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  • Fallout: New Vegas - Puzzle-Teile sind häßlich, erst das gesamte Bild macht sie schön. - Leser-Test von Marco A

    Im Oktober des letzten Jahres veröffentlichte "Bandai Namco" das Spin-Off "New Vegas" zu der Videospielreihe "Fallout".
    Developer "Obsidian Enterntainment" orientierte sich bei der Arbeit sehr stark an dem Vorgänger "Fallout 3". Optisch, inhaltlich und technisch kommt man sich somit eigentlich eher in einem riesigen Add-On vor. Aber trotz einiger gravierender Macken, bekommen wir wieder einmal einen Fallout-Ableger geboten, der vor allem durch das Storydesign und mit weit über 100 Spielstunden an den Bildschirm fesseln kann.

    Ein zäher Kaugummi und ein toter Kurier

    Die ersten acht bis zehn Stunden braucht das Rollenspiel allerdings um wirklich in Fahrt zu kommen. Der Einstieg in das Spiel selbst wirkt etwas lasch und bindet uns nicht so intensiv an unsere Spielfigur und an das Setting, wie es noch der Vorgänger tat. Bis wir auf die wirklich abwechslungsreichen und interessanten Missionen und vor allem auf die wirklich wunderbare Verschmelzung von Hauptstory und Nebenquestst treffen, braucht es leider einige Zeit.
    Ruft man sich kurz den Beginn von "Fallout 3" ins Gedächtnis zurück, so kann die Gestaltung der Grundwerte unseres Charakters durch Spielsequenzen wie die eigene Geburt (festlegen des Geschlechts) oder das blättern in Kinderbüchern (festlegen der Grundstärken der Spielfigur) mehr überzeugen, als der Einstieg in das aktuelle Spiel. Dennoch ist auch im aktuellen Fallout-Teil das modifizieren und aufleveln unserer Spielfigur wieder sehr motivierend gelungen.

    In "New Vegas" spielen wir einen Kurier der erschossen und dem seine Lieferung gestohlen wird. Ein netter Roboter buddelt uns allerdings wieder aus und bringt uns zu einem Arzt, der uns wiederbelebt. Sobald wir erwachen, legen wir nun die ersten Grundwerte unseres Charakters fest. Unsere erste Aufgabe ist somit klar. Wir müssen herausfinden wer uns umbringen wollte und wo unsere Sendung hingekommen ist.

    "Fallout 3" an der Westküste

    Wie bereits kurz erwähnt, hat sich "Obsidian Entertainment" (was die technische Seite angeht) sehr stark an der Arbeit des Vorgängerstudios "Bethesda" orientiert. Es ist praktisch nicht zu merken, das der Developer gewechselt hat. Vom HUD-Design über die Optik der Spielwelt bis hin zu den Spielelementen hat sich (wenn überhaupt) nur minimal etwas geändert.
    Somit muss ganz klar gesagt werden: Wenn ihr zu der Fallout-Serie und insbesondere zu "Fallout 3" keinen Zugang bekommen habt, dann wird euch auch dieses Spinn-Off nicht gefallen. Konnte euch der Vorgänger allerdings überzeugen, so solltet ihr euch auch in das atomar-verseuchte Gebiet in und um "New Vegas" herum begeben.
    Die Stimmung des Jahres 2281 ist nämlich wunderbar eingefangen. Das die "Bomben gefallen sind" und Amerika in ein atomverseuchtes Gebiet verwandelt haben, liegt nun gute 200 Jahre zurück. Regierte in "Fallout 3", welches zeitlich einige Jahre früher einzuordnen ist und an der Ostküste Amerikas spielte, noch der Überlebenswillen und die Hoffnungslosigkeit der Charaktere, so schlägt "New Vegas" eine etwas andere Richtung ein. Zwar versuchen auch hier die Menschen und einzelnen Fraktionen so gut es geht mit der verseuchten Mojave-Wüste und ihren Gefahren klar zu kommen, allerdings geht es im Ödland an der Westküste politischer zu.
    Eine Neuerung ist unser Status bei den verschiedenen Fraktionen und Stämmen auf die wir während unsere Reise treffen. Jenachdem wir wir uns ihnen gegenüber verhalten, verändert sich auch unser Ruf. Dabei sollten wir sowohl auf unsere aktiven Taten achten, als auch auf das was wir sagen. "New Vegas" hat enorm viel an Text spendiert bekommen. Gespräche mit Personen auf die wir treffen können miunter fünf Minuten oder auch länger dauern. Innerhalb der Konversationen können wir gegebenenfalls (je nachdem wie wir unseren Charakter modifiziert haben) sprachliche Fallen aufstellen, oder auch in welche hineinlaufen. Lustige, kuriose und ernsthafte Gespäche wechseln sich dabei permanent ab, scheinen sich nicht zu wiederholen und wirken aufgrund der durchweg hervorragenden Sprecher absolut lebendig. Selbst die Spielfigur in der letzten Höhle am Rand der Karte wartet mit einer ganz eigenen Geschichte auf, die sich wunderbar in den Gesamtkontext der riesigen "New Vegas"-Welt einfügt.

