EyeToy: Kinetic Combat im Gamezone-Test

Test Alexander Winkel

Kampftraining der besonderen Art, wenn auch nur auf eher mentaler Ebene und ohne physischem Feedback.

Die Zonen

In den sicheren Bereich ausweichen In den sicheren Bereich ausweichen Der Hung-Gar Kung-Fu Kampfstil ist von den Bewegungen verschiedener Tiere inspiriert. "EyeToy Kinetic Combat" nutzt diesen Umstand gekonnt aus und unterteilt die zur Verfügung stehenden Missionen und Trainingseinheiten ebenfalls in verschiedenen Zonen, welche den Stilen des Tigers, des Phönix, des Drachens und der Gottesanbeterin zugeteilt wurden. Jede einzelne Zone umfasst dabei jeweils 24 interaktive Trainingssequenzen, in denen unterschiedliche Kampfbewegungen und Kniffe erlernt werden. Dazu gesellen sich jeweils 3 Spiele, in denen das erlernte Wissen ihre Anwendung findet. Dort wird der Körper zusätzlich auf Ausdauer und Fitness trainiert. Zusätzlich trefft ihr in jeder Zone auch auf einen Sparringspartner, ein dicker Brocken, welcher am besten mit Hung Gar in die Knie gezwungen wird. Im Folgenden wollen wir euch die unterschiedlichen Zonen mal kurz vorstellen.

Drachen-Zone
Hier werdet ihr die ersten Grundlagen des Hung Gar Kung-Fu Kampfstils erlernen. Zuerst müssen Grundtechniken von Haltung bis hin zum entsprechenden Schlag erlernt und ausgeführt werden. Ihr erlangt somit das Grundwissen für alle weiteren Techniken.

Tiger-Zone
Aufbauend auf die Drachen-Zone verlagert sich des Trainingsgewicht ein wenig auf die körperliche Fitness und kraftvolle Kampftechniken. Deutlich komplexere Kampfbewegungen wollen gemeistert werden und sorgen dafür, dass vor allem die Kondition verbessert wird. Die einzelnen Spiele erfordern schnelle Bewegungen und Ausweichmanöver, da auch "Angriffe" gestartet werden.

Gottesanbeterin-Zone
Den Gottesanbeterin leitet man vor allem Agilität und Schnelligkeit ab. Beides steht im Mittelpunkt des Trainings in der entsprechenden Zone. Koordinierte und präzise Beinarbeit wie auch schnelle Bewegungen fördern die Ausdauer. Somit werden hier sowohl der Körper, als auch die geistigen Fähigkeiten stetig trainiert

Phönix-Zone
Dies ist die letzte Ebene, welche der Hung Gar Schüler erreichen kann. Das komplette erlernte Wissen aus allen anderen Zonen wird hier gekonnt vereint. Hier soll die Kombination aus allem angewendet und vertieft werden. Präzision, Timing und ein korrekter Bewegungsfluss sind von Nöten. Zugleich erlernt ihr noch den Umgang mit einer korrekten Atmung, während ihr die schweißtreibende Spiele absolviert.

Qigong-Zone

In der Ruhe liegt die Kraft In der Ruhe liegt die Kraft Die Qigong-Zone ist ein zusätzlicher Bereich, welcher nicht unbedingt etwas mit dem Kampfstil zu tun hat. Dieser kümmert sich vor allem um Nebensächlichkeiten, auf die ein Sportler ebenso achten muss. Hier erlernt ihr Techniken zur Vor- oder Nachbereitung der Trainingseinheiten wie Aufwärmübungen und einer gezielten Muskellockerung. Die Atmung wird kontrolliert erfasst und strapazierte Muskeln gekonnt durch Massage wieder gelockert. Die Zone dient dem körperlichem Wohlbefinden und sollte nicht missachtet werden. Ihr bekommt hierfür weder eine Wertung, noch zählen diese Übungen zu dem Repertoire des Kampftrainings - euer Körper wird sich aber für die zusätzlichen Lockerungseinheiten bedanken!

