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  • Final Fantasy X-2 im Gamezone-Test

    Kein Interesse an PAL-Kunden, Teil 2: Auch der neueste Teil der Serie wurde absolut miserabel umgesetzt.

    Von kurzen Röcken, hektischen Kämpfen und unwichtigen PAL-Kunden
    (Nachtest zur deutschen PAL-Version)

    Zum ersten Mal in der langen Geschichte der Final Fantasy Serie macht Squaresoft eine Ausnahme und spendiert den Fans des zehnten Teils einen direkten Nachfolger, welcher die Geschichte rund um Yuna, Rikku und Tidus weitererzählen soll. Doch das, was eigentlich nur ein Nachfolger sein soll, entpuppt sich beim genaueren Hinsehen als das Final Fantasy, dass am wenigsten mit seinen berühmten Vorgängern gemeinsam hat.

    Die Bedrohung namens Sin ist besiegt worden und es ist endlich wieder Ruhe im Lande Spira eingekehrt. Yuna hat ihren Job als Aeon-Bändigerin an den Nagel gehängt und zieht jetzt im Kreise einiger Al Bheds zusammen mit Rikku und der neu hinzugekommenen Paine durch die Lande auf der Suche nach mystischen Sphären. Diese geheimnisvollen Steine bergen interessante Informationen über die Vergangenheit und Zukunft und Yuna möchte auf diesem Weg Ihren Helden Tidus wiederfinden, welcher seit dem Kampf gegen Sin spurlos verschwunden ist. Natürlich kommt es innerhalb weniger Spielstunden noch dicker und die drei kampferprobten Damen stehen bald einer weltbedrohenden Gefahr namens "Vegnagun" gegenüber.

    Bereits das obligatorisch atemberaubende Introvideo lässt den radikalen Wandel des verwendeten Stils erahnen und schon kurz nach den ersten Spielminuten wird eines klar: Squaresoft hat hier etwas völlig Neues ausprobiert. Nicht nur das sich die zentrale Heldin Yuna nun zur pistolenschwingenden Popstar gewandelt hat, auch alle Dialoge, Animationen und das Aussehen der Protagonisten gleicht nun mehr einer J-Pop Folge von "The Dome" als einem japanischen Rollenspiel. Wo man sich in FFIX noch in einer japanisch angehauchten Welt im Stil von "Herr der Ringe" wiedergefunden hat, könnte FF X-2 wohl eher als eine Mischung aus "Charlie's Angels" und Tecmo's Bikiniparade durchgehen. Klar, dass es reine Geschmackssache ist, ob einem die Helden in einem Rollenspiel so gefallen oder nicht, doch unserer Meinung nach geht durch den verwendeten, sehr popigen und kitschigen Stil viel wichtige Atmosphäre verloren. Wenn man sich so manche Dialoge und Animationen ansieht, möchte man fast meinen, das Spiel sei eher etwas für japanische Schulmädchen, doch die überaus heißen Outfits der drei Protagonistinnen werden sicherlich auch die männlichen Zocker in ihren erotischen Bann ziehen. Squaresoft hat eines auf jeden Fall gelernt: Knappe Hotpants und scharfe Posen sind gut für die Verkaufszahlen.

    Doch nicht nur der Stil des Spiels hat sich stark gewandelt, auch das Kampfsystem hat viele Neuerungen erfahren. Beim Namen des bewährten Kampfsystems "Active Time Battle" sollte diesmal die Betonung auf "Active" liegen, denn so actionreich waren die Kämpfe in der Serie bisher noch nie. Dies liegt daran, dass das Spiel nicht mehr auf Euch wartet, bis Ihr aus verschiedenen Angriffen oder Zaubersprüchen gewählt habt, sondern die Feinde fleißig weiter auf Euch einprügeln, solange Ihr nichts dagegen unternehmt. Somit fällt eine dicke Portion Strategie weg, denn sobald man sich mit den verschiedenen Optionen im Kampfbildschirm auskennt, daddelt man sich sehr hektisch von Kampf zu Kampf und überlegt eher davor und danach als währenddessen. Zwar lässt sich im Optionsmenü das Kampfgeschehen etwas entspannter einstellen, genügend Zeit zum Überlegen wird Euch dadurch aber auch nicht bleiben. Eine absolute Fehlentscheidung seitens der Entwickler, denn was bringt es dem Spieler effektiv, wenn er während eines rundenbasierten Kampfes gezwungen wird möglichst schnell zu handeln ohne auch nur eine Sekunde überlegen zu können. Denn auf dem Kampfbildschirm ist eigentlich eine Menge möglich, die drei Damen definieren ihre Fähigkeiten und Angriffsarten nämlich jetzt durch verschiedene Jobs und deren Arbeitskleidung, welche auch während eines Kampfes gewechselt werden können. Mit einem Tastendruck wird Yuna somit kurzerhand von der weißen Magierin zur Kriegerin oder Diebin gemacht - und das auch noch ohne dafür eine Runde aussetzen zu müssen! Die zahlreichen Feinde können somit jederzeit mit den richtigen Waffen beackert werden und es besteht jederzeit die Möglichkeit mit den verschiedensten Attacken zu experimentieren bis man die richtige Strategie gefunden hat. Alle Kostümwechsel sind selbstverständlich von einer mehr als schönen Sequenz begleitet an der man sich kaum sattsehen kann. Doch früher oder später wird das der Fall sein und spätestens dann muss man die Sequenzen im Optionsmenü abschalten. Besser wäre ein optionales Überspringen per Knopfdruck gewesen, aber was soll's.