    Party in Vegas

    Eine zweiter Punkt, der im Vergleich zu "Fallout 3" aber wohl eher "ausgebaut" wurde und nicht neu ist, ist das bilden von Partys.
    An einigen Stellen im Spiel können wir die Möglichkeit bekommen NPCs anzuwerben, die dann mit uns weiterziehen und uns im Kampf helfen. Dabei verleihen uns diese Charaktere sowohl aktive, als auch passive Fähigkeiten, die sich auf unsere Charaktereigenschaften auswirken.
    Im Kampf selber verhalten sich unsere Mitstreiter dabei strikt so, wie wir es ihnen vorher per Menü angeordnet haben. Grundsätzlich ist dies ganz ordentlich gelungen, da sie z. B. bei akkuter Gefahr auch selbsständig angreifen. Die mitunter auftretenden Logiklöcher in der KI lassen sich weitestgehend verschmerzen. So sollte man eher lächeln, wenn einer der NPCs einfach nicht in das Gefecht eingreift und es stattdessen so aussieht, als würde er sich die ganze Zeit über hinter einem verstecken wollen.

    Eher schlecht als recht?!

    Leider gibt es aber auch "Löcher" in "Fallout: New Vegas", über die man nicht lächeln sollte.
    Den enorm großen Umfang den das Spiel in seinen Unmengen an Charakteren, Fraktionen, Orte und Missionen hat, hat es auch bei den Gesprächen. Die Übersetzung und auch die Verständlichkeit der eigenen Antwortmöglichkeiten hat aber ab und an gelitten. So quatschen die Figuren manchmal Zeug in der Gegend herum der in den Textfenster, die bei Gesprächen eingeblendet werden, garnicht angezeigt wird. Dann ist es bei unseren Antworten manchmal etwas schwer zu wählen. Denn hören wir nun auf das gesprochene Wort, oder orientieren wir uns am Text? Auch die Übersetzung der Gespräche ist nicht immer astrein und so huscht ab und an schonmal die ein oder andere englische Textzeite in die Gespräche mit hinein. Wirklich störend ist dies nicht, aber ganz einfach schade. Denn wann man plötzlich mitten im Gespräch aufgrund von schwer verständlichen Antworten Wege einschlägt, die man garnicht wollte, so kann dies mitunter Auswirkungen haben, die nicht beabsichtigt waren. Auch aufgrund dieses Mankos sollte man die Schnellspeicherfunktion, mit deren Hilfe wir jederzeit das Spiel abspeichern können, häufiger nutzen.

