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Final Fantasy 13 (X360)

Release:
25.02.2011
Genre:
Rollenspiel
Publisher:
Square Enix

Final Fantasy 13: Terra Incognita - Leser-Test von Forte

18.02.2012 17:36 Uhr
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Neu
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Spätestens seit seinem siebten Ableger ist das Final Fantasy-Franchise aus dem RPG-Genre nicht mehr wegzudenken. Stets waren die Producer bemüht, neben Grafik und Sound auch ihr Gameplay zu verbessern. Die zahlreichen Ausbildungssysteme, die sie dabei entwickelten, hatten stets ihren ganz eigenen Reiz. Doch kommen irgendwann nicht auch die besten Producer an ihre kreativen Grenzen? Kann das lang erwartete Final Fantasy XIII seinen Vorgängern tatsächlich noch das Wasser reichen?

Story:
Bereits im zwölften Teil war zu beobachten, dass die Macher ihr Prinzip des "festen männlichen Protagonisten" langsam auflösten. Dies setzt sich auch im Nachfolger fort. Wir folgen der Geschichte von Lightning, einer von falschen Göttern (den sogenannten FalCie) gebrandmarkten jungen Frau und ihren Begleitern. Wenn sie ihre von dem Mal auferlegte Aufgabe nicht erfüllen, verwandeln sie sich in zombieartige Monster. So irren sie (vom ihnen feindlich gesinnten Sanktum verfolgt) durch die Welt, auf der Suche nach einem Weg, den Fluch zu brechen und Lightnings zu Kristall erstarrte Schwester Serah wieder zum Leben zu erwecken.
Die Charaktere wirken weniger farblos als noch im Vorgänger und handeln nachvollziehbarer als in dem Genre üblich. So hat man nicht das Gefühl, die Gruppe wäre schon nach 5 Minuten zu besten Freunden geworden, stattdessen wahren sie die meiste Zeit einen (für Fremde) angemessenen Abstand zueinander. Durch die Abwesenheit von Serah wird auch die kitschige Liebesgeschichte eher in den Hintergrund gestellt. Ob dies nun gut oder schlecht zu bewerten ist, ist wohl Geschmackssache.

Gameplay:
Hier weist das Spiel leider seine größten Schwachstellen auf. Die Handlungsmöglichkeiten des Spielers beschränken sich bis kurz vor dem Ende auf ein Minimum. Die einzelnen Kapitel sind komplett linear und sogar die Charakteraufwertungen im Kristarium werden erst nach und nach freigeschaltet, sodass es unmöglich ist, einen Gegner zu überleveln. Auch die Nebenaufgaben, die im späteren Verlauf verfügbar sind, setzen eher nicht auf Qualität. Es gibt lediglich ein paar Monsterjäger-Quests, bei denen es heißt "Geh dorthin, töte das und das...", also nichts, was man nicht schon gesehen hätte.
Ebenso linear wie die Story ist auch das Ausbildungssystem. Im eben bereits erwähnten Kristarium könnt ihr eure Kristallpunkte (die ihr am Ende jedes Kampfes bekommt) gegen Wertesteigerungen eintauschen. Anders als beim Sphärobrett aus FFX habt ihr hier aber nicht die Möglichkeit, andere Pfade einzuschlagen und euren Charakter individuell auszubilden. Der Ausbildungspfad jedes Kristariums ist weitgehend vorgegeben.
Das Kampfsystem setzt eher auf Taktik als auf Stärke (da es ja ohnehin nicht möglich ist weiter zu leveln als es der momentane Stand der Geschichte erlaubt). Es gibt 6 verschiedene Rollen im Kampf, die taktisch klug kombiniert werden müssen. Die 6 Rollen sind jedoch nicht unbedingt Charakterspezifisch, sondern es ist jedem Charakter möglich alle 6 Rollen zu meistern.
Ein weiterer Nachteil im Kampf ist die Tatsache, dass beim Auswählen von "Angriff" die angewandten Fertigkeiten von der KI ausgewählt werden. Wenn man es also nicht unbedingt darauf anlegt, jede einzelne Fertigkeit immer manuell auszuwählen, läuft man schnell Gefahr, bei jedem Kampf nur noch wahllos "A" zu drücken, was dem Spielspass doch recht abträglich ist.

Schwierigkeitsgrad:
Auch hier kann das Spiel leider nicht punkten. Die normalen "Feld"-Gegner sind zwar meistens kein Problem, aber bei Bossgegnern sieht das mitunter schon anders aus. Gegen eine angemessene spielerische Herausforderung ist zwar nichts einzuwenden, aber der Schwierigkeitsgrad der Bossgegner ist zuweilen unverschämt. Da man keine Möglichkeit hat, das vorgegebene Level zu überschreiten und da man auch mit taktischem Vorgehen nicht jedem Gegner ein Schnippchen schlagen kann, ist ein Sieg manchmal reine Glückssache... und dementsprechend schnell reißt auch der Geduldsfaden.

Grafik und Sound:
Was FFXIII beim Gameplay vermasselt hat, das holt es aber durch seine unschlagbar dichte Atmosphäre wieder raus. Besonders in den Gebieten vom verwilderten Gran Pulse setzt der Grafikriese die Messlatte hoch an. In Kombination mit der teils orchestralen Untermalung entwickelt jedes Gebiet, vom endlosen Grasland bis hin zur verlassenen Ruinenstadt, seinen eigenen Reiz.
Ein weiterer Pluspunkt ist auch die Tatsache, dass es nun keine Zufallskämpfe mehr gibt, sondern dass die Gegner frei und sichtbar herumlaufen. Ob das Gameplay-technisch ansprechend ist, ist eine andere Frage, aber rein optisch ist es besonders in Gebieten á la Achylte-Steppe, wo sich Riesen wie der Long Gui tummeln, ein wahrer Augenschmaus.

Fazit:
SquareEnix begibt sich mit dem neuen Final Fantasy auf gewagtes Terrain. Die linearen Schlauchlevel und die geringe Handlungsfreiheit mögen sicherlich den ein oder anderen Spieler abschrecken. Auch das Kampfsystem hat durchaus seine Ecken und Kanten, die sich auch nach längerem Spielen nicht "weggucken". Punkten kann das Spiel dafür aber mit seiner Bildgewalt und seinen schön in Szene gesetzten Charakteren. Für RPG-Einsteiger mag dieses Werk eher ungeeignet sein (ihnen würde ich empfehlen mit einem der Vorgänger anzufangen), aber für langjährige Fans der Serie ist es allemal eine kleine Investition wert.

Negative Aspekte:
Eintöniges Kampfsystem, hoher Schwierigkeitsgrad, ins Gesamt zu linear

Positive Aspekte:
Einzigartige Atmosphäre, schöne Grafik, gute Charaktergestaltung, nette Story

Infos zur Spielzeit:
Forte hat sich 20-100 Stunden mit diesem Spiel beschäftigt.

Spielspaß Singleplayer

Wertung von:
Forte

8.0
Gamezone
Spielspaß-Wertung
9/10
Spielspaß Multiplayer
-
Grafik
10/10
Steuerung
7/10
Sound
10/10
Gameplay
5/10
Neuer Benutzer
Moderation
18.02.2012 17:36 Uhr
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