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  • Escape from Paradise City im Gamezone-Test

    Aus Paradise City möchte man sofort fliehen, obwohl die Entwickler einige gute Ideen hatten. Nur an der Umsetzung haperte es..

    Mein Block reicht vom ersten bis zum sechzehnten... Nein! Nicht Stock! Bis zur 16. Straße! Denn in Escape from Paradise City bauen wir uns ein eigenes kleines Mafia-Imperium auf, indem wir Straßenzug um Straßenzug in unsere Hand bringen, von anderen Möchtegern-Gangstern befreien und den Distrikt-Boss soweit "bearbeiten", dass er fortan all sein Geld und all seine Macht an uns abtritt... Nett müssen wir hierbei natürlich nicht sein.

    Escape from Paradise City Escape from Paradise City Alles beginnt mit einem zwielichtigem NSA-Agenten namens Walther J. Kovacs, der die drei uns zur Verfügung stehenden Charaktere für eine hochbrisante Mission in Paradise City erpresst und zwangsrekrutiert. Nicholas "Nick" Porter, ein ehemaliger Dieb und Krimineller, wird vor die Wahl gestellt, ob die NSA den örtlichen Behörden einen Tipp ihn bezüglich geben sollte und er den Rest seines Lebens hinter Gittern verbringt oder er nicht lieber als Undercover-Agent tätig sein möchte. Angel Vargas, die im Gefängnis bezichtigt wird, eine Mitgefangene umgebracht zu haben und dafür zum Tode verurteilt wird, bekommt die Chance, noch mal von Neuem anzufangen und ihre Akte verschwinden zu lassen. Boris Chokov, ein korrupter Polizist aus LA, wird von Kovacs überzeugt, indem dieser andeutet, über Boris' krumme Geschäfte bescheid zu wissen. Die drei sollen Paradise City's Unterwelt unterwandern und selbst so weit aufsteigen, dass sie die bestehende Gangster-Organisation, die Paradise City komplett in der Hand hat, infiltrieren und schließlich zerschlagen können.

    Escape from Paradise City Escape from Paradise City Das interessante an Escape from Paradise City: Es ist kein normales Genrespiel wie man es erwartet. Denn Paradise City verknüpft Action-Rollenspiel mit Echtzeitstrategie. Ähnlich wie in Spellforce kann man seinen Charakter entweder aus einer Vogelperspektive betrachten und andere Einheiten um sich herum, sogenannte Handlanger und Gangster, befehligen, oder aber in einer "Action"-Sicht das Kampfgeschehen direkt beeinflussen. Unter Action stellt sich der Spieler jedoch mehr vor, als das Spiel einem bieten kann, mehr als WASD-Steuerung und nervige 3rd-Person Sicht in engen Straßenzügen beinhaltet der Actionmode nämlich nicht. Generell wirkt das Wechseln zwischen Rollenspiel und Strategiespiel ziemlich durchwachsen und unausgegoren, nützlich war es von vorn bis hinten leider auch nicht. Wer von Spellforce abschaut sollte dies schon qualitativ auf einem ähnlichen Level betreiben wie JoWooD im damaligen Titel. Neue oder eigene Ideen bietet das Spiel nur wenig, so müssen wir beispielsweise nachdem wir einen Straßenblock eingenommen haben, Gangster anheuern, die fortan auf den Straßen patrouillieren und uns in brenzligen Situationen, etwa wenn es ums einnehmen benachbarter Gang-Gebiete oder die Verteidigung unserer Ländereien geht, helfen. Neben unserer eigenen Fähigkeiten und den angeheuerten Aushilfen haben wir noch unsere Macht! Nein, Dinge durch die Luft schweben lassen, megacoole Blitze werfen oder dem Barkeeper einreden wir hätten nur ein Bier, statt 17, getrunken können wir damit leider nicht, das waren die Kollegen aus der StarWars-Reihe. Stattdessen können wir gegen Machtpunkte bestimmte Aktion "bestellen" oder Hilfe herbeirufen. Auf Knopfdruck steht uns in brenzligen Situationen dann beispielsweise ein heilender Kollege zur Seite, wenn wir ihn brauchen kommt aber auch ein prügelnder Muskelprotz. Falls wir mal etwas schneller vorankommen wollen können wir uns auch ein Auto rufen und damit rumfahren, wers ganz rabiat mag kann aber auch Autobomben legen, Luft- und Giftgasangriffe gegen einen Bezirk fliegen oder einen Killer auf seine Widersacher ansetzen. Das Macht-Konto steigt bei jeder Eroberung eines benachbarten Distriktes, sodass einem immer mehr Aktionen zur Verfügung stehen. Weiterhin beinhaltet das Spiel nicht nur die genretypische 3rd-Person Sicht, sondern liefert auch einen Skilltree ab, mit dessen Hilfe man seinen Charakter nach gut Dünken entwickeln kann.

