Fairytale Fights im Gamezone-Test
Ehrlich, wer wollte nicht schon immer mal mit Rotkäppchen blutige Jagd auf den bösen Wolf und andere Fieslinge machen?Schaut man nicht so richtig hin und lässt sich von der seichten Fahrstuhl-Musik einlullen, könnte man fast meinen, Fairytale Fights sei ein normales Spiel. Wir haben aber genau hingesehen und mit dem nackten Kaiser, Schneewittchen, Rotkäppchen und dem Bohnenranken-Hans einen blutigen Trip durch die Welt der Märchen und Geschichten durchlebt.
Bald ist Weihnachten, liebe Leser. Ein Fest des Friedens, der Freude und der allgemeinen Werteerziehung durch die heimische Familie. Deshalb ein kleiner Rat vorweg: Fairytale Fights hat mit Weihnachten nichts am Hut! Weder wird darin Frieden propagiert, noch werden Werte vermittelt... Nur Freude bereitet es ein wenig, vor allem wenn man sich mit Freunden ein paar Tässchen Glühwein genehmigt und im Koop durch die Welt schnetzelt.
Von verlorenen Geschichten
Fairytale Fights
Auch wenn die Story von Fairytale Fights nicht gerade vordergründig behandelt wird und ob der leichten Gewaltdarstellung wenig Beachtung findet, soll sie hier nicht unerwähnt bleiben. Die vier Protagonisten, namentlich Schneewittchen, Rotkäppchen, der nackte Kaiser und Hans von der Bohnenranke, verschwinden immer mehr aus den Gedächtnissen der Menschen und werden einfach vergessen. Doch unsere vier strammen Recken lassen das nicht auf sich beruhen und kämpfen dagegen an, dass der große Riese ihre Märchenbücher stiehlt - sinnbildlich steht das fürs vergessen Werden. Doch wie erlangt man als alte Märchenfigur wieder den begehrten Fame? Ganz klar: Durch Gewalt!
Fairytale Fights
Deshalb schneiden, hacken und schlitzen sich unsere Charaktere durch insgesamt 22 Level und töten so ziemlich alles, was ihnen vor die Füße tritt. Das Geschnetzle ist dabei in mehrere unterschiedliche Areale unterteilt, die natürlich auch ganz verschiedene Settings und Gegner bieten. Spielerische Abwechslung bietet sich darin aber leider nur wenig: Man hüpft, rennt und kämpft sich durch verschiedene Maps, die zwar optisch allerhand zu bieten haben, häufig aber auf repetitive Elemente zurückgreifen müssen. Trotz alledem weist Fairytale Fights dennoch ein sehr zufriedenstellendes Pensum an Spielumfang auf, vor allem im Multiplayer-Modus bietet der Titel einiges an Spielspaß.
Grenzwertig aber gut!
Fairytale Fights
Gespielt wird in FF natürlich sehr stark mit schwarzem Humor und zyischen/ironischen Anspielungen, die häufig grenzwertig sind. Das wissen auch die Entwickler, weshalb lange nicht klar war, ob das Spiel wegen seiner Gewaltdarstellung überhaupt in Deutschland erscheinen kann. Letztendlich entschieden sich die Jugendbehörden doch für eine USK18-Wertung, die von uns aus verständlich ist. Kernaspekt des Gameplay ist es, seine Gegner, egal ob menschlicher (Holzfäller, Jäger, usw.), phantastischer (Lebkuchenmänner, Zwerge) oder tierischer (allerhand Häschen, Schafe und Vögel) Herkunft, möglichst schnell und vielleicht auch ein wenig brutal auszuschalten. Dazu bedient sich Playlogic einerseits einer normalen Hack and Slay-Steuerung, andererseits der vielzitierten "Realtime Dynamic Slicing"-Technik, mithilfe derer der Spieler ganz genau festlegen kann, wo Körperteile durchtrennt werden sollen.