Games World
Login Registrieren
Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
als Startseite festgelegt.
    Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
    Mobile als Startseite festgelegt.
    Login Registrieren
  • Eternal Ring: Auf den Spuren von Kings Field - Leser-Test von Sly Boots

    Entwickler: From Software
    Publisher: Ubisoft
    System: PS2
    Genre: Action-RPG
    Sprache: Englisch
    Altersfreigabe: 12

    Einleitung:
    Stell dir vor es ist ein japanischer Entwickler der gerne West-RPGs für Sony-Konsolen programmiert. Na? Von wem spreche ich wohl? Richtig, von From Software! Jenen Leuten, die seit ihrer 1994 entstandenen Action-RPG-Reihe "Kings Field" den Konsoleros zeigen, dass es in einem RPG nicht immer nur um eine Bande punkiger Teens geht, die ausgerüstet mit übergroßen Waffen und einer Extraportion Naivität die obligatorische Weltenrettung anstreben.
    Stattdessen versetzt From Software den Spieler sehr gerne in die Rolle eines einsamen Streiters, der sich durch dreckig-düstere Katakomben, verfallene Ruinen, dunkle Höhlen oder neblige Wälder quält, um die spärlich gesäten Storyfragmente zusammenzukratzen und allerlei fiese Monster zu bekämpfen, die in Echtzeit gar nicht mehr so ungefährlich erscheinen, wie man es aus den gemütlichen Rundenkämpfen gewohnt ist.
    Es dürfte also nicht verwundern, dass From Softwares Spiele seinerzeit ziemlich schief beäugt wurden und mit eher durchwachsenen Wertungen abgewatscht wurden. Doch dies hinderte die Japaner nicht daran das RPG-Machtvakuum der frisch veröffentlichten Playstation 2 auszuschöpfen. Bereits kurze Zeit nach ihrem Launch wurde das allererste Rollenspiel für die damals neue Konsole losgetreten. Ein obskures kleines West-RPG aus Japan, das auch als neuer Teil der Kings Field-Reihe durchgegangen wäre: Eternal Ring! Lasst uns herausfinden was der Titel taugt.

    Story:
    Die Geschichte dreht sich um den Namen gebenden "Eternal Ring", der sich auf der "Island of No Return" (Insel ohne Wiederkehr) befinden soll. Natürlich gibt es gewisse Gruppierungen auf dem Festland die nach der "Eternal Power" dieses Schmuckstückes lechzen. Der Rat der Ältesten des Königreiches Heingaria ist eine davon. Der jugendliche König von Heingaria befürchtet das Schlimmste, schließlich hat der Ältestenrat bereits die politische Macht des Reiches an sich gerissen und diverse Eroberungsfeldzüge auf die Nachbarländer angezettelt. Daher entsendet er auf Anraten seines treuen Truppenführers Gillian, dessen Pflegesohn Cain Morgan (Ja, wieder so eine komische Namenskonstellation aus einem japanischen Hirn) auf die Insel.
    Seine Aufgabe ist es den Ring zu bergen, ehe es die Soldaten des Ältestenrates tun. Doch dies ist natürlich nur die Ausgangslage der Handlung, denn wie so oft kommt alles anders als man denkt und Cains Eintreffen auf der von Monstern und Drachen bevölkerten Insel soll ja auch der Antwort auf die Frage seiner eigenen Herkunft dienen.

    Wer Erfahrung mit From Software-Spielen hat weiß, dass deren Handlungen eher schwammig und lückenhaft wiedergegeben werden, doch nicht so bei Eternal Ring! Wer bemüht ist den Erläuterungen der NPCs zu folgen und die Zwischensequenzen mitverfolgt, der bekommt doch tatsächlich eine logisch aufgebaute, in sich abgeschlossene Geschichte serviert! Erfreulich auch, dass diese durchaus interessant und klischeefrei ausfällt sowie einige unerwartete Storywendungen und ein überraschendes Ende zu bieten hat.
    Schade nur, dass die miese Präsentation das gute Grundmaterial verdirbt. Ein weitestgehend stummer und unbeteiligt wirkender Protagonist, peinliche Charakteranimationen bei einer ohnehin schon schlechten Grafik und mäßige englische Sprecher können einen den Spaß an der Story schon verderben.

