Everybody's Tennis im Gamezone-Test
Nachdem König Fußball die vergangenen Wochen und Monate das Sportgeschehen dominierte und am Sonntag seinen krönenden Abschluss mit dem WM-Endspiel erhält, überlegt man natürlich nun, mit welchen anderen Sportarten man sich die Zeit während der Sommerpause vertreiben könnte. Eine gelungene Alternative könnte vielleicht der Weiße Sport Tennis sein, dessen größte Veranstaltung, nämlich die alljährlich stattfindenden Wimbledon Championships in London, aufgrund der diesjährigen Fußball-WM komplett im Rampenlicht unterging. Mit "Everbody's Tennis" für Sony's PSP bekommt man nun eine willkommene Entschädigung, die wie auch schon die beliebte "Everybody's Golf"-Serie von den Machern von Clap Hanz auf den Handheld portiert wurde, nachdem das Original bereits vor drei Jahren auf der Playstation 2 sein Debüt feierte. Ob es sich bei "Everybody's Tennis" um eine ernsthafte Konkurrenz zu SEGA's "Virtua Tennis" handelt, oder doch nur um ein Kinderspiel mit knuddeligen Manga-Figuren, unser Test gibt euch Aufschluss darüber.
Willkommen im Happy Tennis Club
Everybody's Tennis [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Wie bereits angedeutet lebt "Everybody's Tennis" nicht von den internationalen Topstars dieses Sports, wie man es aus einem "Virtua Tennis" oder einem "Top Spin" kennt, sondern schlüpfen wir in zahlreiche liebevoll gestaltete Charaktere im Manga-Stil. Diese bilden dabei das Grundkonzept einer waschechten Story, was für ein Spiel dieses Genres eher ungewöhnlich erscheint. Den Kern dieser mehr oder weniger beiläufigen Story bildet dabei der Happy-Tennis-Club, dessen Mitglieder rund um die Welt reisen, um den Leuten den Spaß am Tennis zu vermitteln oder diesen wiederzugewinnen. So starten wir den Karrieremodus zu Beginn mit zwei Mitgliedern dieses außergewöhnlichen Clubs, die fortan bedacht sind noch mehr Mitglieder zu werben. Unsere Reise beginnt in einer kleinen japanischen Tennisschule und führt uns mit voranschreitenden Spielverlauf an zahlreiche Orte der Welt, an denen wir nun versuchen die Freude am Tennis zu vermitteln. Die einzelnen Locations, die uns unter anderen an eine amerikanische Universität, oder auf eine Insel im Südpazifik führen, glänzen dabei nicht nur durch die abgefahrenen Tennisplätze - so spielen wir zum Beispiel in einem TV-Studio, oder auf einem Bootssteg - sondern auch durch die zahlreichen Leute, denen wir auf unserer Reise begegnen. Wie in einem klassischen RPG erkunden wir die einzelnen Orte, die wir nach Freischaltung jederzeit auf einer Weltkarte erneut besuchen können, kommunizieren mit den Einwohnern (wobei die Gespräche letzten Endes immer auf das Selbe hinauslaufen), die uns dann immer wieder in einem Einzel-Match oder gegebenenfalls in einem Doppel, bei dem wir mit einem KI gesteuerten Partner an den Start gehen, herausfordern.
