Games World
Login Registrieren
Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
als Startseite festgelegt.
    Möchtest du diese Seite als Startseite festlegen?
    Mobile als Startseite festgelegt.
    Login Registrieren
  • Far Cry (dt.) im Gamezone-Test

    Far Cry hat den Thron der Ego-Shooter im Sturm erobert und musste nur im MP-Part Federn lassen.

    Schau doch nicht so geknickt aus der Wäsche, Kumpel

    Jack Carver hat mit seiner Vergangenheit abgeschlossen und sich in den Südpazifik zurückgezogen. Dort kutschiert er mit seinem Motorboot die Touristen von Insel zu Insel und verdient sich seinen Lebensunterhalt. So zu vegetieren war zwar nie Jacks Lebensziel, aber besser als das was er vorher gemacht hat und worüber er inzwischen kein Wort mehr verliert. In diese scheinbare Idylle platzt plötzlich eine junge Frau, die dem Leben von Jack eine unvorhergesehene Wendung bereiten sollte. Eigentlich wollte sie nur das was auch alle anderen Touristen wollen, auf irgendeine Südseeinsel gebracht werden. Allerdings war das ihm gezeigte Ziel auf keiner Karte verzeichnet und weitab von allen bekannten Schifffahrtsrouten. Doch was kümmerte ihn das, wahrscheinlich nicht viel, sonst hätte er die Gefahr gerochen und den Auftrag abgelehnt. So aber nahm er die Frau zu sich ins Boot und brachte sie auf die Gewünschte Insel. Kaum aber dass er sie abgesetzt hatte, wurde er auch schon unters Feuer genommen und konnte sich nur mit einem beherzten Sprung ins Wasser retten. Doch damit fängt der Ärger für Jack erst an. Er sitzt in einem tropischen Paradies voller bewaffneter Söldner und sieht nicht die geringste Chance wie er dort wieder wegkommen soll. Noch viel weniger Ahnung hat er warum diese Typen so sauer auf ihn sind und ihm unbedingt an den Kragen wollen. Doch er wäre nicht Jack würde er einfach aufgeben. Was also liegt näher als sich der Waffen der Feinde zu bedienen und ihnen mal zu zeigen wo der Hammer hängt? So nebenbei erfährt er so vielleicht auch was hier für ein Spiel gespielt wird.

