Nachdem der unmittelbare Vorgänger die Meinungen spaltete, hat der neue Sprößling der Final Fantasy Reihe einen denkbar schweren Stand. Große Versprechungen wurden gemacht, Verbesserungen angekündigt und letztendlich ein Schritt in eine ganz neue Richtung getan. Ob sich der Nachfolger im Angesicht jener Versprechungen behaupten kann? Wir werden es sehen:
Story und Charaktere:
Die Geschichte beginnt ca. 3 Jahre nach dem ersten Teil.
Zwar begegnen wir anfangs der guten alten Lightning, doch im Rahmen der Haupthandlung wurde ihr von ihrer Schwester Serah längst der Rang abgelaufen. Diese reist an der Seite des mysteriösen Noel durch die Zeit, um einem Hilferuf ihrer großen Schwester aus dem fernen Walhalla zu folgen.
Lightning gilt nämlich seit dem Ende des ersten Teils als vermisst. Lediglich Serah glaubt noch daran, dass sie irgendwo zu finden ist. Und eine Nachricht von Lightning lässt nicht lange auf sich warten...
Unterwegs treffen die beiden Reisenden nicht nur auf alte Bekannte, wie z.B. Snow und Hope, sondern auch auf den neuen Antagonisten Caius und seine Begleiterin, die Zeitenseherin Jul.
Gemeinsam versuchen Serah und Noel (mit der Unterstützung des quirligen Mog) zahlreiche Zeit-Paradoxa zu lösen, um so letztendlich den Weg zu Lightning zu finden und zu verhindern, dass der kristallisierte Planet Cocoon letztendlich doch noch fällt und die Welt ins Chaos reißt.
Gameplay:
Tatsächlich haben die Producer an dieser Stelle eines ihrer wichtigsten Versprechen gehalten: Es gibt deutlich mehr Handlungsmöglichkeiten als noch im Vorgänger. Dem Spieler ist es nun jederzeit möglich, in die sogenannte Chronosphäre zu wechseln, die eine Übersicht über alle bereits freigeschalteten Orte und Zeiten gibt und diese nach Belieben zu bereisen. Natürlich gibt es auch an jedem Ort immer ordentlich was zu tun! Die Nebenquests umfassen nun mehr als nur stumpfes Monsterjagen. Man kann verschiedene Rätsel lösen, optionale Gebiete freischalten und erkunden oder sein hart verdientes Geld im Casino Serendipity verprassen (das Chocobo-Rennen meldet sich zurück!).
Zwar ist die Haupthandlung relativ schnell durchgespielt, aber die Fülle an Nebenaufgaben kann einen nochmal mindestens doppelt solange beschäftigen, eher noch länger wenn man es darauf anlegt, das Spiel zu 100% durchzuspielen.
Doch wo Licht ist, muss es natürlich auch Schatten geben. Die angekündigten Verbesserungen am Kampfsystem sind kaum spürbar. Noch immer kann man die meisten Kämpfe durch regelmäßiges drücken der A-Taste zu Ende bringen. Lediglich die kurzen "Action"-Sequenzen am Ende größerer Bosskämpfe sind neu. Natürlich nicht gänzlich neu. Aktions-Momente wie diese kennen wir bereits aus spielen wie Bayonetta und co., trotzdem sind sie eine nette Ergänzung.
Auch die 6 Kampfrollen wurden beibehalten. Diese können nun einzeln im Kristarium bis lvl 99 hochgezogen werden. Es gibt also Ausbildungs-technisch einiges zu tun.
Doch das ist noch nicht alles: Wenn man sämtliche DLCs außer Acht lässt, reduziert sich die Größe der Gruppe auf zwei Personen, nämlich Serah und Noel. Allerdings können sie sich im Kampf von diversen Monstern unterstützen lassen. Ja, ihr könnt von nahezu allen Monstern, denen ihr begegnet einen sogenannten Monsterkristall ergattern. Somit hab ihr sie quasi wie Pokemon "gefangen" und könnt sie ebenfalls mit Hilfe gefundener Monsterkomponenten hochleveln und im Kampf einsetzen.
