Gamezone - Die Community von Spielern für Spieler!

Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer (X360)

Release:
27.07.2007
Genre:
Action
Publisher:
Take-Two Interactive
Übersicht News(1) Tests(1) Tipps Specials Bilder Videos Downloads

Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer im Gamezone-Test

19.07.2007 11:36 Uhr
|
Neu
|
Trotz Multiplayer-Modus ist dieses Prügelspiel alles andere als fantastisch.

Der Strom der Superhelden-Filme nimmt einfach kein Ende, auch wenn nur wenige wirklich Hits wurden. Selbst nach einem halbgaren Ende für die X-Men Trilogie, einem vergurkten Auftritt des Stählernen und massig B-Produktionen a la "Ghost Rider", scheinen die Produzenten solcher Filme nicht dazuzulernen und liefern fortweg Fließbandware ab. Auch die "Fantastic Four" werden diesen Sommer erneut auf die Leinwand geschickt, was wie üblich eine Software-Umsetzung für diverse Konsolen nach sich zieht. Allerdings schwebt der Fluch der Lizenz-Gurken wie ein Geier über "Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer", das in keinerlei Hinsicht das Mittelmaß halten kann.

Reed Richard ist ein Superheld. Ebeso wie seine Frau Susan. Da er seinen Körper extrem strecken und sie sich tarnen kann bzw. Telekinese beherrscht, gehören zur Helden-Kombo "Fantastic Four" und sind hier eher unter den Namen "Mr. Fantastic" und "Storm" bekannt. Komplettiert wird die Gruppe durch Sues Bruder, Johnny Storm, auch bekannt als "die menschliche Flamme" und Ben "The Thing" Grimm, der mit seiner Panzerhaut und seiner übernatürlichen Kraft glänzt. Das Privatleben fällt bei einer solchen Verantwortung natürlich recht dünn aus, so dass Reed und Sue nicht mal auf ihrer Hochzeit ungestört sind. Der "Silversurfer", ein außerirdisches Wesen, welches die gesamte kosmische Energie eines Planeten bündelt, stört die Zeremonie und droht die Menschheit zu vernichten. Doch auch Dr. Doom hat noch eine Rechnung mit dem Vierergespann zu begleichen...

Erst schlagen, dann fragen

Heutzutage muss man halt flexibel sein Heutzutage muss man halt flexibel sein [Quelle: Siehe Bildergalerie] So beginnt die Story des neuen Fantastic Four-Abenteuers, die ihr in der Videospielumsetzung einigermaßen filmnah nachspielt. Als Grundgerüst wählte der Entwickler "Visual Concepts" dafür allerdings ein sehr einfaches "Hau-Drauf" Prügelspiel-Konzept, welches lediglich durch eine Hand voll begrenzt einsetzbarer Specialmoves gewürzt wird. Ihr lauft also mit einem der vier Helden durch diverse Höhlen, durch New York und andere Schauplätze des Films, und schlagt den außerirdischen "Skrulls" und den Schergen Dr. Dooms die Zähne ein, während der Rest des Teams hinter euch her dackelt. Wie ihr den Bösewichten den Garaus macht, hängt natürlich vom gewählten Charakter ab, den ihr bei Bedarf auch auf Knopfdruck wechseln könnt. So nutzt "die menschliche Flamme" vorwiegend Feuerbälle und seinen entflammten Körper zum Austeilen, während "the Thing" auf reine Muskelkraft setzt. Da eure Superkräfte allerdings nur begrenzt einsetzbar sind, werdet ihr mindestens die Hälfte aller Prügeleien mit klassischen Schlag- und Trittkombos bestreiten, was der Superhelden Logik irgendwie widerspricht.

Die zwei fantastischen Vier

Und wenn mal keine Gegner zu bekämpfen sind, dienen die Arme als Wäscheleine Und wenn mal keine Gegner zu bekämpfen sind, dienen die Arme als Wäscheleine [Quelle: Siehe Bildergalerie] Genau aus diesem Grund fällt die Wahl des Superhelden in der Regel sehr leicht, denn der einzige Charakter, mit dem man auf Dauer wirklich gut prügelt, ist "The Thing", der auch ohne Einsatz seiner Superkraft ordentlich austeilen kann und entsprechend Reichweite hat. Zudem vermag er viele herumliegende Gegenstände wie Masten, Kisten oder sogar Autos zu heben und damit um sich zu werfen. Die anderen drei Charaktere sind im Vergleich zu stark von ihren Kräften abhängig, die zwar schon kurze Zeit nach dem totalen Verbrauch wieder bereitstehen, aber eben nicht permanent verfügbar sind. Daher werdet ihr vor allem Storm und Mr. Fantastic nur zum drücken entfernter Schalter oder zum Lösen kleiner Puzzles nutzen. Johnny, alias "die menschliche Flamme" übernimmt hingegen alle Nase lang eine Sonderrolle, da er als einziger der vier fliegen kann und dadurch ein paar Solo-Level spendiert bekommt, in denen er z.B. dem Silversurfer hinterherjagen muss.

Das hat leider auch großen Einfluss auf die Balancierung der Upgrades, die ihr den vieren nach jedem Level spendieren könnt, denn mit fast jedem zerstörten Objekt bekommt ihr frei zuteilbare Upgrade-Punkte. Auf diesem Weg könnt ihr die Wirkung eurer Kräfte verstärken oder die Dauer der Nutzbarkeit erhöhen, was allerdings in ziemlich vielen Einzelkategorien vonstatten geht. Dadurch habt ihr nie genug Punkte, um alle Fähigkeiten der vier zu verbessern, und müsst entscheiden, wem ihr den Vorzug gebt. Angesichts der Tatsache, dass man "the Thing" und die Flamme am meisten braucht, dürfte schnell klar sein, wofür man sich in der Regel entscheidet.

