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  • Final Fantasy Crystal Chronicles im Gamezone-Test

    Der große Schwerpunkt in Sachen Multiplayer beschert den Einzelspielern leider diverse Probleme.

    Neues Spielprinzip, neue Plattform, neue Probleme

    Lange hat es gedauert, bis Squaresoft endlich wieder auf einem System von Nintendo ein Gastspiel feiert. Jetzt kehrt nicht nur die japanische Traditionsschmiede, sondern auch deren bekannteste Serie, Final Fantasy, auf den Gamecube zurück. Lest in unserem Test, ob Crystal Chronicles wirklich ein würdiger Teil des beliebten Rollenspiels ist.

    Crystal Chronicles entführt Euch in eine Welt, die zwar nur noch wenig mit der klassischen Final Fantasy Umgebung zu tun hat, aber dennoch mit ihren ganz besonderen Reizen verzaubern kann. Diese Welt ist komplett von einer tödlichen Substanz namens "Miasma" überzogen und nur die seltenen, magischen Kristalle geben den Bewohnern den nötigen Schutz vor dem sicheren Tod. Diese Kristalle benötigen allerdings jedes Jahr eine Erneuerung Ihrer magischen Kraft und zu diesem Zweck entsendet jedes Dorf jährlich eine Karawane mit mutigen Abenteurern, um aus dunklen Verliesen und Wäldern den Myrrhetau zu holen. Über mehrere Jahre hinweg verfolgt Ihr die Abenteuer einer solchen Karawane und löst am Ende vielleicht sogar das große Rätsel des tödlichen Miasmas.

    Viele Blindkäufer werden dieses Spiel alleine aus dem Grund kaufen, weil Final Fantasy auf der Packung steht. Dabei könnten die derzeitigen Fans von Yuna, Tidus & Co. eine herbe Enttäuschung erleben, denn spielerisch hat dieser Ableger der Serie rein gar nichts mit seinen Namensvettern gemeinsam, er ähnelt vielmehr bekannten Hack'n'Slay-Klassikern wie "Dark Alliance" oder "Diablo". Zudem fällt sehr schnell auf, dass in Sachen Story recht wenig geboten wird, denn außer der interessanten Hintergrundgeschichte werdet Ihr nicht mehr viel über Eure Protagonisten erfahren oder gar eine persönliche Affinität zu ihnen entwickeln. Eigentlich schade, denn von Squaresoft war man bisher immer filmreife Storys gewohnt.

    Wie bei vielen Rollenspielen, beginnt Ihr auch hier mit der Erstellung eures Spielcharakters. Dabei geht der Titel andere Wege, denn viel mehr als den Namen und die Charakterklasse Eures Recken könnt Ihr nicht wählen, höchstens noch den Beruf der Eltern. Dieser bringt kleinere Vorteile im Spielverlauf mit sich, denn wer zum Beispiel einen Fischer als Vater hat, kommt äußerst günstig an die glitschigen Lebensspender heran. Sobald die eigentliche Reise der Karawane beginnt, findet Ihr Euch auf der Weltkarte wieder. Die Weltkarte ist in einzelne Bereiche aufgeteilt, welche durch verschiedenfarbige Miasma-Ströme voneinander getrennt sind. Hier kommt der Kelch für den Myrrhetau ins Spiel: Dieser Kelch schützt Eure Karawane außerhalb von Ortschaften nicht nur vor dem Miasma, sondern kann auch verschiedene Elementareigenschaften annehmen, welche das Passieren der Miasma-Ströme erst ermöglichen. Außerdem finden sich auf der Weltkarte noch diverse Ortschaften, in denen Ihr Waffen und Gegenstände kaufen könnt und selbstverständlich die Eingänge zu den insgesamt 14 Dungeons, welche das zentrale Spielelement bei Crystal Chronicles darstellen.