Da es nun keine durch die Story vorgegebene Beschränkung im Kristarium mehr gibt, sind auch die Bosskämpfe um einiges leichter zu bewältigen als in FFXIII. Und der Vorteil: Falls es doch mal irgendwo ein Problem gibt, kann man an einem beliebigen Ort ein paar Level aufsteigen und nebenbei noch die ein oder andere Nebenaufgabe erledigen.
Wenn ihr die Handlung eines bestimmten Ortes nochmal spielen möchtet, könnt ihr sogar dies mit Hilfe bestimmter Artefakte tun. Dabei lassen sich in seltenen Fällen sogar zusätzliche Enden freischalten.
Eine weitere Hilfe ist der kleine Mog, der euch beim Aufspüren von Schätzen hilft und der durch einen gezielten Wurf sogar an Orte gelangt, die für Serah und Noel unerreichbar sind.
Grafik und Sound:
Wie bereits beim Vorgänger gibt es bei der Grafik so gut wie nichts auszusetzen. Es treten keinerlei Tearings oder sonstige unerwünschte Effekte aus. Der Ladebildschirm braucht zwar seine Zeit, aber dafür wird das jeweilige Gebiet auch gleich komplett geladen, sodass keine weiteren Wartezeiten entstehen.
Der Soundtrack wird überraschenderweise nicht allein von Orchester-Stücken dominiert, sondern bietet eine recht bunte Mischung. Einige nicht ganz ernst gemeinte, "metallisch" anmutende Kampfthemen finden sich darauf ebenso wie melancholische Vocals und natürlich die obligatorischen epischen Orchester- und Choral-Arrangements. Auch einige Stücke aus dem Vorgänger wurden hier recycled, wie z.B. das Oerba-Thema "Dust to dust" oder das fröhlich stimmende Musikstück aus dem Sunleth-Auenwald, die zum Teil aber an anderen Stellen eingesetzt wurden.
Sicherlich wird der ein oder andere angesichts der manchmal schon poppig anmutenden musikalischen Untermalung zurückschrecken, aber wie immer ist der Sound natürlich Geschmackssache.
Fazit:
FXIII-2 bietet dem Spieler zahlreiche Möglichkeiten sich auszutoben. Es gibt so viele Nebenaufgaben, dass man manchmal gar nicht weiß, wo man anfangen soll und wer darauf keine Lust hat, der kann auch einfach nur die Haupthandlung spielen, denn auch die weiß zu begeistern. Ins Gesamt ist dieser Teil für den Spieler etwas greifbarer, da er sich nicht so oft in seinem eigenen Fachterminus verrennt wie sein Vorgänger. Die Sache mit den Zeitparadoxa ist zwar nicht immer zufriedenstellend aufgelöst und zuweilen sucht man vergeblich nach der Logik in dem ein oder anderen Handlungsstrang, aber im großen und ganzen kommt am Ende ein Stimmiges Bild dabei heraus. Einziges großes Manko ist das noch immer recht lahme Kampfsystem und vielleicht noch der Mangel an spielbaren Protagonisten (was sich durch die zahlreichen kommenden DLCs wohl lösen wird ... aber eben auch nur dadurch).
Obwohl es nur ein Nachfolger ist, muss sich das Spiel ins Gesamt nicht hinter "den Großen" verstecken. Ohne Vorwissen aus dem ersten Teil ist es allerdings nicht zu empfehlen.
Negative Aspekte:
Eintöniges Kampfsystem, viel Content wird nur durch kostenpflichtige DLCs spielbar sein
Positive Aspekte:
Viel Handlungsfreiheit, Interessantes Zeitreisesystem, Monsterzucht, schöne Charaktergestaltung
Infos zur Spielzeit:
Forte hat sich 20-100 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.






