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  • Europa Universalis: Rome im Gamezone-Test

    ...bietet zwar kaum Neuerungen was das Gameplay betrifft, agiert aber immer noch auf recht hohem und anspruchsvollem Niveau.

    "Alle Dinge sind am Anfang klein."
    Cicero

    Sie sind der heimliche Schrecken eines jeden Gelegenheitsspielers: die Hardcore-Strategie-Titel aus dem Hause Paradox Interactive. Sieben Jahre sind seit Veröffentlichung des ersten "Europa Universalis" vergangen. Seither erschienen mehrere reguläre Fortsetzungsteile und mit "Victoria", "Hearts of Iron" etc. weitere Games, die sich szenarisch meist anderer historischer Epochen bedienten, aber auf demselben komplexen Spielprinzip beruhten. Nachdem sich "Europa Universalis III" (2007) auf den geschichtlichen Rahmen zwischen 1453 und 1789 bezog, widmet sich das neue "Europa Universalis: Rome" der Antike. Es ist die Zeit der Legionäre, Gladiatorenkämpfer, Pferde-Wagenrennen und vieler politischer Größen wie Caesar, Cleopatra oder Marcus Antonis.

    Veni, vidi, vici !

    Europa Universalis: Rome Europa Universalis: Rome "Europa Universalis: Rome" beginnt im Jahre 278 v. Chr., unmittelbar nach dem dritten Freundschaftsvertrag zwischen Rom und Karthago, und endet 25 n. Chr. mit dem Zusammenbruch der römischen Republik. Zu Beginn des umfangreichen Singleplayer-Parts hat der Spieler die Wahl zwischen verschiedenen Szenarien, beispielsweise dem Pyrrischen Krieg, den Punischen Kriegen, dem Syrischen Krieg oder - Asterix&Obelix-Fans werden sich eventuell noch erinnern - Caesars Gallischem Krieg. Alternativ dazu kann man mit Hilfe eines Datumwahlschalters auch einen anderen Einstiegszeitpunkt bestimmen. Ein Kampagnenmodus im herkömmlichen Sinne entfällt. Der Computer sagt einem also nicht: "Erobere Land X" oder "Verteidige Provinz Y". Vielmehr besteht die Hauptaufgabe des Spielers darin, sich am Anfang für eine der insgesamt 53 spielbaren Fraktionen (z.B. Römer, Germanen, Griechen, Ägypter usw.) zu entscheiden und als Staatsoberhaupt ab dann seine Nation erfolgreich zu führen. Hierbei orientiert sich "EU: Rome" sehr nah an historischen Vorgaben. Unabhängig vom gewählten Einstieg basiert die Ausgangslage für gewöhnlich auf den damals gerade aktuellen politischen, räumlichen und militärischen Gegebenheiten. So sahen die Machtverhältnisse und geografischen Bedingungen 278 v. Chr. natürlich anders aus als z.B. acht Jahrzehnte später. Der Fortgang der Geschichte ist hingegen völlig offen. So können wir beispielsweise den Untergang des Römischen Weltreiches, der ja am Ende bekanntlich eintrat, verhindern, Gallien zur antiken Supermacht ausbauen oder die Schlacht im Teutoburger Wald von den Römern gewinnen lassen. Das garantiert ein Höchstmaß an Handlungsfreiheit, wobei wir unseren virtuellen Selbstbehauptungs- und Eroberungstrieb je nach persönlicher Zielsetzung nicht nur auf den Mittelmeerraum beschränken müssen, sondern bei Belieben auch auf die angrenzenden Gebiete Europas, Afrikas oder des Nahen Ostens ausweiten können. Die Frage: "Was darf der Spieler in Europa Universalis: Rome?" ist daher schnell beantwortet: "Alles!"

    Krieg und Frieden

    Europa Universalis: Rome Europa Universalis: Rome "Europa Universalis: Rome" weist in Sachen Gameplay starke Ähnlichkeiten mit Titeln wie "Civilization IV" auf, läuft im Gegensatz dazu jedoch in Echtzeit, also nicht rundenbasierend ab. Wie bei nahezu allen Strategie-Titeln von Paradox, kommt der geschickten Kombination aus diplomatischem, wirtschaftlichem und militärischem Handeln eine besondere Bedeutung zu. Wer immer nur mit dem Kopf durch die Wand will, hat in "Rome" wenig Aussicht auf Erfolg. So führen wir nicht nur Kriege, sondern schließen auch Bündnisse oder treffen Handelsabkommen mit unseren Nachbarländern. Auch gilt es, andere Dinge zu beachten. Insgesamt umfasst das neue "Europa Universalis" zehn verschiedene Kulturen. Es birgt erfahrungsgemäß Zündstoff, wenn Völker unterschiedlicher Mentalitäten und Religionen aufeinander treffen. Außerdem sind die Reaktionen und Handlungen anderer Fraktionen oft nicht vorhersehbar. So kann es passieren, dass sich ein Bündnispartner plötzlich gegen uns wendet oder sich ein bisher als friedfertig geltendes Volk überraschend zum Aggressor wandelt. Natürlich trifft der kluge Staatsmann entsprechende Vorbereitungen, betreibt Entspannungspolitik (z.B. durch den Verzicht auf eigene militärische Aktionen, was Vertrauen schafft) oder rüstet seine Streitkräfte auf, um für mögliche oder tatsächliche Konflikte besser vorbereitet zu sein. Das militärische Gerät beschränkt sich dabei - dem antiken Szenario entsprechend - auf Basiseinheitentypen wie Infanterie, Kavallerie, (berittene) Bogenschützen, Kampfelefanten etc., die der Spieler auf den Brettspiel-artigen Karten in "EU: Rome" zudem nicht einmal zu sehen bekommt. Stellvertretend für die Armeen sieht man in der Regel nur einzelne Figuren im Kriegsgewand, wobei zwei schwert- bzw. speerfuchtelnde Soldaten dann den Kampf ganzer Truppenteile symbolisieren. Ein geringfügig animiertes Katapult oder eine auf dem Meer leicht wippende Sklavengaleere gehören zu den wenigen Ausnahmen. Der Kampfverlauf bzw. dessen späterer Ausgang wird - wie eigentlich so ziemlich alles in "Europa Universalis" - in Form von Textfenstern, Tafeln und Zahlenwerken dargestellt, was den Spieler zum ständigen Lesen zwingt, denn Sprecher fehlen.

