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  • Far Cry: Primal im Test - Ein Marktplatz der Kuriositäten

    Far Cry: Primal im Test - Ein Marktplatz der Kuriositäten Quelle: Ubisoft

    Far Cry: Primal ist gigantisch, in vielerlei Hinsicht. Warum das nicht immer gut sein muss, das klärt unser Test.

    Mit "Willkommen am Ende der Nahrungskette" bewirbt Ubisoft den neuesten Far Cry-Ableger und versetzt den Spieler diesmal in ein recht unverbrauchtes Setting, nämlich die Steinzeit. Statt mit Gewehr und Pistole in der Hand, erwehren wir uns mit Stein, Knüppel und Speer der wilden Tiere. Auch das bereits entdeckte Feuer setzen wir ein, zum beleuchten der Umgebung oder um die uns zur Verfügung stehende Waffen zu verstärken, indem wir zum Beispiel Pfeile vor dem Verschießen anzünden.

    Far Cry: Primal im Test - Ein Marktplatz der Kuriositäten Quelle: Ubisoft Bereits mit der Intro-Sequenz zeigt uns Ubisoft, wie gut sie ihr Handwerk verstehen. In Person von Takkar, Mitglied des Stammes der Wenja, erleben wir eine Mammutjagd und werden darauf eingestimmt, was es bedeutet am Ende der Nahrungskette zu stehen. Gleichzeitig gibt uns diese Sequenz den Grund für unser Handeln, weswegen wir uns aufmachen den versprengten Stamm der Wenja wieder zu vereinen, denn nur gemeinsam können sie gegen die zwei anderen Stämme, die Udam und die bereits weiter fortgeschrittenen Izila bestehen.

    Schon an diesem Punkt stolpern wir über zwei Neuigkeiten, die es so in noch keinem Far Cry gegeben hat. Nämlich die Sprache und der Siedlungsbau. Als ich die Steinzeitbewohner ihre ersten Worte sprechen hörte, dachte ich mir, was für eine geniale Idee! Wenn man die Charaktere in einem Videospiel einfach irgendeine Brabbelsprache sprechen lässt, spart man sich jegliche Lokalisierung. Doch so leicht hat es sich Ubisoft nicht gemacht. Ganz im Gegenteil. Im Spiel gibt es nämlich drei verschiedene Sprachen und diese stellen kein dummes Gebrabbel dar, sondern wurden in Zusammenarbeit mit zwei Assistenzprofessoren für Linguistik entwickelt. Auf diese Weise entstanden fast 40.000 Wörter und eine eigene Grammatik. Dies führt dazu, dass man die Sprache mit der Zeit sogar richtig versteht, ein recht einmaliges Erlebnis.

    Far Cry: Primal im Test - Ein Marktplatz der Kuriositäten Quelle: PC Games Die zweite Neuigkeit in einem Far Cry Spiel ist der Siedlungsbau. Denn wie bereits erwähnt geht es darum, den eigenen Stamm wieder zusammenzuführen und eine stetig wachsende Siedlung zu entwickeln. Die so entstandenen Unterkünfte beherbergen wiederum Menschen mit bestimmten Fähigkeiten, die sich direkt auf unsere eigenen Fähigkeiten auswirken. Denn erst wenn wir bestimmte Handwerker im Stamm haben, können wir unsere Erfahrungspunkte in bestimmte neue Fähigkeiten investieren. Und davon gibt es eine ganze Menge, wie immer bessere Heilungschancen, Zugriff auf mehr Rohstoffe in der Welt und verbesserte Waffen. Doch die Anzahl dieser bleibt über das ganze Spiel hinweg recht gering. Im Grunde verfügen wir nur über einen Knüppel, einen Speer und Pfeil und Bogen, die aber immer weiter ausgebaut werden.

    Statt uns viele verschiedene Waffen zur Verfügung zu stellen, gibt es in Far Cry Primal wilde Tiere zu zähmen, die verschiedene Aufgaben übernehmen. Die Eule dient uns dazu die Umwelt zu erkunden, Wölfe und Raubkatzen können wir direkt auf die Gegner hetzen und Mammuts dienen uns als Reittiere. Dabei müssen wir all die Tiere erst einmal Zähmen, eine Fähigkeit die uns der Shamane verleiht. Klar, dass wir erst die kleineren Tiere zähmen können und erst mit entsprechend Erfahrung dann auch größere. So wie wir auch erst im Laufe des Spiels lernen auf den Tieren zu reiten.