    Den Fans von klassischen Hack'n'Slays wird in den Dungeons wohl zuerst das fragwürdige Spielelement mit dem Kristallkelch auffallen: Dieser Kelch schützt Euch ja bekanntlich vor dem Miasma und deshalb müsst Ihr Euch auch immer brav in dessen Umkreis aufhalten, sonst verliert Ihr Lebensenergie. Im Einzelspielermodus habt Ihr zum Glück einen Moogle an Eurer Seite, welcher den Kelch freundlicherweise für Euch trägt, im Mehrspielermodus fällt diese Rolle einem der Mitstreiter zu. Die ganze Sache mit dem Kelch und dem Miasma hat eigentlich nur den Sinn, dass im Mehrspielermodus die Spieler eng beieinander bleiben müssen und somit ein Splittscreenmodus unnötig ist. Einzelspieler hingegen fühlen sich von dem Kelch hauptsächlich nur gestört und man wird sich schnell fragen, wozu dieses Ding überhaupt gut ist. Einige Schalterrätsel geben dem Kelch zwar eine Existenzberechtigung, aber wenn dann das liebe Moogle anfängt sich zu beschweren, weil ihm das Ding zu schwer wird und man es kurzzeitig selbst schleppen muss, hört der Spaß auf.

    Die Spieltiefe begrenzt sich in den Dungeons eigentlich nur auf ein paar Dinge: Monster töten, Schalter umlegen, Schatzkisten öffnen und natürlich einen obligatorischen Endgegner besiegen. Dieses Spielprinzip wiederholt sich in jedem einzelnen Dungeon von vorne und erweitert sich im Laufe des Spiels eigentlich überhaupt nicht. Nachdem der jeweilige Endgegner besiegt worden ist, dürft Ihr ein paar Tropfen des Myrrhetaus in Eurem Kelch auffangen und wenn diese Prozedur dreimal erfolgreich abgeschlossen wurde, kann der Kelch in Euer Heimatdorf zurückgebracht werden. Hier findet dann ein großes Kristallfest statt und Ihr beginnt mit dem nächsten Spieljahr, was Euch wieder vor genau dieselben Aufgaben stellt: Monster töten, Schalter umlegen, Schatzkisten öffnen und natürlich einen Endgegner besiegen - und das wieder dreimal, bis zum nächsten Jahr. Auch wenn die Dungeons abwechslungsreich gestaltet und teilweise wirklich fordernd sind, fühlt sich der anspruchsvollere Spieler hier schnell etwas gelangweilt und sehnt sich nach den spannenden und mitreißenden Geschichten der anderen Final Fantasy's.

    Das eigentliche Kampfsystem geht zwar in die Richtung von klassischen Hack'n'Slays, hat aber doch einige markante Unterschiede aufzuweisen: So verfügt jeder Charakter über die Fähigkeit der Magie und die verschiedenen Zauber werden ganz einfach durch das Aufsammeln von Gegenständen erlernt. Mana gibt es keines, man zaubert so lange und so oft wie man will und es können sogar mehrere Zauber miteinander kombiniert werden, um dadurch neue und effektivere Zaubersprüche entstehen zu lassen. Selbstverständlich können Monster auch mit Waffen angegriffen werden, was durch simples Knöpfchendrücken sehr einfach von der Hand geht. Zusätzlich gibt's noch eine besonders effektive Spezialattacke, welche durch längeres Drücken des Schlagknopfes ausgelöst wird und sich je nach getragener Waffe unterscheidet. Eine reichhaltige Waffen- und Rüstungsauswahl wie bei anderen Genrevertretern sucht man hier allerdings vergebens, denn das Anfertigen von effektiveren Gegenständen ist zwar in den Dörfern auf der Weltkarte möglich, aber ziemlich kostspielig und nicht besonders umfangreich ausgefallen.