    Europa Universalis: Rome Europa Universalis: Rome In "Rome" existieren mehrere Forschungssysteme: für Militär (Weiterentwicklung der Waffen), Bürgertum (verbessert die Fähigkeiten von Regierung und Bevölkerung), Bau (Wertsteigerung der Provinzen) und Religion (verbessert die Möglichkeiten religiöser Einflussmöglichkeiten). Von grundlegender Wichtigkeit ist aber vor allem der Erwerb von Provinzen. Denn diese führen ihre Einkommen an den Staat ab, der damit seine Anschaffungen und Projekte finanziert, ohne die er sonst nicht handlungsfähig wäre. Selbstverständlich bedienen wir uns mitunter anderer Maßnahmen, zetteln Revolten an, beauftragen Meuchelmörder oder fädeln Intrigen gegen uns unliebsam gewordene Regenten oder Repräsentanten der Gegenseite ein, um unsere Machtposition zu sichern bzw. auszubauen. Ähnlich wie einst in "Crusader Kings", spielt in "Rome" die Dynastie eine Rolle. Über den Nachwuchs, über Heirat, Kinder und Familienbande lassen sich ebenfalls politische Entscheidungen in unserem Sinne beeinflussen. Es sei denn, die bucklige Verwandtschaft dreht mal wieder durch. Wenn Schwiegersohn A zum Größenwahn neigt, Schwester B wegen ihrer Launen gleich einen Bürgerkrieg provoziert oder Bruder C als Stadthalter seine Provinz so schlecht verwaltet, dass es gleich zu einem Aufstand kommt, verzichtet man besser auf die Mitwirkung der eigenen Sippe.

    Erst die Arbeit, dann das Vergnügen

    Europa Universalis: Rome Europa Universalis: Rome "Vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt", dieses alte Sprichwort könnte als Aufdruck in Fettschrift auch gut die Verkaufsverpackung der hier behandelten Römer-Strategie zieren. Ein fünfteiliges Tutorial sowie das 98seitige Begleithandbuch zeugen von der Komplexität des Spiels - und erklären doch nicht alles. Kenner der Vorgänger-Titel werden sich in "Europa Universalis: Rome" verhältnismäßig rasch einfinden. EU-Neulinge allerdings sollten sich gedanklich schon mal auf eine mehrstündige Einarbeitungszeit vorbereiten. Denn trotz der technischen Verbesserungen, die bereits in "Europa Universalis III" Einzug hielten, bedarf allein schon der sichere Umgang mit den zahlreichen Bedienfenstern und Menüs, die nervigerweise oft mitten im Spiel auf der Karte aufpoppen und damit das Geschehen kuzzeitig überdecken, einer längeren Eingewöhnung. Zwar lässt sich das Spiel jederzeit speichern, anhalten (Pausen-Modus) oder beschleunigen (Zeitraffer-Modus), doch erfordert es Übung, mit all den Möglichkeiten eines solchen Games vertraut zu werden, um irgendwann Spaß daran zu finden. Die grafisch durchaus zweckmäßige (weil: übersichtliche), gleichzeitig jedoch recht dröge Präsentation, sowie die stimmungsvolle, aber auf Dauer etwas eintönige (weil: sich oft wiederholende) Orchestermusik erleichtern Anfängern nicht unbedingt den Einstieg. Dennoch: die Mühe lohnt sich. Mit zunehmender Routine stellen sich Erfolgserlebnisse ein. Dann erlebt der PC-Stratege ein Maß an spielerischem Tiefgang, wie es so nur Titel aus dem Hause Paradox Interactive bieten können. Und das sogar beliebig lang, denn "Rome" ist ein Endlosspiel, in dem es immer wieder Neues zu entdecken gibt. Wer möchte, kann sich bei Interesse noch am Multiplayer-Teil versuchen. Letzterer bietet Platz für 32 Spieler, verfügt über einen Koop-Modus und lässt ebenfalls reichlich Raum für das Treiben ambitionierter Staats- und Armeeführer in der Zeit der Antike.

    Europa Universalis: Rome (PC)

    Singleplayer
    7,6 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    7/10
    Sound
    7/10
    Steuerung
    7/10
    Gameplay
    9/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Enorme Handlungsfreiheit
    ungeheure Spieltiefe
    gewaltiger Spielumfang
    hohe Langzeitmotivation („Suchtfaktor“)
    Grafisch und bedientechnisch keine grundlegenden Neuerungen gegenüber dem Vorgänger
    lange Ladezeiten
  • Europa Universalis: Rome
    Europa Universalis: Rome
    Publisher
    Koch Media
    Release
    18.04.2008

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Europa Universalis: Rome
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...bietet zwar kaum Neuerungen was das Gameplay betrifft, agiert aber immer noch auf recht hohem und anspruchsvollem Niveau.
http://www.gamezone.de/Europa-Universalis-Rome-Spiel-22762/Tests/Europa-Universalis-Rome-im-Gamezone-Test-991782/
04.06.2008
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2008/06/screen3_large_0_.jpg
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