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  • Evil Twin: Cyprien's Chronicles - Cyprien in der Albtraumwelt - Leser-Test von Ceilan

    Evil Twin: Cyprien's Chronicles - Cyprien in der Albtraumwelt - Leser-Test von Ceilan Der kleine Cyprien ist ein verdammt trauriges Kind. Seit der Junge seine Eltern verloren hat gab es für ihn nicht mehr allzu viel zu lachen. Er lebt in einem Waisenhaus und vor allem an seinen Geburtstagen ist es für ihn besonders schwer, nicht wegen dieses schmerzliches Verlustes zu verzweifeln. Als er einmal wieder Geburtstag hat, hält er die Situation einfach nicht mehr aus. Trotzig verflucht er alle seine Freunde aus dem Waisenhaus, die eigentlich mit ihm feiern wollten. Das hätte er besser nicht tun sollen. Eine dunkle Macht aus dem geheimnisvollen Land Underbed hat nämlich jedes seiner Worte gehört und durch ein Dimensionstor werden alle seine Kumpels in die düstere Welt entführt. Da auch sein engster Vertrauter (der zigarrenrauchende Teddy Lenny) weg ist, steht Cyprien daraufhin völlig allein da. In diesem Moment wird ihm klar, dass er wohl irgendetwas falsch gemacht hat. Um alles wieder in Ordnung zu bringen, folgt er den Verschwundenen durch das Portal nach Underbed.
    Kaum dort angekommen trifft er auf den komischen Elefanten (äh...na ja, zumindest so was ähnliches wie ein Elefant J)Wilbur, der zu seinem Berater und ständigen Begleiter wird. Und Hilfe hat Cyprien auch wirklich bitter nötig, denn Underbed ist kein gewöhnliches Land. Wie der Name schon sagt, lauern in dieser Welt alle finsteren Kreaturen auf ihn, welche ängstliche Naturen des Nachts unter ihrem Bett vermuten. In Underbed sind die Albträume aller Kinder dieser Welt zu abstoßendem Leben erwacht.
    Auf der Suche nach seinen Freunden muss Cyprien eine Vielzahl von gleichermaßen abwechslungsreichen wie gefährlichen Levels durchqueren. In typischer Jump&Run-Manier rennt, springt, klettert und hangelt der kleine Junge durch die weitläufigen Areale. Bewaffnet ist er dabei meist nur mit seiner Schleuder und den dazugehörigen Steinen. Weil er allein damit manchmal einfach nicht weiterkommt, ist es sehr nützlich dass er sich in Underbed in einen wahren Helden, genannt SuperCyp, verwandeln kann. In dieser Gestalt kann der Junge mit Blitzen und Feuerbällen werfen, weiter springen (und sogar ein Stück schweben) und er ist auch insgesamt widerstandfähiger als im Normalzustand. Leider gibt es an dieser Sache auch einen großen Haken: Nur wenn er genug spezielle Energiekapseln gesammelt hat, kommt Cyprien in den Genuss seiner besonderen Fähigkeiten. Noch dazu hält die Verwandlung auch nur für kurze Zeit an, so dass er ständig gezwungen ist, seinen Energievorrat wieder aufzufüllen. Außer kniffligen Sprungpassagen müssen auch einige Rätsel und andere Aufgaben überstanden werden. So muss Cyprien zum Beispiel im Haus eines riesigen Clowns ein Omelett aus den ekelhaftesten Zutaten für den verfressenen Kerl
    kochen, oder er jagt Glühwürmchen um sich eine Laterne zu basteln. Nicht nur im Haus des Clowns ist der Junge winzig klein, auch sonst muss sich Cyprien oft in riesenhaften Gebäuden zurecht finden. So hüpft er etwa durch ein gigantisches Klassenzimmer (wohl ein klassischer Albtraum jedes Schülers ;)) und muss den Laserstrahlen ausweichen, die aus den Augen eines ebenso riesigen Lehrers kommen.
    Die Grafik des Spiels ist wirklich stark. Alle Schauplätze sind sehr abwechslungsreich und detailliert gestalten. Ob man nun in einem finsteren Moor oder in einer schwebenden Wolkenstadt unterwegs ist, überall wird das sorgfältige Leveldesign deutlich. Alles ist unglaublich schräg und abgefahren, so dass man nie weiß welche Skurrilitäten wohl hinter der nächsten Ecke auf einen lauern. Auch die Charaktere sind alles andere als durchschnittlich. So viele seltsame Kreaturen auf einem Haufen wird man andernorts wohl so schnell nicht zu Gesicht bekommen. Durch die düstere Atmosphäre und auch die eigentümlichen Gestalten erinnert Evil Twin stark an das ebenfalls sehr schräge Action-Adventure „Alice“.
    Unterstützt wird der gute Eindruck durch die gelungenen Animationen der einzelnen Figuren. So wirken etwa Cypriens Bewegungen bis hin zum Wippen seiner ungekämmten Wuschelhaare sehr überzeugend.
    Auch der Sound trägt viel zum Aufbau einer spannenden Atmosphäre bei. Düstere Effekte werden in geschickter Kombination mit einer beklemmenden, orchestralen Hintergrundmusik eingesetzt, um den Spieler vollständig in die Albtraumwelt eintauchen zu lassen. Auch in den Zwischensequenzen kann der Sound überzeugen. Die Sprachausgabe klingt professionell und die Stimmen passen gut zu den verrückten Charakteren, auf die Cyprien im Laufe seines Abenteuers trifft.
    Auch sonst sind die Zwischensequenzen für den Spielverlauf von Bedeutung. Die Szenen (übrigens mit Hilfe der normalen 3D-Engine des Games realisiert) geben Auskunft über bestimmte Aufträge und treiben ganz allgemein die Story voran.
