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  • Evil Days of Luckless John im Gamezone-Test

    Nicht gerade Casino Royal, aber trotzdem ein Tipp für Adventureeinsteiger und Gelegenheitsspieler.

    Auch als Spieletester kommt man nicht umhin, gelegentlich dem "früher war alles besser"-Syndrom zu erliegen. Dies gilt besonders, wenn ein neues Adventure ins Haus flattert, denn über fast 10 Jahre führte das Genre ein Mauerblümchendasein. Da in den letzten Jahren aber mit Titeln wie Dreamfall oder Keepsake sich wieder was in Richtung hochwertiger Qualität getan hat, nahm ich den Test von The Evil Days of Luckless John ganz gern auf und siehe da, es geht auch im Kleinen. Das Spiel von Centauri Production, einer tschechischen Gruppe, schlägt sich ganz gut, auch wenn es mit den Schwergewichten der Rätselecke noch nicht ganz mitziehen kann.

    Evil Days of Luckless John Evil Days of Luckless John Zunächst einmal heißt es aber die Verwirrung über die vielen Namen des Kindes aus dem Weg zu räumen, denn wer immer noch auf Raiders of the Lost Casino wartet, kann aufhören, denn so sollte das Spiel zuerst heißen. Weniger bekannt dürfte der tschechische Titel Zhave Leto 3 sein und die drei deutet an, dass es in dem Heimatland der Entwickler schon zwei weitere Teile gab. Diese waren allerdings dem lokalen Markt vorbehalten und sind auch storytechnisch so weit von Luckless John entfernt, dass man diesen ohne jegliche Vorkenntnis spielen kann.

    Glücklos in Snake City

    Evil Days of Luckless John Evil Days of Luckless John Der Held des dritten Teils John war auch gemäß dem Namen bisher im Leben nicht allzu sehr vom Glück verfolgt. In der Zeit der Prohibition schlägt er sich in den USA mehr schlecht als recht als Vertreter durch, als ein unverhoffter Glücksfunke in sein tristes Leben stahlt. Ein Onkel, dessen Ableben ihn nicht besonders schwer mitzunehmen scheint, hinterlässt John ein kleines Casino im Wüstenkaff Snake City, aber noch während der Held sein unverhofftes Glück zu begreifen sucht, stellt sich heraus, dass auch die Mafia schon länger ein Auge auf die Glücksspielhöhle geworfen hatte. Das die Familia bekanntlich nicht lange fackelt, tritt diese John die frisch geerbte Bude ein und dieser kann sich gerade noch in Sicherheit bringen, bevor er von den notorischsten Gangstern der Stadt durchsiebt wird. Leider weiß die Mafia sich aber zu helfen und nutzt ihre geschmierten Verbindungen zur Polizei, um John ins Kittchen werfen zu lassen. Damit sind die Aufgaben des Spielers auch relativ klar, wenn John nicht zu Recht Luckless (glücklos) heißen soll. Ein Ausbruch muss gelingen und das Casino zurückerobert werden. Nicht ganz einfach, aber wenn man nichts zu verlieren hat, gelingt schließlich alles am besten.

    Dezent aber getroffen: Der Humor

    Evil Days of Luckless John Evil Days of Luckless John Diese eher schlichte Plotline von Luckless John gewinnt sicher keine Putlitzer aber die Entwickler haben sich auch letztendlich mehr auf Humor und Design konzentriert. Humor in Spielen war schon immer ein eher kritisches Feld und schwankt bekanntlich zwischen Monkey-Island-Genial oder den desaströsen Untiefen des humorigen Casualgames. Luckless John ist sicher kein neues Lucasarts, aber der Witz des Spiels ist definitiv vorhanden und den einen oder anderen Lacher bekommt man gelegentlich geboten, ohne dass das Ganze in die Peinlichkeit abdriftet. Wer seine Spiele nicht zu ernst mag, ohne ständig von erzwungenem Humor belästigt zu werden, wird hier gut bedient. Das Design des Spiels setzt passend dazu komplett auf Comic-Look in 3D, der ziemlich überdreht, aber nicht zu abstrakt-seltsam ist. Offensichtlich war man Fan von Sam & Max und Day of the Tentacle, ohne dass für diese jedoch hier Gefahr besteht, dass der Newcomer ihnen den Rang abläuft. Vor allem die Charaktere sind dafür einfach zu schwach. Der Held John ist sympathisch und der Spieler kann sich mit dem Überlebenskünstler ganz gut identifizieren, aber der Rest der Bande, immerhin ca. 50 Personen bevölkern die Spielwelt, beschränken sich meist auf wenige Zeilen Text ohne Tiefgang. Insgesamt gibt es auch hier wieder ein ganz gelungen, aber kein genial.