    Schön, dass wenigstens das nervige Sphärobrett des Vorgängers durch die wesentlich übersichtlicheren und frei konfigurierbaren "Garment Grids" ersetzt worden ist und die zahlreichen Fähigkeiten der Heldentruppe sich nun durch ihre verschiedenen Kostüme definieren. Auf dem "Garment Grid" könnt Ihr Eure bevorzugten Kostüme anordnen und somit erst im Kampf verfügbar machen. Der Trick dabei ist, dass zwischen den Kostümen verschiedene Symbole zur Verbesserung Eurer Fähigkeiten versteckt sind. Wenn Ihr dann im Laufe eines Kampfes den Kostümwechsel in der passenden Reihenfolge macht, wird beispielsweise die Angriffstärke temporär gesteigert. Um den Spaß mit den "Garment Grids" auf die Spitze zu treiben, haben sich die Entwickler die "Special Dresspheres" einfallen lassen. Diese Kostüme stehen erst zur Wahl, wenn Ihr alle anderen Kostüme bereits einmal im Kampf verwendet habt. Sobald eine der Schönheiten in ihr Spezialkostüm schlüpft, haben die anderen beiden Sendepause und Ihr könnt die Gegner mit einer Vielzahl besonders starker Angriffe beackern. Somit ersetzen die "Special Dresspheres" die aus dem Vorgänger bekannten Aeons, bezaubern aber weiterhin mit sensationellen, grafischen Effekten.

    Jedes Kostüm birgt übrigens verschiedene Abilities, welche im Kampf ganz automatisch erlernt werden. Ihr habt im Menü allerdings jederzeit die Möglichkeit selbst zu bestimmen, welche Eigenschaft als nächstes gelernt werden soll. Somit erweitern sich Eure spielerischen Möglichkeiten von Kampf zu Kampf und bis man alle Fähigkeiten für nur ein einziges Kostüm gelernt hat, vergeht schon eine längere Zeit. Es wurde also einiges vereinfacht, dennoch ist es im Kampf selbst nicht immer ganz schlüssig, warum ein bestimmter Angriff nun mehr Schaden als der andere verursacht und stellenweise hat man sogar das Gefühl als ob das Spiel einfach nach Lust und Laune mit den erzielten Trefferpunkten haushalten würde. Auch der Schwierigkeitsgrad der auftretenden Gegner schwankt sehr stark: An Stellen wo sonst nur leichte Monsterkost anzutreffen ist, stößt man urplötzlich auf fast unbesiegbare Kolosse, welche schnell die ganze Heldentruppe ins Grab befördern. Hier wüscht man sich schnell das gute alte Spielprinzip mit verschiedenen Waffen, Rüstungen und Gegenden herbei, denn damals wusste man wenigstens ganz genau wie viel Schaden man verursacht und wo sich die besonders bösartigen Monstersorten aufhalten. Glücklicherweise findet man im FF X-2 relativ schnell ein magisches Armband, welches alle Zufallskämpfe ausschaltet. Dies ist zwar enorm praktisch, bringt Euch aber logischerweise kaum noch Erfahrungspunkte.

    Und noch ein wichtiger Punkt, welcher das klassische Spielprinzip der Serie an den Nagel hängt: Der Verlauf der Story wird nun nicht mehr durch eine lange Reise kreuz und quer über die Spielwelt zusammengehalten, sondern jede einzelne Mission wird nun direkt auf einem Übersichtsbildschirm angewählt. Ich könnt sogar alle Orte gleich von Anfang an besuchen und Euch somit einen eigenen Lösungsweg zusammenstellen. Selbstverständlich gibt Euch das Spiel Hinweise, wo es als nächstes mit der Story weitergehen wird, doch jeder Ort birgt auch ohne wichtige Storymission einige Minigames oder andere interessante Dinge. Wer wirklich in jedem der fünf Hauptkapitel des Spiels jeden einzelnen Ort besucht, braucht mindestens 30 Stunden um den Titel durchzuspielen. Wer allerdings ohne jeden Umweg der Story folgt, dürfte bereits nach 12 Stunden den Abspann über den Bildschirm flimmern sehen. Dies will man natürlich nicht und zu diesem Zweck gibt es glücklicherweise genügend Minigames und zahlreiche Geheimnisse die nicht direkt mit der zentralen Story zusammenhängen. Dennoch könnte man die neue, missionsbasierte Struktur des Spiels auch auf die Faulheit der Entwickler zurückführen, schließlich ist es viel einfacher den Spieler direkt zum Ort des Geschehens zu schicken, als ihn über weit verzweigte Wege langsam dort hinzuführen. Nicht zu letzt leidet unter diesem Punkt auch ein wenig die Atmosphäre und so richtig fesselnd wird das Spiel leider nur selten.