    Was aber beim Kampfsystem wirklich nervt und manche Befehle fast unmöglich macht, ist die missratene Steuerung: Alle Befehle wie z.B. Zaubern, Angreifen, Heilen oder Blocken, sind in einem kleinen Menü am Bildschirmrand aufgeführt und werden mit dem zentralen Aktionsknopf ausgelöst. Das Problem dabei ist, dass nur immer einer der Befehle gewählt werden kann und man mit den Schultertasten des Controllers umständlich durch die Aktionsliste blättern muss. Somit ist es absolut unmöglich schnell anzugreifen und sofort danach einen Gegenangriff des Feindes zu abzublocken. Auch das Heilen der Helden wird unnötig verkompliziert, da man erst mal auf sichere Distanz gehen muss, dort den Zauber auswählen und schließlich ausführen muss. Hier wünscht man sich sehr schnell einen extra Button für diese beiden wichtigen Befehle herbei um das ständige Blättern in der Aktionsliste vermeiden zu können. Es gibt aber auch eine Erklärung für diese überladene und nur auf vier Buttons begrenzte Steuerung: Da man im Mehrspielermodus seine Helden nur mit dem Gameboy Advance dirigieren darf, wurden alle Befehle auf die vier möglichen Buttons des GBA gelegt und auch so im Einzelspielermodus mit dem Cube-Controller beibehalten. Hier wurde also ganz eindeutig die Benutzerfreundlichkeit des Einzelspielermodus zu Gunsten des integrierten Mehrspielermodus geopfert und das auch nur deshalb, weil man die Leute zwingt, dieses Spiel mit GBA's zu spielen. Nicht unbedingt eine der intelligentsten Entscheidungen von Square und Nintendo.

    Das System der Charakterentwicklung hat man in diesem Spiel vergleichsweise einfach realisiert. Es gibt nämlich keinerlei Erfahrungspunkte und auch keine höheren Level in die man aufsteigen darf. Da könnt Ihr noch so viele Monster vermöbeln - die Werte Eures Helden ändern sich dadurch überhaupt nicht. Lediglich am Ende eines jeden Dungeons darf man unter verschiedenen Artefakten wählen, welche dann auch permanent Stärke, Abwehr oder Lebensenergie verbessern. Dieses stark vereinfachte System hat natürlich zur Folge, dass man schnell keinen großen Sinn mehr im Töten von Monstern sieht und nur noch sehr halbherzig auf die Jagd nach ihnen geht. Zwar lassen die zahlreichen Biester verschiedene und sehr hilfreiche Zauber fallen, doch selbst die verschwinden am Ende eines jeden Dungeons wieder aus dem Inventar. Ein wirklich sinnvoller Grund ist uns dafür noch nicht eingefallen. Anstelle eines komplexen Level- und Eigenschaftssystem hat man sich aber andere, ziemlich nutzlose Funktionen überlegt: So könnt Ihr nach jedem Abschnitt einen Brief an Eure Eltern schreiben und sogar Dinge wie Blumensamen beilegen. Auch kann man seinen pelzigen Begleiter, das Moogle namens "Mogus", an bestimmten Orten bunt anmalen und ihm sogar das Fell stutzen. Ja selbst der Geschmack der Hauptfigur entwickelt sich je nach dem, welche heilenden Lebensmittel man häufiger zu sich nimmt. Einen tiefern Sinn haben wir auch hier nicht entdecken können, der geringe Einfluss dieser Aktionen auf den Spielablauf ist nicht der Rede wert. Auch wenn solche Features in Japan vielleicht gut ankommen, hätten wir gerne stattdessen ein tiefgängigeres Kampfsystem oder eine bessere Story gesehen.

