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  • Final Fantasy XII: Zu westlich? - Leser-Test von Eliholz

    Genre: Rollenspiel - Fantasy, Politik

    Handlung: 80%
    Final Fantasy XII beschreibt das Thema Krieg. Das Königreich Dalmasca liegt zwischen zwei sich bekriegenden Reichen und fällt dem Imperium Arcadia in die Hände. Viele Menschen verlieren dadurch ihre Familie, nicht nur König und Kronprinz sterben, auch die Eltern eines der Protagonisten. Besetzt durch das Imperium kämpft sich Vaan zusammen mit Penelo durch das Leben, indem er das Handwerk eines Diebes ausübt, mit dessen Beute er so die unterdrückte Bevölkerung unterstützt. Genau dies soll ihn und Penelo irgendwann in das Gewebe dieses Krieges einspinnen...
    Die Handlung bringt einige interessante Wendungen hervor und setzt sich hervorragend mit dem Thema Krieg auseinander, indem man auch auf die ganzen politischen Intrigen eingeht. Das macht es spannend, den Verlauf des Krieges zu verfolgen, man fragt sich warum das Ganze passieren musste.
    Außerdem stellt man die Reaktionen der Masse in den Vordergrund und wie die unterschiedlichen Völker zu den Gegebenheiten stehen. Was hat der Krieg für Auswirkungen auf diese? Wie gehen sie damit um? Was tun sie? Inwiefern tragen sie Mitschuld? Hier wird auf vieles eingegangen, wird allerdings nicht so ausführlich behandelt wie das gesamte politische Geflecht, in dem das Volk natürlich auch eine tragende Rolle spielt. Dennoch finde ich, dass man auch hier hätte noch genauer darauf eingehen können.
    Im Allgemeinen tauchen hier für Final Fantasy Verhältnisse relativ wenig Zwischensequenzen auf. Vor allem die Charaktere scheinen darunter zu leiden. So oberflächlich waren die Charaktere seit Final Fantasy II nicht mehr. Jeder der Charaktere hat sein Ereignis aus der Vergangenheit, das ihn prägt und sie machen kaum eine Entwicklung durch. Man kann nie so richtig mit ihnen mitfühlen, da man aufgrund fehlender Entwicklung auch nicht mit ihnen wachsen kann. Nicht mal viel Sympathie ist ihnen abzugewinnen. Es ist nicht so, dass kein Potenzial da ist, alle haben ihre Basis, allerdings fängt es schon damit an, dass die Charaktere untereinander kaum Beziehungen zueinander aufbauen, alles wird nur angeschnitten und halbherzig umgesetzt. Dabei waren die Charaktere immer die Stärke eines Final Fantasy Plots.