Everybody's Tennis [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Selbstverständlich gilt es die einzelnen Partien, die zumeist wie bei einem "Virtua Tennis" in wenigen Aufschlagspielen und nicht in mehreren Sätzen ausgetragen werden, für sich zu entscheiden. Im Gegensatz zu SEGA's klassischen Arcade-Klopper, spielt sich "Everbody's Tennis" allerdings weitaus realistischer. Speziell die Tastenabfrage vor jedem Schlag erfordert ein außergewöhnlich gutes Timing. Jeder zu früh oder zu spät geschlagene Ball endet nicht selten im Netz, im Aus oder im schlimmsten Falle mit einem Luftloch, sodass speziell zu Beginn des Spieles mit Sicherheit eine kleine Aufwärmphase von Nöten ist. Als Zielhilfen bekommt man zum einen ein kleines weißes Rechteck geboten, welches sich zumeist auf der Vorhandseite unseres Charakters befindet und bei der entsprechenden Flugbahn des Balles variiert. Stehen wir verkehrt zum Ball oder schlagen wir aus einer zu hektischen Bewegung heraus, so wirkt sich dies ebenso negativ auf unseren Schlag aus, wie ein Schlagen bei einer zu flachen Ballhöhe. Jeder einzelne Schlag unsererseits wird dabei mit einem Symbol bewertet, welches über den Kopf unseres Charakters erscheint. Zwei Symbole, die mit einer Punktzahl von 1-9 angezeigt werden, geben uns Aufschluss darüber ob der eben gespielte Ball zu spät (Schildkröte) oder zu früh (Hase) geschlagen wurde, nur der Notenschlüssel steht für einen zeitlich perfekt ausgeführten Schlag. Für die gewünschte Schlagrichtung hilft uns dagegen ein kleiner roter Punkt in des Gegners Spielhälfte, der anzeigt in welche Richtung ein perfekt ausgeführter Schlag eintrifft.
Großes Tennis im Kleinformat
Everybody's Tennis [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Zwar wirken die drei verschiedenen Grundschläge, die sich aus Slice, Top-Spin und Lob ergeben und mit den einzelnen Aktionstasten abgerufen werden, zu Beginn etwas spärlich, doch mit jedem einzelnen Match, dass wir mit einem der insgesamt zwölf Charaktere bestreiten werden, steigert sich nicht nur der Loyalitätsbonus - den man ja auch schon aus "Everybody's Golf" kannte - nein auch das Repertoire an Schlägen des einzelnen Charakters wird mit immer weiteren Schlägen aufgepeppt. Dass es sich bei "Everbody's Tennis" dennoch um keine reine Simulation mit sehr guten Hilfestellungen handelt, liegt mehr oder weniger an dem eher gemächlichen Spieltempo, welches speziell zu Beginn des Spieles durch die noch nicht ganz ausgereifte Charakterentwicklung ins Auge sticht. Doch trotz des eher gemächlichen Tempos, gefällt die Ballphysik durch reale Eigenschaften, wie zum Beispiel perfekt gespielten Stoppbällen, die wie in Echtzeit die Filzkugel kurz abtropfen lassen, oder auch solch Aktionen wie gelegentliche Netzroller. Ebenso wurden die einzelnen Eigenschaften der unterschiedlichen Platzarten berücksichtigt, sodass Aufprall und Spieltempo des Balles, dem jeweiligen Spieluntergrund angepasst wurden.
Everybody's Tennis [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Sicherlich gelingt nicht jeder Schlag sofort auf Anhieb perfekt, doch wie schon in "Everybody's Golf", steigt mit jedem weiteren Spiel nicht nur die Qualität der Gegner, sondern auch das Vertrauen in die eigene Spielstärke, was zu einer besonderen Motivation beiträgt. Zudem bekommt man während den Ladezeiten immer wieder nützliche Informationen, die wichtige Tipps parat halten. Die einzelnen Gegner, die uns vor jedem Match ihre besonderen Stärken und Schwächen bereits mittels Sprachkasten offenbaren, überzeugen durch eine recht gute KI, die sich dem Schwierigkeitsgrad entsprechend anpasst. Und erweist sich ein besonders hartnäckiger Gegner einmal als zu schwer, so besteht jederzeit die Möglichkeit den Schwierigkeitsgrad durch einen Einfachmodus etwas einzudämmen. Besonders bei dem einen oder anderen "Endgegner" der nach einem erfolgreichem Match zu unseren Charakteren hinzugefügt wird, zahlt sich diese Option aus. Doch auch weitere Spiele gegen bereits besiegte Gegner können unter Umständen weiterhelfen. Denn für besonders perfekte Schläge wie Asse, Überkopfbälle oder auch "Linienkratzer" und mit jedem gewonnenen Match erhalten wir Punkte, die wir dann in einem Shop gegen Bonuskostüme und weitere Accessoires eintauschen können. Diese Bonusgegenstände sorgen dann wiederum dafür, dass jeder unserer zahlreichen Charaktere in seinen individuellen Fähigkeiten wie Tempo, Ballkontrolle oder Ausdauer sich verbessert.