    Der Grund für die vielen Abstriche in Sachen Singleplayer ist ganz klar der hervorragend durchdachte Mehrspielermodus, in dem Ihr die einzelnen Dungeons mit einem Team von bis zu vier Spielern meistern dürft. Wichtigster Punkt: Es können keine Gamecube-Controller zum Spielen verwendet werden, sondern es müssen GBA's zur Steuerung der Charaktere herhalten. Diese ungewöhnliche und für viele wohl eher unpraktikable Lösung bietet einen großen Vorteil: Jeder Mitspieler kann auf dem Display seines Gameboys ein eigenes Menüsystem aufrufen, dort Gegenstände verwalten und eine hilfreiche Minimap einsehen, während auf dem Fernsehbildschirm das Spiel für alle anderen ungestört weiterläuft. Somit hat man sich zwar auf Biegen und Brechen eine Splittscreen-Lösung gespart, dafür aber eine ziemlich utopische Hardware-Anforderung und viele Abstriche im Singleplayermodus in Kauf genommen. Wer allerdings wirklich mal in den Genuss kommen sollte, mit drei Freunden in die Welt von Crystal Chronicles abzutauchen, wird gebührend belohnt: Im Mehrspielermodus wird Teamwork ganz groß geschrieben, ja sogar komplett neue Zauber lassen sich im Team kreieren und gemeinsam ausführen. Zudem werden gesammelte Artefakte je nach spielerischer Leistung der einzelnen Mitspieler aufgeteilt und auf dem Bildschirm des GBA kann jeder Spieler andere Zusatzinformationen einsehen, was für natürlich für einiges an Gesprächsstoff während des Spielens sorgt. Übrigens kann man im Einzelspielermodus auch einen GBA mit dem zweiten Controller-Port verbinden, auf dessen Bildschirm sieht man dann entweder eine Karte, ein Monster-Radar, die Stärken und Schwächen der Feinde oder geheime Verstecke von Schätzen. Was man zu sehen bekommt, hängt davon ab in welcher Farbe man sein Moogle bemalt hat. Naja. Warum einfach, wenn's auch kompliziert geht.

    Die Grafik von Crystal Chronicles ist sicherlich das große Highlight, denn hier ist endlich mal wieder Charakter- und Grafikdesigner Toshiyuki Itahana am Werk gewesen. Seine fantasievollen Geschöpfe, welche auch schon in Final Fantasy IX zu bewundern waren, passen meiner Meinung nach ohnehin viel besser zur Serie. Natürlich ist das Ganze mal wieder reine Geschmacksache, denn die kindlich wirkenden Kämpfer werden wohl besonders bei Fans von FFX und FFX-2 keinen großen Zuspruch finden. Aber auch die Gestaltung der einzelnen Dungeons und Endgegner zeugt von Squaresofts berüchtigter Liebe zum Detail und ist auf allerhöchstem, technischem Niveau. Das Spiel kitzelt aus dem Cube einiges an schmucken Effekten heraus, besonders die Darstellung der Miasma-Ströme sorgt für offene Münder vor dem Bildschirm. Was die Qualität der musikalischen Untermalung anbelangt, muss man bei diesem Ableger der Serie leider auf die preisgekrönten Werke von Nobuo Uematsu verzichten. Zwar sind die einzelnen Themen zum Setting recht passend arrangiert, aber dennoch mangelt es der Musik in einigen Dungeons an Dramatik und Abwechslung.

    Final Fantasy Crystal Chronicles (GC)

    Singleplayer
    8,1 /10
    Multiplayer
    -
    Grafik
    9/10
    Sound
    8/10
    Steuerung
    6/10
    Gameplay
    8/10
    Leserwertung:
     
    Meine Wertung
    Pro & Contra
    wunderschöne Grafik
    liebevoll gestaltete Charaktere
    fesselnder und umfangreicher Mehrspielermodus
    sehr gute Lokalisierung
    sich wiederholendes Spielprinzip
    keine richtige Charakterentwicklung
    nur wenig Story
    nerviger Kelch im Einzelspielermodus
    Mehrspielermodus nur mit GBAs spielbar
  • Final Fantasy Crystal Chronicles
    Final Fantasy Crystal Chronicles
    Publisher
    Nintendo
    Developer
    Square Enix
    Release
    08.03.2004

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Final Fantasy Crystal Chronicles
Final Fantasy Crystal Chronicles im Gamezone-Test
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http://www.gamezone.de/Final-Fantasy-Crystal-Chronicles-Classic-144/Tests/Final-Fantasy-Crystal-Chronicles-im-Gamezone-Test-989743/
12.03.2004
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