Zusätzliches Training

Trefft ohne selbst getroffen zu werden Trefft ohne selbst getroffen zu werden Der Spaß hat nach 16 Wochen kein Ende - ihr könnt schließlich das nächste Trainingsabenteuer starten oder aber die Modi für Zwischendurch in Angriff nehmen. Ein "schnelles Spiel" sorgt mit einer freien Wahl der entsprechenden Sequenz für kurzweilige und schnell beendete Minispiele. Daher ist dieser Modus auf Partys gerne gesehen. Im Freestyle-Modus baut ihr euch dagegen eigene Übungsfolgen aus den vorhandenen Aufgaben zusammen. Recht schön ist bei beiden Modi die Integration von bis zu vier Teilnehmern inklusive eigener Profile, welche entweder gegeneinander um die beste Highscore oder aber zusammen im Team antreten. Gemeinsam ist die Last für den einzelnen deutlich geringen und muss von allen getragen werden.

Die Umsetzung

Als revolutionär ist die neue Technik mit dem Motion-Capturing zu bezeichnen. Bis zu 200 verschiedene Moves und Kampfschritte werden im Verlaufe des Fitnessprogramms gelehrt, welche sauber vor der Kamera nachempfunden werden müssen. Die Linse und natürlich der Teil der Software, welcher für die Auswertung der Bewegungen zuständig ist, funktionieren recht gut. Solange man sich innerhalb des Umrisses bewegt, wertet das Spiel alles korrekt und die geringste Abweichung zeigt sofort mit roten Schlieren den Fehler an. Zu 100% präzise ist natürlich auch diese Verfahren nicht, es funktioniert aber erstaunlich gut! Schade ist nur, dass Hung Gar zwar im Mittelpunkt des Geschehens steht, letztendlich können die Herausforderungsaufgaben aber auch ohne Kenntnisse der Kampfkunst gemeistert werden. Hier reicht simples ausweichen und zuschlagen, ohne dabei graziös und geplant die Bewegungen auszuführen.

Tolle Grafikeffekte Tolle Grafikeffekte Technisch gesehen sollte man bei "EyeToy Kinetic Combat" keinen Quantensprung erwarten. Die Grafik ist verhältnismäßig ordentlich und im Vergleich mit anderen EyeToy Produkten sehr gut ausgefallen, aber bei weitem keine Referenz. Nette Effekte, tolle Endgegner und eine gut funktionierende "Kollisionsabfrage" zwischen den zu treffenden Bereichen und des virtuellen Ebenbildes führen aber zu unterhaltsamen Sportstunden. Musikalisch hat sich "Combat" deutlich weiterentwickelt. Standen beim Vorgänger nur recht wenige Musikstücke zur Auswahl, bekommt ihr es nun mit einem sehr umfangreichen Soundtrack zu tun. In mehreren Kategorien könnt ihr jeweils die Stilrichtung und dazu viele Songs auswählen, so dass für jeden Sportler die passende Unterstützung zu finden ist. Dazu gesellt sich noch eine gute Sprachausgabe der beiden Trainer, welche euch stets mit Sprüchen, Auswertungen und Tipps zulabern werden. Rundum eine Symbiose, zumindest wenn man die Software auch als Fitnessprogramm auffasst.

Meinung

Wertung zu EyeToy: Kinetic Combat (PS2)

Wertung:

8.4 /10
Pro & Contra
Umfangreiches und gezielt geplantes 16-Wochen Trainingsprogrammtoll funktionierende Aufnahme der Bewegungsabläufeviele Trainingseinheitensehr viele Songskurzeilige Modigutes Konditionstraining
Ohne Linse kaum spielbarman benötigt einen zu großen Raumbei schlechter Beleuchtung schnelle Fehlinterpretation der Bewegungetwas abwechslungsarm
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