    Die Grafik ist wie bei fast jedem Final Fantasy überragend gut und holt wirklich das Letzte aus der guten alten PS2 heraus. Besonders beim Charakterdesign der drei Protagonistinnen hat man sich noch einmal ordentlich ins Zeug gelegt: Die Mädels und ihre verschiedenen Kostüme sind wirklich eine Meisterleistung, wie man sie nur von Square erwarten kann. Besonders die vielen verschiedenen Emotionen werden in den detaillierten Gesichtern nur allzu schön dargestellt und selbstverständlich wird in den Kämpfen ein regelrechtes Grafikfeuerwerk abgebrannt. Wer den Vorgänger gespielt hat - und wer hat das nicht - weiß ganz genau was ihn erwartet, denn die Entwickler haben es sich ziemlich leicht gemacht und fast alle Orte und deren Optik aus dem Vorgänger 1:1 übernommen. Nicht gerade sonderlich Innovativ, genau wie manche Gesichter der eher weniger wichtigen Nebencharaktere. Hier wurde wie schon im Vorgänger auf getrennte Animation der Augen verzichtet und deshalb fallen diese Figuren auch etwas negativ aus dem Rahmen. Dennoch ist die Grafik des Spiel immer noch eine Wucht - ganz zu schweigen von den sensationellen Rendersequenzen. Musikalisch ist besonders das Titellied ein echter Ohrenschmaus, im Spiel selbst schwankt die Qualität der Titel stark, manche sind einfach viel zu kitschig und wollen so gar nicht in die mystische Welt von Final Fantasy passen - aber diese seltsame Eigenschaft hat bei diesem Teil der Serie ja leider nicht nur der Sound.

    Wichtiger Hinweis zur PAL-Version!
    Lasst Euch nicht von unseren US-Screenshots täuschen! Nach ausführlichem Test können wir Euch bestätigen, dass die PAL-Version von Final Fantasy X-2 genauso furchtbar aussieht wie der Vorgängertitel! Oben und unten auf dem Bildschirm prangern 4cm dicke PAL-Balken die Unfähigkeit des Lokalisierungs-Teams an. Man hat zwar diesmal die stark gequetschten Gesichter der Figuren etwas mindern können, der Rest ist aber leider immer noch so eine technische Frechheit wie beim Vorgänger. Ein 60Hz-Modus fehlt komplett, nur der Bildschirm kann jetzt wenigstens justiert werden, was es ermöglicht, den dicken zusätzlichen Balken auf der rechten Seite zu kaschieren. Zudem sind auch die unfreiwillig komischen Übersetzungspannen wieder mit dabei, auch wenn man sich diesmal etwas mehr Mühe gegeben hat. Unsere Wertung für die technisch einwandfreie US-Version lag bei 8,4 von 10 Punkten, die deutsche Version wird aufgrund dieser frechen "Wiederholungstat" in Sachen PAL-Anpassung jetzt gnadenlos auf 7,8 von 10 Punkten abgewertet.

    Final Fantasy 10-2 (PS2)

    Singleplayer
    7,8 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    9/10
    Sound
    8/10
    Steuerung
    8/10
    Gameplay
    8/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    wunderschöne Charakterdesigns
    bombastische Grafik
    durchdachtes Ability-System
    verschiedene Enden
    Spielzeit kann je nach Spielweise sehr lang sein
    kein 60Hz Modus
    riesige PAL-Balken
    wenig Atmosphäre
    zu hektisches Kampfsystem
    lieblose Missionsstruktur
    extrem kindischer Girlie-Look
    nur noch wenig Gemeinsamkeiten mit den Vorgängern
  • Final Fantasy 10-2
    Final Fantasy 10-2
    Publisher
    Electronic Arts
    Developer
    Square Enix
    Release
    18.02.2004

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Final Fantasy 10-2
Final Fantasy X-2 im Gamezone-Test
Kein Interesse an PAL-Kunden, Teil 2: Auch der neueste Teil der Serie wurde absolut miserabel umgesetzt.
http://www.gamezone.de/Final-Fantasy-10-2-Spiel-101/Tests/Final-Fantasy-X-2-im-Gamezone-Test-989707/
18.02.2004
http://www.gamezone.de/screenshots/medium/2004/01/FFX02_02.jpg
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