    Leider gibt es auch bei Evil Twin einige Schattenseiten, welche dem Spieler unangenehm auffallen. Einer der wichtigsten Punkte ist dabei die etwas unglücklich gelöste Kameraführung. Eigentlich soll sich die Kamera automatisch passend auf die jeweilige Situation einstellen. Aber das tut sie leider oft alles andere als zufriedenstellend. Deshalb ist es dann nötig, manuell Korrekturen vorzunehmen. Ansonsten wird Cyprien nämlich des öfteren das Zeitliche segnen, weil man manche Stellen einfach nicht einsehen kann. Und gerade bei den komplizierten Sprungpassagen kann so etwas gewaltig ins Auge gehen. Wobei man schon bei einem weiteren Kritikpunkt wäre. Evil Twin ist verdammt schwer! Selbst erfahrene Jump&Run-Fans werden teilweise sehr lange an manchen Stellen zu knabbern haben. Und Anfänger dürften erst recht ganz schön überfordert sein. Die Lernkurve des Games ist ziemlich steil, so dass dem Spieler schon ganz am Anfang einiges abverlangt wird. Wer sich in Jump&Runs noch nicht so recht zuhause fühlt, sollte sich vielleicht erst mal an Rayman 2 (ebenfalls aus dem Hause Ubi Soft versuchen. Obwohl man auch dazusagen muss, dass der Schwierigkeitsgrad von Raymans Abenteuer ebenfalls nicht zu verachten ist. Nur hat dabei der Spieler etwas mehr Zeit, sich auf schwierigere Aufgaben vorzubereiten. Und vor allem wird man dort weitgehend von fiesen Gegnern verschont. Ein dritter negativer Aspekt ist die Tatsache, dass in Evil Twin nur an bestimmten Stellen gespeichert werden kann. Vor allem bei schwierigen Passagen kann das selbst geduldige Menschen zur Weißglut treiben. Wer will schon gerne von vorne anfangen, wenn er beim Erklimmen eines hohen Turms kurz vor dem Ziel einmal die Entfernung falsch eingeschätzt hat? Ein wichtiger Tipp (gilt genauso für Rayman 2): Ohne ein vernünftiges Gamepad macht das Ganze nur halb soviel Spaß. Man kann sein Glück zwar auch mit der Tastatursteuerung bzw. mit einem Joystick versuchen, aber ich persönlich halte davon nicht viel. Für ein Jump&Run ist ein Gamepad einfach das ursprüngliche und auch passendste Steuergerät. Ich habe damit bei Rayman 2 und Evil Twin nur gute Erfahrungen gemacht. Das kann natürlich auch daran liegen, dass ich aus dem Konsolenlager komme. Aber andererseits habe ich auch schon von genug reinen PC-Spielern gehört, dass ein Gamepad bei einem solchen Spiel das einzig Wahre ist.
    Fazit: Evil Twin ist ein fast perfektes Jump&Run mit einer fantasievolle Welt, wie man sie bei kaum einem anderen Spiel findet. Auch wenn zum Beispiel Cyprien etwas niedlich erscheint, hat er es doch faustdick hinter den Ohren und der hammerharte Schwierigkeitsgrad sorgt dafür, dass man Evil Twin wohl kaum als ein Kinderspiel bezeichnen kann.
    Wer ein Spiel dieser Art sucht wird um Cypriens Abenteuer wohl kaum herumkommen, denn außer Rayman 2 gibt es auf dem PC kein einziges Jump&Run, dass damit auch nur annähernd konkurrieren kann. Ob man sich für Raymans zuckersüße Welt entscheidet, in der sogar die Gegner noch zum Lachen sind, oder für das düstere Underbed ist dabei Geschmackssache. Evil Twin ist rein technisch etwas moderner (allein schon weil es das neuere der beiden Spiele ist), aber auch der Knuddelcharme von Rayman hat etwas für sich. Am besten sollte man sich wohl beide Games zulegen, dann kann man gar nichts mehr falsch machen.
    Evil Twin ist auf jeden Fall einen Blick wert und durch die Vielzahl an Levels kombiniert mit den abgefahrensten Ideen kommt in der Albtraumwelt so schnell keine Langeweile auf. Bis alle Freunde wieder glücklich vereint sind vergeht einige Zeit, und das auf sehr unterhaltsame Art und Weise. Wegen all diesen guten Eigenschaften kann man über die wenigen echten Schwächen (wie z.B. die nicht ganz fehlerfreie Kameraführung) großzügig hinwegsehen.
    Underbed wird niemanden so schnell wieder loslassen. Also, verflucht nie eure Freunde. Wer weiß wo ihr damit endet ;)

    Negative Aspekte:
    schlechte automatische Kameraführung

    Positive Aspekte:
    sehr starke Grafik mit großem Abwechslungsreichtum

    Infos zur Spielzeit:
    Ceilan hat sich 20-100 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Evil Twin: Cyprien\'s Chronicles

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: Ceilan
    8.5
    Multiplayer
    -
    Grafik
    9/10
    Steuerung
    8/10
    Sound
    8/10
    Gameplay
    9/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    7.2/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Evil Twin: Cyprien's Chronicles
    Evil Twin: Cyprien's Chronicles
    Publisher
    Ubisoft
    Developer
    In Utero
    Release
    16.08.2001

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Evil Twin: Cyprien's Chronicles
Evil Twin: Cyprien's Chronicles - Cyprien in der Albtraumwelt - Leser-Test von Ceilan
http://www.gamezone.de/Evil-Twin-Cypriens-Chronicles-Spiel-22851/Lesertests/Evil-Twin-Cypriens-Chronicles-Cyprien-in-der-Albtraumwelt-Leser-Test-von-Ceilan-994689/
18.11.2001
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2001/11/5835twin082.jpg
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