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  • Europa Universalis 3 im Gamezone-Test

    Paradox neuester Streich schlägt in Sachen Spieltiefe und Umfang sogar strategische Schwer- gewichte wie Civilization IV.

    Unter der schier unüberschaubaren Zahl von Strategietiteln nehmen die Computerspiele aus dem Hause Paradox Interactive seit eh und je eine Sonderstellung ein. Eine relativ kleine, aber dafür umso begeistertere Anhängerschaft hält Paradox-Produkten bis heute die Treue und kürt diese regelmäßig zum Nonplusultra unter den Hardcore-Strategien; der andere Teil der Spielerschaft dagegen lehnt jene Erzeugnisse aufgrund ihrer Komplexität und schweren Zugänglichkeit kategorisch ab. 2001 erschien das erste Europa Universalis, ein Jahr später der zweite Teil. Danach brachten die schwedischen Entwickler mit Hearts of Iron und Victoria ähnliche Titel auf den Markt, die zwar meist vor dem Hintergrund verschiedener historischer Epochen handelten, aber auf ein und demselben brettspielähnlichem Prinzip beruhten. Was den strategischen Anspruch, den spielerischen Tiefgang und den Umfang betrifft, war der kreative Höhepunkt spätestens mit Hearts of Iron 2: Doomsday (2006) erreicht. Verbesserungen erwarteten die Fans fortan vor allem im handwerklich-technischen Bereich. Denn mag der motivationsbedingte Suchtfaktor bei Europa Universalis, Victoria & Co. auch stets sehr hoch gewesen sein, so litten die Paradox-Titel doch zweifellos immer an ihrer hässlichen Grafik, üblen Bugs sowie dem unzureichenden Bedienkomfort; alles Macken, die selbst beinharte PC-Strategen oftmals an den Rand der Verzweifelung trieben. Europa Universalis 3 trat deshalb bereits während seiner Entstehungsphase mit der Zielsetzung an, Kritik zu berücksichtigen und alte Mängel abzustellen. Wird es diesem Anspruch gerecht?

    Geschichte (um)schreiben

    Europa Universalis 3 Europa Universalis 3 Das nunmehr dritte Europa Universalis behandelt die geschichtliche Zeitachse zwischen 1453 und 1789 und beginnt unmittelbar nach dem Fall Konstatinopels durch die ottomanische Armee. Die folgenden 336 Jahre umfassen so wichtige historische Abschnitte wie die Entstehung und Festigung der Neuen Welt, den Dreißigjährigen Krieg oder die Amerikanische Revolution. Frühester Eintrittstermin ist der 30. Mai 1453. Per Datumswählschalter kann der Spieler den Zeitpunkt des Einstieges in der Historie jedoch frei bestimmen. Wer also zum Beispiel erst ab dem 1. April 1459 Weltgeschichte erleben und gestalten will, der brauch dies dem Computer nur entsprechend eingeben.

    Wie schon bei den beiden Vorgängern, so übernimmt der Spieler auch diesmal die Rolle eines Monarchen oder Herrschers, der seinen Regentschaftsbereich möglichst erfolgreich durch seine Zeit lotsen muß. Dabei hat er die Auswahl zwischen über 250 Ländern und tausenden Provinzen und darf sich entscheiden, ob er gleich ein ganzes Land (z.B. Frankreich), bestimmte Staaten (z.B. Preußen) oder lediglich eine einzelne Provinz (z.B. Hannover) als Ausgangspunkt seines staatsmännischen Wirkens benennt. Ein Übergang zwischen diesen verschiedenen geografisch vorgegebenen Bezugspunkten ist natürlich möglich. So können wir beispielsweise als Oberhaupt einer Provinz beginnen, uns durch kluges Vorgehen zum Landeschef eines Staates vorarbeiten und schließlich als Regent ein komplettes Land oder sogar mehrere Länder besitzen. Der eigentliche Geschichtsverlauf ist dabei offen. Zwar basiert Europa Universalis 3 auf den historischen Hintergründen seiner Zeit, lässt dem Spieler aber ein Maximum an Handlungs- und Gestaltungsfreiheit. Es ist somit möglich, selbst Geschichte zu schreiben und das Zeitgeschehen in völlig andere Bahnen zu lenken.

    Europa Universalis 3 Europa Universalis 3 Warum also beispielsweise den Dreißigjährigen nicht einfach um einige Jahre verkürzen, der Amerikanischen Revolution zu einem anderen Ausgang verhelfen oder Westfalen zur Weltmacht ausbauen? Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. Ein großer Vorteil von Paradox-Titeln lag ja immer in diesem Maximum an Gestaltungsfreiheit und dies garantiert auch im neuen Europa Universalis unzählige Vorgehensweisen, was den eigentlichen Spielverlauf nicht nur spannend, sondern auch langfristig motivierend erscheinen lässt. Grundsätzlich gilt: Nichts ist unmöglich. Dabei sollte allerdings immer bedacht werden, dass mit steigenden Machtansprüchen natürlich auch die Anforderungen an das Können eines Herrschers wachsen. Eine Provinz ist nun einmal einfacher zu regieren als ein Staat oder gar ganze Nationen.. Umso größer der Einflussbereich, desto weniger überschaubarer und berechenbarer wird dieser. Und die vielen anderen Herrscher um uns herum auf der Karte sind nicht weniger machtbesessen als wir selbst. Konflikte sind vorprogrammiert.

