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Far Cry: Vengeance (Wii)

Release:
15.05.2009
Genre:
Action
Publisher:
Ubisoft
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Far Cry: Vengeance im Gamezone-Test

05.01.2007 11:23 Uhr
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Neu
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Wo ist nur das geniale Far Cry geblieben? Weder das Gameplay noch die Technik können richtig überzeugen!

Revolutionär und ein Meilenstein in der Geschichte der Shooter - diese Beschreibung wurde nicht allzu selten für das PC-Werk von Cryteck verwendet. Mit "Far Cry" zeigten sie, dass auch aus deutschen Landen hochkarätige Spielsoftware kommen kann. Ein neuer Ableger namens "Far Cry Instincts" für die Xbox sorgte zumindest Konsolenübergreifend in der letzten Generation für einen hohen Standard, an den sich viele Entwickler messen mussten. Neben einer zusätzlichen nun schon nicht mehr von Cryteck entwickelten Version, folgte zuletzt der erste Ableger für eine Nintendo Konsole. Das Steuerungsprinzip der Wii hat wohl die Entscheidungsträger bei Ubisoft überstimmt. Letztendlich wird den deutschen Kollegen von Cryteck aber das Herz bluten. Selten wurde ein solch großer Name derart durch den Schmutz gezogen, wie es nun bei "Far Cry Vengeance" der Fall ist.

Zurück im Paradies

Far Cry: Vengeance Far Cry: Vengeance [Quelle: Siehe Bildergalerie] Dabei scheint der Titel auf den ersten Blick genau in das Konzept der beliebten Ego-Shooter Serie zu passen. Ein tropisches Paradies; Abermals treffen "Far Cry" Fans auf den durchaus sympathischen, wenn auch etwas arroganten Helden Jack Carver und wieder einmal ist die heiße Luft bleigeschwängert. Der Zündstoff für ein actionreiches Abenteuer inmitten einer grünen Urlaubsidylle ist definitiv gegeben. Nach dem Desaster auf Jacutan - siehe "Far Cry Instincts" - will Jack in ein normales Leben zurückkehren. Nur wie, wenn das nötige Kleingeld fehlt, sein neues Boot "Lady Karma" beim letzten Trip zerstört wurde und ihm einfach die Zukunftsperspektive fehlt. Ein starker Drink vertreibt aber Kummer und Sorgen, was ihn oft zur Bar im Heimathafen Ponphei führt. Mit der holden Maid Kade hätte er sich aber dort nicht einlassen sollen. Kaum bezirzt er die smarte Dame, sorgen Soldaten für offene Wunden und blaue Flecken. Jacks Ausweg ist die Fluch in den Dschungel unter der Führung der Rebellin Kade.

Dennoch weiß Jack noch nicht, ob sein Herz eher für die Rebellen inklusive der Süßen, oder doch für den Gouverneur schlägt. All zu viel wollen wir an dieser Stelle aber nicht verraten, denn typisch für die "Far Cry" Spiele besticht die Story nicht mit sonderlich langen Ausführungen. Präsentiert wird die Geschichte anhand immer wieder auftretender Videosequenzen. Traut euren Augen nicht, es handelt sich tatsächlich um "gefilmtes" Material und nicht um In-Game-Sequenzen. Umso trauriger, dass die Qualität der Videobilder deutlich unter dem Niveau der eigentlichen Spielgrafik liegt. Blasse Farben, verschleiernder weißer Schimmer, grobe Detailtiefe und eine dumpfe Sprachausgabe erwecken den Eindruck einer schludrig erstellen Aufnahme. Die schwache Präsentation nimmt dem Titel einiges an Atmosphäre, die eh schon etwas schwach ausgefallen ist.