    Werbung zerstört den letzten Rest an Spielspaß Werbung zerstört den letzten Rest an Spielspaß Graphisch erfindet Paradise City das Rad nicht neu und verliert nach einer Weile mit den ewig gleichen, matschigen Innenstadt-Karten den letzten Rest an Spielspaß. Denn aus den Städten und Bezirken kommt man kaum raus, immer das gleiche Schema: Distrikt erobern, Gangster anheuern, nächsten, komplett gleich aussehenden Distrikt erobern, Gangster anheuern... Einziger Lichtblick, wortwörtlich, zwischen all den comicartigen Texturen, Modellen und Häusern, ist der gelungene Tag-Nacht-Wechsel. Spielerischen Einfluss nimmt er nicht, sieht aber nett aus und wirkt vor allem nachts fast authentisch, wenn bewaffnete Gangster um brennende Mülltonnen stehen. Was weiterhin auffällt und nebenbei im gesamten Spiel am realistischsten aussieht: In-Game Werbung. Denn nicht nur Nokia bewirbt darin das "neue" N95, auch Onlinewelten und Frogster selbst werben im eigenen Spiel für ihre Produkte! Vor allem in den Singleplayerkampagnen sind alle nur erdenklichen Flächen für Werbung genutzt, der Multiplayer ist dafür aber komplett frei von nervigen Reklametafeln.

    Matschige Grafik Matschige Grafik Nachdem schon auf dem Cover mit Kool Savas, einem deutschen "Gangster"-Rapper, geworben wird, hätte man wenigstens erwarten können, dass die Soundkulisse irgend etwas Mafiatypisches an sich hat und ordentlich aus den Lautsprechern dröhnt. Aber auch hier vertut man sich, denn neben der Werbung auf dem Cover taucht Kool Savas auch ingame nur als überlebensgroßes Plakatmuster auf. Stattdessen dröhnt uns permanent eine nervige Hintergrundmusik entgegen, die aber praktischerweise unter den Standardeinstellungen so leise ist, dass man sie kaum hört. Die restlichen Sounds klingen zwar halbwegs realistisch, nach wenigen Runden hat man jedoch genug von einseitigen Motorgeräuschen, Helikoptern und provisorischen Polizeisirenen. Viel mehr kann man aus der klobigen Innenstadtkulisse aber auch nicht rauskitzeln. An Dialogen bietet Escape from Paradise City zwar nur wenig Abwechslung, dafür aber viele lustige und derbe Sprüche, die sich jedoch nach einiger Zeit wiederholen. Einziges Manko: Obwohl der Klappentext behauptet, dass komplette Spiel sei auf Deutsch, sind alle Videos und Dialoge auf Englisch. Das wirkt zwar cooler und passt eher zu amerikanischen Ghettos, ist aber schwer und vor allem ohne Englischkenntnisse unmöglich zu verstehen. Dafür sind alle Sequenzen untertitelt, die Übersetzungen hiervon klingen aber teils abgedroschen und arg komisch.

    Escape from Paradise City Escape from Paradise City Nach so vielen negativen Punkten könnte man meinen, sei wenigstens die KI in Ordnung und halbwegs eigenständig, aber auch hier irrt man. Gangster lungern meist nur auf der Straße rum und bewegen sich kaum vom Fleck, wenn ein verfeindeter Distrikt mal angreift, dann immer nach dem selben Muster, sodass man dies schnell wieder unterbinden kann. Auch die Wegfindung ist manchmal nicht die hellste und führt uns in die hintersten Ecken der Stadt, aber leider nicht da hin, wo wir wollten...

    Zu guter Letzt bleibt noch der Mehrspielermodus, der Hoffnungen erlaubt. Dieser spielt sich exakt wie die Solokampagnen, statt doofen KI-Feinden sitzen aber Menschen an den Hebeln. Das ganze könnte sich als wirklich witzig erweisen, vor allem wenn sich Gegner permanent mit Luftangriffen und Autobomben traktieren, dafür muss man aber erst mal Gegner finden... Leider war während des ganzen Tests nicht ein einziger Spieler auf den Servern zu finden, sodass sich auch dieser Modus als recht einseitig erweist.

    Escape from Paradise City (PC)

    Singleplayer
    6,2 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    6/10
    Sound
    6/10
    Steuerung
    6/10
    Gameplay
    7/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Schräge Dialoge auf Englisch
    Lustige Idee
    Drei völlig verschiedene Charaktere
    Veraltete Grafik
    Spiel auf Englisch, nur mit Untertiteln
    Dumme KI
    kein Rollenspielflair
    unsinniger Wechsel von RSP und Strategiemodus
    schlimme Kameraführung durch enge Straßenzüge
    ewig gleiche Kartenstruktur
  • Escape from Paradise City
    Escape from Paradise City
    Publisher
    Frogster Interactive
    Developer
    Sirius Games A/S
    Release
    18.10.2007

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991573
Escape from Paradise City
Escape from Paradise City im Gamezone-Test
Aus Paradise City möchte man sofort fliehen, obwohl die Entwickler einige gute Ideen hatten. Nur an der Umsetzung haperte es..
http://www.gamezone.de/Escape-from-Paradise-City-Spiel-22682/Tests/Escape-from-Paradise-City-im-Gamezone-Test-991573/
29.11.2007
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2007/11/ParadiseCity_2007-11-27_14-06-07-86.jpg
tests