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  • Fallout 3: Lying - Congressman Style! - Leser-Test von Kubrick

    Fallout 3: Lying - Congressman Style! - Leser-Test von Kubrick Quelle: videogameszone.de Stell dir vor der kalte Krieg wäre eskaliert. Stell dir vor, in einer anderen Realität, wären Ende der 60er Jahre Bomben gefallen und hätten die Zivilisation in einem nuklearen Feuersturm davon gefegt. Alles was aus vergangenen, goldenen Tagen übrig geblieben ist, ist ein Haufen analoger Technik, staubiges Chaos und verwirrte Paranoia. Nur noch einfach gestrickte Propaganda einer heilen Welt zeugt auf rostigen Blechschildern und vergilbten Plakaten davon, das der Mensch über den Menschen nur zu seinem schlechten geherrscht hat.

    Willkommen in der Welt von Fallout 3.

    Ich erinnere mich noch lebhaft an die Anfangszeiten der XBOX 360, als mich ein begeisterter XBOX-Einsteiger nach dem durchspielen von Oblivion fragte: "Gibt's noch so Games wie dieses?" Ich musste dir Frage verneinen. Nein, so ein Spiel gibt es nur alle paar Jahre einmal.
    Man konnte sich aber aber sicher sein das Bethesda weiterhin für exzellente Rollenspielkost stehen würde und so wurde das nächste Epos nach Oblivion von vielen Fans sehnsüchtig erwartet. Dieses mal vermieden es die Entwickler die ausgelatschte Fantasiepfade zu beschreiten und entschieden sich im falle von Fallout 3 für ein unverbrauchtes, mutiges Szenario. Anstatt nämlich die hundertste postapokalyptische Welt ala Bladerunner, Mad Max oder Fist of the North Star darzustellen, wurde sich zwar bei allen genannten Vorbildern bedient, jedoch auch eine eigene, sehr spezielle Note hinzugefügt: Obschon das Spiel laut Geschichte irgendwann nach dem Jahre 2100 spielt, weisen die Überreste der zerstörten Zivilisation eindeutig auf die fünfziger Jahre hin. Bzw. auf die Zukunft wie man sie sich zu dieser Zeit vorstellte. Die Autowracks muten wie aus einem Jetsons Film an, die Roboter sind eher einem Astroboy-Comic oder Technicolor-Film entsprungen als dem Gehirn eines modernen Ingieneurs. Ein genialer Designkniff der die Welt der Zukunft, staubig, dreckig und analog erscheinen lässt. Überall ist die Paranoia des kalten Krieges ebenso zu spüren wie die folgen des radioaktiven Holocaust. Man erinnert sich gerne an die unverwundbaren Helden aus anderen Zukunftsspielen, an Muskelbepackte Einzelgänger mit großer Wumme die neben so mancher Laserslave auch den einen oder anderen Karatkick drauf hatten. Doch genauso wie schon in anderen Bethesda Games zuvor wird auch hier keines dieser Heldenklischees bedient. Unsere Spielfigur wirkt genauso wie die Menschen um ihn herum melancholisch, verletzlich und wächst mit seinen Aufgaben. Dabei sind wir keinerlei Superheld und müssen mit den Folgen radioaktiver Verstrahlung ebenso kämpfen wie mit "alltäglichen" sorgen, wie gebrochenen Gliedmassen oder den Nebenwirkungen der verschiedenen Medikamente die wir einnehmen (müssen).