    01:48
    Far Cry Primal: Live-Action-Trailer mit Zeitreise in die Prähistorie

    Wie ein Marktplatz der Kuriositäten

    An dieser Stelle im Spiel angelangt, wenn wir die ersten Tiere gezähmt haben und unsere Siedlung sich langsam zu bilden beginnt, setzt aber ein ungutes Gefühl ein. Denn was anfangs so gut klingt, eine eigene Siedlung aufzubauen, stellt sich ziemlich schnell als zahnloser Tiger heraus. Denn die Siedlung baut sich praktisch von alleine und wir haben nur wenig Einfluss darauf, wann was bis zur dritten Stufe entwickelt werden soll. Auch beginnt uns Far Cry Primal spätestens dann mit seinem Überfluss regelrecht zu erschlagen. Das ständige Sammeln der Dutzend verschiedenen Rohstoffe, wie Pflanzen, Hölzer und Steine beginnt zu langweilen, die permanent nötigen Nebenmissionen, bei denen wir verstreute Wenja eskortieren oder aus der Gefangenschaft befreien müssen, lenken vom eigentlichen Hauptstrang der Story ab und nicht zuletzt ploppen in unglaublicher Geschwindigkeit neue Objekte und Missionsziele auf der Map auf, dass man schlicht den Faden verliert. All das geschieht auch noch in einer Welt, die unglaublich dicht besiedelt ist. Far Cry Primal lässt uns nicht einen Augenblick Zeit die unglaublich schön inszenierte Umwelt auch zu genießen.

    Far Cry: Primal im Test - Ein Marktplatz der Kuriositäten Quelle: Ubisoft Alle paar Meter werden wir von irgendeinem Tier angegriffen oder stoßen auf Mitglieder der anderen zwei Stämme. Man kommt sich vor wie auf einem Marktplatz der Kuriositäten, in dem alles und jeder um Aufmerksamkeit heischt und wir, als eigentlich am Ende der Nahrungskette angesiedelter Urmensch über Fähigkeiten verfügen, die uns vom Ur- zum Übermenschen machen. Nur am Anfang der Geschichte empfindet man die wilden Tiere und die gegnerischen Bewohner noch als Gefahr, doch schon bald holzt man wie ein Berserker durch den Wald und schlägt einfach jedes Tier tot und jagt die eigene Bestie, so heißt das aktuell gezähmte Tier wirklich, gegen andere Menschen, so dass gerade einmal die Überfälle auf die besser ausgebauten feindlichen Siedlungen noch eine Herausforderung darstellen.

    Das ist wirklich schade, denn auf der anderen Seite bietet uns der Titel wirklich beeindruckende Momente, von denen ich nur die frühe Sequenz mit der Eule erwähnen möchte, um niemanden die Überraschung zu verderben. Doch sogar die erinnert frappierend an die Drogensequenz aus Far Cry 3. Soweit man also blickt, was das Gameplay betrifft, bietet uns Ubisoft ausschließlich Bekanntes, mit geringen Variationen.

    Far Cry: Primal im Test - Ein Marktplatz der Kuriositäten Quelle: Ubisoft Was man auf alle Fälle in Far Cry Primal geboten bekommt, das ist neben der herrlichen Grafik und Soundkulisse, die Masse und der Überfluss in allen Dingen. Die nötigen Rohstoffe wollen gar nicht gefunden werden, wir stolpern quasi überall darüber. Bunt durcheinandergewürfelt begegnen uns die verschiedensten wilden Tiere und schon nach kurzer Zeit ist die Minimap mit derart vielen Icons übersät, so wie auch der Erfahrungsbaum stetig wächst und unsere Fähigkeiten verbessert, dass man schlicht überfordert wird. Statt also das Gefühl zu haben ums Überleben kämpfen zu müssen, bewegen wir uns in einer Überflusswelt ohnegleichen. Zugegeben, das stimmt nicht ganz, auch schon in den vergangenen Assassin's Creed-Spielen überschüttete uns Ubisoft mit unzähligen Icons und Aufgaben, schaffte es dort aber noch den Storystrang aufrecht zu halten. In Far Cry Primal hingegen kann man sich in der Masse des Gebotenen regelrecht verlieren.

    Und weil ich die herrliche Grafik eben erwähnte: Die ist wirklich toll und siedelt sich im Bereich von Rise of the Tomb Raider an. Doch auch hier fiel den Entwicklern etwas ein um uns das zu vergällen. Das ist der permanent erforderliche Spezialblick. Er lässt uns Blutspuren sehen, Gerüche erkennen und zeigt uns auch die Mitglieder der anderen Stämme in aller Klarheit. Dabei aber wird das Bild monochrom und all die grafische Herrlichkeit verschwindet. Obendrauf zeigt uns der Spezialblick auch viel zu viel, denn warum muss ich andere Menschen damit so deutlich sichtbar machen, wenn man doch eh eine Eule besitzt die das Gebiet erkunden und sogar Feinde markieren kann? Umgekehrt aber kann man auf den Spezialblick nicht verzichten, denn die Spuren der Tiere sind sonst nicht zu erkennen. Es ist wie in den alten Splinter Cell-Spielen, die man auch fast vollständig im Grün des Restlichtverstärkers erlebte.