    Nach dieser einführenden Geschichte, die uns per wunderbarem Intro erzählt wird, können wir auch schon die Steuerung übernehmen und uns ins Abenteuer stürzen. Dabei sollten wir aber eher vorsichtig vorgehen, denn die uns gegenübergestellten Feinde sind nicht von der dummen Sorte und haben so manchen Trick auf Lager. Zu den unspektakulärsten gehört da noch das Schutzsuchen hinter Felsen oder Kisten, wohinter sie auch gerne mal eine Granate hervorschmeißen. Viel interessanter aber ist da schon die Interaktionsmöglichkeit der menschlichen NPC's in Far Cry, die sich, um uns zu erwischen, untereinander abzusprechen scheinen und immer wieder neue Taktiken entwickeln um unser habhaft zu werden. So kommt es nicht selten vor, dass sich ein oder zwei Gegner recht auffällig vor uns postieren und immer wieder einen Schuss abgeben, während ein Dritter versucht sich von hinten an uns heranzuschleichen. Aber auch mit solchen Gemeinheiten wie einer Rakete die aus unglaublicher Entfernung auf uns abgefeuert wurde müssen wir rechnen, oder einem schnell herbeigerufenem Hubschrauber mit MG-Geschütz. Im Gegenzug aber dürfen wir uns ebenfalls aller Waffen und Geräte bedienen die wir in die Hände bekommen. Diese reichen vom eben erwähnten Raketenwerfer über Sprengsätze bis hin zu den verschiedensten Fahr- und auch Fluggeräten. Für eine besonders schnelle Flucht steht uns zum Beispiel in einer Szene ein Drachen zur Verfügung, von dem aus wir auch munter feuern und Granaten schmeißen können. Natürlich nur so lange wie wir auch noch über Munition verfügen. Weniger Gedanken muss man sich darüber bei den Fahrzeugen machen, die meist mit einem fest montiertem Geschütz versehen sind und über unendliche Munition verfügen. Das ist zwar nicht ganz realistisch, aber wegen der relativen Härte des Games ganz angenehm zu spielen. Denn meist muss man seinen Bleivorrat recht bedacht einsetzen, um nicht mitten im Feuergefecht plötzlich ohne Munition da zu stehen. Da ist es recht nett wenigstens ab und zu mal aus allen Rohren feuern zu können. Derweil ist genau dies der schwierigste Weg in Far Cry voranzukommen, besser ist es sich möglichst unauffällig zu bewegen und nur aus dem Hinterhalt zuzuschlagen. Insofern möglich, selbstverständlich, denn nicht selten wird man gezwungen ein offenes Gebiet zu überqueren oder sich einer befestigten Stellung zu nähern. Doch wer meint dort bereits die härteste Herausforderung gefunden zu haben, der irrt sich. Denn so richtig gemein sind erst die Gen-Experimente von Doyle, der auf der Insel seinen illegalen Machenschaften frönt. Denn auch wenn die von ihm geschaffenen Monster menschliche Gene enthalten, wirken sie eher wie Ausgeburten der Hölle. Und genau so verhalten sie sich auch. Fies, gemein, hinterhältig und verdammt stark. Denn auch sie sind mit der hohen künstlichen Intelligenz versehen die auch die anderen NPC's belebt. So versteht es das Spiel an manchen Stellen regelrecht mit den Urängsten zu spielen, wenn wir uns durch den Dschungel schleichen und ganz genau hören, dass da irgendwas im Busch ist, aber beim besten Willen nichts ausmachen können. Kein Punkt auf dem Radar, superheller Sonnenschein der durch das Dickicht fällt, und immer wieder ein leises Grunzen welches uns die Anwesenheit des Monsters verrät. So schleichen wir weiter und nähern uns unserem Ziel, nur noch einen Busch vom rettenden Bunker entfernt, als plötzlich alles gleichzeitig geschieht. Irgendeine Waffe brüllt uns aus nächster Nähe an, unser Blickfeld verengt sich in Rot zwecks der Projektile die unseren Körper durchdringen und nur einen Augenblick lang können wir dem Monster direkt in die hässliche Fratze schauen. Dann ist auch schon alles vorbei und wir haben uns einen weiteren Punkt gemerkt wie wir beim nächsten Mal nicht vorgehen werden. Vielleicht ist es doch einfacher sich einen der bewaffneten Jeeps zu schnappen und einfach durch den Dschungel zu brechen, denn so schnell können auch die Gen-Experimente des Doktors nicht laufen. Oder vielleicht doch?

    Denn genau das ist das schöne am Missionsdesign von Far Cry, dass es nicht wie aus ähnlich bekannten Spielen einen festen Weg mit fest vorgeschriebenen Aufgabe gibt an den man sich halten muss. Stattdessen bleibt einem meist die Wahl wie man vorgehen möchte und welchen Weg man wählt. Denn an keiner Stelle im Spiel wirken die Inseln oder das befahrbare Gewässer als wären sie Labyrinthartig angelegt um den Spieler nur die jeweils aktuellen Orte zugänglich zu machen. Ganz im Gegenteil ist jeder Ort den man in der Ferne sieht auch betretbar. Nur so ist es dem Game möglich, dass wir von einer Nachbarinsel aus beschossen werden, oder selbst hinüberschießen können. Doch sollte uns das nicht davon abhalten auch die Nähe genauestens zu inspizieren, um nicht von einem versteckten Scharfschützen erwischt zu werden. Denn eines hat Far Cry immer auf Lager: Eine Wache mehr als man erwartet hätte.

    Trotz der relativen Freiheit die einem Far Cry lässt, ist das Missionsdesign trotzdem linear gehalten. So wie die Checkpoints auf den Karten verteilt sind, die gleichzeitig die Savepoints darstellen, da ein manuelles Speichern nicht möglich ist, hat man die Aufgaben Stück für Stück zu erledigen. Besonders in Gebäuden bleibt einem nicht mehr viel von der Freiheit die man noch unter freiem Himmel genießt. Höchstens, dass man den Weg irgendwo durch einen Lüftungsschacht abkürzen oder eine Räumlichkeit über zwei Türen betreten kann, mehr Möglichkeiten gibt es im Inneren meist nicht. Anders wäre es aber auch kaum möglich gewesen die Schutzwesten, Waffen und neue Munition an den richtigen Stellen für Jack bereitzustellen.