Ausschalten der Bedrohung

Far Cry: Vengeance Far Cry: Vengeance [Quelle: Siehe Bildergalerie] Bevor Carver im Tourismusbusiness seine Moneten verdiente, beschäftigte er sich als Soldat und kennt sich daher auch bestens mit Waffen aus. Neben dem Messer - die Standardwaffe - kann Jack alle zurück gelassenen Argumentsverstärker anwenden. Mit einem offenen Auge finden sich diese in den Gebäuden, oder werden den erlegten Gegnern geklaut. Leider kann man aber je nur eine Pistole, eine automatische Waffe und eine Spezialwaffe mit sich herumtragen - eine genaue Planung des Inventar ist also nach wie vor gegeben. Anschließend ballert man sich durch den wilden Dschungel, wobei nicht Tiere, sondern das Militär und die Rebellen an seine Gurgel wollen. Ein großer Unterschied zu den bisherigen Ablegern ist die Steuerung, welche ganz klar auf die Wii-Remote ausgelegt ist. Während Jack klassisch mit dem Stick gesteuert wird, dient die Fernbedienung als Mausersatz und damit dem Zielen. Grundsätzlich funktioniert die Technik recht gut, die Kamera ändert die Perspektive, das Ganze aber zu gemächlich. Der Blickwinkel beim Zielen folgt viel zu langsam den Eingaben des Spielers, was vor allem PC-Zocker sehr kritisieren werden. Ganz selten hängt sich das System sogar auf, so dass die Kamera den Winkel starr beibehält und euch beim Zielen behindert.

Dieses Manko kann der Titel problemlos ausgleichen - leider aber auch hier im negativen Sinne gesehen. Die KI der Kontrahenten reicht maximal um ein Hirn in Erbsengröße auszufüllen. Wachen werden nur selten durch Geräusche und Explosionen alarmiert, man kann Feinde direkt anrennen und muss kaum mit Gegenwehr rechnen und sollte mal ein Kamerad fallen, scheint es keinen in der gesamten Armee zu kümmern - nur um hier die Situation mal überspitzt darzustellen. Gerade hier zeigten die Vorgänger ihre Stärken, da die Feinde kommunizierten und ihre Basis auch wirklich glaubhaft verteidigten, ja sogar komplette Strategien gegen den Eindringling entwickelten. All dieser taktische Glanz ist verschwunden und übrig blieb ein simpler Shooter, bei dem die Feinde fast schon wie Pappfiguren auf einem Übungsplatz herum huschen. Anschleichen lohnt sich eh nicht, weil man mit einem offensiven Ansturm deutlich effektiver voran kommt und eh trotz verdeckender Objekte wie Büsche und Mauern gesehen wird. Aber man kann auch noch so klug vorgehen, noch so vorsichtig die Anlagen infiltrieren und jeden Störenfried ausschalten - letztendlich erkennt man sehr schnell, dass all die Mühe umsonst war. Urplötzlich materialisiert sich neues Kanonenfutter aus dem Nichts, als ob es einen Sprung in der Matrix gibt. Es ist nicht nur unfair, sondern teilweise sogar richtig frustrierend, wenn Feinde ständige im Rücken des Spielers "respawnen"! Schnell durchrennen, Gegner ohne Rücksicht auf Verluste abknallen oder noch besser mit dem Messer erledigen, die Missionsbedingungen erfüllen und weiter traben - das scheint die beste, aber mit Abstand auch die langweiligste Methode zu sein!

