Finding Paradise im Test: Was würdet in ihr eurem Leben ändern, wenn ihr könntet?
Test
Im To-The-Moon-Nachfolger Finding Paradise sind die beiden Doktoren der Sigmund Group Rosalene und Watts zurück, um einem sterbenden Mann seinen letzten Wunsch zu erfüllen. Wie auch schon im Vorgänger läuft aber leider nicht alles so ab, wie es sein sollte. Innerhalb des Kopfes von Colin, ihrem Patienten, gehen merkwürdige Dinge vor. Ob Finding Paradise an seinen Vorgänger herankommt, klären wir in unserem Test.
Als junger Mensch bereut man noch nicht so viel, aber wenn die Jahre einen dann doch irgendwann einholen, blickt man auf sein Leben zurück, wägt die guten und schlechten Momente ab und bereut vielleicht hier und da eine Entscheidung. Genau mit dieser Ausgangssituation spielt Finding Paradise. Das Pixel-Adventure ist der Nachfolger von To The Moon aus dem Studio Freebird Games und spielt im selben Universum wie der Vorgänger. Im Grunde genommen geht es darum: Wenn ihr irgendwas an eurem Leben ändern könntet, was wäre das?
Inhaltsverzeichnis
Finding Paradise im Test: Was wäre, wenn ...?
Das Adventure stellt dieselben beiden spielbaren Charaktere wie im Vorgänger To The Moon: Dr. Eva Rosalene und Dr. Neil Watts sind
Quelle: PC Games
Finding Paradise ist der Nachfolger zum Adventure To The Moon und erzählt eine ähnliche Geschichte im selben Universum. (2)
Wissenschaftler der Sigmund Group. Die Firma hat sich darauf spezialisiert, mit fortschrittlicher Technologie in die Gedanken und Erinnerungen von Menschen einzusteigen, die auf dem Sterbebett liegen. Klingt im ersten Moment seltsam, aber das Ziel der Firma ist es, den Menschen ihren letzten Wunsch zu erfüllen, wenn auch nur im Kopf.
Das läuft so ab: Ein älterer Mensch, im Falle von Finding Paradise ist sein Name Colin, engagiert die Firma im Vorfeld. Sobald seine Zeit fast abgelaufen ist, kommen die Wissenschaftler und verschaffen sich mithilfe einer Maschine Zugang zu seinen Erinnerungen. Dann gehen sie von der letzten Erinnerung bis zurück in die Kindheitstage, um den Wunsch, den der Sterbende vorher mitgeteilt hat, zu implementieren, sodass er sich in den Erinnerungen erfüllt. Der Wunsch des alten Herren in To The Moon war es, zum Mond zu fliegen. Colins Wunsch ist nur, dass er glücklich ist, ohne dass viel verändert wird.
Finding Paradise im Test: Point and Click durch die Zeit
Wie To The Moon ist auch Finding Paradise mithilfe des RPG Makers entstanden. Das bedeutet einen grafisch ziemlich reduzierten Stil und eine Auflösung in 640 zu 480 Pixeln, die auch nicht geändert werden kann. Aber es ist nicht unbedingt das Optische, das Finding Paradise zu einem
Quelle: PC Games
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fantastischen Spiel macht. Kan Gao, Designer und Autor des Adventures und außerdem für die Musik verantwortlich, versteht es absolut, eine mitreißende, emotionale Geschichte zu schreiben. Sowohl in To The Moon als auch jetzt in Finding Paradise sind die Charaktere, die Handlung und die Musik im perfekten Einklang. Das tröstet absolut darüber hinweg, dass es wenig Gameplay gibt.
Ihr steuert entweder Dr. Rosalene oder Dr. Watts per Maus oder über die Pfeiltasten und interagiert ebenfalls per Maus oder über die Leertaste. In den Erinnerungen müsst ihr sogenannte Memory Links finden. Dafür sucht ihr einfach das Level ab, klickt euch durch Dialoge oder untersucht Gegenstände. Wenn ihr alle Memory Links habt, könnt ihr ein Memento freischalten, das euch in die nächste Erinnerung bringt. Dafür müsst ihr noch kurz ein Match-3-Rätsel lösen, das mit der Zeit zwar an Schwierigkeit zunimmt, aber dennoch einfach bleibt.
Finding Paradise im Test: Mit Liebe zum Detail
Aber wie gesagt: Es ist nicht das Gameplay, was Finding Paradise zu einem guten Spiel macht. Es sind die Charaktere, die Story und die Musik. Dr. Rosalene und Dr. Watts lockern die oft bedrückende Stimmung durch witzige, neckische Kommentare und tollen Humor, der Patient Colin und seine
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Famile sind lebensnah und realistisch dargestellt und alle Charaktere wirken einfach menschlich. Kan Gao ist ein hervorragende Story-Schreiber und setzt euch am Ende die Moral von der Geschicht' vor die Nase. Seine wunderschöne Klavier-Musik untermalt dabei die verschiedenen Szenen absolut passend.
Wenn es euch also nicht abschreckt, dass Finding Paradise mit sehr wenig Gameplay daherkommt, dann ist es mit seinen fünf bis sechs Stunden ein absolutes Muss für Freunde von toll erzählten Geschichten und lebendigen Charakteren. Ihr müsst To The Moon nicht unbedingt gespielt haben, um Finding Paradise zu verstehen, aber es empfiehlt sich dennoch. Finding Paradise zeigt jedoch noch mehr unterschiedliche Landschaften, immer ein wenig anders, immer mit viel Liebe zum Detail umgesetzt und auch die Charaktere fügen sich darin sehr gut ein. Außerdem gehen die Gedanken, die ihr euch über den Ausgang des Spieles macht, noch weit über die Spielzeit selbst hinaus. Freebird Games schafft es sehr gut, dem Spieler vor die Nase zu halten, dass Reue vielleicht einfach ein Teil des Lebens ist. Was wir damit meinen, findet ihr aber am besten einfach selbst heraus. Wir sind auf jeden Fall schon sehr gespannt auf den nächsten Teil, wann immer er auch kommen mag.
Metacritic bewertet das Spiel mit 81%.