    Der Multiplayer-Mode bietet uns das bekannte Südsee-Setting aber ein wesentlich einfacheres Gameplay. So etwas wie einen Coop-Mode gibt es leider nicht, stattdessen werden uns die bekannten Spielmöglichkeiten "Deathmatch", "Team Deathmatch" und "Assault" geboten. Diese finden auf relativ kleinen Karten statt die noch dazu mit nur wenigen Fahrzeugen bestückt sind. Zwar bieten sie ebenfalls die aus der Singleplayer-Kampagne gewohnte Detailflut, lassen aber wegen der Abwesenheit der intelligenten Bots und der fehlenden Abwechslung etwas an Spielspaß vermissen. Nicht, dass es keinen Spaß machen würde sich mit Freunden durch Dickicht zu schleichen oder sie vom Motorboot aus unter Beschuss zu nehmen, es fehlt lediglich etwas an der Langzeitmotivation und den Handlungsmöglichkeiten, von denen uns aktuelle Konkurrenztitel wesentlich mehr bieten. Allerdings wird es nicht lange dauern bis die Fangemeinde mit dem mitgelieferten Editor eigene Maps anbieten wird, so dass man diesbezüglich sicher noch einige Zeit mit Far Cry im Netz verbringen kann. Etwas lästig sind die Verbindungsprobleme die Far Cry mit den Ubisoft-Servern hat, zu denen man kaum eine Verbindung bekommt. Dies soll aber mit kommendem Patch ausgebessert werden.

    Die eigens entwickelte Crytek-Engine glänzt mit einer Sichtweite und einer Detailflut wie sie kein aktueller PC-Shooter augenblicklich bieten kann. Jeder noch so entfernte Punkt am Horizont kann erreicht werden und umgekehrt können wir auch vom entferntesten Wachturm aus unters Feuer genommen werden. Der Dschungel und die meist baufälligen Ruinen in denen wir uns bewegen sehen fast schon fotorealistisch aus, ebenso unsere Widersacher und zugehörige Bewegungen. In der deutschen Version wurde bekanntlich das Feature entfernt tote Körper noch bewegen zu können. Weder Projektile noch Schläge mit der Hand können sie aus ihrer Erstarrung erwecken. Dies erzeugt mitunter recht witzige Begebenheiten, denn das sogenannte Rag-Doll Feature, welches Körper möglichst lebensecht fallen und purzeln lässt, wird durch die deutsche Zensierungsmaßnahme mitten in seiner Aufgabe gestört. Fällt zum Beispiel ein Körper von einem Wachturm auf den Boden, bleibt dieser oft in einer recht unnatürlichen Haltung liegen, wie mit dem Hinterteil in der Luft und dem Kopf im Boden. In der unzensierten Version bleiben sie in solche einer Haltung nur selten liegen, da der Boden meist abschüssig ist und sie noch etwas rutschen oder kippen. Nicht so in der zensierten deutschen Version, wo sich die Körper nach dem Sterben nicht mehr bewegen dürfen und so in den lustigsten Positionen erstarren. Spätestens dann, wenn sie im stehen oder sitzen sterben hat das sogar Auswirkungen auf das Gameplay, da man aus der Ferne nur schlecht feststellen kann ob der sitzende Typ noch lebt oder schon tot ist. Hier muss man sich voll auf das Verschwinden der Toten verlassen, dessen Zeit man im Options-Menü einstellen kann.
    Wo viel Licht ist, ist bekanntlich auch viel Schatten. So ist auch Far Cry nicht von kleineren Fehlern verschont geblieben. Diese halten sich aber allesamt im Rahmen und werden wahrscheinlich mit dem kommenden Patch ausgemerzt. Im Detail handelt es sich dabei um aufpoppende Bäume und Büsche wenn man mit der Zieloptik eines Gewehrs oder dem Fernglas zoomt, was mitunter den Effekt erzeugt als würden sie sich im Wind wiegen, sowie hässliche Rahmen um die Unterwassergewächse, die man leider auch über Wasser zu sehen bekommt wenn man auf den Grund blickt. Die Einschusslöcher in den Körpern der niedergestreckten Feinde sind zudem nur aus bestimmten Blickwinkeln zu sehen, so dass sie im vorbeigehen wild Flimmern, als würde jemand den Schalter schnell ein- und ausschalten.

    Die Ladezeiten schwanken recht stark, je nachdem wie groß unser Hauptspeicher ist und wie hoch die Grafikeinstellungen geschraubt wurden. Allerdings geht die Sache beim restarten eines Levels recht flott, da sich in diesem Falle der Rechner viel aus dem Cache zu holen scheint. Wird ein Level aber das erste Mal oder direkt nach dem Programmstart aufgerufen, kann man sich schon noch eine Tasse Kaffee kochen bis das Spiel beginnt.

