklusives Filmmaterial mit den echten Schauspielern eigens für das Spiel gedreht! Damit nicht genug, denn alle Schauspieler mussten zusätzlich zu den normalen Dreharbeiten zeitgleich für sehr aufwendige Motion-Capturing-Aufnahmen zur Verfügung stehen, es wurden dabei mehr als 4000 unterschiedliche Bewegungsabläufe digitalisiert. Es ist also mit Sicherheit nicht übertrieben, wenn man "Enter the Matrix" als aufwendigste und teuerste Filmumsetzung aller Zeiten bezeichnet.

    Das Kampfsystem, mit dem man sicherlich die meiste Zeit im Spiel beschäftigt sein wird, ist ein zweischneidiges Schwert: Zwar sehen die Moves dank des aufwendigen Motion-Capturing sehr gut aus, wer sich aber genauer damit auseinander setzt merkt sehr schnell, dass man eigentlich nur zwei Knöpfe drücken muss um seine Feinde loszuwerden. Dies ist für Einsteiger sicherlich eine schöne Sache, Profis hingegen werden an dieser Stelle vielleicht doch etwas unterfordert sein. Dennoch ist und bleibt die Inszenierung der Kämpfe bei diesem Spiel das große Highlight: Je nach dem ob man sich in einem engen Gang oder einem großen Raum befindet, kann unsere Spielfigur an Wänden oder Tischen abspringen, um dann den Gegner mit einem besonders cool aussehenden Tritt außer Gefecht zu setzen. Auch spezielle "Finishing-Moves" oder eindrucksvolle Würfe sind enthalten. Eine Vielzahl an Waffen kann ebenfalls eingesetzt werden, somit bleibt es jedem selbst überlassen, wie er am liebten seine Gegner los wird. Die richtige Action fängt aber erst mit dem Einsatz des "Focus" an. Diese, auch als "Bullet Time" bekannte Zeitlupe, kennt man zwar spielerisch schon aus "Max Payne", die Wurzeln des Spielelements sind aber natürlich im Matrix-Universum zu finden. Mittels Tastendruck versetzt man sich also jederzeit in den "Focus" und kann somit einen oder mehrere Gegner auf äußerst eindrucksvolle Weise loswerden. Nur in diesem Modus kommen die wirklich guten Moves zum Einsatz, man spielt also unbewusst selber Regisseur und lässt je nach Wunsch die Kampfszenen besonders gut und eindrucksvoll aussehen. Spielerisch ist das Element natürlich auch von Nutzen, die Gegner haben so kaum noch eine Chance sich gegen uns zu behaupten. Man sollte sich deshalb die zeitlich begrenzte "Focus-Time" für besonders schwere Stellen aufsparen, um nicht doch plötzlich von Feinden übermannt zu werden.

    Überraschend ist dabei, wie einfach man diese eindrucksvollen Bewegungen in der Hitze des Gefechts zu Stande bringt. Grund dafür ist natürlich die intelligente Engine des Spiels und die relativ einfache aber gelungene Steuerung, die dem Spieler immer genug Freiheit lässt um sich auch frei zu fühlen, in schnellen Kampfsituationen ihm dann aber doch auffallend unter die Arme greift. Dies ist nur leider nicht jedermanns Geschmack und viele hätten sich an dieser Stelle ein echtes Kampfsystem mit hunderten von Moves wie bei einem 3D-Fighter gewünscht. Um noch mehr Abwechslung in das Spiel zu bekommen hat man außerdem diverse Fahr- und Fluglevel in das Spiel integriert. Diese können nach genauerem Hinsehen aber nur als unausgegorenes Beiwerk bezeichnet werden, man ist froh wenn man wieder zu Fuß unterwegs ist. Wenn man schon solche spielerischen Exkurse unternehmen muss, dann bitte mit mehr sinnvollen Tiefgang und einer ausgereifter Steuerung!

    Ein altes Problem bei Action-Adventures, das sinnlose Verlaufen in den Levels, ist auch hier enthalten. Im einfachen Schwierigkeitsgrad hat man zum Glück mitgedacht und blendet ständig am oberen Bildschirmrand einen kleinen Pfeil ein, der dem Spieler genau mitteilt wo es langgeht. Dummerweise ertappt man sich in diesem Modus viel zu oft dabei, dass man nur noch auf den Pfeil schaut und regelrecht durch die Spielabschnitte hindurchrauscht. Wer das Spiel auf "Normal" spielen sollte, wird wiederum zu oft vom alten Verlaufen-Problem heimgesucht und ist öfters gezwungen die Level mehrfach nach dem Ausgang oder einem übersehenen Schalter abzusuchen. Die Entwickler konnten sich anscheinend nicht entscheiden was die bessere Lösung wäre, haben sich aber auch keine brauchbaren Alternativen einfallen lassen. Schade drum, denn gerade Aufgrund dieses Problems geht sehr viel Spielspaß verloren.

    In "Enter the Matrix" hat man wohl bewusst viele sehr ähnlich aussehende Grafiken verwendet um dem Spiel einen ganz besonderen und düsteren "Matrix-Touch" zu verpassen. Leider wird dieses Übertrieben eingesetzte Stilmittel von fast allen Spielern als "langweilige Grafik" interpretiert. Es kommt einem aber auch wirklich zu oft so vor, als wäre man an der aktuellen Stelle schon einmal vorbeigekommen - eben weil die Entwickler viel zu wenig abwechslungsreiche Texturen verwendet haben und sich auch beim Leveldesign nicht gerade mit Ruhm bekleckert haben. Auch wenn uns vom Hersteller hoch und heilig versprochen wurde, dass jede Version die Hardware des jeweiligen Systems voll ausnutzt, fällt selbst auf dem Gamecube die akute Polygonarmut auf: Runde Gegenstände wirken einfach zu eckig und bis auf die ausgezeichnet umgesetzten Models der Hauptfiguren wirkt der Rest auch nicht gerade "State of the Art". Lediglich die tollen Animationen der Charaktere fallen dem Spieler sofort auf und man merkt ganz deutlich, dass hier viel Arbeit drinsteckt. Die musikalische Untermalung des Spiels bietet dafür echte Kinoqualität und auch die Sprachausgabe der Charaktere ist dank Verwendung der Originalsprecher auf höchstem Niveau.

    Enter The Matrix (GC)

    Singleplayer
    7,5 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    7/10
    Sound
    8/10
    Steuerung
    8/10
    Gameplay
    7/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    coole Matrix-Atmosphäre
    hervorragende Zwischensequenzen mit original Schauspielern
    vorbildliche Verknüpfung von Film und Spiel
    toll inszenierte Kämpfe
    witzige Hack-Funktion
    grafisch veraltet
    teilweise eintönige Level
    zu Linear
    freudlose Fahr- und Fluglevel
  • Enter The Matrix
    Enter The Matrix
    Developer
    Shiny Entertainment
    Release
    15.05.2003
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Enter The Matrix
Enter The Matrix im Gamezone-Test
Das Spiel bietet zwar extrem coole Kampf- animationen, leidet aber unter mehreren spielerischen Mängeln.
http://www.gamezone.de/Enter-The-Matrix-Classic-22646/Tests/Enter-The-Matrix-im-Gamezone-Test-989278/
20.05.2003
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2003/07/screenshot_032.jpg
tests