Far Cry 3 (10) [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Es werde Sicht
So stehe ich also da, mitten in einem Dorf, umwuchert von Armadas von Palmen. Die Bewohner gehen ihrer täglichen Aufgaben nach und bemerken mich unscheinbaren Sunnyboy mit dem MG im Anschlag allem Anschein nach nicht. Mein erster Weg auf der, erst zu jetzigen Spielzeit frei begehbaren Insel, führt mich zu einem Antennen-Icon auf der Übersichtskarte, welches mir die bisher verdunkelte Karte etwas aufhellen soll. Kaum angekommen, werde ich auch schon vom örtlichen Begrüßungskomitee in Empfang genommen. Praktisch, dass ich noch immer ordentlich bewaffnet bin und mit dem niederen Personal kurzen Prozess machen kann. Noch schnell den Störsender von der Antenne entfernen und schon erstrahlt die Karte in detailliertem Glanz.
Zwei Wege hinein
Far Cry 3 (5) [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Mir persönlich ist das gerade allerdings etwas zu leicht gegangen und so spüre ich um die Ecke ein feindliches Lager der "regierenden" Piraten auf. Hier sehe ich mich endlich mal einer ordentlichen Herausforderung gegenüber. Nachdem insbesondere meine Wenigkeit mit einem Raketenwerfer auf der Schulter noch im Nahkampf den Abzug betätigt, wird mit dementsprechend Karacho das Lager gestürmt. Kaum den ersten Bösewicht überwältigt, werden meine beiden Gehörgänge von kreischender Alarmsirene und dem Geschrei der mich umzingelnden Piraten erfüllt und egal wie schnell und genau ich schieße, die Übermacht ist selbst im dritten Anlauf nicht zu besiegen. Also muss ich das Lager auf eine andere Art und Weise infiltrieren. Ich ducke mich also im hohen Gras vor der Holzumrandung des Lagers und schleiche mich hinter die erste Häuserwand.
Far Cry 3 (7) [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Da ich nun keinerlei Aufmerksamkeit erregen will, durchforste ich das Waffen-Schnellmenü nach etwas unauffälligeren, aber nicht minder tödlichen Argumentationsverstärkern. Mein Augenmerk fällt schließlich auf einen Tech-Bogen mit Laser-Zielvorrichtung. Die Wachen in meinem Sichtfeld werden also kurzerhand lautlos ins Nirvana befördert. Zeit darf dabei jedoch keineswegs verschwendet werden, denn tote Körper sind in keiner Partei gern gesehen. Schnell reicht es mir allerdings mit der Geheimnistuerei. Ich entdecke einen roten Stromkasten unter den einzigen Lautsprechern im gesamten Camp. Einen kleinen Hack später wird es Laut in der ruhigen Basis. Kurz nachdem ich mich aller Feinde entledigt habe, wird die Flagge unserer Gruppe gehisst und das Gebiet geht in den Besitz meiner Gruppierung über. Verlustangst beziehungsweise ständige Grenzkämpfe werden zwar an und für sich dargestellt, die Eigentumsverhältnisse verschieben sich allerdings nicht permanent.
Ehrenmord
Am schwarzen Brett in der neuen Basis finden wir einen Kopfgeldauftrag, welchen ich mir umgehend ansehe. Ich soll laut Auftrag nach Möglichkeit die dort aufgeführte Zielperson aufspüren und gemäß der Tradition die Kehle durchschneiden. Nach den gescheiterten Versuchen von eben wollte ich die Schmach, welche meinem Rambo-Spielstil widerfahren war, wieder gut machen. Zu Fuß begebe ich mich durch die dichte Flora der Insel in Richtung Zielpunkt. Dort angekommen wird wie vorgenommen wieder einmal das Maschinengewehr ausgepackt und ordentlich ausgeteilt. Aber auch hier werde ich von der KI intelligent flankiert und gnadenlos in Grund und Boden geballert. Es wird also doch wieder die ruhige Variante werden. Erneut am Lager angekommen, halte ich mich im Gebüsch vor dem kleinen Straßenstreifen, in dem die Zielperson ihr Lager aufgeschlagen hat, auf und sondiere die Lage.
Far Cry 3 (9) [Quelle: Siehe Bildergalerie]
Gut, dass ich als waschechter Klische-Tourist noch meine Spiegelreflexkamera mit mir herum trage. Ich erspähe also Untertanen nebst Kommandeur der Behausung und harre mit meinem lautlosen Freund der nächsten Möglichkeit zur Attacke. Bogen um Bogen reduziere ich die Stützpunkt-Population kurzerhand so drastisch, dass nur noch die Zielperson am Leben teilnehmen kann – vorerst! Hier zeigt sich allerdings erneut die künstliche Intelligenz von seiner Schokoladenseite. Denn anstatt nichts tuend auf den Tod aus dem Gebüsch zu warten, stattet mir das bis auf die Zähne bewaffnete und angriffslustige Ziel einen Besuch in meiner grünen Festung ab. Dank meiner unglaublich grazilen, beinahe Eichhörnchen-gleichen Bewegungstechnik gelingt es mir, mich fast unsichtbar zwischen dem dichten Gestrüpp hin und her zu bewegen und dem wandelnden Munitionsgürtel zu entgehen. Gerade als ich seiner Kehle ein Blind-Date mit meinem Messer verschaffen will, schlägt die organische Welt von FarCry 3 zu. Völlig überraschend wird das Auftragsziel von einem aggressiven Hund angefallen, was mir den Abschluss des Auftrags erheblich vereinfacht. Im Zuge der Ablenkung durch den Hund ist es ein reines Kinderspiel sich von hinten anzuschleichen und nun endlich tun zu können, wofür ich mich seit mehreren Minuten im Pflanzenmeer verschanzt habe.
Zwar musste ich nach diesem Erlebnis den Controller aus der Hand legen, der Effekt von FarCry 3 bleibt. Die Spielwelt wirkt erstaunlich homogen, die Möglichkeiten scheinen schier unendlich, die Intelligenz der Gegnerschaft ist eine stete Herausforderung und die zugrunde liegende Technik ist das oft erwähnte Brett.