    Diplomatie, Wirtschaft und Kriegskunst

    In Europa Universalis 3 gibt es keine eigentliche Story oder irgendwelche Zielvorgaben. Der Computer sagt dem Spieler also nicht etwa: "Erobere Preußen!" oder "Bewege deine Truppen von A nach B innerhalb des Zeitraums X". Der Spieler allein entscheidet, was er wann, wie und wo unternimmt. Bestehen kann aber letzten Endes immer nur derjenige, der es versteht, politische, wirtschaftliche und militärische Möglichkeiten zu erkennen und in ihrer Kombination erfolgreich anzuwenden. Wer es eher friedlich mag, der wird seine Absichten zunächst auf diplomatischem Wege zu erreichen versuchen. So machen wir angrenzenden Nachbarn Staatsgeschenke, gewähren großzügige Darlehen, akzeptieren und tolerieren andere Religionen oder Kulturen, fädeln Ehen ein oder schließen Bündnisse , um Freunde zu gewinnen und jeden Zoff zu vermeiden. Oft funktioniert dies, so dass wir schon bald über einen guten Ruf verfügen, was wiederum Punkte einbringt. Doch bekanntlich kann keiner in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt. Je nach Aggressivität der KI, die weitgehend vom zuvor eingestellten Schwierigkeitsgrad abhängt, kommt es ab und zu dennoch zum Krieg. Denn einige Länder oder Provinzen nutzen unsere Gutmütigkeit nur aus, um uns anschließend im richtigen Augenblick in den Rücken zu fallen. Folglich wird die Politik dann auf dem Schlachtfeld, zu Lande oder auf dem Wasser ausgetragen.

    Europa Universalis 3 Europa Universalis 3 Vor dem Hintergrund der damaligen Zeit ist die Auswahl der Waffen natürlich begrenzt. Anders als in Hearts of Iron, welches schwerpunktmäßig im 2. Weltkrieg spielt, gab es zwischen 1453 und 1789 lediglich Infanterie, Kavallerie, Artillerie und diverse Kriegsschiffe. Zwar existieren auch in Europa Universalis 3 über 200 Einheiten, doch sind deren taktische Einsatzmöglichkeiten zwangsläufig begrenzt. So kann man größere Strecken beispielsweise nicht per Flugzeug zurücklegen oder auf motorisierte Truppenteile zugreifen, weshalb gerade Aufmarschwege eine längere Zeit beanspruchen. Europa Universalis 3 spielt sich komplett in Echtzeit ab. Allerdings lässt sich das Geschehen mittels Zeitraffer beschleunigen, wobei man von dieser Funktion nur sparsam Gebrauch machen sollte, denn sonst rast das ganze Weltgeschehen an einem vorbei und der virtuelle Herrscher hat kaum noch Möglichkeiten, aktiv in die Geschichte einzugreifen. Der gewaltige Spielumfang und die durch den nicht-linearen Spielverlauf in der Regel unvorhersehbaren plötzlichen historischen Ereignisse und Situationen führen dazu, dass sich bereits eine einzelne Kampagne über mehrere Tage, Wochen oder gar Monate hinziehen kann, egal, ob im Single- oder Multiplayermodus, denn beide Modi spielen sich nahezu gleich. Erfreulicherweise kann man zwischendurch per Leertaste pausieren oder bei Bedarf jederzeit schnellspeichern

    Die Stärke eines Landes hängt nicht zuletzt von der Leistungsfähigkeit seiner Volkswirtschaft ab. Ökonomie war und ist ein bestimmender Machtfaktor. Drum errichten wir Handelszentren, treiben (Waffen-)Forschung, ordnen unsere Staatsfinanzen, häufen Notreserven an, treffen Wirtschaftsabkommen mit unseren Nachbarn oder verhängen Blockaden bzw. Embargos, um politisch oder wirtschaftlich mißliebieg gewordene Konkurrenten zu strafen. Natürlich gewähren wir auch Darlehen oder erheben bei militärischen Konfliken eine Kriegssteuer. Erstrebenswert sind vor allem Gebietszuwächse in Küstennähe, denn von dort aus lassen sich schnell überseeische Handelsrouten erschließen. Bei all unseren Entscheidungen können wir früher oder später auf die Hilfe von Beratern zurückgreifen, die den ein oder anderen guten Tipp parat haben und die wir nach Belieben absetzen können, sollte sich deren "Expertenmeinung" als falsch erwiesen haben oder wenn uns die Herrschaften einfach nicht mehr in den Kram passen. Überhaupt hat alles nach unserer Pfeife zu tanzen. Der Spieler rekrutiert seine Befehlshaber und feuert diese, sobald ihre Künste auf dem Schlachtfeld nachlassen. Im Zweifelsfall übergehen wir die Generäle einfach und setzen uns selbst an die Spitze der Armeen. Das "Si vis pacem, para bellum" ("Wenn du Frieden willst, bereite dich auf den Krieg vor") zieht sich wie ein Motto durch Europa Universalis 3, denn an irgendeiner Ecke unseres Machtsektors kracht es eigentlich immer, weshalb auch in ruhigeren Zeiten der militärischen Forschung und der Rüstungswirtschaft große Bedeutung zukommt.

  • Europa Universalis 3
    Europa Universalis 3
    Release
    1. Quartal 2007

    Aktuelle Strategie-Spiele Releases

    Cover Packshot von Rollercoaster Tycoon World Release: Rollercoaster Tycoon World Atari , Pipeworks Software
    Cover Packshot von Transport Fever Release: Transport Fever
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Europa Universalis 3
Europa Universalis 3 im Gamezone-Test
Paradox neuester Streich schlägt in Sachen Spieltiefe und Umfang sogar strategische Schwer- gewichte wie Civilization IV.
http://www.gamezone.de/Europa-Universalis-3-Spiel-22758/Tests/Europa-Universalis-3-im-Gamezone-Test-991164/
16.02.2007
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2007/02/eu3_oct_18.jpg
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