Wilde Fähigkeiten einer Bestie

Far Cry: Vengeance Far Cry: Vengeance [Quelle: Siehe Bildergalerie] Letztendlich erleichtern weitere Items und Fähigkeiten den Überlebenskampf. Medipacks dienen der Heilung und Panzerungen wie üblich dem vorübergehenden Schutz des Körpers. Da Jack aber nach wie vor unter dem Serum des verrücken Wissenschaftlers Dr. Krierger leidet und deshalb zu einem Teil eine Bestie darstellt, besitzt er auch tierische Fähigkeiten. Auf Befehl bricht Carver mit bloßen Händen das Genick eines Kontrahenten, heilt seine Wunden oder nutzt seine ausgeprägten Sinne - sofern man sich einen hohen Adrenalinspiegel erarbeitet hat. Mit den wilden Sinnen (Geruch oder Sicht) erkennt man geheime Wege oder Fallen, bzw. kann Lebenwesen deutlich effektiver auffinden. Leider sprachen sich die Entwickler nicht mit dem Red Steel Team ab, so dass sich die restliche Steuerung gewaltig von der hauseigenen Konkurrenz unterscheidet. Deutlich umständlicher aktiviert man die Fähigkeiten und findet einfache Aktionen wie Ducken und Springen an komplett anderer Stelle. Bis auf simples Schütteln gibt es aber auch kaum koordinierte Bewegungen, welche mit den Wii-Controllern ausgeführt werden. Schade, so kommt doch ein wenig der Eindruck einer krampfhaften Verwendung der Möglichkeiten auf.

Ganz klassisch stehen aber auch wieder viele Fahrzeuge zur Verfügung. Sei es nun ein einfacher Jeep, der rasend schnelle ATV, diverse Boote oder ein Pickup. Der größte Vorteil dieser fahrbaren Untersätze ist der schnelle Transport von A nach B. Damit wird nicht nur der Daumen am Stick geschont, auch Carver kann sich mal ordentlich ausruhen. Einsetzen müsst ihr die Fahrzeuge aber nicht, zumeist könnt ihr euch auch zu Fuß fortbewegen oder durch das Meer schwimmen.

Letztendlich entpuppt sich der Tropen-Trip als langweiliger Urlaub, der definitiv nicht das Niveau der anderen "Far Cry" Ableger erreicht. Aber selbst wenn man das Klischee der Serie mal außen vor lässt, kann der Shooter nicht mit gutem Gewissen als passabel bezeichnet werden. Neben den oben beschrieben Problemen im Gameplay dienen weitere Details als Spaßbremse. Die Welten sind zwar sehr groß, laden durchaus zu Erkundungstouren ein und bietet einiges Abseits des Weges, dennoch ist der Pfad mehr oder weniger strikt linear vorgegeben. Ihr müsst nicht einmal den Auftrag kennen. Einfach dem blauen Punkt auf dem Radar folgen, schon gelangt ihr ohne Nachdenken an euer Ziel. Auch das Speichersystem ist nicht optimal ausgelegt und zwingt euch immer wieder dieselben Gebiete erneut zu säubern.

Die traurige Wahrheit

Far Cry: Vengeance Far Cry: Vengeance [Quelle: Siehe Bildergalerie] Das offensichtlichste Problem von "Vengeance" ist aber die Optik! Wüsste man es nicht besser, würde man den Titel kaum von einem alten Playstation 2 Spiel unterscheiden. Böse Zungen vergleichen die Texturen sogar mit Spielen aus der Nintendo 64 Ära, wobei man diesen Leuten durchaus recht geben muss. Sowohl auf der Playstation 2 als auch auf dem Gamecube bekam man nur selten solch matschige Welten präsentiert. Zugegeben, die Weitsicht ist dafür recht ordentlich ausgefallen und habt ihr mal die Chance, den Blick aus erhöhter Position über die Inseln schweifen zu lassen, kommt man durchaus ins Staunen. Dennoch trüben die Aussichten vor allem zu Beginn des Spieles, da die Detailtiefe alles andere als optimal ausgefallen ist, was sich im Verlaufe des Abenteuers wenigstens leicht bessert. Mit der Zeit füllt sich der Dschungel mit Pflanzen und Objekten und kann durchaus das Flair der Vorgänger herauf beschwören. Dennoch erkennt man an allen Ecken und Enden die schludrige und wohl schnelle Programmierarbeit. Ein Fenster ist zum Beispiel eine einfache Bitmap, durch die man nicht hindurch schauen kann. Vielen Häusern hat man das Inventar geklaut und die Fahrzeuge offenbaren nicht gerade viele Details im Führerhaus - da hat man schon deutlich besseres, auch in der alten Generation, gesehen.

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05.01.2007 11:23 Uhr
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