    Spielerfahrung: 65%
    In Final Fantasy XII macht man im Grunde genommen genau das, was für Rollenspiele üblich ist: man bezwingt immer stärker werdende Gegner, erhält neue Gegenstände, sammelt Erfahrung und steigt Level. Doch wie jeder Serienableger hat auch der zwölfte seine Besonderheit. Denn Fähigkeiten lernt man nicht mit dem Erreichen eines bestimmten Levels, denn für alles was ein Charakter benutzen oder ausrüsten will, gilt es die entsprechende Lizenz auf dem Lizenzbrett zu erwerben. Dies kann man mithilfe der Lizenzpunkte vollbringen, die man nach Kämpfen erhält.
    Zudem findet das Gambit-System hier seinen Einzug, welches dem Spieler erlaubt, die Aktionen seiner zwei Mitstreiter zu bestimmen, denn das neue Kampfsystem verläuft fast in Echtzeit und ähnelt dabei verblüffend Online-Rollenspielen, denn man kann sich während der Kämpfe frei bewegen und es wechselt auch nicht in einen gesonderten Bildschirm. Dennoch bleiben die klassischen Menüs, sortiert nach Angriff, Zauber und Gegenstände, erhalten, Angriffe brauchen, je nachdem was ausgewählt wird, unterschiedlich viel Zeit bis sie ausgeführt werden, worauf ein Balken hinweist. Im Gambit-System bestimmt man mithilfe einer Prioritätsreihenfolge individuell die Handlungsweisen der einzelnen Charaktere, und war nach folgendem Prinzip: Ziel, z.B. Verbündeter, Bedingung, z.B. weniger als 70% der HP, und Aktion, z.B. Heilen.
    Das Problem an diesem Kampfsystem ist, dass man dadurch keine vollständige Kontrolle über die Party hat und diese bei sinnvoll kombinierten Gambits auch gar nicht benötigt. Das ist auch alles von den Programmieren so gewollt und hat durchaus seinen Reiz, allerdings fühlen sich die Kämpfe nach einiger Zeit ziemlich langweilig an, da sich das Ganze meist komplett von alleine regelt. Klar, man kann das mit den Gambits auch lassen und alle Charaktere selbst kontrollieren, allerdings muss man dann ständig zwischen den Partymitgliedern manuell hin und her wechseln und das gestaltet sich als etwas umständlich und ist dadurch nicht gerade motivierend. Immerhin spielt bei einigen Bosskämpfen die Positionierung eine wichtige Rolle. Sollte der Gegner flächendeckende Angriffe verwenden, kann man die Party verteilen. Dies verleiht dem ganzen eine nette strategische Komponente, die man aber öfter hätte ausnutzen können.
    Nebenbei bekommt man mit fortschreitender Handlung die Möglichkeit Esper zu rufen, die dann gemeinsam mit denjenigen, der sie gerufen hat gegen den Feind kämpft und den Beschwörer auch unterstützt(der Rest der Party setzt für diese Zeitspanne aus). Die direkte Steuerung der Esper ist allerdings nicht möglich.
    Auch verfügt jeder der Charaktere über Mysth-Teks, welche zudem mit denen anderer Charaktere durch Tastenkombinationen kombinierbar sind.
    Als weiteres Problem stellen sich einige Zauber heraus, die oft einen sehr geringen Nutzen aufweisen. So erhöht sich die Verteidigung bei Protes nur geringfügig, während es in früheren Teilen die Verdopplung dieser bedeutete. Außerdem halten diese Zauber auch nur viel zu kurz an, wodurch der Nutzen arg in Frage gestellt wird.
    Aber nicht nur das Kampfsystem an sich weist Schwächen auf, sondern auch die Gegner. Klar, sie haben ihre Stärken und Schwächen sowie unterschiedliche Zauber, so richtige Besonderheiten haben sie aber nicht. Animationstechnisch sind sie auch nicht so in Szene gesetzt wie in alten Teilen, was auch an dem von Online-Rollenspielen inspirierten Echtzeitkampfsystem liegt, welches den Kämpfen auch einiges an Dynamik nimmt. Die Party sowie die Monster sehen aus als hätten sie kein Bock auf das Gekämpfe, als machten sie nur was ihnen befohlen bzw. einprogrammiert wurde und mehr steckt nicht dahinter. Wirklich! In der NES-Ära waren die Kämpfe besser inszeniert.
    Als wäre das noch nicht genug, kommen die Monster häufig auch nur einzeln vor. Klar kann man andere dazu locken. Ich will aber nicht, dass ich selbst spannende Kämpfe herbeirufen muss, ich will , dass ich vom Spiel in Bedrängnis gerückt werde, das Spiel soll mir Herausforderungen stellen, nicht ich mir selbst!
    Ein weiteres Problem gesellt sich dann noch nach ungefähr der Hälfte des Spiels zu: Abwechslung. Hat man in der ersten Hälfte noch allerlei verschiedene Aufgaben zu bewältigen, so muss man in der zweiten ausschließlich Monster bezwingen, um den Spielverlauf voranzutreiben. Auch fällt die Umgebungsdesignqualität extrem herab. Statt abwechslungsreich gestalteter Landschaften und verschiedener Wege läuft man fast nur noch auf eintönigen weitläufigen Arealen, in denen sich ab und an mal ein Baum oder ein Monster befindet, viel mehr ist da wirklich nicht. Ewig läuft man und läuft und läuft und bekommt nahezu kaum eine Zwischensequenz zu sehen, die zumindest für etwas Abwechslung hätte sorgen können.
    So etwas wie Minispiele wird man in Final Fantasy XII vergebens suchen, lediglich eins zwei kleine Spielchen gibt es hier, die wahrlich nicht spektakulär sind und auch nicht über die grundlegende Spielmechanik hinausgehen. Die einzigen Zusatzaufgaben bestehen einmal aus der Jagd nach den sogenannten Mobs, was nichts weiter als ein besonderes Monster ist, für dessen Erlegung du eine Belohnung bekommst. Außerdem scheint auf einige nicht ganz so besondere Monster ein Kopfgeld ausgelegt zu sein. Mal abgesehen davon, dass es nichts weiter als Monsterschlächtern ist - was ja grundsätzlich nicht verkehrt ist -, hat es neben dem wenig spaßigen Kampfsystem auch das Problem, dass die Hinweise auf die Mobs teilweise extrem vage sind, z.B. neben "irgendwo in Ivalice" so etwas wie "irgendwo in einem bestimmten Gebiet und auch nur bei Regen". Das macht es teilweise extrem ermüdend, die Monster überhaupt erst zu finden und einfach alle Mobaufträge annehmen geht auch nicht, da die Anzahl arg begrenzt ist.
    Insgesamt kann also die erste Hälfte des Spiels das schwache Kampfsystem durch Designstärken wettmachen, in der zweiten Hälfte werden diese allerdings durch Designschwächen ersetzt, was vermutlich an dem Wechsel des Entwicklungschefs liegt, der mitten in der Entwicklung des Spiels stattgefunden hat. Versteht mich nicht falsch, Final Fantasy XII macht durchaus einiges richtig, geht spielerisch allerdings in eine viel zu westliche Richtung mit seinem Kampfsystem und scheitert dabei durch die späteren Designschwächen.