    Gameplay:
    Wie in der Tradition von Kings Field steuert man Cain aus der Egoperspektive und bestreitet das Abenteuer in Echtzeit. Feindliche Monster müssen also direkt Auge in Auge bekämpft werden, wobei der Spieler auf Knopfdruck mit der ausgerüsteten Klinge zusticht oder den derzeit angewählten Zauber abfeuert. Natürlich sind die feindlichen Biester nicht wehrlos, weswegen man besser geschickt ans Werk gehen sollten. So besteht z. B. die Möglichkeit den Feind mittels Sidesteps zu umkreisen, um seinen Attacken gekonnt auszuweichen - sowas kann Bildschirmleben retten (Weitere Kampftaktiken müsst ihr aber schon selber austüfteln. )!
    Die Steuerung gestaltet sich hierbei erfreulich gelungen! Sämtliche Tasten sowie die Analogsticks des Controllers werden sinnvoll genutzt, was dem Spieler eine problemlose Kontrolle seiner Aktionen gewährleistet. Lediglich die Kameraausrichtung, die über die hinteren Schulterbuttons gesteuert wird, erfordert ein klein wenig Übung vom Spieler, was aber schnell verinnerlicht ist.

    Beseitigte Monster bringen genretypische Erfahrungspunkte mit denen Cain auflevelt, um seine Statistika wie HP und MP zu verbessern. Ferner droppen sie Items wie Heiluntensilien oder die wertvollen Gems. Letztere werden nicht nur von den beiden Händlern der Insel als Zahlungsmittel akzeptiert, sondern erlauben es uns in erster Linie magische Ringe herzustellen. Womit wir beim interessantesten Aspekten von Eternal Ring angelangt wären - den magischen Ringen und dem dazugehörigen Ring-Crafting.
    Nach einer gewissen Zeit findet man den ersten magischen Ring in einer Schatztruhe. Diese dienen entweder zur Wirkung von Magie - sowohl offensiver als auch defensiver Natur - oder zur Beeinflussung der Statistika. Besonders seltene Extra-Ringe, schalten sogar einige Sonderfähigkeiten wie Zielsuche oder einen erhöhten Exp. bzw. Item-Output frei. Cain kann jeweils fünf aktive und fünf passive Ringe ausrüsten (die Extra-Ringe die man nur finden und nicht herstellen kann, werden als passive Ringe gewertet), es gibt also einen gewissen Spielraum für die bevorzugte Ring-Ausrüstungskonstellation, denn abgesehen von Nahkampfwaffe und den Ringen gibt es keine weiteren Ausrüstungsgegenstände. Die ausgerüsteten aktiven Ringe lassen sich übrigens bequem per Tastendruck durchschalten, so dass man flexibel mit ihnen arbeiten kann. Wurde ein Ring aktiviert, oder ein Anderer ausgewählt, erfordert es stets eine gewisse Wartephase bis man ihn (wieder) einsetzen kann - stupides Egoshooter-Geballer via Feuerball und dergleichen ist also nicht zu befürchten. Außerdem erfordert der Einsatz eines Zaubers natürlich MP, die man nur durch entsprechende Items oder das beseitigen von Monstern auffrischen kann - Schlafplätze gibt es nämlich nicht!