Triste Levels und dumme Sprüche

Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer [Quelle: Siehe Bildergalerie] Das Spielsystem, bzw. die spielbaren Charaktere sind also offensichtlich nicht so richtig ausbalanciert, was nicht so schlimm wäre, wenn der Spielablauf wenigstens genug andere Anreize böte. Allerdings vermag das permanente, einseitige Geprügel gegen einfallslose und eher dümmliche Gegner die benötigte Abwechslung nicht zu bieten, nicht mal, wenn ihr zu viert an der Konsole sitzt und jeder Spieler die Rolle eines Charakter übernimmt. Auch die Team-Moves haben schnell ihren Reiz verloren, ganz zu schwiegen davon, dass die hier und da eingestreuten Schalterpuzzels zu simpel sind, und nicht genug Kontrast zum restlichen Spielablauf bieten können, daher bleibt FF:ROTSS der Eintritt ins Action Adventure Genre verwehrt. Zu allem Übel waren auch die Leveldesigner nicht besonders kreativ. Die Umgebungen sind leider trist bzw. detailarm und obendrein wiederholen sich einige Abschnitte auffällig oft. Generell hatten wir beim Test das Gefühl, viele Designs schon einmal in abgewandelter Form gesehen zu haben. So gleicht das erste Level in vielerlei Hinsicht den Höhlen aus "Phantasy Star Online", und wenn man genau hinschaut, so unterscheidet sich nicht einmal der Spielablauf wirklich gravierend von dem dieses Klassikers. Nur eben, das "Fantastic Four: Rise of the Silversurfer" kein Online RPG ist, und die künstlerischen Schwächen somit nicht durch eine dichte Online Community bzw. zu sammelnde Gegenstände kompensieren kann. Obendrein ist das zum Vergleich herangezogene PSO von Sega rund sechs Jahre alt, was dem neuen "Fantastic Four" nicht gerade schmeichelt, denn auch technisch erscheint es nicht viel besser. Offen gesagt sehen die nicht besonders aufwändigen Texturen, die detailarmen Modelle und die lieblosen Animationen auf keiner Hardware besonders gut aus, daher bekommen Xbox 360 und PS3 Spieler ein Game geboten, dass optisch in keinerlei Hinsicht den Erwartungen an einen Vertreter der "nächsten Generation" gerecht werden kann.

Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer [Quelle: Siehe Bildergalerie] So wirkten die Straßen von New York nicht nur unbelebt, auch die Umgebung scheint aus einem mittelmäßigen Dreamcast Spiel entnommen, so einfach und effektarm tritt sie in Erscheinung. Auch der Rest der Präsentation hinkt dem Durchschnitt arg hinterher. Die Cut Szenes und Überblendungen zum jeweils nächsten Level wirken unheimlich grob, und die dummen Sprüche bzw. die sinnlosen Dialoge der Protagonisten gehen euch ziemlich schnell auf die Nerven. Wenn die Flamme zum Beispiel in einem Auto Tunnel mit Müh' und Not hinter dem Silversurfer herfliegt und dann Sprüche ablässt wie " Hey, das macht Laune", oder "kannst du dich nicht mal anstrengen?", fühlt man sich an die "preiswerten" Marvel Zeichentrick-Serien aus den 60ern und 70ern erinnert, was der ganzen Szenerie das letzte bisschen Spannung nimmt.

   
- -
"Fantastic Four: Rise of the Silversurfer" ist einer dieser Titel, die recht schwer zu bewerten sind. Es ist keinesfalls ein gutes Spiel, dafür ist es zu eintönig und technisch zu anspruchslos. Ein Total-Reinfall ist es auch nicht, denn es ist dank einer einigermaßen gut gelösten Steuerung ganz ordentlich spielbar und hat keine größeren technischen Fehler. Allerdings wirkt die fehlende Abwechslung und das grobe Spieldesign extrem demotivierend, und ohne grafische Highlights gibt es nicht einmal für Hardcore-Fans der Fantastic Four einen Grund dieses Game durchzuspielen. Das kann auch der Multiplayer Aspekt nicht kompensieren. Dieses einfallslose und alles andere als fantastische Prügelspiel, das gerne ein Action Adventure gewesen wäre, ist in allen Belangen zu uninspiriert und hat eure Aufmerksamkeit einfach nicht verdient.
   
Fantastic Four: Rise of the Silver Surfer (X360)
Singleplayer-Wertung

5,5 /10
Leserwertung
(0 Votes):
-
Multiplayer
Grafik
Sound
Steuerung
Gameplay
-
5/10
5/10
6/10
5/10
Bis zu vier Spieler
Sehr einseitiger und nicht besonders komplexer Spielablauf
Co-Op Moves
unterdurchschnittliche Grafik
zugängliche Steuerung
allgemein eher durchschnittliche Präsentation
Erfahrener Benutzer
Moderation
19.07.2007 11:36 Uhr
Jetzt ist eure Meinung gefragt: Hier könnt ihr euren Kommentar zum Artikel veröffentlichen und mit anderen Lesern darüber diskutieren.
Dein Kommentar