    Leicht oder unlogisch, nie beides: Die Rätsel

    Evil Days of Luckless John Evil Days of Luckless John Dieses Urteil zieht sich durch fast alle Aspekte des Spiels, denn die nächste wichtige Ingredienz eines gelungenen Adventures, das Rätseldesign, ist solide, ohne jemals wirklich zu brillieren. Dafür sind die Puzzles entweder viel zu leicht durchschaubar, oder aber nur durch stumpfes Ausprobieren aller Möglichkeiten zu lösen. Ein Beispiel für "die Lösung vorgebetet" wäre wohl die Konstellation Kochtopf, Feuerstelle, Wasser und dreckige Klinge, die desinfiziert werden soll. Wer diese Zutaten auf drei Screens dargeboten bekommt, muss nicht allzu lange überlegen, was hier wohl zu tun ist. Die meisten Rätsel sind schon deshalb eher schlicht, das es einfach nicht viele Möglichkeiten gibt, etwas zu tun oder einzusammeln, denn auch das Inventar ist spärlich und trotzdem unübersichtlich, eine in gewisser Weise anerkennenswerte Leistung. Was dann aber dem Adventurefan erst die Haare zu Berge stehen lässt, sind die Rätsel, für die es keinen Ansatz gibt. So muss ein verklemmter Schrank aufgebrochen werden und John erkennt auch gut, dass er einen Hebel braucht. Eine Eisenstange findet sich schnell, aber statt zu Werke zu gehen, gibt es nur ein genöltes "Ich muss etwas anderes versuchen". Die Lösung besteht darin, mit einer anderen Spielfigur zu reden, welche dann unvermittelt eine Brechstange, per Definition auch nichts anderes als eine Eisenstange, herausrückt, ohne jemals angedeutet zu haben, dass sie ein besitzen würde. Wer bei Luckless John festhängt, sollte also einfach alles anklicken, was von der Benutzbare-Dinge-Zeigen-Funktion dargestellt wird, irgendwie wird es schon weitergehen. Zum Glück überwiegen die etwas einfachen, aber logischen Rätsel und solche nervigen Momente sind die Ausnahme.

    Action, die die Welt nicht braucht

    Evil Days of Luckless John Evil Days of Luckless John Etwas schade finde ich die Faszination des Entwicklers für schlechte, kurze Actioneinlagen. Statt all seine Energie auf das Design genialer Rätsel zu verwenden, gibt es hier noch ein paar sehr bescheidene aber zum Glück nie allzu schwere Actionsequenzen, in denen man z.B. den Mafiaschergen entkommen muss oder mit einem Auto durch die Wüste heizt. Keines der Spielchen stört den Spielfluss, aber es schafft auch keins, das Spiel wirklich zu bereichern. Wer ein Jump'n'Run spielen möchte, wird das tun und braucht nicht diese traurige Entschuldigung eines Genreausbruchs. Auch die verstreuten Sokoban-Einlagen mit Kistenschieberei wissen nicht wirklich zu überzeugen, da sie recht leicht durchschaubar sind. Am witzigsten sind dabei noch die freischaltbaren Bonusspiele wie ein Marble Madness - Verschnitt, der zwar völlig vom Hauptspiel losgelöst im Optionsmenü steht, jedoch für eine kurze Runde zwischendurch sich absolut sehen lassen kann.