    Wo nun die Handhabung der Ringe geklärt ist, kommen wir zum Crafting. Ab einem gewissen Gebiet, findet sich in der Nähe der Speicherpunkte ein Teleporter, mit dem wir zum Crafting Room gelangen. Dort lassen sich die gesammelten Gems auf maximal sechs Podesten platzieren, um auf diese Weise einen Ring zu erschaffen. Zu beachten ist jedoch, dass es verschiedene Level- (1-5) und Elementarstufen (Feuer, Wasser etc.) der Gems gibt. Je nach Gesamt-Levelstufe der ausgewählten Edelsteine kommt natürlich ein mehr oder weniger mächtiger Ring heraus, während die Elemente die Beschaffenheit des Schmuckstücks festlegen. So bringen Feuergems logischerweise einen Ring mit offensiven Feuereigenschaften hervor, während Wassergems ein nützliches Heiluntensil erzeugen. Es ist natürlich auch möglich variable Elemente auf die Podeste zu legen - an dieser Stelle ist experimentieren gefragt. Mittels einer Liste kann man übrigens sämtliche gesammelte bzw. geschaffene Ringe begutachten, wird es Cain schaffen seine Sammlung zu vervollständigen? Ein kleines Problem gibt es da aber noch, zumindest für das Crafting aktiver Ringe. Deren Herstellung erfordert nämlich einen "nackten" Magic Ring, den man erst einmal in der Spielwelt finden muss. Und das ist gar nicht mal so einfach, da nicht jeder Ring bzw. jedes Objekt in einer gut sichtbaren Schatztruhe liegt. Es lohnt sich also die Areale genau abzusuchen, damit man nicht aus versehen an solch einem magischen Kleinod vorbei stiefelt.

    Abgerundet wird das Abenteuer mit einigen kleineren Rätselpassagen, die sich jedoch hauptsächlich auf die Betätigung eines Schalters oder den Einsatz eines Ringes beschränken, mit dem eine verzauberte Tür geöffnet oder eine Fackel entzündet werden soll und dergleichen. Nichts wirklich anspruchsvolles, aber durchaus nett gemeint. Schade nur, dass der Umfang der Insel ohne Wiederkehr recht übersichtlich ausfällt. Soll heißen das die Spieldauer relativ kurz bemessen ist. Selbst wenn man motiviert ist, möglichst viele Ringe zu sammeln, jede Nische erkundet und die beiden optionalen Zusatzgebiete in Angriff nimmt, wird man doch recht bald den Abspann zu Gesicht bekommen. Aber abgesehen davon gibt es am Gameplay eigentlich nicht viel zu bemängeln. Das Spiel macht Spaß!

    Grafik, Sound und Präsentation:
    Grafik: Eternal Ring sieht furchtbar aus! Die Spielwelt ist äußerst karg eingerichtet und lässt es generell an optischen Details mangeln. Dementsprechend schlecht fallen dann auch die Texturen aus. Die Grafik ist so mies, dass sie sogar so manches PSone Game in neuem Glanz erstrahlen lässt!
    Ok, es war eines der ersten PS2-Spiele überhaupt, aber auch dies ist keine Entschuldigung für Kopfschmerzen verbreitendes Dauergeflimmer und dicke PAL-Balken am oberen und unteren Bildschirmrand! Einzig die Gestaltung der Monster- und Drachenmodelle weiß zu gefallen, aber selbst dieser eine positive Aspekt wird durch die bereits erwähnten, peinlichen Charakteranimationen wieder nach unten gedrückt. Von der Grafikpower der neuen Konsole war in diesem Spiel jedenfalls nichts zu spüren.

    Sound: Glücklicherweise fällt der OST wesentlich angenehmer aus als die Grafik. Wobei das Wort "Angenehm" den Soundtrack bereits perfekt umschreibt. Der Großteil der Melodien hat eine richtig beruhigende und entspannende Wirkung, was für relaxte Inseltouren sorgt.
    Nun kann man zwar sagen, dass entsprechend düstere Tracks besser zu dem ein oder anderen Gebiet gepasst hätten, aber mir haben die Tracks eigentlich so gefallen wie sie eingesetzt wurden.
    Die englische Sprachausgabe wiederum wirkte auf mich recht durchschnittlich. Die Sprecher klingen allesamt recht lustlos, so dass die Motivation ihnen zuzuhören sehr schnell nachlässt. Dafür sind jedoch die Geräusche, die die verschiedenen Kreaturen und Monster von sich geben recht witzig anzuhören.

