Fist of the North Star: Ken's Rage im Gamezone-Test

Test Goreminister

Übertrieben inszenierte Klopporgie für Fans der ersten Stunde, aber ob Neulinge hier noch mitkommen?

Spieler und Fans der Fist of the North Star-Reihe hatten in Deutschland eigentlich schon immer einen recht schweren Stand. Die Animes und Mangas erschienen zunächst erst gar nicht und/oder waren bis vor ein paar Jahren nur äußerst schwer zu bekommen. Darunter auch der Kult-Anime aus dem Jahre 1986, welcher unter Liebhabern japanischer Zeichentrickfilme einen ganz besonderen Status genießt. Nachdem wir in der Vergangenheit also auf verschiedene Veröffentlichungen und Videospiele verzichten mussten, die nur in Japan oder den USA erschienen, fassten sich die Macher aus dem Hause KOEI-Tecmo nun ein Herz und veröffentlichen den neuesten Titel etwas "großflächiger". Und dank Publisher THQ kommen wir hierzulande endlich in den Genuss eines entsprechenden Videospiels mit dem "einsamen Rächer" Kenshiro. Eins steht in Bezug auf Kens erstes "westliches" Abenteuer schon einmal fest: Fist of the North Star: Ken's Rage richtet sich eindeutig an Liebhaber der Thematik, doch ist es auch komplett unbedarften Spielern möglich Zugang zu dieser postapokalyptischen Prügelorgie zu finden?

Die Faust des Nordsterns lässt es wieder krachen

Fist of the North Star: Ken's Rage Fist of the North Star: Ken's Rage Wer glaubt, dass sich die Geschichte des Spiels nur darum dreht, möglichst viele Gegnerwellen zu zermatschen, der irrt - zumindest ein wenig, denn neben dem Gorefaktor der Serie drehte sich die Story seit jeher auch um Verrat, Liebe, Betrug und Hoffnung. Gut, viele dieser Kriterien rücken in Bezug auf die Geschichte des Spiels massiv in den Hintergrund, doch bemüht man sich die grundlegende Geschichte des Kult-Animes neu zu erzählen und verschiedene Sichtweisen zu schildern. Damit werden Fans sicherlich glücklich, doch unbedarfte Spieler stehen ein klein wenig außen vor, da ihnen viele der Protagonisten unbekannt erscheinen werden. Grob umrissen ist die Geschichte jedoch im Jahre 20XX angesiedelt und spielt nach einem nuklearen Holocaust, welcher die Menschheit empfindlich dezimiert hat. Die wenigen Verbliebenen kämpfen auf der verdorrten Erde um die letzten Nahrungsvorräte, Pflanzen und Wasser, wobei das Gesetz des Stärkeren gilt und brutale Banden das Land mit eiserner Faust regieren. Ohne Gnade überfallen die post-atomaren Gangster Siedlungen friedliebender Menschen, die sich natürlich nicht zur Wehr setzen können und die unschönen Auseinandersetzungen oftmals mit ihrem Leben bezahlen. Doch Kenshiro, Meister der Hokuto Shinken Kampftechnik, lässt sich den Terror der Banden nicht länger gefallen, tritt für die Schwachen ein und verabreicht den üblen Spießgesellen ein wenig ihrer eigenen, brutalen Medizin.

Fist of the North Star: Ken's Rage Fist of the North Star: Ken's Rage Soviel zur eigentlichen Story, doch wer mit dem Anime vertraut ist, der wird im Spiel einer Menge alter Bekannter über den Weg laufen. Im "Legenden"-Modus des Spiels wird die Story des Nordsterns sozusagen aufbereitet erzählt und lässt die Spieler in unterschiedliche Rollen schlüpfen. So kann man entweder als Hauptcharakter Kenshiro durch die Lande ziehen und massenhaft Gegner verwemsen oder man folgt der Geschichte von Charakteren wie Shin, Rei, Raoh oder Jagi um nur einige zu nennen. Zwar ändert sich das Gameplay dadurch nicht wirklich, doch bekommt man leicht geänderte Storyverläufe zu Gesicht. Dabei zollt man allen Protagonisten den nötigen Respekt und lässt die meisten von ihnen nicht bloß zu Stichwortgebern verkommen, sondern bindet diese hervorragend in die Szenerie ein. Obendrein bekommen Käufer eines originalverpackten Spiels einen Bonus-Code für ein freischaltbares Kostüm geliefert, für dass die japanischen Spieler zahlen mussten.

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