    Aber es gibt noch eine, sehr schwerwiegende Macke, die das Zwischenspeichern fast schon zu einer Bürde macht: Die technische Seite des Spiels. Diese ist nämlich schlichtweg schlecht. Dies fängt bei der Steuerung an.
    Wie in Fallout 3 auch schon vorhanden, gibt es die "Hot-Key"-Funktion. Hiermit können wir Gegenstände wie Waffen oder andere Hilfsmittel zur Schnellanwahl auf die Richtungstaten des Steuerkreuzes legen. "Steuerkreuz oben" ist dabei schon festgelegt und dient zum wechseln der Munitionsart der aktuell gewählten Waffe. Leider ist das Steuerkreuz der 360-Standart-Pads aber so miserabel ausgearbeitet, dass es nur Sinn macht die einfachen Richtungen "links", "rechts" und "unten" zu belegen. - Und drei Gegenstände zur Schnellanwahl zur Verfügung zu haben ist definitiv zu wenig. So rufen wir also erst unser Menü auf, nur um beispielsweise eine Waffe zu wechseln oder um eine Handgranate werfen zu können.
    Auch die Funktion "springen", die wir mit einem Druck auf "Y" ausführen können, scheint wenig Sinn zu machen. Unser Sprung ist lachhaft mickrig und kann (soweit mir bekannt) auch nicht modifiziert werden. Er kann eventuell weiterhelfen, wenn wir in Felsspalten hängenbleiben sollten.
    Müssen wir in die Berge reisen, die rund um "New Vegas" liegen, so kann es vorkommen das wir augrund der Unübersichtlichkeit die dort oben herrscht, nicht abschätzen können, ob wir uns nun auf einem Bergpfad befinden oder wir schon den unerfahrenen Reinhold Messner spielen. Sollten wir letzteres werden, so hängen wir dann plötzlich in Felsspalten fest und müssen im schlimmsten Fall (wenn springen nicht helfen sollte) das Spiel neu starten.

    Doch leider gibt es auch die ganz "klassischen Bugs", die "Fallout: New Vegas" mit sich herumschleppt. - Und das haufenweise! Je länger die Spielzeit dabei vorangeschritten ist, je häufiger treten diese Fehler auch auf.
    Spiel- und Konsolenabstürze, Grafikfehler, mitunter sehr lange Ladezeiten und der gesamte einbruch der Spielgeschwindigkeit muss fest mit in das Spiel eingeplant werden. Selbst das so unbeliebte "nachpatchen" des Spiels hat bisher eher eine geringe Verbesserung (mal abgesehen von dem behobenen "Speicherbug") gezeigt.

    Als Videospiel eine Niete, aber...

    Sieht man "Fallout: New Vegas" nun von der Seite des Videospiel, oder einer Software, so muss ganz klar fesgestellt werden, das es auf ganzer Linie misslungen ist. Die technischen Fehler nehmen mitunter Dimensionen an, in denen der Spieler nurnoch die Konsole ausmachen kann, da es einfach unspielbar wird.
    Sieht man "Fallout: New Vegas" allerdings von der unterhaltenden Seite, vielleicht als eine Art "intereaktives Buch", so bekommen wir hier wirklich einen Bestseller geboten. Denn sowohl die Hauptsory, als auch die Nebenquests sind sehr gelungen und fügen sich als ein spannendes, politisch angehauchtes Bild zusammen, welches mit zunehmender Betrachtung immer intensiver und größer wird.

    Negative Aspekte:
    technisch absolut miserabel (Spielgeschwindigkeit, Abstürze, Steuerung etc.) / qualvolle Bergpassagen / recht zäher Einstieg in das Spiel

    Positive Aspekte:
    überaus gelungene Hauptstory, Nebengeschichten und Missionen / enormer Umfang / sehr hohe Spielzeit (100+) / gelungene Charaktermodifizierung / bilden von Partys nun fester Bestandteil

    Infos zur Spielzeit:
    Marco A hat sich 100+ Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

  • Fallout: New Vegas
    Fallout: New Vegas
    Publisher
    Bethesda Softworks
    Developer
    Obsidian Entertainment (US)
    Release
    22.10.2010

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Fallout: New Vegas
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12.01.2011
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