    Präsentation: Da die hundsmiserable Grafik und PAL-Anpassung bereits angesprochen wurden, bleibt an dieser Stelle nur noch die fehlende Lokalisation zu erwähnen - übersetzt wurde nämlich lediglich das Handbuch. Dementsprechend liegt es also an den Englischkenntnissen des Spielers, ob er der Handlung folgen kann, oder nicht (dasselbe gilt natürlich auch für die Beschreibungen zu Items und Ringen). Zwar sollten englische Texte in Rollenspielen einige Jahre später zum Standard werden, doch war dies zur Zeit der Veröffentlichung von Eternal Ring noch keineswegs der Fall (mal abgesehen davon, dass dieser "Standard" nie richtig akzeptiert wurde). Aufgrund dessen und eines ohnehin recht überschaubaren Schrifttextes den man ohne größeren Aufwand hätte übersetzen können, wiegt dieser Kritikpunkt umso schwerer. Wer es immer noch nicht gemerkt hat: In Sachen Präsentation ist der Titel eine waschechte Gurke!

    Fazit:
    Nun würde mich mal interessieren, ob das Testergebnis für euch überraschend ausfällt, oder nicht. Ich kann mir gut vorstellen, dass es sich bei Eternal Ring um eines jener Spiele handelt, auf denen gerne herumgehackt wird - falls man es überhaupt beachtet. Dieser Umstand ist schade, denn wer hinter die hässliche äußere Fassade schaut und mit den sonstigen Mängeln wie den PAL-Balken oder englischen Texten leben kann, den erwartet ein überraschend unterhaltsames Spiel! Es wurde sogar für Innovation gesorgt, denn das Ring-Crafting aus Eternal Ring, konnte mich - im Gegensatz zu so manch anderem Crafting-System sonstiger RPGs - voll überzeugen!
    Der Objektivität zu liebe, kann ich dem Titel aber leider keine Wertung im 7er Bereich gönnen, denn dafür sind die Mängel auf der Kontra-Seite dann doch zu einschneidend.
    Aber wie gesagt: Es macht definitiv Spaß die Geheimnisse der Insel zu ergründen, dass kann man dem Spiel trotz aller Schwächen nun wirklich nicht absprechen!

    Negative Aspekte:
    hässliche Grafik, peinliche Animationen / Spiel ist zu kurz / starkes Grafikflimmern / schlechte PAL-Anpassung / blasse Charaktere / keine Lokalisation (Englische Texte und Sprache)

    Positive Aspekte:
    unverbrauchtes Spielgefühl (aus der Ego-Perspektive) / gelungenes, motivierendes Ring-Crafting-System / interessante Story / schöner OST / gute Steuerung

    Infos zur Spielzeit:
    Sly Boots hat sich 20-100 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Eternal Ring

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: Sly Boots
    6.8
    Multiplayer
    -
    Grafik
    4/10
    Steuerung
    8/10
    Sound
    7/10
    Gameplay
    7/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    5.8/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Eternal Ring
    Eternal Ring
    Publisher
    Crave Entertainment
    Developer
    From Software
    Release
    20.12.2000

    Aktuelle Rollenspiel-Spiele Releases

    Cover Packshot von Winx Club Release: Winx Club Konami
    • Es gibt 0 Kommentare zum Artikel

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 12/2016 PC Games Hardware 01/2017 PC Games MMore 01/2016 play³ 01/2017 Games Aktuell 12/2016 buffed 12/2016 XBG Games 11/2016 N-Zone 12/2016 WideScreen 01/2017 SpieleFilmeTechnik 12/2016
    PC Games 12/2016 PCGH Magazin 01/2017 PC Games MMORE Computec Kiosk On the Run! Birdies Run
article
1010843
Eternal Ring
Eternal Ring: Auf den Spuren von Kings Field - Leser-Test von Sly Boots
http://www.gamezone.de/Eternal-Ring-Spiel-22735/Lesertests/Eternal-Ring-Auf-den-Spuren-von-Kings-Field-Leser-Test-von-Sly-Boots-1010843/
06.09.2011
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2001/11/5350eternal_oben.JPG
lesertests