    Dabei ist die Geschichte von Fallout 3 ausgefallen erzählt. Eingesperrt in einem engen Bunker unter der Erde werden wir als Sohn eines visionären Wissenschaftlers geboren. Da wir den Charakter seit der Geburt begleiten, können wir ihn natürlich ganz nach unseren Wünschen gestalten. Wie ein unbeschriebenes Blatt unterwirft sich seine Entwicklung ganz unseren Handlungen und Vorlieben. Bevorzugen wir den Nahkampf können wir uns mit viel Übung zu einem wahren Bruce Lee ausbilden, während man natürlich auch unter dem breiten Angebot der Waffen zu einem Meisterschützen der verschiedensten Waffengattungen avancieren kann. Aber auch die Intelligenz spielt eine Rolle. Achtet man nämlich auch auf die geistige Entwicklung seines Charakters überzeugen wir bald mit einer hilfreichen Wortgewandheit und haben einen nicht zu unterschätzenden Vorteil beim Handel mit anderen Charakteren. Zusätzlich wird man stetig vor moralische Entscheidungen gestellt die sich unmittelbar auf unsere Umwelt auswirken: Sind wir ein kluger und gütiger Kämpfer mit weißer Weste wird man geschätzt und
    bekommt sogar Geschenke gemacht. Des weiteren kann man so manchen Konflikt auch mit Worten lösen. Jedoch sollte man damit rechnen das man dann dem einen oder anderen Bösewichten als "Gutmensch" sauer aufstößt und schnell mal beim Reisen in einen Hinterhalt gerät..
    Ist man hingegen bösartig und verschlagen wird man schnell zum gejagten und kann ganz die Angst andere Menschen für sich ausspielen. Dabei sind die Entscheidungen sehr vielschichtig und haben immer auch ein moralisches für und wieder. Die offensichtlich "bösartigere" Lösung macht oft beim näherer Überlegung genauso viel Sinn wie die "gute" Methode. Ein ab wegen der moralischen Konsequenzen wird einem als Spieler zu keiner Zeit abgenommen und so bringt einen so manche Entscheidung richtig ins Grübeln. Eine enorme psychologische tiefe also, die ich so das letzte mal bei Mass Effect erlebte, obwohl hier das Ganze noch einen Tick organischer und natürlicher wirkt.
    Bevor wir und jedoch in der großen Welt entwickeln können, gilt es erst einmal das "kleine" Leben des Bunkers, der "Vault" zu meistern. In einem sehr kreativ gestaltetem Alltag unter tage bekommen wir die Grundlagen des Spiels beigebracht und werden zusätzlich noch ausgezeichnet unterhalten. Unsere Jugendjahre schreiten dabei im Schnellvorlauf voran, was auch ganz gut ist, da dass Leben in der Vault alles andere als spannend ist. Erst als wir erwachsen sind haben wir ergiebt sich die Möglichkeit zur Flucht. Denn unser Vater ist verschwunden und die totalitäre Führung der Bunkergemeinde will nun zur Rache seinem Nachwuchs an den Kragen. Gehetzt und verstoßen gelingt uns die Flucht aus dem Bunker an die Oberfläche, nach der wer den Bunker für immer (?) hinter uns versiegeln. Eine schreckliche neue Welt erwartet uns, die Suche nach dem Vater beginnt und entwickelt sich zu einer grausigen Odysee welche das Leben des ganzen Landes zum guten oder schlechten wandeln kann.
    Auch hier werden die Parallelen zu Oblivion mehr als deutlich. Ist man unterirdisch in einer "kleinen" Welt gestarten und durfte dort erste Erfahrungen machen, wird man beim verlassen der Vault (oder des Kerkers wie in Oblivion) mit der "richtigen" Spielwelt konfrontiert. Und diese ist bei Fallout wiedereinmal riesig. Zwar wirkt das "Ödland" nicht ganz so harmonisch und spektakulär wie die strahlenden Landschaften von Oblivion, jedoch entschädigen eine deutlich verbesserte Performance mit minimalen Ladezeiten, gigantische Ruinenstädte und abwechslungsreichere Szenarien für die fehlende Farbenpracht. Die öde, vertrocknete Welt von Fallout unterstreicht die Dummheit und Tragik des Krieges mehr als gelungen und lässt einen nach etlichen Spielstunden schon fast etwas deprimiert zurück. Die Welt von Fallout ist nun mal eine traurige, ohne wirkliche Hoffnung für die Menschheit und genau das macht die Geschichte so konsequent. Wir begegnen auf unserer langen Reise zwar auch einigen, wenigen Idealisten, die weiterhin für eine Wiederherstellung und den Wiederaufbau der Gesellschaft kämpfen, doch auch hier ist klar: Gegen die angerichtete Zerstörung gibt es kein Patentrezept. Im Gegenteil: Für jeden guten Charakter werden wir auch mit einem schlechten Konfrontiert der die traurigen Überreste der Gesellschaft vollends auslöschen will. Eine Menge starker Tobak also, der einen wirklich über die Natur des Menschen ins Grübeln bringt.