    Die Soundkulisse fiel ebenso gut aus wie die gezeigte Grafik, spielt viel mit Hintergrundgeräuschen und Tierlauten und setzt die musikalischen Akkorde sehr stimmungsvoll und zur Situation passend ein. Ähnlich wie in den bekannten Schleichspielen verraten uns bestimmte Akkorde, dass wir entdeckt wurden oder die Gefahr vorbei ist. So richtig begeistern aber konnten uns die Waffengeräusche, die einen schon Mal dazu verführen öfter den Abzug zu ziehen als wirklich nötig, so herrlich peitschen die Schüsse durchs Grün.
    Dafür gefiel uns die deutsche Synchronisation weniger, da sie nicht besonders günstig abgemischt wurde. Manchmal hört man die Stimmen der Feinde nur ganz leise, obwohl sie relativ nahe stehen, und umgekehrt vermeint man manchmal, dass einem jemand ins Ohr brüllt, der sich in Wirklichkeit aber ein ganz schönes Stück von einem entfernt befindet. Besonders ungünstig wird dies, wenn man ganz deutlich ein Gespräch belauschen kann aber weit und breit niemanden sieht.
    Auch häuften sich im Laufe des Spiels die Probleme mit der Hintergrundmusik, die immer wieder in einer Schleife hängen zu bleiben scheint. So lange wir uns in einem bestimmten Areal bewegen hören wir immer dieselben zwei Sekunden Musik, die erst durch neue abgelöst wird wenn wir einen bestimmten Punkt überschreiten oder ein Ereignis auslösen. Doch auch für dieses Problem versprach Crytek mit kommendem Patch Verbesserung.

    In diesem Zuge hoffen wir auch, dass Crytek und Ubisoft noch einmal ihre restriktive Startroutine überprüfen, die sich weigert Far Cry zu starten wenn ein virtueller CD-ROM Treiber auf dem PC installiert ist. Dabei genügt es auch nicht diesen zu deaktivieren, er muss komplett entfernt werden. Schließlich gibt es Anwender die aus den verschiedensten Gründen auf solche Helferlein angewiesen sind. Denn zu überprüfen ob sich die Far Cry DVD nicht in einem virtuellen Laufwerk befindet wäre ja in Ordnung, aber generell den Einsatz solcher Tools zu verbieten dürfte manchem Käufer etwas zu weit gehen.

    Far Cry (dt.) (PC)

    Singleplayer
    9 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    10/10
    Sound
    8/10
    Steuerung
    9/10
    Gameplay
    9/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    Unglaublich detaillierte Grafik und Weitsicht
    die intelligentesten Gegner seit es Computerspiele gibt
    sehr mitreißende Singleplayer-Kampagne
    gelungene Waffengeräusche
    die reale Physik
    die klaustrophobische Atmosphäre
    Überempfindlicher Kopierschutz
    noch kleinere Bugs in der Grafik und dem Sound
    der Multiplayer-Mode hätte mehr Spielvarianten und Fahrzeuge vertragen
    diverse technische Probleme beim Online-Gaming
  • Far Cry (dt.)
    Far Cry (dt.)
    Publisher
    Ubisoft
    Developer
    Crytek
    Release
    25.03.2004

    Aktuelle Action-Spiele Releases

    Cover Packshot von I Expect You To Die Release: I Expect You To Die
    Cover Packshot von Watch Dogs 2 Release: Watch Dogs 2 Ubisoft , Ubisoft
    • Es gibt 0 Kommentare zum Artikel

  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 12/2016 PC Games Hardware 01/2017 PC Games MMore 01/2016 play³ 01/2017 Games Aktuell 12/2016 buffed 12/2016 XBG Games 11/2016 N-Zone 12/2016 WideScreen 01/2017 SpieleFilmeTechnik 12/2016
    PC Games 12/2016 PCGH Magazin 01/2017 PC Games MMORE Computec Kiosk On the Run! Birdies Run
article
989756
Far Cry (dt.)
Far Cry (dt.) im Gamezone-Test
Far Cry hat den Thron der Ego-Shooter im Sturm erobert und musste nur im MP-Part Federn lassen.
http://www.gamezone.de/Far-Cry-dt-Spiel-23146/Tests/Far-Cry-dt-im-Gamezone-Test-989756/
25.03.2004
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2007/07/pic8.jpg
tests