    03:05
    Far Cry Primal: Video-Grafikvergleich PS4 vs. Xbox One

    Den letzten Kritikpunkt den ich ansprechen möchte ist die unerklärlich kompliziert ausgefallene Steuerung unseres Hauptcharakters. Während wir in Rise of the Tomb Raider um Grunde über die gleichen Steuerungsoptionen verfügen, sind sie im Titel von Crystal Dynamics auch intuitiv dort zu finden, wo man sie erwartet. Ganz anders in Far Cry Primal, welches die wildesten Tasten- und Stick-Kombinationen verlangt für ganz einfache Funktionen. Wenn man den Titel für einige Wochen zur Seite liegt und dann das Spiel wieder aufnimmt, wage ich zu prophezeien, dass man nicht mehr weiß wie man seine Bestie in den Kampf schickt oder einen Gegner hinterrücks meuchelt.

    Kann aber auch Spaß machen!

    Trotz alledem ist Far Cry Primal ein gelungener Titel. Besonders technisch gibt es nichts an ihm auszusetzen. Man merkt dem Spiel an jeder Ecke an, dass er von jemandem entwickelt wurde der sich nicht erst seit gestern mit Open World-Spielen beschäftigt. Auch wenn man waffentechnisch im Vergleich mit den vorherigen Far Cry-Titeln einen Schritt zurück machte, führte man doch auch genug neue Elemente ein, um von einer Weiterentwicklung der Serie sprechen zu können. Man möchte sich auch gar nicht vorstellen welchen Aufwand es darstellte drei neue Sprachen für ein Videospiel zu entwickeln, was wahrscheinlich sogar ein einmaliger Akt bis dato sein dürfte.

    Far Cry: Primal im Test - Ein Marktplatz der Kuriositäten Quelle: Ubisoft Auch ist die gebotene Spielwelt wirklich riesig und besteht aus unterschiedlichster Flora und Fauna. Da stecken garantiert Tausende Stunden Entwicklungszeit drin. So können wir das Abenteuer im gemäßigten Wald beginnen und entdecken später die Tundra, den Gletscher und zuletzt die Sümpfe der Taiga, wo die fortgeschrittenen Izila beheimatet sind.

    Wenn man sich also von der unglaublichen Fülle des Titels nicht überwältigen lässt, sich auch nicht an den repetitiven Aufgaben stört, dann kann man mit Far Cry Primal eine Menge Spaß haben, eine Menge!


    Far Cry Primal (PS4)

    Singleplayer
    7,8 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    9/10
    Sound
    9/10
    Steuerung
    6/10
    Gameplay
    7/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung

    Far Cry Primal (XBO)

    Singleplayer
    7,8 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    9/10
    Sound
    9/10
    Steuerung
    6/10
    Gameplay
    7/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Speziell entwickelte Ursprachen
    Grafisch beeindruckend
    Ebenso gelungene Soundkulisse
    Technisch fast ohne Glitches und Fehler
    Riesige und schön gestaltete Spielwelt
    Permanenter Einsatz des Spezialblicks
    Unglaublich viele Sammelaufgaben
    Viel zu dicht besiedelte Welt
    Unerklärlich komplizierte Pad-Steuerung
    Viel zu viele Nebenaufgaben
    Siedlungsaufbau geschieht fast automatisch

  • Far Cry Primal
    Far Cry Primal
    Publisher
    Ubisoft
    Developer
    Ubisoft
    Release
    23.02.2016
    Es gibt 22 Kommentare zum Artikel
    Von Mersadion
    Ich arbeite dran.... das JN-Review ist jetzt auch online. Video dauert noch etwas da ich neues Material aufnehmen will…
    Von jojo
    Verdammt Sven fuer 4*Players Reisserniveau hat's nicht ganz gereicht...naechstes Mal 
    Von Mersadion
    Mittlerweile sollte mein Fazit drunter hängen ;)Test kommt im Lauf des Abends. Video wohl erst am WE, da bitte ich um…

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    • Es gibt 22 Kommentare zum Artikel

      • Von Mersadion Erfahrener Benutzer
        Ich arbeite dran.... das JN-Review ist jetzt auch online. Video dauert noch etwas da ich neues Material aufnehmen will und nicht das vom Stream verwenden will. Ich bitte da um noch etwas Geduld. Der Podcast kommt voraussichtlich morgen.
      • Von jojo Erfahrener Benutzer
        Verdammt Sven fuer 4*Players Reisserniveau hat's nicht ganz gereicht...naechstes Mal 
      • Von Mersadion Erfahrener Benutzer
        Mittlerweile sollte mein Fazit drunter hängen ;)
        Test kommt im Lauf des Abends. Video wohl erst am WE, da bitte ich um Nachsicht da ich neues Material nutzen will und nicht das bekannte aus dem Stream.
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Far Cry Primal
Far Cry: Primal im Test - Ein Marktplatz der Kuriositäten
Far Cry: Primal ist gigantisch, in vielerlei Hinsicht. Warum das nicht immer gut sein muss, das klärt unser Test.
http://www.gamezone.de/Far-Cry-Primal-Spiel-56751/Tests/Far-Cry-Primal-im-Test-Ein-Marktplatz-der-Kuriositaeten-1187603/
28.02.2016
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2015/12/FCP-5-pcgh_b2teaser_169.jpg
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