    Der Spielablauf an sich wird jedem Elder Scrolls-Veteran bekannt sein: Man bereist die Welt von Fallout 3 weitgehend freigestellt und wird schnell in ebenso umfang- wie zahlreiche Nebenquests verwickelt. Es gibt verschiedene Städte, Siedlungen und Fraktionen die man im laufe der Reise besucht und einen ganzen Lastwagen voller Geheimnisse und Überraschungen die einem dabei über den Weg laufen. Man spricht mit den Bewohner, erledigt seine Aufgaben, kämpft und sammelt Erfahrungspunkte und Gegenstände. Verfallene Gebäude, zerbombte Stadtgebiete und ein weitverzweigtes U-Bahn-System nehmen dabei den Platz der altgedienten "Dungeons" ein. Doch Fallout 3 ist mehr als nur ein Oblivion mit Waffen: Durch den hohen Actionanteil und ein ausgeklügeltes Kampfsystem artet der Titel zu weilen in einen knackigen Ego-Shooter aus. Schnezelte man sich früher mit Schwert, Magie und Hammer durch dunkle Grotten, ballert man sich nun im Adrenalinrausch durch verottete Gebäude einer einst strahlenden, modernen Welt. Doch das gute alte Schwert ist längst nicht abgeschrieben: Vom Messer bis zur Minimotorsäge ist auch die gute alte Solingenfraktion vertreten. Da es aber noch nie schlau war ein Messer zu einer Schießerei mitzubringen legt man natürlich überwiegender weiße eine Feuerwaffe auf die verschiedenen Gegnertypen an. Das zielen wird einem dabei durch das so genannte V.A.T.S. Erleichtert, welches eine mehr oder minder aufgebohrte Version der Bullettime darstellt. Der Spieler kann das Spielgeschehen komplett stoppen, verschiedene Gegner hintereinander oder bestimmte Körperteile des Gegners anvisieren und per Knopfdruck seine vorgefasste Schussreinfolge auf den Gegner niederregnen lassen. Das dabei eine Menge Blut und Körperteile in Superzeitlupe durch die Luft fliegen ist ein zweischneidiges Schwert. Zum einen könnte ich mir im Endeffekt keine andere Gewaltdarstellung für einen zynischen Titel wie Fallout vorstellen, zum anderen verkommt die extreme Gewaltdarstellung aber auch oft zum Selbstzweck. Weniger wäre hier eigentlich mehr gewesen und in der deutschen Version wird man sowie so nicht mit dem extremen Gore konfrontiert. Ich persönlich bleibe bei der Gewaltdarstellung unentschieden und würde keine der beiden Versionen der anderen vorziehen. Dem Actionfan wird auf jeden Fall eine menge bleihaltiger Action geboten, wobei in der internationalen Version auch der Gorehound voll auf seine Kosten kommt.
    Eine gelungene Mischung aus Rollenspiel und Ego-Shooter also. Die Frei begehbare Welt und die anspruchsvolle, interaktive Story mit tausend überraschenden Dialogen, Quests, neuen Ideen und Situationen befriedigen den Rollenspielfreund genauso wie ein aufrüstbares, reparierbares Inventar, verschiedenen Waffen und "Rüstungen". Der Ego-Shooter Fan muss zwar bei so mancher ruhigen RPG-Passage zurückstecken, bekommt aber dafür eine schier gigantische Welt voller Waffen, Missionen und Feinde vorgesetzt in der hinter jeder Ecke ein neues, actionreiches Abenteuer wartet. Eine spektakuläre Umsetzung der Kämpfe befriedigen dabei das Auge und lassen den Shooteranteil nie gestelzt oder trocken wirken. Gerade das Add-On "Operation Anchorage" beweist wie nah der Shooteranteil "reinrassigen" Kollegen wie CoD5 oder Halo wirklich kommt.

  • Fallout 3
    Fallout 3
    Publisher
    Ubisoft
    Developer
    Bethesda Softworks
    Release
    30.10.2008
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