    Evil Days of Luckless John Evil Days of Luckless John Steuerungstechnisch waren 3D-Adventures ja schon immer etwas kritisch, vor allem Spielekonservative wie ich trauern ja bis heute dem Point'n'Click hinterher, aber Luckless John macht seine Aufgabe ganz gut. Mit Maus und Tastatur wird er durch die Gegend gelenkt und schon nach wenigen Minuten geht einem das dirigieren des Helden locker von der Hand. Ein klein wenig mehr Feintuning hätte an der einen oder anderen Stelle nicht geschadet, aber insgesamt stimmt das Bild. Schön ist auch, dass es anscheinend keine ernsthaften Sackgassen gibt und auch die Rücksetzpunkte sehr großzügig verteilt wurden. John wird sicher gelegentlich das Zeitliche segnen, jedoch muss man so gut wie nie mehr als zwei oder drei Minuten wiederholen.

    Gute Sprecher vs. böse Clippingfehler

    Evil Days of Luckless John Evil Days of Luckless John Von der grafischen Front gibt es wenig neues, denn Luckless John ignoriert konsequent alle modernen Neuerungen der letzten Jahre und bietet ganz hübsche aber unspektakuläre Polygonkost. Als Adventurefan ist man es ja gewöhnt, dass die Geforce 8 unterfordert bleibt, ein wenig mehr hätte es aber dann schon sein können. Vor allem die teilweise holprigen Animationen und eine Unzahl von hässlichen Clippingfehlern machen sich stets und unangenehm bemerkbar, positiv ist anzumerken, dass das ganze auch für Widescreen-Monitore die entsprechenden Auflösungen bietet. Insgesamt und auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: gut, aber nicht mehr. Und um es zum vorletzten Mal zu sagen, dieses Urteil trifft auch auf die Soundkulisse zu. Die Sprecher schneiden dabei noch am besten ab, vor allem die englische Stimme von John ist eine der überzeugendsten und sympathischen, die mir seit längerem unterkam, für das deutschsprachige Publikum gibt es aber nur Untertitel. Danach geht es abwärts, aber nicht zu steil und vollkommene Ausreißer nach unten finden sich eigentlich nicht in der Riege der Sprecher. Die Musik nervt nicht, da sie die meiste Zeit nicht präsent ist. Lediglich kurze Sequenzen werden musikalisch von etwas untermalt, was irgendwie nach 30er Jahre klingen könnte. Die Soundeffekte sind zumindest comicartig genug, um zur Optik zu passen und somit gibt es auch hier nichts, was den Spielspaß groß trüben würde.

    Evil Days of Luckless John (PC)

    Singleplayer
    7 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    6/10
    Sound
    7/10
    Steuerung
    8/10
    Gameplay
    7/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Unverbrauchtes Szenario
    Einsteigerfreundliche Rätselkost
    meist gelungener und dezenter Humor
    Comic-Look insgesamt gelungen
    passender und sympathischer Protagonist
    gute Sprecher
    nette Bonuspiele
    brauchbare Steuerung
    Sehr gradlinige und konventionelle Handlung
    teilweise unlogische Rätsel ohne Ansatz
    Clippingfehler zuhauf
    schwach ausgearbeitete Nebencharaktere
    schwache bis nervige und sinnlose Actionsequenzen
    für Profis zu leicht
    Deutsch nur als Untertitel
  • Evil Days of Luckless John
    Evil Days of Luckless John
    Publisher
    Akella (RU)
    Developer
    Cinemax
    Release
    24.07.2007

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Evil Days of Luckless John
Evil Days of Luckless John im Gamezone-Test
Nicht gerade Casino Royal, aber trotzdem ein Tipp für Adventureeinsteiger und Gelegenheitsspieler.
http://www.gamezone.de/Evil-Days-of-Luckless-John-Spiel-22837/Tests/Evil-Days-of-Luckless-John-im-Gamezone-Test-991392/
10.08.2007
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