    Audiovisuelles Erlebnis: 86%
    Final Fantasy XII holt grafisch noch mal alles heraus, was in der Play Station 2 steckt. Fabelhafte Animationen, wunderbar detaillierte Charaktere, atemberaubend lebendige Städte, einige wunderschöne Landschaften, wenn auch einige etwas karge in oben genannten zweiten Hälfte. Es macht einen Heidenspaß sich die leider viel zu rar gesäten Zwischensequenzen anzuschauen sowie Mimik, Gestik und Choreographie zu beobachten. Wahrlich phänomenal, schade nur das designtechnisch später etwas schief gegangen ist.
    Zum Soundtrack kann ich nur sagen, dass er im allgemeinen sehr gut zur jeweiligen Situation passt und sie angemessen unterstreicht, nicht aber hervorhebt, denn dafür bleibt sie viel zu sehr im Hintergrund. Eigentlich eine Unverschämtheit, den klassischen Final Fantasy Stücken die Melodie zu nehmen, das regt gar nicht mehr zum Mitsummen an.
    Die Soundeffekte wirken alle in Harmonie mit der Fantasiewelt Ivalice, können aber in den Kämpfen nicht so in Vorschein treten, weil diese im Allgemeinen auch nicht großartig in Szene gesetzt sind. Nichtsdestotrotz ist das audiovisuelle Erlebnis hervorragend gelungen.

    Fazit: 70%
    Zusammenfassend scheitert Final Fantasy XII in meinen Augen daran, dass es die falsche Richtung eingeschlagen hat. Wo sind die Minispiele hin? Wo sind die tiefgründigen Hauptcharaktere? Wo ist das anspruchsvolle Kampfsystem hin? Wieso muss es ein Echtzeitkampfsystem sein? Um es dem Westen leichter zugänglich zu machen? Wo ist das abwechslungsreiche Spieldesign geblieben?
    Wieso ist es "nur" ein Rollenspiel und nicht mehr? Wieso zum Teufel hat man all das geändert? Warum einige dies als einen Schritt in die richtige Richtung sehen, kann und will ich nicht verstehen, denn das ganze spielt sich träge und unspektakulär, es gibt nicht sonderlich viele Geheimnisse und keine sympathischen Hauptfiguren. Auch wenn die Handlung sehr interessant ist, es dem Kampfsystem auch nicht gänzlich an Reiz fehlt und es auch einigermaßen spaßig ist, so reicht es für dieses Final Fantasy bei weitem nicht zum Hit. Zu viel experimentiert und es fehlt schlussendlich die Liebe...

    Negative Aspekte:
    wenig anspruchsvolles undynamisches Kampfsystem, Designschwächen in der zweiten Hälfte, Charaktere, fehlende Abwechslung, keine erwähnenswerten Minispiele, zu wenige Zwischensequenzen

    Positive Aspekte:
    Politische Aspekte des Krieges in der Handlung, Lizenzbrett, Gambits einrichten

    Infos zur Spielzeit:
    Eliholz hat sich 20-100 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

    Final Fantasy XII

    Spielspaß
    Gesamtwertung
    Wertung von: Eliholz
    7.7
    Multiplayer
    -
    Grafik
    9/10
    Steuerung
    7/10
    Sound
    8/10
    Gameplay
    7/10
    GameZone
    Spielspaß-Wertung
    9.3/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
  • Final Fantasy 12
    Final Fantasy 12
    Publisher
    Square Enix
    Developer
    Square Enix
    Release
    21.02.2007

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10.10.2010
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